Mittwoch, 20. Februar 2019

Allensbach: Grünen-Hype ist Ergebnis freundlicher Medienberichte

Robert Habeck. Pressefoto: Dennis Williamson, www.williamson-foto.de
Die hohen Popularitätswerte – zurzeit bei 18, 5 Prozent – für die Grünen sind Folge der überwiegend freundlichen Medienberichterstattung. Das ist das Ergebnis einer Studie des Allenbachs-Instituts, die am 20. Februar 2019 in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vorgestellt wurde.

Laut der Studie erhält keine weitere Partei so viel Wohlwollen durch die Medien wie die Grünen. 

Alle anderen Parteien werden überwiegend negativ in den Medien dargestellt.

Damit verbunden ist die Tatsache, keine andere Partei so oft zu den Talkshows eingeladen wird, wie die Grünen.

Die positive Berichterstattung führt zu einem ungewöhnlichen Phänomen: Die tatsächliche Beliebtheit der Grünen ist wesentlich geringer, als die in der Gesellschaft empfundene.

Das bedeutet: Viele Personen, die die Grünen nicht mögen, sind durchaus der Meinung, dass sie es in der Bevölkerung doch sind.

Eine solche Diskrepanz ist unüblich, denn normalerweise werden die eigenen Vorlieben auf die Gesamtheit projiziert. Eine größere Abweichung kann nur durch eine Medienberichterstattung erzeugt werden, die der Realität nicht entspricht.

Es gibt auch andere Faktoren für die guten Umfrageergebnisse. 

Insbesondere die Schwäche der anderen Parteien lässt die Grünen besser aussehen, als sie eigentlich sind. Denn erstaunlicherweise ergeben die Umfragen, dass ihr Profil gegenwärtig blasser ist, als in Zeiten, in welchen sie schwächere Umfrageergebnisse oder gar Wahlergebnisse erhielten. Selbst die eigenen Anhänger können nur recht allgemein erklären, wieso ihnen ihre Partei gefällt. 

Dienstag, 19. Februar 2019

Grüne: Cannabis legalisieren, Alkohol höher besteuern

Ska Keller Pressefoto Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Dominik Butzmann
In Ihrem Bemühen, die Menschheit entsprechend ihrer Öko-Religion zu indoktrinieren, haben die Grünen in ihrem Wahlprogramm für die EU-Wahl angekündigt, Cannabis legalisieren und Alkohol höher besteuern zu wollen:

Aus dem Wahlprogramm:

Wir setzen uns für eine europäische Drogenpolitik ein, die auf Prävention statt Repression setzt sowie auf Hilfe und Entkriminalisierung statt Verbote. Anstelle der gescheiterten Verbotspolitik fordern wir langfristig eine an den tatsächlichen gesundheitlichen Risiken orientierte Regulierung von Drogen. Dazu gehört für uns zum Beispiel die europaweite Legalisierung und kontrollierte Abgabe von Cannabis. Pauschale Verbote neuer psychoaktiver Substanzen lehnen wir ab. Stattdessen wollen wir Zulassungsverfahren auf der Grundlage von Risikobewertungen und einem strengen Jugend- und
Verbraucher*innenschutz.

Wir setzen uns für eine Angleichung der Besteuerung von Tabakerhitzern und Zigaretten sowie höhere Mindeststeuern und eine einheitliche Besteuerung alkoholischer Produkte
ein.

Mittwoch, 13. Februar 2019

Katholisch.de: Bistum Trier will engeren Dialog mit Porno-Zuschauern

Foto: Anthony Easton, Wikimedia Lizenz CC BY 2.0
Am 13. Februar 2019 berichtete katholisch.de, das Internetportal der Deutschen Bischofskonferenz, über folgendes Pastoralprojekt: 

„Das Bistum Trier und regionale Vertreter der Porno-Szene (vor allem die größten Porno-Internetanbieter) wollen künftig in einen engeren Dialog treten. In Deutschlands ältester Diözese hat sich dazu ein Arbeitskreis "Sexuelle und geschlechtliche Freiheit - Pornopastoral" gegründet. Die ersten Treffen hätten seit Oktober 2017 noch im losen Rhythmus stattgefunden, ab 2019 seien quartalsmäßige Begegnungen vorgesehen, teilte das Bistum am Mittwoch mit. Der Name "Pornopastoral" gehe auf die Eigenbezeichnung innerhalb der Szene zurück.“

So, Schluss mit der Parodie. Denn es ging nicht um Porno-Zuschauer im Artikel in katholisch.de. Die richtige Überschrift war: „Bistum Trier will engeren Dialog mit Homosexuellen“.

Abwegig ist der Vergleich bzw. der Tausch der Begriffe aber nicht: 

Die katholische Sexualmoral ist genauso logisch wie einleuchtend: Sexualität ist ethisch einwandfrei nur in einer gültig geschlossenen Ehe. Und sie muss der Fortpflanzung prinzipiell offen sein. Punkt.

Deshalb ist das Schauen von Pornographie eine schwere Sünde. 

Wer Pornographie schaut, um daran Lust zu empfinden (was wohl in 99,99 Prozent der Fall sein sollte), begeht eine schwere Sünde, die er bereuen und beichten muss. 

Aus demselben Grund sind alle andere Sünden in diesem Bereich schwere Sünden: Wilde Ehen (also Sex vor der Ehe), Ehebruch und eben praktizierte Homosexualität. Das bedeutet: Wenn die Sexualität außerhalb einer gültig geschlossenen Ehe in welcher Form auch immer praktiziert wird, begibt man eine schwere Sünde.

Das ist aber den Homo-Kirchenaktivisten egal.

Im Grunde genommen beanspruchen sie eine sexualmoralische Privilegierung: Für die Homosexualität soll die oben beschriebene Regel nicht gelten. Homosexualität soll nicht als Sünde angesehen werden. 

Wieso sollte dann alles andere noch Sünde sein, wie zum Beispiel das Schauen von Erotik oder Pornographie oder ein Bordellbesuch?

Die katholische Sexualmoral ist ein Konstrukt, das einer einfachen und stringenten Logik folgt. Ändert man auch nur ein Detail, fällt es in sich zusammen.

Die katholische Sexualmoral schreibt tatsächlich eine Schwarz-Weiß-Sicht der Sexualität vor: Sünde oder Nicht-Sünde. 

Damit haben heutzutage viele Menschen Probleme. Vor allem solche, die sich der Häresie der „Selbstbestimmung“, die den eigenen Willen zur absoluten und ausschließlichen ethischen Norm erhebt, angeschlossen haben.

