Mittwoch, 19. September 2018

Missbrauchsskandal: Progressismus will Feuer mit Öl löschen

Priester müssen Sakralität, Reinheit und Innerlichkeit ausstrahlen
Die ersten Reaktionen von Bischöfen auf den Missbrauchsskandal in Deutschland lassen eine eindeutige Tendenz erkennen: Der progressistische Kurs soll fortgesetzt werden, ein Umdenken, eine Reflektion über den eigenen Kurs der letzten Jahrzehnte, ist nicht im geringsten erkennbar.

Das sind die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für eine wahre Umkehr. Denn eine solche setzt voraus, dass man Grundsätzliches in Frage stellt.

Doch der deutsche Progressismus will absurderweise den moralischen Verfall mit einer Fortsetzung und sogar Beschleunigung des Kurses beheben, der diesen Verfall überhaupt ermöglicht hat.

Die ersten Reaktionen lassen sich ungefähr so zusammenfassen:

1. Die kirchlichen Strukturen sollen demokratisiert werden, um Clicken und Männerbündnisse zu verhindern.
2. Die Priesterstand soll geschwächt, der Laienstand gestärkt werden.
3. Die Sexualmoral soll überdacht und gelockert werden.

Hier soll kurz erläutert werden, wieso der Progressismus dabei ist, das Feuer mit Öl löschen zu wollen. Denn genau das Gegenteil dieser vorgeschlagenen Maßnahmen braucht die Kirche.

ERSTENS: Der Klerus der katholischen Kirche bildet nicht die Leitung eines Vereins, Unternehmens oder politischen Partei, sondern ist aufgrund der Weihe ein besonderer Stand, der äußerst eng mit Christus selbst verbunden ist. Ein Priester handelt nicht nur im Auftrag Christi, sondern auch oft – bei den Sakramenten – „in persona Christi“, also an der Stelle Christi: Christus selbst spricht die Wandlungsworte in der Eucharistie, Christus selbst gibt die Lossprechung in der Beichte durch den Priester etc.

Damit verbunden ist der Auftrag des Priestertums, die Wahrheit Christi +über die Jahrhunderte aufrecht zu erhalten und zu lehren. Dazu gehört auch die Vermittlung von „schwierigen“ Wahrheiten, wie etwa Moral und hier insbesondere die Sexualmoral. Die Einhaltung des 6ten Gebotes ist schwierig und die Aufforderung, es zu halten, erfordert deshalb eine sehr hohe moralische Autorität.

Das ist die Aufgabe der „Lehrenden Kirche“, die aus den Vorstehern der Kirche besteht, also aus den Nachfolgern der Apostel, den Bischöfen.

Die Bischöfe sind mit den Gaben des Heiligen Geistes ausgestattet, um diese schwierige Funktion zu erfüllen. Wenn sie lehren, erhalten sie Gnaden, um besonders glaubwürdig zu sein. Die Laien wiederum erhalten Gnaden, um die (wahre) Lehre, die von den Bischöfen weitergegeben wird, mit offenem Herzen zu empfangen und zu praktizieren.

Eine „Demokratisierung“ dieser Tatsache im Sinne einer Aufweichung der Rangstellung der lehrenden Kirche kann nur zu einer weiteren Aufweichung der Moral in Klerus und im Laientum führen.

Übrigens: Auch kein Unternehmen, kein Verein und keine politische Partei kann auf der Grundlage der Kumpanei bestehen.

Noch weniger die Kirche, denn sie kein weltlicher Verein, sondern essentiell hierarchisch. Wenn diese Hierarchie und ihre Autorität nicht betont werden, kann nicht damit gerechnet werden, dass die moralische Krise in der Kirche und insbesondere im Klerus überwunden werden.

ZWEITENS: Daraus ergibt sich direkt, dass der Priesterstand nicht geschwächt, sondern gestärkt werden muss. Vor allem muss wieder die SAKRALITÄT des Priesterstandes deutlich sichtbar werden: Durch beispielhafte Lebensführung, durch vertieftes Gebetsleben, durch äußere Zeichen wie Priesterkleidung etc.

Die Menschen müssen instinktiv erkennen, dass sie vor einer sakralen Person stehen, die ein göttliches Amt ausübt. Dann werden die Laien auch eher gewillt sein, die Lehren, Mahnungen und Ratschläge zu befolgen.

Man braucht nur alte Fotos von Priestern oder Mönchen zu sehen, um zu verstehen, was es heißt, wenn jemand sein sakrales Amt ernst nimmt. Weil es viele gute Beispiele gab, erkannten manche Laien auch instinktiv, wenn ein Priester in Sünde oder unwürdig lebte. Das Volk erhält bisweilen Gnaden, um diese Sachverhalte zu erkennen.

Zum Laienstand: Selbstverständlich sind die Laien sehr wichtig in der Kirche. Aber es ist ein Irrweg zu meinen, sie müssten in Konkurrenz zu den Priestern treten und mehr oder weniger deren Aufgaben übernehmen. Das ist schier unmöglich und führt zur Verweltlichung und Entsakralisierung, die wir heute sehen.

In der Geschichte der Kirche gab es immer auch heilige Laien, die entsprechend ihrem Laienstand gewirkt haben. Sie waren aber nicht vom Ansinnen getrieben, sie müssten Aufgaben übernehmen, die dem Priesterstand zustehen.

DRITTENS: Der absurdeste Vorschlag ist eine Aufweichung der Sexualmoral. Abgesehen davon, dass dies unmöglich ist, denn die Moral ist unveränderbar und immer wahr und gültig, weil sich auch Gottes Wort mit der Zeit nicht ändert, kann dies nur zu einer noch gravierenden moralischen Katastrophe führen: Die katholische Moral zu befolgen ist mühsam und anstrengend. Sie erfordert eine grundsätzliche, eine radikale Lebensentscheidung. Man sagt entweder Ja oder Nein. Und bis zum Tod lebt der Menschen in einem immerwährenden Kampf gegen die eigenen schlechten Neigungen. Dieser Folge der Erbsünde kann sich kein Mensch entziehen.

Es ist völlig absurd zu meinen, eine „Lockerung“ würde es den Menschen einfacher machen, gemäß der katholischen Moral zu leben. Nein, das Gegenteil ist der Fall: Es gibt keine liberale Moral, es gibt keinen Laissez Faire. Es gibt nur Kampf gegen die ungeordneten Neigungen und gegen die Sünde.

Eine Schlussbemerkung: Normalerweise müssten Priester über Themen wie diese schreiben oder sprechen. Doch offenbar trauen sie sich nicht, weshalb diese Aufgabe wohl Laien übernehmen müssen.

Montag, 17. September 2018

Missbrauchsskandal: Bischöfe müssen zuerst über die Hölle predigen

Nach dem Bekanntwerden des Ausmaßes an sexuellen Missbräuchen durch katholische Priester zeigten sich etliche Bischöfe entsetzt, schockiert und beschämt.

Das bedeutet aber nicht, dass sie die richtigen Schlussfolgerungen aus dem Skandal ziehen. Ganz im Gegenteil: Sie klammern sich an ihre liberale Agenda, denken über institutionelle Änderungen nach und mancher meint sogar, die Sexualmoral ändern zu müssen.