Die katholische Kirche in Deutschland ist in einer tiefen Identitätskrise, und weiß nicht mehr wofür sie existiert. Sie kann aus diesem Grund nicht mehr ihre Doktrin weitergeben. Insbesondere traut sie sich nicht, die Sexualmoral den Menschen zu verkünden. Stattdessen suggerieren laufend Bischöfe, man könne die Sexualmoral nach menschlichem Ermessen ändern.

Deshalb können Gruppen, die massiv von den liberalen Medien unterstützt werden, erheblichen Einfluss gewinnen. Die privilegierteste Kaste sind die Homosexuellen, weil sie gut organisiert sind und aus ideologischen Gründen (Stichwort Gender) von Politik und Medien generös unterstützt werden.

Die einzige Richtlinie für die katholische Kirche ist aber das Evangelium und diesen muss sie verkündigen. Ob ihr das gelegen kommt oder nicht.

Nachtrag am 14. Februar 2019: Das Original des oben verändert zitierten Absatz aus Katholisch.de lautet:

Das Bistum Trier und regionale Vertreter der LSBTI-Szene (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle) wollen künftig in einen engeren Dialog treten. In Deutschlands ältester Diözese hat sich dazu ein Arbeitskreis "Sexuelle und geschlechtliche Identitäten - Regenbogenpastoral" gegründet. Die ersten Treffen hätten seit Oktober 2017 noch im losen Rhythmus stattgefunden, ab 2019 seien quartalsmäßige Begegnungen vorgesehen, teilte das Bistum am Mittwoch mit. Der Name "Regenbogenpastoral" gehe auf die Eigenbezeichnung innerhalb der Szene zurück.


Dienstag, 12. Februar 2019

„Normale“ katholische Bischöfe müssen sich jetzt zu Wort melden

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass ein deutscher Bischof über die Medien einen Angriff auf den Glauben und das Lehramt loslässt.

Am 12. Februar war der Magdeburger Bischof Gerhard Feige an Reihe. Er hält die Frage einer Priesterweihe von Frauen weiterhin für offen. „Dies rigoros abzulehnen und lediglich mit der Tradition zu argumentieren, überzeugt nicht mehr.“

Bischof Feige hat ganz genaue Vorstellung, wie die Priester*innen sein sollen: „weniger archaisch-bürgerlich als dynamisch-alternativ sein“.

Das ist die letzte antikatholische Stellungnahme einer langen Reihe.

In den letzten Tagen haben sich deutsche Bischöfe gegen das Priesterzölibat ausgesprochen (Peter Kohlgraf, Mainz), für die Segnung von Homo-Paaren (Franz-Josef Bode, Osnabrück), für eine Neubewertung der Homosexualität (Franz-Josef Overbeck, Essen).

Kardinal Marx will gleich die ganze Sexualmoral umkrempeln.

Die normalen Katholiken, also diejenigen, die das Lehramt ernst nehmen und ihr Leben nach diesem ausrichten, gewinnen den Eindruck, dass in Deutschland bald kein katholischer Stein mehr auf den anderen bleiben wird.

Der normale Gläubige gewinnt den Eindruck, dass es kein Zurück von einer weitgehenden Apostasie eines großen Teils des deutschen Klerus mehr gibt. Die Gefahr, dass sich die katholische Kirche Deutschlands von der Weltkirche abspaltet und eine völlig neue Religion erfindet, wird als äußerst real empfunden.

In dieser Situation sollten die deutschen Bischöfe, die sich an das Lehramt halten, in der Öffentlichkeit äußern.

Sie müssen den Gläubigen Orientierung geben und sie im Glauben unterstützen.

Bekennermut ist gefragt, denn einfach stumm zu bleiben, kann in die endgültige Katastrophe der Spaltung und der Apostasie führen.

Donnerstag, 7. Februar 2019

Auf zu Schulstreiks gegen Gender und Sexualerziehung in der Schule!

Demo in Stuttgart gegen den Bildungsplan 2015
Der Kultusminister Hessens, Ralph Alexander Lorz, hat die Schüler gelobt, die freitags die Schule schwänzen, um gegen den Klimawandel auf der Straße zu protestieren.

Auch Politiker der Grünen, der SPD und der Linken lobten die schwänzenden Schüler.

Gut: Wenn schon, denn schon!

Dann sollte die Schulkinder sich für alle möglichen Ziele einsetzen dürfen, etwa nach dem Motto: Schüler-Demo für alle!

Anfangen sollten die Schüler mit Protesten gegen die Gender-Ideologie und die Sexualkunde an den Schulen.

Die Schüler-Union ging mit gutem Beispiel voran und hat sich schon an den Protesten gegen die „Bildungsplan 2015“ in Stuttgart in den Jahren 2014 – 2016 beteiligt.

Damals wurde gegen Gender und Sexualkunde auf den Straßen Stuttgarts protestiert.

Diese Demos sollten nun fortgeführt werden. Und zwar in allen deutschen Städten.

Sicherlich wird die Schüler-Union breite Unterstützung seitens der Linken, der SPD und Grünen erhalten.

Schließlich meinen sie, politischer Engagement sei zu begrüßen.

Also: Auf zu Schülerstreiks gegen Gender und Sexualkunde in den Schulen!

Mittwoch, 6. Februar 2019

Medien-Phobie gegen Lebensrechtler nimmt pathologische Züge an

Für viele Medien ein Hassobjekt: Betender Lebensrechtler
Der Weltuntergang kommt: Lebenschützer ante portas. In diesem Tenor berichten die Medien von links bis rechts inzwischen über „Abtreibungsgegner“ oder sogenannte Lebenschützer – gemeint sind Lebensrechtler – die es wagen, sich auf der Straße zu zeigen.

Die Zeitungen sind nicht mehr in der Lage zu merken, wie lächerlich und grotesk übertrieben ihre Berichterstattung ist.

So berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am 6 Februar 2019, dass viele Ärzte keine Abtreibungen mehr durchführen würden, weil „Abtreibungsgegner“ vor ihren Praxen beten würden.

Um das zu dokumentieren werden einige Beispiele genannt. 

In Gießen geht es um eine Gruppe von sieben (Sie haben richtig gelesen: SIEBEN) Personen, die eine halbe Stunde (also dreißig Minuten) vor einer Praxis beten will. 

Über dieses Gebetsgrüppchen wurde übrigens auch empört in einer Talkshow im ARD am 3. Februar 2019 diskutiert.

Der FAZ-Artikel behauptet allen Ernsten, dass es auch in anderen Städten solche Gruppen gibt, die den Ärzten Angst machen. Gemeint ist wohl Frankfurt am Main, wo die Initiative „40 Tage für das Leben“ in der Fastenzeit und im Herbst im Durchschnitt wochentags sechs Beter vor einer Beratungsstelle von Pro Familia zum Beten sammelt.

Die FAZ zitiert den entrüsteten Präsidenten der Bundesärztekammer, Frank-Ulrich Montgomery, der von einer „absurden Taktik von sogenannten Lebensschützer“ spricht, „die so ihre kruden religiösen Thesen verbreiten“.

Laut Montgomery fühlen sich Ärzte an den „Pranger gestellt“ und bieten keine Abtreibungen an. 

Man gewinnt den Eindruck, eine Armee von Betern durchzieht Deutschland mit ihren Gebetsaktionen.

Die Wahrheit ist: Solche Aktionen gab es lediglich in Gießen, Frankfurt am Main, Wiesbaden und München. 

In München werden sie vor der Klinik des Abtreibungsarztes Stapf durchgeführt, der öffentlich, beispielsweise im Fernsehen, erklärt, er führe Abtreibungen durch.

Zur Fairness sei hier erwähnt, dass die FAZ im Artikel vom 6. Februar 2019 ausführlich erläutert, wieso die Statistiken der Ärzte, die Abtreibungen durchführen, mit großer Vorsicht zu genießen sind. Abtreibungsaktivisten behaupten stets, Frauen würden kaum noch abtreiben können, weil es keine Ärzte dafür mehr gibt. Dass die offizielle Statistik von 100.000 Abtreibungen jährlich spricht, ignorieren sie.

Der FAZ-Bericht ist das letzte Beispiel eines Stroms von Hetz-Artikeln gegen die Lebensrechtler.

Im Internet finden sich viele solche Artikel zuhauf, auch von der sog. „bürgerlichen“ presse.

So erschien in der „Berliner Morgenpost“ (https://www.morgenpost.de/berlin/article215164415/Berlin-widersteht-dem-Druck-der-Abtreibungsgegner.html) ein Artikel mit der Überschrift „Berlin widersteht dem Druck radikaler Abtreibungsgegner“. Am Anfang wird behauptet: „Wie „Kontraste (Eine Fernsehsendung im Rundfunk Berlin-Brandenburg) berichtet, führen immer weniger Ärzte Abtreibungen durch. Berlin stellt eine Liste mit Ärzten online zur Verfügung“.“ Der Artikel nennt aber kein einziges Fall eines Arztes, der unter Druck gesetzt worden sind. Auch wird nicht erwähnt, ob in Berlin Gebetsaktionen überhaupt stattfinden. Die Hetze gegen die Lebensrechtler wird schlichtweg postuliert ohne sie irgendwie zu begründen. 

Sichtet man die Linke Presse, so stellt man schnell fest, dass Lebensrechtler praktisch zu Unmenschen degradiert werden. 

Für ihren pseudo-ideologischen Kampf zur Etablierung eines falschen Menschenbildes, in welchem das Recht auf Leben des ungeborenen Kindes nicht vorkommt, braucht die Abtreibungslobby offensichtlich einen Feind, welchen sie in der Öffentlichkeit zum absoluten Hassobjekt machen muss. 

Nur durch eine groteske Dämonisierung der Lebensrechtler erlangen die Argumente der Abtreibungsaktivisten eine (scheinbare) psychologische Plausibilität: Erst wenn die Lebensrechtler als Monster angesehen werden, kann die Mär von der Abtreibungsärztin als Beschützerin der Frauen verbreitet werden.

Die sog. „bürgerliche Presse“ müsste diese Taktik der psychologischen Kriegsführung durchschauen. Es ist deshalb eine Schande, dass sie sich an diesem Propaganda-Feldzug gegen das Leben beteiligt.

Dienstag, 5. Februar 2019

Buchbesprechung: Abby Johnson, Lebenslinie (Unplanned) - Bald als Film!

Am 29. März 2019 wird ein wichtiger Film in die us-amerikanischen Kinos kommen: Unplanned. Der Film beschreibt die Geschichte von Abby Johnson. Sie war Direktorin einer Klinik von Planned Parenthood (Organisation, die in Deutschland Pro Familia entspricht), doch die Ultraschallaufnahme einer Abtreibung zeigte ihr, in welchem Konstrukt von Lügen sie gefangen war. Sie bekehrte sich und wurde eine leidenschaftliche Vertedigerin des Rechts auf Leben der ungeborenen Kinder. Sie schrieb eine Autiobiographie mit dem Namen Unplanned, die auch die Vorlage für den Film ist. 2012 erschien die deutsche Übersetzung, über die ich kurz nach Erscheinen eine Rezension schrieb.

Abby-Johnson-LebenslinieAbby Johnson: Lebenslinie. Warum ich keine Abtreibungsklinik mehr leite. Eine Buchbesprechung von Mathias von Gersdorff.

Anfang 2012 ist in deutscher Übersetzung das Buch von Abby Johnson, ehemalige Chefin einer Abtreibungsklinik erschienen. Johnson hatte schon acht Jahre mit Überzeugung eine Abtreibungsklinik geleitet und kündigte, nachdem sie eine Abtreibung im Ultraschallgerät sah. Einige Zeit später wurde sie Aktivistin in der US-Amerikanischen Pro-Life Bewegung. Ihr Fall erzeugte großes Aufsehen in der US-Amerikanischen Öffentlichkeit.

Ihr Erinnerungsbuch „Lebenslinie“ ist ein erschütternder und aufwühlender Bericht. Johnson sagt gleich am Anfang, ihre Geschichte sei keine angenehme Lektüre. Das ist sie sicher nicht. Im ersten Kapitel schildert sie sehr ausführlich, wie sie durch Ultraschallaufnahme einer Abtreibung schockiert, ja, geradezu traumatisiert wurde, obwohl sie schon länger die Abtreibungsklinik leitete. Sie beschreibt das so:

»Die Patientin war schon ruhiggestellt, bei Bewusstsein, aber groggy, das helle Operationslicht strahlte auf sie herunter. Sie war in Position gebracht, die Instrumente lagen sauber und ordentlich auf der Ablage neben dem Arzt, und die Schwester richtete gerade das Ultraschallgerät neben dem Operationstisch ein. „Bei dieser Patientin werde ich eine Ultraschall-kontrollierte Abtreibung durchführen. Ich brauche Sie, um den Ultraschallkopf zu halten“, erklärte der Arzt. Als ich den Ultraschallkopf in die Hand nahm und den Apparat einstellte, kämpfte ich mit mir selbst: „ich will nicht hier sein“, „Ich will mich nicht an einer Abtreibung beteiligen“. . . Nie hätte ich mir vorstellen können, wie die folgenden zehn Minuten die Grundfesten meiner Werte erschüttern und den Verlauf meines Lebens ändern würden.«