Fakt ist: Die Missbräuche sind Folge einer immensen moralischen Verkommenheit der beschuldigten Priester. Die erste Maßnahme, um eine dermaßen große moralische Wunde zu beseitigen, ist das Predigen über die letzten Dinge, vor allem über die Hölle.

Die deutschen Bischöfe sollten ihren Priestern klar und deutlich erklären, was sie erwartet, wenn sie auch nur mit einer einzigen ungesühnten und nicht bereuten schweren Sünde sterben:

1. Das Feuer der Hölle ist nicht wie das Feuer, das wir kennen. Unser Feuer wurde von Gott erschaffen, um uns zu helfen. Das Feuer der Hölle erschuf Gott zur ewigen Bestrafung der Verworfenen. Dieses Feuer erlischt nicht und vernichtet auch nicht die Körper und die Seelen der verdammten. Sie brennen ewig in diesem Feuer. Dieses Feuer erfasst nicht nur den Körper sondern auch die Seele der Verdammten. Jeder Schmerzensschrei dieser Seelen in der Hölle wurde von Gott gewollt. In der Hölle gibt es keine Barmherzigkeit und keine Gnade mehr, sondern ausschließlich die Strafe für die ungesühnten und nicht bereuten Sünden. Die Seelen in der Hölle können aber nicht mehr bereuen, weshalb sie diesem Feuer niemals entkommen werden.

2. Die Strafen in der Hölle sind nicht für alle gleich. Je mehr und schwerwiegender man gesündigt hat, desto härter sind die ewigen Strafen. Weil Priester besonders berufene Menschen waren, werden sie umso härter bestraft, wenn sie ihre Berufung verraten haben. Priester, die sich wegen sexuellen Missbräuchen schuldig gemacht haben, haben besonders schwerwiegend ihre Berufung verraten, weil sie die Schwäche der Schutzbefohlenen ausgenutzt haben. Während die Verdammten die Strafen in der Hölle erleiden, haben sie stets ihre Sünden vor sich: Den Strafen des Feuers kommt das schlechte Gewissen hinzu. 

3. Die Theologen erklären, dass die schlimmste Strafe nicht das ewige Feuer ist, sondern die Gewissheit, dass man von Gott für alle Ewigkeit verdammt wurde. Derselbe Gott, der in seiner Güte einen erschaffen hat, mit allen möglichen Gunsterweisungen einen versorgt hat, der seinen Sohn hat leiden und sterben lassen, damit wir von unseren Sünden erlöst werden können, nun dieser Gott wendet sich von uns ab, und erklärt uns seine ewige Ablehnung, weil man seine Gnade abgelehnt hat. Dieses ist das höchste Leiden in der Hölle.

4. Zu all diesen Leiden kommen andere hinzu: Das Wissen, dass man leicht das ewige Heil erreicht hätte, wenn man Ja zu den Hilfsangeboten Gottes gesagt hätte, um die Sünde hinter sich zu lassen.

5. Zuletzt eine besonders wichtige Tatsache: Aus der Hölle gibt es kein Entkommen, auch wenn das manche liberale Theologen behaupten. Selbst wenn Gott zulassen würde, dass die Verdammten die Hölle verlassen dürften, würden sie es nicht tun. Denn sie sind in ihrer Sünde fixiert. Die Sünde ist nichts anderes als ein Akt des Hasses gegen Gott (und seine Gebote). Der Verdammte hasst Gott und ist unfähig, ihn zu lieben. Er ist in seinem Hass zu Gott sozusagen für alle Ewigkeit fixiert.

Kardinal Reinhard Marx und die anderen deutschen Bischöfe sollten ihren Priestern diese Tatsachen predigen, um eine wahre Läuterung einzuleiten. Die Furcht Gottes ist nämlich der Anfang der Erkenntnis.

Eine Schlussbemerkung: Normalerweise müssten Priester über Themen wie diese Schreiben oder sprechen. Doch offenbar trauen sie sich nicht, weshalb diese Aufgabe wohl Laien übernehmen müssen. 

"Sexuelle Selbstbestimmung” gelingt allein durch Keuschheit

Am 22. September wird dieses Jahr erneut der “Marsch für das Leben” stattfinden, in welchem für das Lebensrecht der Ungeborenen auf der Straße demonstriert wird. Wie in den Jahren zuvor, fühlen sich Radikalfeminist/innen von dieser Veranstaltung provoziert und rufen zu Gegendemonstrationen, Blockaden und Störungen auf. In den vergangenen Jahren konnten sie ca. 1500 linke Aktivisten mobilisieren. Das reicht, um den Marsch zu stören, jedoch nicht, um ihn ernsthaft zu beeinträchtigen oder gar zu blockieren.

Die wichtigste Gruppierung in diesem Kontext ist das „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“.

Ihre Argumentation: Wer Abtreibungen verbieten oder den Zugang erschweren will, greift das „Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren Körper“ an.

Abtreibung müsse legal und leicht zugänglich sein, denn ansonsten könnte die Frau nicht „selbstbestimmt“, also nach ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen leben. Wird eine Frau „ungewollt“ schwanger, so soll sie frei entscheiden können, ob sie das Kind bekommt oder nicht. Dieses Prinzip wird im Slogan „My Body, my choice“ zum Ausdruck gebracht. Früher verwendeten Abtreibungsaktivisten noch die deutsche Sprache und brüllten “Mein Bauch gehört mir!“.

Die angebliche „Selbstbestimmung“ erstreckt sich auch auf das Körper des ungeborenen Kindes, obwohl es eine andere Person als die Mutter ist. Die „Selbstbestimmung“ beinhaltet also eine Art „Recht zum Töten“ des eigenen Kindes.

Dass der so definierte Begriff „sexuelle Selbstbestimmung“ barer Unsinn und sogar unlogisch ist, soll hier kurz erläutert werden.

1. Wenn eine Frau tatsächlich „selbstbestimmt“ lebt, könnte sie schlicht und ergreifend entscheiden, keinen Geschlechtsverkehr zu haben und damit von vornherein ausschließen, schwanger zu werden. Diese banale Tatsache aber kommt in den Aussagen der Feministinnen niemals vor. Auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, ist für sie keine Option. Das feministische Verständnis von „Selbstbestimmung“ beinhaltet impliziert hemmungslosen Sex, obwohl dadurch die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, stark ansteigt. Denn Verhütungsmittel sind nicht völlig sicher, abgesehen davon, dass irgendwann die sog. „Pillenmüdigkeit“ eintritt. Wer aber der Auffassung ist, man müsse sich dem Geschlechtstrieb ohne Einschränkungen hingeben, lebt nicht „selbstbestimmt“, sondern unterwirft sich seinem Trieb. Dieser wird als so mächtig empfunden, dass man gar nicht anders kann, als diesem zu folgen. Der Wille ist zu schwach, sich dagegen zu wehren, so die feministische „Logik“. Selbstbestimmung bedeutet im Grunde genommen „Triebbestimmung“.