Johnson berichtet, dass sie schon Ultraschallaufnahmen gesehen hatte, doch sie zeigten in der Regel nur einen sehr kleinen Teil des Körpers, manchmal nur sogar nur ein Glied. Doch in diesem Fall war es anders, sie sah das „vollständige, perfekte Profil eines Babys“ – das Kind war 13 Wochen alt. Das Bild erinnerte sie an ihre eigene Tochter Grace, die vor drei Jahren geboren wurde. Die Angst ergriff sie, da sie wusste, was passieren würde mit dem Kind, das sie so klar vor Augen hatte:

»Was werde ich sehen? Mein Magen zog sich zusammen. Ich will nicht sehen, was hier passieren wird“. Als der Eingriff begann, sah sie das Gesicht der Mutter: „Tränen flossen ihr aus den Augenwinkeln. Ich konnte sehen, wie sie litt“. Die Abtreibung sollte mit der Saugmethode durchgeführt werden. Durch diese wird das ungeborene Kind „abgesaugt“, das heißt, grausam zerrissen und aus dem Mutterleib „abgesaugt“. Johnson schildert das so: „Die Kanüle wurde vom Arzt bewegt, und jetzt konnte ich sehen, wie der feine Körper gewaltsam mitgedreht wurde. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als ob das Baby ausgewrungen würde wie ein Tuch, herumgewirbelt und zusammengedrückt. Und dann brach der kleine Körper zusammen und begann vor meinen Augen in der Kanüle zu verschwinden. Das letzte, was ich sah, war die feine, perfekt geformte Wirbelsäule, wie sie in die Kanüle gesaugt wurde, und dann war alles weg. Die Gebärmutter war leer. Vollkommen leer.«

Abby Johnson war nicht irgendeine Leiterin einer Abtreibungsklinik. Nein, sie war eine bekannte Abtreibungsaktivistin, die gegenüber Presse und Politiker professionell die Abtreibungslobby vertrat. Sie war rhetorisch versiert und wirkte überzeugend. Teil ihrer Arbeit war, Lebensrechtler zu konfrontieren, vor allem die, die sich gegenüber ihrer Klinik postiertem um zu beten. Sie gehörten der Organisation „Coalition for Life“ an. Sie kannte alle durch Diskussionen persönlich und beim Namen. Nicht selten hatte sie sie ausgeschimpft, weil eine „Klientin“ der Abtreibungsklinik von den Lebensrechtlern auf der Straße verunsichert wurde und verstört die Klinik betreten hatte. Die Lebensrechtler von „Coalition for Life“ durften nur jenseits eines Zauns verweilen und mussten somit einen gewissen Abstand zur Klinik und eben zu den „Klientinnen“ halten. Johnson schreibt immer wieder in ihrem Buch von den beiden Seiten des Zauns.

Nachdem Abby Johnson die Ultraschallaufnahmen gesehen hatte, wurde ihr schnell klar, dass sie nicht mehr in der Klinik arbeiten konnte und begann eine neue Arbeit zu suchen. Diese war für den materiellen Wohlstand ihrer Familie – Ihr und ihre Tochter – unverzichtbar. Johnson wollte den Übergang in eine andere Arbeit geordnet und möglichst risikolos gestalten. Doch das ging nicht. Das Erlebnis der Abtreibung begann in ihrem Inneren zu wirken und sie immer mehr aufzuwühlen. Dies geschah in wenigen Tagen, ihre ganze Welt begann auseinanderzubrechen und sie stellte nicht nur ihr eigenes Leben, sondern das ganze Abtreibungssystem in Frage. Es war wie ein Blinder, der plötzlich sehen kann.

Abby Johnson hatte selber zwei eigene Kinder abgetrieben. Die Tatsache, dass ihr das emotional nichts bedeutete, empfand sie als furchterregend: „Die Tatsache, dass ich in Bezug auf meine eigenen Abtreibungen immer noch nicht das geringste fühlte, nicht einmal, als ich bei einer Abtreibung zusah, machte mir Angst. Da lief etwas falsch, wie eine dicke Schale, die um die Erinnerung an diese Ereignisse herum war und nicht durchdrungen werden konnte, die einfach tief in meiner Seele saß wie ein Anker. Was läuft falsch in mir?“

Ein paar Tage danach explodierte diese Schale. Sie saß im Büro der Klinik, als sie die Emotionen, die die Ultraschallaufnahme ausgelöst hatten, nicht mehr zurückdrängen konnte. Sie verließ Hals über Kopf die Klinik und in ihrer Verzweiflung wurde sie hysterisch. Der einzige Ort, der ihr einfiel, wohin sie gehen könnte, war just das Büro ihrer einstigen „Feinde“, die Leute von „Coalition for Life“: „Mit erstickter Stimme schrie ich hysterisch in den Apparat; „Hier ist Abby Johnson von Planned Parenthood!“ Sie musste sich fragen, was um alles in der Welt da vor sich ging, weil ich so weinte, dass ich nicht sprechen konnte.“ Die Lebensrechtler waren natürlich verblüfft und erschrocken und fürchteten das Schlimmste, nachdem sie in all den Jahren sie immer wieder ausgeschimpft hatte.

Schließlich im Büro, brach der aufgestaute Schmerz aus sie heraus: „Tief in mir war ein Damm gebrochen, und deine Flut aus Schuld, Kummer, Schmerz, Reue, Scham, Geheimnis und Angst ergoss sich mit jedem Schluchzer aus mir heraus. Es war ein schrecklicher, wunderbarer, furchterregender, reinigender Schwall aus blanker Emotion. . . . Die Geschichte brach hervor wie eine Flut. Ein paar Minuten stammelte ich einfach so weiter. . . . während ich alle angestauten Gedanken und Gefühle ausstieß, die seit Jahren in mir gebrodelt hatten, in den letzten Monaten immer stärker geworden und letzte Woche einfach explodiert waren.“

Abby Johnson kündigte wenige Tage danach ihre Arbeitsstelle und wurde in „Coalition for Life“ aktiv. Doch sie kam nicht zur Ruhe. Ihr Fall wurde kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert und sie erhielt viele Anfragen für Interviews. Der Sturm ging aber erst richtig los, als die Abtreibungsklinik von „Planned Parenthood“ gerichtlich aufgrund von Datenschutzverletzung und anderen weiteren Anklagepunkten gegen sie vorging. Doch das Urteil fiel zu ihren Gunsten aus.

Johnsons Buch berichtet nicht nur über die atemberaubende Entwicklung von einer Abtreibungsaktivistin zu einer Lebensrechtlerin, sondern gibt auch viele Einsichten, über die Abtreibungsmaschinerie und über die Mentalität der Menschen, die darin arbeiten. Viele von ihnen ließen sich – so Abby Johnson – tatsächlich verführen, für die Abtreibungslobby zu arbeiten und dachten dabei, sie würden etwas Gutes für die Frauen tun. Wahrscheinlich nur eine Schockerfahrung in der Art, wie sie Abby Johnson erlebt hat, kann diese Menschen aus der Finsternis der „Kultur des Todes“ entreißen.

Es wäre wünschenswert, wenn viele andere Ärzte und sonstige Angestellte von Abtreibungseinrichtungen ihre Erlebnisse einer breiteren Öffentlichkeit mitteilen würden, wie das Abby Johnson getan hat. Sicherlich würden solche Zeugnisse das Leben vieler Babys retten.

Montag, 4. Februar 2019

JUSOS wollen Staat abschaffen – Fall für den VS?

Jusos fordern Abschaffung des deutschen Staates
Die Nachwuchsorganisation der SPD, die Jusos, rutscht zunehmend in den Linksradikalismus ab.

Gegenwärtig unternehmen sie eine Banner-Kampagne in den sozialen Netzwerken.

Der Slogan eines der Banner lautet: „Kein Gott. Kein Staat. Kein Patriarchat.“

Dass eine politische Partei (die ja eigentlich das Land regieren will) den Staat abschaffen will, ist nicht nur erstaunlich, sondern gefährlich und eigentlich ein Fall für den Verfassungschutz.

Die Abschaffung des Staates würde nämlich die das Ende der „freiheitlichen demokratischen Grundordnung“ bedeuten und Deutschland würde eine Anarchie werden.

Die Verteidigung der „freiheitlichen demokratischen Grundordnung“ ist aber genau die Funktion des Verfassungsschutzes. 

Zitat: Gemäß § 3 Bundesverfassungsschutzgesetz (BVerfSchG) sammelt das BfV gemeinsam mit den Landesbehörden für Verfassungsschutz (LfV) Informationen über Bestrebungen, die 1. gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung oder 2. gegen den Bestand und die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind etc. Quelle: https://www.verfassungsschutz.de/de/das-bfv/aufgaben/was-genau-macht-der-verfassungsschutz

Wer die Abschaffung des Staates fordert, wie das die Jusos tun, steht außerhalb des Grundgesetzes und müsste vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Sonntag, 3. Februar 2019

FAZ macht sich zum Kampagnen-Schmierblatt progressistischer Grüppchen

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 3. Februar
Etliche kritisieren mich, weil ich noch täglich die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ lese. Andere sind wohlwollender und verspotten mich nur.

Heute musste ich einsehen, dass diese beiden Gruppen nicht ganz Unrecht haben:

Als Aufmacher, also auf der prominentesten Stelle auf der ersten Seite, bringt die FAZ einen Artikel mit dem ominösen Namen: „Katholiken fordern Wende in der Kirche“.

Wenn man dann den Artikel liest, erfährt man, dass 9 (NEUN!) Katholiken einen Brief an Kardinal Marx geschrieben haben. 

Ein klassischer Fall von Fake-News. Jeder, der bloß die Überschrift liest, wird meinen, die große Mehrheit des katholischen Volkes würde sich gegen die kirchliche Hierarchie erheben. Erst beim Lesen, erfährt man, dass es nur neun Personen sind, die zudem bestenfalls in Frankfurt bekannt.

In diesem werden die klassischen Positionen der Progressisten aufgelistet: Weihe für Frauen, Ende des Zölibats, Reform der Sexualmoral, Neubewertung der Homosexualität.

Der Brief der neun Katholiken kann man auf Seite 2 (ZWEI !) in voller Länge lesen. Wahnsinn.

Neun Personen, die sich wohl zum Kaffee und Kuchen getroffen haben und dabei diesen Pamphlet gekritzelt haben, schaffen es auf die erste Seite der FAZ!

Wichtige Tatsache: Die Sonntagsausgabe der FAZ kostet 4,40 Euro.

Vielleicht sollte man sich freuen: Es ist dermaßen offensichtlich, dass hier die FAZ Kampagnenjournalismus betreibt aber dafür lediglich ein Grüppchen von neun nicht besonders originellen Progressisten findet, dass man folgern kann, der Progressismus sei am Ende.

In der Tat hatten Gruppen wie „Wir sind Kirche“ im Vorfeld der Familiensynode große Mobilisierungskampagnen geplant. Schließlich haben sie kaum was auf die Beine gebracht.

Der Grund: Die Katholiken interessieren sich nicht mehr für die Progressisten.

Nur noch Blätter wie die FAZ, TAZ oder Frankfurter Rundschau tun so, als ob der Progressismus noch eine eigene Kraft hätte.

In Wahrheit leben sie von staatlich subventionierten Theologen und von Blättern, die über sie Fake-News in die Welt setzen.

Donnerstag, 31. Januar 2019

Kirche: Berufungs-Wüste Deutschland macht nur noch mit Homosexualität Schlagzeilen

Foto: ACBahn - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
Bekanntlich ist die Situation der Priesterberufungen in Deutschland katastrophal. Deutschlands katholische Seelsorge kommt zunehmend in die Hände von ausländischen Priestern, was wahrscheinlich die Rettung für die katholische Kirche in Deutschland ist.

Denn die hiesigen Zuständigen für Priesterberufungen und Berufungspastoral interessieren sich nur noch für ein Thema: Homosexualität.

So kann man im Informationsportal der Bischofskonferenz, katholisch.de, folgende Schlagzeilen lesen:

31. Januar 2019: Auch Münsteraner Regens sagt: Homosexuelle können Priester werden

29. Januar 2019: Erzbistum Paderborn: Homosexuelle dürfen offiziell Priester werden

28. Januar 2019: Overbeck gegen Ausschluss von Schwulen vom Priesteramt

Papst Benedikt XVI. hatte eindeutig festgelegt, dass Personen mit tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen nicht zum Priesteramt zugelassen werden dürfen.

Dass ist aber den deutschen Priesterausbildern egal. 

Dabei ist wichtig zu beachten, dass die deutschen Seminare leer sind. Das Kalkül der „Homo-Versteher“ ist offensichtlich: Wenn wir homosexuelle Personen zur Priesterausbildung zulassen, werden wir mehr Berufungen haben.

Das Ergebnis wird aber ein ganz anderes sein: Seminare, die Homosexuelle aufnehmen, werden nur noch Homosexuelle aufnehmen. „Normale“ Katholiken werden sich nie und nimmer dort verirren.