2. Dass die Frau keine „Selbstbestimmung“ besitzt, zeigt auch die banale Tatsache, dass sie durch den Geschlechtsakt schwanger werden kann. Dem eigenen Körper interessiert nicht, was die Frau will: Sind die Voraussetzungen gegeben, dann wird sie schwanger, ob sie das will oder nicht. Das ist aber alles andere als „Selbstbestimmung“. Der Körper lässt sich nicht bestimmen, denn er folgt der Natur.

„Sexuelle Bestimmung“ besitzt im Grunde nur, wer frei entscheiden kann, ob und wann er Geschlechtsverkehr hat und sich dabei nicht von seinem Trieb, sondern von einer sittlichen Norm leiten lässt.

Diese Norm ist für die katholische Kirche folgende: der Geschlechtsakt ist nur ethisch einwandfrei, wenn er innerhalb einer gültigen Ehe vollzogen wird und offen für neues Leben ist.

Keuschheit bezeichnet ein Leben nach dieser Norm, dem 6. Gebot Gottes in und außerhalb der Ehe. Die Tugend, die ein solches Leben ermöglicht, heißt Reinheit.

Papst Paul VI. erklärte dazu: "Die Reinheit ist die Atmosphäre, in der die Liebe atmet."

Wichtig ist dabei zu beachten, dass der Geschlechtstrieb NICHT entscheiden soll, ob und wann jemand den Eheakt vollzieht. Der Trieb ist lediglich eine Hilfe für den Vollzug. Der Mensch soll nicht ihm folgen, wie das eben Tiere tun, sondern immer souverän entscheiden, so die katholische Sexualmoral.

Alle Religionen und Kulturen setzten Normen auf, die mehr oder weniger der katholischen Sittenlehre ähnelten. Der entscheidende Punkt aber ist immer: Der Mensch soll sich nicht willenlos seinem Trieb hingeben, sondern nach einem höheren Prinzip leben. Dies setzt voraus, dass er seine Triebe zügelt und diesem Prinzip unterordnet.

Erst die 1968er Revolte bzw. die sexuelle Revolution vertraten das Prinzip, der Mensch solle sich nicht nach Prinzipien orientieren, sondern sich wie ein Tier den Trieben hingeben. Die 1968er haben diese moralische Verkommenheit philosophisch zu rechtfertigen versucht.

Diese Verwahrlosung führt aber mitnichten zu einer „Selbstbestimmung“, sondern zu einer Versklavung, und zwar unter die eigenen Triebe.

Am 22. September sollten die Abtreibungsaktivisten deshalb nicht „sexuelle Selbstbestimmung“, sondern „unfreie Triebbestimmung“ fordern.

Montag, 4. Juni 2018

Wie es zu 1968 kam: Der Film "Breakfast at Tiffany's" (1961)

Es gibt viele Gründe, wieso sich jemand ein Film anschaut und oft spielt der Inhalt keine allzu große Rolle. Das kann auch heute der Fall mit einem Film wie „Frühstück bei Tiffany“ sein. Der Charme von Audrey Hepburn, die Musik von Henry Mancini, das mondäne Leben New Yorks Ende der 50er Jahre, die Mitglieder der High Society, die gleichzeitig elegant und locker sind, der „American Way of Life“, der damals seinen absoluten Triumph feierte und andere Elemente können für den heutigen Zuschauer durchaus Ansporn genug sein, sich diesen Streifen anzuschauen, ohne sich groß für den Inhalt zu interessieren.

Die Handlung ist schnell erzählt: Ein Mädchen vom Lande, Holly Golightly (Audrey Hepburn), lernt, elegant und gesellschaftsfähig zu sein und führt in New York ein frivoles Leben in einer recht dekadenten High Society. Ihr neuer Nachbar ist der erfolglose Schriftsteller Paul Varjak (George Peppard), zu dem sie schnell Vertrauen findet. Sie sagt ihm, dass sie einen Millionär zum Heiraten sucht, doch eigentlich weiß sie gar nicht, was sie will. Sie irrt sozusagen im Leben umher. Nachdem ihre Verlobung mit einem brasilianischen Millionär in die Brüche geht, nimmt sie Vernunft an und ist bereit, Paul Varjak zu heiraten, der ihr zuvor seine Liebe gestanden hatte.

Weltberühmt ist das Lied „Moon River“, das von Holly in einer Filmszene gesungen wird. Die zweite Strophe faßt den Inhalt des Filmes zusammen: “Two drifters, off to see the world/Theres such a lot of world to see/We´re after the same rainbows end, waitin round the bend/My huckleberry friend, Moon River, and me.”

Frei übersetzt heißt das: Zwei Weltbummler wandern in der Welt umher/es gibt noch so viel zu sehen/Wir sind hinter dem Ende des Regenbogens her, hinter der Biegung wartend/mein Außenseiter-Freund, Moon River, und ich.

Die erste Strophe lautet: Moon river, wider than a mile / I’m crossing you in style some day /Oh, dream maker, you heart breaker / Wherever you’re goin’, I’m goin’ your way. Eine mögliche Übersetzung wäre: Moon River, meilenbreit/ Ich überquere Dich mal mit Eleganz / Traummacher, Herzbrecher/ Egal wohin du gehst, komme ich mit.

Moon River ist also eine Metapher für einen Lebenstraum. Die zweite Strophe spricht von zwei Weltenbummlern und meint damit Holly Golightly und auch den erfolglosen Schriftsteller. Beide sind nämlich „gestrandete Personen“, die nicht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Der Schriftsteller Paul Varjak ist aber während des Filmes in der Lage, sein Leben in die Hand zu nehmen, die Schriftstellerei erfolgreich neu zu beginnen und sich vom alten Leben als Liebhaber reicher Frauen zu distanzieren.

Diese Kraft besitzt Holly Golightly nicht. Sie hält sich an ihren Träumen fest und ist selbst dann nicht bereit, sie loszulassen, als ihre Verlobung mit einem brasilianischen Millionär aufgelöst wird. Sie entschließt sich, nach Brasilien zu fliegen, um einen der 50 reichsten Männer dort zu heiraten, von denen sie keinen kennt. Paul Varjak sagt ihr dann offen ins Gesicht, was sie ist: „Weißt Du woran es fehlt bei Dir, armes Ding ohne Namen? Du hast Angst! Du hast keine Courage! Du bist ein Kind, das Angst hat, alles so zu sehen, wie es ist. Menschen verlieben sich nun mal. Menschen gehören zusammen, weil das die einzige Möglichkeit ist, ein bißchen glücklich zu werden. Du hältst Dich für einen freien Geist, der nur ungebunden leben kann. Und zitterst vor Angst, daß Dich jemand in einen Käfig sperren könnte. Mein liebes Kind: Du sitzt schon lange drin und gebaut hast Du ihn Dir selbst. Und der Käfig ist nicht nur in Tulip/Texas oder hier in New York, sondern Du schleppst ihn überall mit Dir rum, ganz gleich wohin Du auch gehst. Überall wirst Du Dir selbst begegnen.“

Holly Golightly ist trotz ihr ständigen Feierns – sie ist der Prototyp des Glamour-Party-Girls – einsam. Die berühmteste Szene des Films, wenn sie mit der Gitarre das Lied Moon River singt, beginnt mit der Einblendung von Paul Varjak, als er versucht, eine Geschichte zu schreiben. Die Kamera blendet das Papier in der Schreibmaschine ein, worauf der Anfang der Erzählung steht: „There was once a very lovely, very frightend girl. She lived alone except for a nameless cat.“ Übersetzt: Es lebte einmal ein sehr liebenswertes, sehr verängstigtes Fräulein. Sie lebte allein, mit Ausnahme eines namenlosen Katers.