Der Grund ist einfach: Schon jetzt haben sich Bischöfe wie Franz-Josef Bode (Osnabrück) und Franz-Josef Overbeck (Essen) zu Lobbyisten der Homosexuellen innerhalb der Kirche gemacht.  

Weitere Lobbyisten kleineren Kalibers (Dekane, Pfarrer etc.) gibt es zuhauf.

Wenn nun offiziell Homosexuelle in die Priesterseminare zugelassen werden und diese dann auch noch geweiht werden, kann der Homo-Lobbyismus nur anwachsen. Schon jetzt haben diejenigen, die gegen Gender, gegen Homo-Ehe und für das traditionelle katholische Lehramt eintreten, einen schweren Stand. 

Mit wachsender Zahl Homosexueller in den Seminaren wird das Mobbing gegen heterosexuelle Priesteramtskandidaten weiter ansteigen.

„Normale“ Katholiken mit Priesterberufung, die die Sexualmoral und das katholische Lehramt ernst nehmen, werden nicht mehr in die Seminare eintreten (können). Sie werden auf ihre priesterliche Berufung verzichten oder auswandern. 

Die katholische Kirche in Deutschland wird auf diese Weise zu einer LSBTIQ-Kirche mutieren.

Sicherlich werden die Bischöfe einen Trick finden, um trotzdem die Kirchensteuer aus den Gläubigen herauszupressen.

Bischof Bode als Verantwortlicher für Sexualmoral ist ein Affront

Foto: Bistum Osnabrück
Der „Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz“ hat ausgerechnet Bischof Franz-Josef Bode als Verantwortlichen für Fragen nach der priesterlichen Lebensform, nach Macht und Partizipation sowie der Sexualmoral ernannt.

Was wie ein schlechter Witz klingt, ist in Wahrheit ein Affront gegen alle Katholiken, die ihren Glauben und das katholische Lehramt noch ernst nehmen.

Bischof Bode agitiert nämlich seit Jahren gegen die katholische Sexualmoral. In seinen vielen Stellungnahmen zu diesem Thema, hat er ausführlich dokumentiert, dass er von der katholischen Sexualmoral nichts hält. 

Keiner im deutschen Episkopat fördert die Einführung der sexuellen Revolution á la 1968, wie das Bischof Bode tut.

Um das zu erreichen, nimmt er sogar eine Kirchenspaltung in Kauf, wie er im Jahr 2015 erklärte: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/2018/01/segnung-von-homo-paaren-bischof-bode.html

Hartnäckig setzt sich Bischof Bode für Homo-Segnungen ein und damit für eine Akzeptanz von Homosexualität: https://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/2019/01/bischof-bode-fordert-erneut-homo.html

Die Tatsache, dass Homosexualität der katholischen Sexualmoral diametral widerspricht, interessiert ihn nicht. Bischof Bode orientiert sich nach seiner eigenen liberalen Auffassung von Sexualität. Für ihn sind die 1968er, nicht das Lehramt der Maßstab.

Mit der Ernennung von Bischof Bode zum Verantwortlichen der Kommission für Sexualmoral zeigt die Bischofskonferenz, dass es ihr nicht um eine Genesung der heftig ramponierten katholischen Kirche geht, sondern um die stille Gründung einer neuen Kirche mit einer neuen Sexualmoral im Sinne der Maximen der 1968er-Revolution.

Mittwoch, 23. Januar 2019

Bischof Bode fordert erneut Homo-Segnungen

„Franz-Josef Bode“ von Bischöfliche Pressestelle Hildesheim (bph)  Lizenziert unter Attribution über Wikimedia Commons
Nach seiner langen Krankheit wendet sich Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück) wieder einem seiner Lieblingsthemen zu: der Homosexualität und der Segnung von homosexuellen Paaren.

Gegenüber den Portal „Katholisch.de“ der Bischofskonferenz sagte Bode: „Wir dürfen Homosexualität nicht immer nur unter dem Aspekt schwerer Sünde behandeln“. Die Kirche müsse auf die Einführung der „Ehe für alle“ reagieren. „Wie das dann genau aussieht, wird sich zeigen, aber ich bin sicher, dass die Kategorie des Segens dabei eine Rolle spielen wird.“

Es wäre interessant zu erfahren, ob Bischof Bode auch der Auffassung ist, der Staat müsse auf Änderungen in der Kirche reagieren. Immerhin steht die geistige Ordnung über der weltlichen Ordnung.

Dass Bischof Bode solche Segnungen fordert, ist nicht ganz neu.

Doch dass er gerade diesen Zeitpunkt dazu wählt, ist verblüffend.

Auf der ganzen Welt wird über „homosexuelle Netzwerke und Subkulturen“ in der Kirche geredet, die zu viel Macht an sich gerissen haben (Siehe dazu Hinweis auf eine Petition zu diesem Thema).

Vor wenigen Tagen erschien eine Studie des us-amerikanischen Psychiaters Rick Fitzgibbons, die eine massive Unterwanderung der Kirche durch die Homo-Lobby feststellt. (Link: https://www.hprweb.com/2019/01/the-screening-protection-and-crisis-education-of-seminarians/ )

Laufend werden Vorwürfe gegen den Vatikan erhoben, dieser hätte homosexuelle Priester, Bischöfe und sogar Kardinäle gedeckt und ihre Missbräuche und sündhaften Taten vertuscht.

Sodann meldet sich Bischof Bode erneut mit seiner Forderung zu Wort, die Homosexualität im Grunde genommen zu akzeptieren und zu segnen.

Bischof Bode müsste wegen seiner arroganten Hartnäckigkeit sofort abgesetzt werden. Er fordert nicht nur etwas, was die Kirche nicht kann (die Kirche hat nicht die Vollmacht derartige Verbindungen zu segnen), sondern relativiert die Sexualmoral just zu einem Zeitpunkt, in welchem die Katholiken weltweit über die Hierarchie den Kopf schütteln.

Link zum Artikel in katholisch.de: https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/bode-wir-bischofe-schauen-die-wirklichkeit-verschieden-an

Damit sich die Bischofskongregation sich das Problem der Homo-Netzwerke in der Kirche annimmt werden Unterschriften für diese Petition gesammelt: https://lifepetitions.com/petition/stop-homosexual-networks-in-the-catholic-church

Dienstag, 22. Januar 2019

Hannover setzt sich an die Spitze der Gender-Tyrannei

Mancher könnte sich über die Überschrift dieses Artikels wundern und sich fragen, ob das Wort Tyrannei nicht übertrieben ist.

Ist es aber nicht: Die Stadtverwaltung hat eine „Neue Regelung für geschlechtergerechte Sprache“ verabschiedet, die de facto die Bürger dieser Stadt dazu zwingt, die Gender-Sprache anzunehmen. Dies gilt insbesondere für die Stadtangestellten.
Sollten sie sich weigern, würden sie schnell als „sexistisch“, „homophob“, „ewiggestrig“ etc. stigmatisiert werden.

Es ist tyrannisch, anzuordnen, aus Lehrern Lehrende, aus Wählern Wählende, aus Teilnehmern Personen, aus dem Rednerpult ein Redepult, aus Teilnehmerliste Teilnahmeliste zu machen.

Diese Beispiele sind aus dem Faltblatt „Für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache“ entnommen. Link dazu ist unten.

Auch Herr und Frau sollen entfallen. Und zwar komplett, wie das die Stadtverwaltung selber erklärt:

„Die neue Empfehlung ist für sämtlichen Schriftverkehr der Verwaltung verbindlich. Sie wird schrittweise in E-Mails, Präsentationen, Broschüren, Presseartikeln, Drucksachen, Hausmitteilungen, Flyern, Briefen, Formularen und Rechtstexten umgesetzt.“

Hannover unternimmt einen Propagandafeldzug zur Durchsetzung einer neuen Anthropologie, eines neuen Menschenbildes, mit den Machtinstrumenten des Staates.

Hannover betreibt Sprachpolitik zur Durchsetzung einer bizarren Ideologie, die die Menschen nicht wollen und sie deshalb dazu gezwungen werden müssen. Eine solche diktatorische Sprachpolitik kennt man ansonsten nur aus dem ehemaligen Sowjetblock.

Ohne Zwang ist Gender nicht durchsetzbar.

Deshalb sage ich: Ja, was hier implementiert wird, ist die Implementierung einer Tyrannei

Links:

https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Verwaltungen-Kommunen/Die-Verwaltung-der-Landeshauptstadt-Hannover/Gleichstellungsbeauf%C2%ADtragte-der-Landeshauptstadt-Hannover/Aktuelles/Neue-Regelung-f%C3%BCr-geschlechtergerechte-Sprache

file:///C:/Users/mvong/Downloads/Flyer_Geschlechtergerechte_Sprache.pdf

Montag, 21. Januar 2019

Antichristliche Familienpolitik: CSU passt sich komplett den Grünen an

Foto: eye.d-photodesign / Thomas Lother
Markus Söder, Ministerpräsident Bayerns und seit Neuem Vorsitzender der CSU, malt seine Partei dunkelgrün und verkündet vollmundig in der TV-Sendung „Münchner Runde extra“ des Bayerischen Rundfunks: 

„Wir sind offen für jede neue Familienform“

In derselben TV-Sendung ruft er das neue Leitprinzip für die Familienpolitik der CSU aus: „Das Leitbild der Familie heißt zunächst einmal: Verantwortung, wo Kinder sind.“

Zu Erinnerung: Das ist haargenau dasselbe Familienleitbild der Rot-Grünen Koalition unter Gerhard Schröder (1998-2005). Damals hatte Bundesfamilienministerin Renate Schmidt diesen Slogan ausgerufen und entsetzen in CDU und CSU ausgelöst.

Ohne jegliche Notwendigkeit erklärt nun Markus Söder diese Parole zum Leitprinzip der neuen CSU. Ein Skandal. 

Kampflos übergibt die C-Partei aus Bayern die Deutungshoheit über Ehe und Familie den Linksideologen, die maßgeblich in den letzten Jahrzehnten die Anti-Ehe-Revolution im Geiste der 1968er gesteuert haben.

Die Hetze und die Agitation gegen den christlichen Begriff der Ehe ist stets ein Kernanliegen linker Revolutionäre gewesen. Denn sie erkannten, dass die christliche Ehe die Basis einer christlich-bürgerlichen Gesellschaft ist. 

Aufgrund der Tatsache, dass die Ehe zwischen Mann und Frau (und die christliche Familie) in der christlichen Gesellschaftsethik einen zentralen Platz einnimmt, ist die de facto Akzeptanz des atheistischen und ahistorischen Ehebegriffes der Grünen und der SPD ein wahrhaft historischer Schritt der CSU in die Dekadenz.

Selbst Kardinal Reinhard Marx, der zum liberalsten Flügel der katholischen Kirche gehört, kritisierte die „Ehe für alle“ und forderte eine Klage beim Verfassungsgericht. „Die Ehe sollte auf die Beziehung zwischen Mann und Frau bezogen bleiben.“ Der Staat dürfe den Ehebegriff nicht umdefinieren, „denn er basiert ja auf der Tatsache, dass die Ehe als Verbindung von Mann und Frau und auf Weitergabe des Lebens ausgerichtet schon vor ihm da ist, sie ist gewissermaßen die Voraussetzung dafür, dass es den Staat überhaupt gibt“. („Welt am Sonntag“ am 24. Dezember 2017).

Die familien- und gesellschaftspolitische Wende der CSU kommt genauer betrachtet nicht ganz überraschend:

Nachdem der Bundestag im Sommer 2017, am Ende der vergangenen Legislaturperiode, die Öffnung des Ehegesetzes für gleichgeschlechtliche Paare beschlossen hatte, verzichtete die CSU (bzw. die bayerische Landesregierung, denn damals regierte die CSU mit absoluter Mehrheit) auf eine Klage beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Die Entscheidung der CSU, nicht gegen die „Ehe für alle“ klagen zu wollen, hatte mitnichten lediglich juristische Konsequenzen. Wie Anfangs erwähnt, ist das der Verzicht, für den wahren Begriff der Ehe kämpfen zu wollen. Der Begriff der Ehe wird de facto den linksgrünen Gesellschaftsideologen- und Politikern überlassen.

Für diese ist ein kultureller Sieg viel wichtiger als ein juristischer. Für linksgrüne Ideologen ist der juristische Kampf gegen die Ehe im Grunde ein getarnter Kulturkampf.

Markus Söder hat im Kulturkampf um die Ehe auf jämmerliche Weise kapituliert. 

Nicht nur politisch, sondern auch psychologisch: Er hat die antichristlichen und falschen Vorstellungen der Linksideologen über die Ehe vollumfänglich aufgesogen

Samstag, 22. Dezember 2018

Hessen: Schwarz-Grün geht gegen Lebensrechtler vor

Am 20. Dezember 2018 präsentierten CDU und Grüne ihren Koalitionsvertrag für die nächsten fünf Regierungsjahre. Beide Parteien wollen nach der hessischen Landtagswahl am 28. Oktober 2018 ihre Koalition fortsetzen.

Auch die Demonstrationen der Initiative „40 Tage für das Leben“ vor Beratungsstellen Pro Familia wurden in den Koalitionsgesprächen offenbar erörtert. 