Dieser Kater spielt eine große Rolle in dem Film. Truman Capote, der Autor der Novelle, aus der das Drehbuch hervorging, hat das psychologische Profil der Hauptdarstellerin anhand mehrerer Symbole repliziert. Eines davon ist der Kater, der bei ihr lebt. Am Anfang des Films, bei der ersten Begegnung mit Paul Varjak, erzählt sie seine Geschichte: „Armer alter Kater. Armes Vieh, hast keinen Namen. Ich finde, daß ich kein Recht habe, ihm einen Namen zu geben. Wir gehören eigentlich nicht zusammen, er ist mir mal über den Weg gelaufen. Und ich will gar keinen Besitz haben, bevor ich nicht weiß, wo ich richtig hingehöre. Wie es da ungefähr aussehen müßte, weiß ich ganz genau: So wie bei Tiffany.“

Im Kater projiziert Holly ihre eigene seelische Verfassung der Einsamkeit, des Verlorenseins, der Perspektivlosigkeit, des sich nicht selber Kennen und Verstehen. Der luxuriöse Juwelierladen Tiffany ist für sie der Zufluchtsort, zu dem sie geht, wenn sie einmal wieder Angst verspürt.

Am Ende des Filmes spielt der Kater eine große Rolle, um die innere Verfassung von Holly verstehen. Als sie überstürzt beschließt, nach Brasilien zu fliegen und einen Millionär zu finden, wirft sie den Kater aus dem Taxi, in welchem sie zusammen mit dem Schriftsteller sitzt. Sie wirft ihn gnadenlos in den Regen und überlässt ihn seinem eigenen Glück. Nachdem ihre Verlobung und damit ihre Träume in die Brüche gingen, wird sie kalt und indifferent gegenüber anderen. Das Scheitern macht sie egoistisch und hart. Nachdem sie vom Verlobten zurückgewiesen worden ist, tut sie dasselbe mit ihrem Haustier. Daraufhin hält ihr Paul Varjak die obige Ansprache, wodurch sie in sich fällt.

Der Seelenzustand von Holly wird auch immer wieder durch die Musik von Henry Mancini ausgedrückt. Gleich am Anfang des Filmes, wenn sie aus einem Taxi vor Tiffany aussteigt, um sich die Juwelen im Schaufenster anzuschauen und dabei ihr Frühstück einzunehmen (Daher der Name des Films), wird die Melodie von Moon River gespielt. Eine melancholische Melodie, voller Weltschmerz und unerfüllter Sehnsüchte, doch mit der Hoffnung, insbesondere wenn die Streicher einsetzen, daß die Träume irgendwann wahr werden, solange man fest genug an sie glaubt.

Der Film und seine Musik sind nicht bekannt geworden, weil da die Geschichte eines orientierungslosen Fräuleins erzählt wird, sondern weil der Film eine Grundstimmung erfaßte, die sich damals zu bilden begann. In diesen Jahren begann der amerikanische Traum vom Leben, voll der Sorglosigkeit und der Zuversicht, erste Risse zu bekommen. Eine Entfremdung zwischen den Generationen begann spürbar zu werden. Die normierte Massengesellschaft wurde immer mehr in Frage gestellt. Neue Intellektuellen-Gruppe, wie die sog Beat-Generation, propagierten einen neuen Existentialismus, der die herrschende Wertestruktur radikal bekämpfte.

Jugendliche, die nicht gesellschaftliche Außenseiter waren, aber die sich nicht in der Gesellschaft ihrer Eltern heimisch fühlten, konnten sich durchaus unbewusst mit jemandem wie Holly Golightly identifizieren. Sie war jemand, der in der Gesellschaft lebte, trotzdem aber einsam und orientierungslos war. Sie zeigte deutlich, dass inmitten des Glamours, der Eleganz, des New Yorker Reichtums, es Menschen gibt, die sich in dieser Welt nicht mehr zurechtfinden und aus ihr ausbrechen wollen und das tun, sobald sie die Kraft dazu finden. Das geschieht allerdings nur im Happy End der Filmfassung - im Roman irrt Holly weiter in der Welt umher und am Ende erfährt man, dass sie irgendwo in Afrika war (Zwischen dem Film und dem Roman gibt es weitere erhebliche Unterschiede).

Das psychologische Profil von Holly Golightly mit ihrem Umherirren, ihrem mangelnden Realitätssinn, ihrer aufgesetzten Art, die ihr Inneres verdeckt, ihrer tiefen Traurigkeit und Einsamkeit waren Kennzeichen vieler Jugendlicher einer Generation und der Nährboden, auf welchem die Explosion von 1968 vorbereitet wurde.

Montag, 28. Mai 2018

Irlands Abtreibungs-Katastrophe ist auch ein Desaster für die katholische Kirche

Kathedrale von Armagh. Foto: JohnArmagh Wikimedia Lizenz CC BY-SA 3.0
Das Ergebnis des Irland-Referendums zur Abtreibungsfrage ist dermaßen erdrückend, dass sich das Kommentieren fast erübrigt. Die Fakten sprechen für sich.

Die Tatsache, dass zwei Drittel der Iren für die Abschaffung des Abtreibungsverbots und für eine – perspektivistisch – recht liberale Regelung votiert haben, verschlägt einem den Atem. 1983 wurde mit etwa diesem Ergebnis das Abtreibungsverbot in die Verfassung eingeführt.

Dieses Erdbeben in der öffentlichen Meinung kann nur aufgrund der Erosion des Einflusses der katholischen Kirche in Irland erklärt werden.

Als Irland noch Teil des Vereinigten Königreiches war, bedeutete Ire zu sein, auch katholisch zu sein. Ire und katholisch waren Synonyme, wie etwa heute immer noch in Polen ähnlich.

Das ist aber in Irland nun Geschichte.

Hier zeigt sich das ungeheure Risiko, das jener Katholizismus birgt, der sich fast ausschließlich auf die Autorität des Klerus stützt und dabei die moralischen Grundsätze und die Glaubenswahrheiten in den Hintergrund rückt: Zerbricht diese Autorität, wie in den letzten Jahren aufgrund vieler gravierender Skandale geschehen, so verliert das Volk auch den Glauben.

Es scheint, dass die katholische Kirche in Irland zu einer Art „Stunde Null“ gelangt ist. Sie muss sich selbst erst erneuern und zum alten Glanz des Glaubens finden, um wieder jenen Einfluss zu gewinnen, den sie einst hatte.

Bitter ist auch, dass sich diese Fälle vermehren, man denke bloß an Chile. Auch dort ist der Einfluss des Klerus auf null gesunken. Nicht nur aufgrund der sexuellen Skandale. Auch, weil die Kirchenleitung seit den 1960er Jahren mit sozialistischen politischen Strömungen flirtet.

Ein ähnliches Schicksal erlebt zurzeit die katholische Kirche in Italien. 

Die Bischofskonferenz hat bei den letzten Wahlen massiv für eine liberale Einwanderungspolitik geworben. Schließlich votierten ca. zwei Drittel der Italiener für Parteien, die genau das Gegenteil postulierten. Lange vorbei sind auch hier die Zeiten der Klüngelei zwischen Kirche und Democrazia Cristiana.

Und in Ländern wie Deutschland kann man „irische“ Verhältnisse gar nicht mehr befürchten, weil der Klerus sowieso fast keinen Einfluss mehr hat. Und Persönlichkeiten wie Kardinal Marx, mit ihren ständigen bizarren Wortmeldungen, sind dabei, die Reste an Einfluss zu demolieren, den Amtsräger noch haben.

Die katholische Kirche kann aus dieser Krise nur dann herauskommen, wenn sie das selber will. Das wird ihr aber nicht gelingen, wenn sie meint, sich dafür mit dem Zeitgeist verbrüdern zu müssen, so, wie das gegenwärtig Kardinal Marx praktiziert.

Donnerstag, 24. Mai 2018

Abtreibungsaktivisten zweifeln an Tauglichkeit des Kampfbegriffes „Selbstbestimmung“

Der Autor auf einer Pro-Life-Demo
Um die liberale Abtreibungspraxis zu verteidigen, verwenden Abtreibungsaktivisten in der Regel ein einziges Argument: Die Schwangeren hätte ein „Recht auf Selbstbestimmung“.

Was sie damit sagen wollen ist, dass die Frau völlig autonom in der Entscheidung sein soll, ob sie das Kind in ihrem Leib austrägt oder nicht. Um diese Position zu rechtfertigen, abstrahieren sie völlig die Existenz des Kindes. Das gezeugte Kind führt in den apologetischen Texten der Abtreibungsaktivisten fast immer eine Nicht-Existenz.

Diese Strategie führt offensichtlich dazu, dass sie die Realität des Problems nicht nur reduzieren, sondern auch verzerren, wodurch ihre Glaubwürdigkeit erheblich geschwächt wird: Jede Frau, die nicht völlig ideologisch verblendet ist, versteht, dass es sehr wohl (auch) um das Leben eines Menschen geht. Ansonsten wäre gar nicht zu verstehen, wieso seit Jahrzehnten in dramatischer Art und Weise über Abtreibung diskutiert wird, selbst in Ländern, in denen die Abtreibung legal und staatlich subventioniert ist.

Aber inzwischen sind andere Bedenken hinzugekommen: Durch die Fixierung auf das Selbstbestimmungsargument schließt sich der radikale Feminismus von neu hinzu gekommenen Debatten völlig aus, die durchaus ideologische Positionen betreffen, die ihn eigentlich was angeht.

Wer dies verstanden hat, ist Kirsten Achtelik, die in ultra-linken Verlagen wie „Verbrecher“ publiziert. Sie befürwortet rabiat Abtreibung, scheint aber die Einfalt der Argumentation ihres Milieus zu erkennen, die zu fanatischen und nicht mehr zu rechtfertigenden Positionen führen.

So schreibt Achtelik im „Für Föten und Werte. Die ‚Lebensschutz‘-Bewegung in Deutschland“ (erschienen in „Juliane Lang, Ulrich Peters (Hrsg.): Antifeminismus in Bewegung. Aktuelle Debatten um Geschlecht und sexuelle Vielfalt“): Aufgrund des Erstarkens der Pro-Life-Bewegung, ist „die Versuchung groß, alle linken, feministischen und emanzipatorischen Kräfte unter dem Label der Selbstbestimmung sammeln zu wollen. Dadurch besteht aber die Gefahr, die ambivalenten, problematischen und antiemanzipatorischen Konnotationen dieses Konzeptes für die gemeinsamen Sache und das größtmögliche Bündnis auszublenden. »Selbstbestimmung« jedoch ist kein eindeutig emanzipatorischer, positiver Begriff, sondern ein ambivalenter, der in Richtung optimierter Selbstverwertung und konsumistischer Wunscherfüllung offen ist. Diese individualistischen und neoliberalen Implikationen des Begriffs beeinträchtigen sein Potential, zur radikalen Veränderung gesellschaftlicher, sozialer und ökonomischer Machtverhältnisse beizutragen.

In den Debatten um das Thema Abtreibung seit den späten 1960ern wird dies deutlich in der seltsamen Allianz zwischen dem feministischen Flügel in der SPD (und später bei den Grünen und bei den Linken) und der FDP. Obwohl sie eigentlich völlig unterschiedliche Weltanschauungen vertreten, scheinen sie sich beim Thema Abtreibung einig zu sein, so auch in der gerade laufenden Debatte um den Werbeverbot (§ 219a StGB). Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, schlug der SPD vor: „Wenn die SPD die Streichung von § 219a StGB auf die Tagesordnung setzt, wird eine Mehrheit dafür nicht an der FDP scheitern.“

Kirsten Achtelik erkennt die Gefahr, dass der Begriff „Selbstbestimmung“ eine Normativität zulässt, die ganz von Individualismus und Selbstverwirklichung durch Perfektion und Leistung mitgeprägt ist.

Diese Sicht des Themas würde problemlos erlauben, Kinder, die bestimmte Gesundheitsnormen nicht erfüllen, zu töten (vor oder nach der Geburt).

In den letzten Jahren war eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder der linken Bewegungen der Kampf gegen (angeblich) willkürliche Normativitäten. Dieser Kampf bekommt erheblichen Gegenwind durch das Streben nach „Selbstbestimmung“.

Nirgends ist dies deutlicher zu sehen, als in den neu hinzugekommenen Themen des Lebensschutzes, etwa der Pränataldiagnostik. Diese führt bekanntlich zu einer fast vollständigen Tötung aller Kinder mit Behinderungen, wie etwa das Down-Syndrom.

Wenn perfekte Gesundheit zur absoluten Norm erhoben wird, so kann das nur bedeuten, dass Kinder mit Behinderungen keinen Anspruch auf Leben haben dürfen.

Zwar drücken das wenige so aus, doch das ist die Praxis. Diese utilitaristische Sicht des menschlichen Lebens hat der australische Philosoph und Tierrechtler Peter Singer philosophisch formuliert. Er plädiert sogar dafür, Kinder nach der Geburt zu töten, sollten sie behindert sein.

Dass es aufgrund technologischer Fortschritte in der Pränataldiagnostik zu Konflikten zwischen dem Ziel „Selbstverwirklichung“ und anderen Zielen linker Bewegungen kommen muss, ist offensichtlich. Achtelik schreibt dazu in ihrem Buch „Selbstbestimmte Norm“ (2015): „Die Forderung nach Selbstbestimmung will dann nur noch individuelle Bedürfnisbefriedigung innerhalb der gesellschaftlichen Normen. Und diese sind – allem Reden von Inklusion und einigen Erfolgen der Behindertenbewegung zum Trotz – allzu oft weiterhin behindertenfeindlich."

Achtelik erkennt die Gefahr, dass ihre Feinde, die „Lebensrechtler“, den Diskurs in diesen bioethischen Themen dominieren und appelliert an ihr eigenes Milieu, den Feminismus: „>Lebensschützer< werden wieder lauter und sichtbarer, ihre Gegner*innen halten ihnen die alte feministische Parole des Rechts auf Selbstbestimmung entgegen. In diesem Bild fehlt die feministische Fraktion, die seit den 1980er-Jahren kritisch über die Bedeutung von Selbstbestimmung diskutiert, die Pränataldiagnostik und selektive Schwangerschaftsabbrüche nicht als Erweiterung der Entscheidungsmöglichkeiten für Frauen begreift, sondern als Ausweitung des Normalitätsgebotes.“

Donnerstag, 17. Mai 2018

In eigener Sache: Kommentarfunktion inaktiv wg. EU-DSGVO

Aufgrund der erhöhten Bestimmungen der neuen Datenschutzverordnung (EU-DSGVO) bezüglich Kommentaren, wurde einstweilen diese Funktion inaktiviert.

Mittwoch, 16. Mai 2018

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Sonntag, 13. Mai 2018

Fanatismus und Radikalität von Abtreibungsaktivisten: Ein konkretes Beispiel

An diesem einen Satz kann man gut den Fanatismus, die Radikalität und die Menschenverachtung mancher Abtreibungsaktivisten erkennen: "die Abtreibung von Zellklumpen":





Mittwoch, 9. Mai 2018

Frankfurt diskutiert über Gebets-Mahnwachen vor Pro Familia

Seit dem Frühjahr 2017 treffen sich Beter im Rahmen der Initiative „40 Tage für das Leben“ vor der Beratungsstelle von „Pro Familia“ im Frankfurter Stadtteil Westend. Die Gebetsaktionen dauern 40 Tage und finden zweimal im Jahr statt: Im Frühjahr und im Herbst.

Gegen die letzte Aktion, die vom 15. Februar bis zum 25. März 2018 stattfand, formierte sich der Protest von Abtreibungsaktivisten. Diese bildeten das Bündnis „Frankfurt für Frauen*rechte“, welches die Gegendemonstrationen koordinieren sollte. An diesen nahmen auch linksradikale und radikalfeministische Gruppen teil, die stets die Beter störten und bizarre Spektakel veranstalteten. Der Platz vor Pro Familia verwandelte sich zunehmend in einen Tummelplatz für groteske und schrille Aufführungen. Anhand dieser erhofften sich wohl die Abtreibungsaktivisten, die Beter zu vertreiben, was aber nicht gelang. Wie geplant, endete die Gebetsaktion am 25. März 2018.

Im Stadtparlament wurde über die Mahnwachen debattiert. Durch einen Antrag versuchte die FDP sogar, den Ort der Gebetsaktion zu verlegen

Die CDU Frankfurts hat die Mahnwachen mit dem Argument verteidigt, die Beter würden ihr Recht auf Versammlungsfreiheit wahrnehmen. „Nur, weil wir Inhalte oder Positionen Anderer nicht teilen, können und wollen wir diese nicht verbieten im demokratischen Deutschland“ so Sylvia Hornung, Vorsitzende der Frauen-Union in Frankfurt.

Die Diskussion wird voraussichtlich anhalten, solange es diese Mahnwachen gibt. Aus diesem Grund hat die CDU-Fraktion  im Ortsbeirat 2 (Westend, Kuhwald, Bockenheim) am 8. Mai 2018 eine Podiumsdiskussion organisiert, in der die unterschiedlichen Standpunkte zum Sachverhalt vorkommen sollten. Das Podium war gebildet von Dr. Ursula Schoen, Prodekanin des Evangelischen Stadtdekanats Frankfurt; Prof. Dr. Dr. h.c. Frank Louwen, Landesvorsitzender von „Pro Familia“; Michael Prinz zu Löwenstein, CDU Fraktionsvorsitzender im Römer und Cornelia Kaminski von den Christdemokraten für das Leben.

Zunächst erläuterten die Podiumsteilnehmer ihre Positionen. Der Vertreter von „Pro Familia“, Prof. Louwen, sprach sich erwartungsgemäß gegen die Mahnwache vor der Beratungsstelle aus. Sein wichtigstes Argument: Die Anonymität der Frauen, die zur Beratungsstelle kommen, sei auf diese Weise nicht gewährt. Zudem würden die Frauen, die zum Besuch der Beratung per Gesetz gezwungen sind, unter Druck gesetzt. Diese Umstände würden die Beratungsgespräche erheblich belasten. 

Dr. Ursula Schoen, äußerte sehr vorsichtig ihre Meinung, die Mahnwachen sollten am besten woanders stattfinden, um eben die Frauen nicht emotional zu belasten. Dennoch wiederholte sie mehrmals während der Diskussion, dass der Schutz des ungeborenen Lebens im Mittelpunkt der Beratung stehen müsste. Das ungeborene Leben zu schützen sei das primäre Ziel, wozu auch die Rechtslage verpflichtet.

Der Ort der Mahnwachen wurde von den beiden CDU-Vertretern verteidigt. 

Prinz zu Löwenstein gab zu bedenken, dass die Versammlungsfreiheit den Betern das Recht gibt, sich dort zu treffen und zu beten. Auch betonte er, es ginge insbesondere um den Schutz des ungeborenen Lebens und der öffentliche Einsatz hierfür sei zu begrüßen. Cornelia Kaminski verteidigte vehement die Mahnwachen und gab zu bedenken, dass sie nicht selten in letzter Sekunde in der Lage seien, das Leben von ungeborenen Kindern zu retten. 

In der anschließenden Diskussion, in der auch Fragen des Publikums zugelassen waren, stand Professor Louwen im Fokus. Immer wieder wurde er mit der Tatsache konfrontiert, dass „Pro Familia“ nicht lediglich eine Beratungsorganisation sei, sondern auch politisch aktiv. Sie strebt die Abschaffung des Paragraphen 218 an und tritt für eine ultraliberale Abtreibungsgesetzgebung ein. So tritt sie auch in ihren Publikationen auf. Unter diesen Umständen könne sie nicht den Anspruch erheben, nicht Ziel von Mahnwachen oder Protesten zu sein.

Ebenso wurde angemerkt, dass „Pro Familia“ die Proteste vor der Beratungsstelle gegen die Beter angefeuert, bzw. an diesen aktiv teilgenommen hat. Zudem hätte „Pro Familia“ in Allianz mit dem Bündnis „Frankfurt für Frauen*rechte“ die Aktionen gegen die Gebetswachen mit der Forderung verknüpft, den § 219a StGB (Werbeverbot für Abtreibungen) abzuschaffen. Auf diese Weise wurden die Proteste gegen die Beter erst recht zu einer politischen Manifestation. 

Prof. Louwen erwiderte mehrmals, auch „Pro Familia“ wolle das Leben der ungeborenen Kinder retten. Cornelia Kaminski begrüßte diese Klarstellung und fügte die Bitte hinzu, der Landesverband Hessen möge versuchen, dass sich alle Landesverbände diesem Ziel anschließen. Aus den Schriften und Internetauftritten ließe sich diese positive Einstellung zum ungeborenen Leben nämlich nicht ablesen.

Prinz zu Löwenstein stellte in Zweifel, ob die Gegner der Mahnwachen auch andere Proteste ablehnen würden, in denen ihre Argumente (Bedrängung der Frauen, mangelnde Anonymität) zutreffen würden. Er vermutet, dass eben doch eine ganz bestimmte Meinung verdrängt werden soll.

Die Veranstaltung wurde auch von einer Gruppe radikaler Abtreibungsaktivisten besucht. Diese taten sich vor allem durch lautes Zurufen, persönliche Beleidigungen der anwesenden Lebensrechtlern und flegelhaftes Verhalten hervor. Den Bürgersteig vor dem Veranstaltungsort bekritzelten sie mit Abtreibungsslogans- und Symbolen.

Doch angesichts der Tatsache, dass Veranstaltungen zum Thema Abtreibungen fast immer in erhitzter Atmosphäre stattfinden, verlief die Podiumsdiskussion der CDU-Fraktion im Frankfurter Westend recht manierlich.

Freitag, 4. Mai 2018

Interkommunion: Deutscher Progressismus vor einem Scherbenhaufen

Kardinal Reinhard Marx. Foto: Erzbistum München-Freising
Gewissermaßen war es eine angekündigte Absage: Papst Franziskus hat sich geweigert, sich in die deutsche Debatte um die Interkommunion einzumischen. Er forderte die deutschen Bischöfe auf, zunächst selber eine Lösung zu finden. Diese sollte zudem einstimmig erfolgen.

Das klingt ungefähr so: Ihr (sprich: Kardinal Marx) habt ein Riesenproblem geschaffen. Seht selber zu, wie Ihr da raus kommt. Und wenn es nicht zu einer Einstimmigkeit kommt, so ist das Problem aus der Welt geschaffen.

Doch diese Antwort ist auch eine Offenbarung: Dem Vatikan kann nicht entgangen sein, dass Kardinal Marx & Co., also der deutsche Reformkatholizismus, im Grunde ein siechender Riese ist. Der Progressismus kann in Deutschland auf keinem relevanten Gebiet irgendeinen Erfolg bieten. Die Statistiken über Kirchenaustritte, geringe Berufungen etc. sprechen für sich.

Oft wird im Ausland darauf hingewiesen, dass die katholische Kirche reich sei und man sich mit diesem Reichtum Einfluss erkaufe. Doch diese Analysen übersehen komplett, dass etliche Bistümer pleite sind. Die meisten Einnahmen sind zweckgebunden: An Krankenhäuser, an Altersheimen, an Kindertagesstätten etc. Diese Gelder kann man nicht für die Ausbreitung des deutschen Progressismus verwenden.

In der Theologie lebt der deutsche Progressismus vielmehr vom Staat, der die Lehrstühle finanziert.

Aber auch wenn man auf die Verbreitung des Progressismus schaut, wird die Misere besonders deutlich: Die Auflagen der Bistumsblätter sind im freien Fall, wenige Verlage sind unter wirtschaftlichen Kriterien noch existenzfähig etc. Selbst Großverlage wie Herder müssen immer wieder Buchreihen streichen.

Mit anderen Worten: Der liberale Reformkatholizismus hierzulande ist ein Bluff. Würden an den Machtzentren keine Progressisten sitzen, die es immer noch schaffen, gesunde Initiative am Wachstum zu hindern, wäre er längst verschwunden oder zumindest unbedeutend.

Die Wahrheit ist: Der Progressismus hat keinen Resonanzkasten mehr.

Besonders deutlich wurde dies vor der Familiensynode im Jahr 2015.

Gruppen wie „Wir sind Kirche“ hatten die Absicht, eine massive Agenda zur Durchsetzung ihrer Reformidee durchzuführen. Doch sie scheiterten kläglich, weil niemand mehr hinter ihnen steht. Nur linke Medien verbreiten ihre gescheiterten Vorstellungen.

Und nun zur Interkommunion: Es ist kein Geheiminis, dass die Progressisten gegenüber den Protestanten einen Minderwertigkeitskomplex haben. Sie beneiden sie, weil diese sich nicht an ein römisches Lehramt halten müssen, sondern sich ihren theologischen Phantasien frei hingeben können.

Aus diesem Grund sagen sie seit Jahrzehnten: Im Grunde genommen glauben wir an dasselbe.

Doch das ist pure Selbsteinbildung, die selbst von den seriösen Protestanten nicht geteilt wird. Deren Reaktion auf die geplante Handreichung zur Interkommunion für Mischehen war: Wollt ihr, dass wir Katholiken werden, ohne es offen auszusprechen? Oder seid Ihr eigentlich protestantisch?

Kardinal Reinhard Marx kam sich wohl besonders schlau vor, als er meinte, ein allgemein verbindliches Dokument sei nicht nötig: Wir wenden den Trick der Einzelfalles an.

Pech für ihn, dass noch logisches Denken in Teilen des deutschen Katholizismus herrscht. Sieben Bischöfe richteten ein  Ersuchen an Rom, doch bitte den Fall theologisch und kirchenrechtlich zu klären.

Die Antwort des Papstes: „Für Euch hole ich nicht die Kastanien aus den Kohlen. Seht selber zu, wie Ihr klar kommt.“

Nun steht Kardinal Marx, Vorsitzender der Bischofskonferenz, vor einem Scherbenhaufen. Er hat vollends seinen Ruf ruiniert.

So unterstützte er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk die Forderung von Bischof Franz-Josef Bode, homosexuelle Paare zu segnen. Dieses Ansinnen erzeugte eine lebhafte Debatte, die erst ein Ende nahm, als er – einen Monat später – erklärte, er hätte „das nicht so gemeint“. Die katholische Öffentlichkeit schüttelte den Kopf über so viel Zynismus.

Kurz danach präsentierte er seine Vorstellungen zur Interkommunion in Mischehen. Begründet wurde es mit Tricks und kirchenrechtlichen Spitzfindigkeiten. Auf lokaler Ebene sollten die Pfarrer entscheiden, ob die Spendung der Kommunion in Einzelfällen an nichtkatholische Ehepartner möglich sein könne. Auf diese Weise vermied es Kardinal Marx, ein verbindliches bischöfliches Dokument verfassen zu müssen. Diesen Trick der „Einzelfallentscheidungen“ hatte er zuvor schon bei der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene angewendet. Auf diesem Weg war Kardinal Marx dabei, die Situationsethik in die katholische Kirche einzuführen und zugleich den "Schwarzen Peter" den Priestern vor Ort zuzuschieben.

Zuletzt gab er eine Tirade gegen die Anbringung von Kreuzen in den bayerischen Amtsstuben, durch die er eine Welle der Empörung gegen sich auslöste.

Jedem normal denkenden Mensch wird klar: Kardinal Marx ist seine Fähigkeit, Situationen angemessen einzuschätzen, völlig abhandengekommen.

Es wird immer deutlicher, dass sein „Drang nach Vorwärts“ eine andere, nicht-katholische Kirche anstrebt.

Möglicherweise erkennt Kardinal Marx es nicht selber, doch für den deutschen Progressismus in Deutschland ist er zu einem Hindernis geworden. Es ist eine Frage der Zeit, bis er von einer unverbrauchten Figur ersetzt wird.

Dienstag, 1. Mai 2018

Hat sich Kardinal Marx als Erzbischof von München-Freising selbst entmachtet?

Kardinal Reinhard Marx. Foto: Erzbistum München-Freising
Die Kritik von Kardinal Marx am Erlass des neuen bayerischen Ministerpräsidenten, Kreuze in allen Behörden anzubringen, erfuhr eine enorme Beachtung in den Medien und den sozialen Netzwerken.

Zu Recht: In einer Zeit, in der das Christentum in Deutschland um sein Überleben kämpft, torpediert der Vorsitzende der Bischofskonferenz eine Maßnahme, die dem Christentum hierzulande mehr Sichtbarkeit verleihen soll.

Entsprechend fielen die Reaktionen aus:

Während die Christen aller Konfessionen, die den Ernst der (un)religiösen Lage erkennen, mit Fassungslosigkeit und Abscheu auf die Aussagen des Münchner Erzbischofs reagierten, jubelten diejenigen, die sich ein laizistisches und atheistisches Deutschland wünschen.

Der Angriff von Kardinal Marx auf die Anbringung von Kreuzen an staatlichen Behörden zeugt von einer wahren Verachtung für die Interessen des Christentum in Deutschland, dennoch kommt er nicht unerwartet.

Allein dieses Jahr gab der Oberhirte von München Anlass zu Schlagzeilen, die Zweifel wecken, ob ihm am Wohl der katholischen Kirche und des Christentums in Deutschland gelegen ist.

So unterstützte er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk die Forderung von Bischof Franz-Josef Bode, homosexuelle Paare zu segnen. Dieses Ansinnen erzeugte eine lebhafte Debatte, die erst ein Ende nahm, als er – einen Monat später – erklärte, er hätte „das nicht so gemeint“. Die katholische Öffentlichkeit schüttelte den Kopf über so viel Zynismus.

Kurz danach präsentierte er seine Vorstellungen zur Interkommunion in Mischehen. Begründet wurde es mit Tricks und kirchenrechtlichen Spitzfindigkeiten. Auf lokaler Ebene sollten die Pfarrer entscheiden, ob die Spendung der Kommunion in Einzelfällen an nichtkatholische Ehepartner möglich sein könne. Auf diese Weise vermied es Kardinal Marx, ein verbindliches bischöfliches Dokument verfassen zu müssen. Diesen Trick der „Einzelfallentscheidungen“ hatte er zuvor schon für die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene angewendet. Auf diesem Weg war Kardinal Marx dabei, die Situationsethik in die katholische Kirche einzuführen und zugleich den "Schwarzen Peter" den Priestern vor Ort zuzuschieben.

Der Angriff auf die Kreuze an staatlichen Behörden ähnelt dem Appell an die Katholiken, Muslime in ihre Häuser einzuladen (Karfreitag 2018). Er formulierte damit in der Frage des Glaubens keinen Appell zur Mission, sondern zur Akzeptanz.

Diese öffentlichen Interventionen zeigen, dass Kardinal Reinhard Marx durchaus Sinn für das Symbolische besitzt. Doch nicht, um den katholischen Glauben in einer Zeit der Bedrängnis zu stärken, sondern um ihn zu schwächen.

Zu Kardinal Marx passt der in sein Gegenteil veränderte Vers aus 42,2 aus Jesaja: „Das geknickte Rohr zerbricht er und den glimmenden Docht löscht er aus.“

Bei einem Hirten, der sich so verhält, stellt sich die Frage, welche Autorität er überhaupt noch beanspruchen kann?

Zur Beantwortung dieser Frage gibt es eine Rede von Kardinal Walter Brandmüller am 7. April 2018 in Rom Hinweise. Demnach kann der „sensus fidei“ (Glaubenssinn) durchaus dazu führen, dass ein Bischof zwar nicht die Weihe, wohl aber sein Hirtenamt verliert, weil er in den Augen der Gläubigen nicht mehr Bischof ist.

Kardinal Brandmüller: „In negativer Hinsicht wirkt der sensus fidei hingegen wie eine Art geistigen Immunsystems, das den Gläubigen allen Irrtum instinktiv erkennen und abweisen lässt. Auf diesem sensus fidei ruht dann – von der göttlichen Verheißung abgesehen – auch die passive Unfehlbarkeit der Kirche, nämlich die Gewissheit, dass die Kirche als Ganzes nie einem Glaubensirrtum verfallen kann.

Den vollständigen Text in deutscher Übersetzung der Rede von Kardinal Brandmüller findet man hier: http://www.kath.net/news/63391/print  . Das italienische Original kann hier gelesen werden: https://www.marcotosatti.com/2018/04/08/chiesa-dove-vai-atti-del-convegno-il-testo-del-card-brandmuller/

Der wesentliche Punkt in der Rede Brandmüllers ist folgender: Die Gläubigen besitzen ein Licht, durch das sie erkennen, wenn ein Hirte sie in die Irre führt. Dann sind sie nicht zum Gehorsam verpflichtet, sondern zum Widerstand berechtigt. Es gibt genug Beispiele in der Geschichte, in der es zu einer ähnlich tragischen Situation kam.

Kardinal Brandmüller: „Dabei finden wir in der Tat nicht wenige Zeugnisse für die gewichtige Rolle des Glaubenszeugnisses der Laien. Es ist wiederum Kardinal Newman, der unseren Blick auf die Arianismus-Krise des 4. Jahrhunderts lenkt. In dieser Situation . . . versagten die Bischöfe weithin. „Sie sprachen uneinheitlich, einer gegen den anderen; nach Nicaea gab es fast 60 Jahre kein festes, beständiges, konsequentes Zeugnis.“ Während nun der Episkopat verunsichert und gespalten war, „wurde die der unfehlbaren Kirche anvertraute göttliche Tradition weitaus mehr durch die Gläubigen als durch den Episkopat verkündet und aufrechterhalten.“

Auf Kardinal Marx angewandt stellt sich die Frage:

Kann man einem Hirten folgen, der gezielt und präzise – geradezu mit einem „unfehlbaren“ Instinkt - versucht, die Gläubigen in einigen für die heutige Zeit entscheidenden Fragen zu desorientieren und sie gegenüber den Angriffen auf Glaube und Kirche zu schwächen?

Die Antwort auf diese Frage kann nicht allein durch einzelne Stimmen kommen. Wir beobachten die Situation aber weiter mit großer Aufmerksamkeit.