Zur Erinnerung: In den Jahren 2017 und 2018 organisierte „40 Tage für das Leben“ in Frankfurt am Main jeweils in der Fastenzeit und im Herbst 40-tägige Gebetsaktionen vor Beratungsstellen von Pro Familia. Auch in Wiesbaden fanden solche Aktionen statt. 

Diese Aktionen führten zu erhitzten Debatten im Stadtparlament. Vor Ort organisierten radikalfeministische Gruppen fast täglich Proteste gegen die Gebetsaktionen.

Wichtigste politische Forderung der Abtreibungsbefürworter war die Errichtung einer Bannmeile von 150 Metern. Dieses Ansinnen wurde von den Frankfurter Grünen unterstützt. Im Falle Frankfurts würde dies dazu führen, dass die Beter außer Sichtweite von der Beratungsstelle stehen müssten.

Die CDU lehnte die Forderung ab, nicht zuletzt aufgrund erheblicher juristischer Bedenken. Eine Bannmeile würde erheblich das Versammlungsrecht der Lebensrechtler einschränken. Ohnehin dürfe eine solche Regelung nicht für eine spezifische Gruppe gemacht werden, sondern müsse generell gelten. 

Entsprechende gerichtliche Aussagen gibt es schon. Beispielsweise liegt ein Beschluss des Verwaltungsgerichts Karlsruhe vor, das über einen identischen Fall in Pforzheim geurteilt hat. Die Richter erklärten: „Die Versammlung hat vielmehr das Recht unter den geltenden Auflagen vor der Beratungsstelle abgehalten zu werden.“ Aufgrund der Aussichtslosigkeit zog die dortige Niederlassung von Pro Familia ihren Antrag zur Schaffung einer Bannmeile schließlich zurück.

Das scheint den Koalitionären in Hessen egal zu sein. Im Koalitionsvertrag haben sie nun den Willen bekundet, eine Bannmeile von 150 Metern rund um Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen einzurichten.

Eine solche Maßnahme wäre ein direkter Angriff auf die Versammlungsfreiheit von Lebensrechtlern und eine klare Privilegierung von Abtreibungsaktivisten. 


Der entsprechende Text im Wortlaut:
Der Schutz ungeborenen Lebens ist uns eine besondere Verpflichtung. Deshalb sollen schwangere Frauen in Konfliktsituationen unbürokratische Beratung und Information über Alternativen zum Schwangerschaftsabbruch erhalten. Wir wollen den Bereich Schwangerschaftskonfliktberatung stärken und die dafür notwendigen Voraussetzungen schaffen. Dabei wollen wir dafür sorgen, dass Frauen, die eine Schwangerschaftskonfliktberatung in Anspruch genommen haben, Informationen zu Ärztinnen, Ärzten und Krankenhäusern bekommen, wo ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen werden kann. Wir werden darauf hinwirken, dass Ärztinnen, Ärzte und Krankenhäuser auf diese Informationen hinweisen dürfen. Frauen in einer Schwangerschaftskonfliktsituation brauchen Rat und Unterstützung statt Diskriminierung und Drangsalierung. Ihnen muss ein unbedrängter, diskriminierungsfreier und unbeeinflusster Zugang zur Beratung offenstehen. Auch beratende Ärztinnen und Ärzte sowie Institutionen dürfen nicht gegängelt werden. Wir werden deshalb die rechtlichen Möglichkeiten prüfen, um diesen diskriminierungsfreien Zugang zu gewährleisten und dabei auch einen Schutz von Demonstrationen im Umkreis von 150 Metern um die Beratungsstellen einbeziehen.

Der Koalitionsvertrag: https://www.cduhessen.de/data/documents/2018/12/20/4-5c1b944e49923.pdf

Dienstag, 9. Oktober 2018

Die Sexualmoral ist eine Vorgabe und keine Option/Der Fall Wucherpfennig

Die kirchliche Sexualmoral ist verbindlich für alle Katholiken
Die kirchliche Sexualmoral ist recht einfach zu verstehen: Der Eheakt ist für Katholiken lediglich in einer gültig geschlossenen Ehe (zwischen Mann und Frau) ethisch einwandfrei. Dieser Akt soll generell neuem Leben geöffnet sein. Sämtliche Akte, Gedanken, Vorstellungen (mit voller Zustimmung, also mit bewusster Absicht) außerhalb dieses Kontexts, sind sündhaft.

Die Sexualmoral ist eine Vorgabe und keine Option; sie ist verbindlich und nicht nur ein Ratschlag oder Konzept zur Lebensgestaltung. Ein Katholik ist also verpflichtet, diese Sexualmoral zu akzeptieren, auch wenn er nicht danach lebt. Ist jemand der Auffassung, die gelehrte Sexualmoral sei falsch, ist er eigentlich nicht mehr katholisch.

Die Kirche hat allerdings nie gesagt, dass es einfach wäre, nach dieser Vorgabe zu leben. Im Gegenteil: Nach der katholischen Sexualmoral zu leben erfordert die Bereitschaft, gegen seine eigenen Neigungen zu kämpfen.

Das gilt übrigens für alle. Selbst Eheleute dürfen sich nicht alles erlauben, z.B. keinen Ehebruch.

Der Reformkatholizismus poltert bekanntlich seit Langem gegen die katholische Sexualmoral. Gegenwärtig regen sie sich auf, weil der Vatikan Prof. Ansgar Wucherpfenning als Rektor der Jesuitenhochschule Sankt Georgen in Oberrad bei Frankfurt abgelehnt hat.

Die Begründung: Wucherpfenning erklärte Homosexualität als Bestandteil der Identität einer homosexuellen Person; sie müsse moraltheologisch anders gesehen werden, wie das in den letzten 2000 Jahren geschehen ist. Darüber hinaus hat Professor Wucherpfenning, der Jesuitenpater ist, Segenshandlungen mit homosexuellen Paaren durchgeführt.

Die vatikanische Bildungskongregation lehnt deshalb Wucherpfennig als Rektor ab.

Die Reformkatholiken zeigen sich erwartungsgemäß erschüttert und kündigen Widerstand an. Ihre Argumentation wird in einer akademischen Sprache vorgebracht. Die Entscheidung aus Rom sei außerdem ein Angriff gegen die wissenschaftliche Theologie etc.

Im Grunde betreibt der Reformkatholizismus Augenwischerei:

Homosexuelle Handlungen finden weder innerhalb einer sakramentalen Ehe statt noch sind sie offen für neues Leben. Sie widersprechen der Schöpfungsordnung Gottes. Das ist offensichtlich.

Wären homosexuelle Handlungen ethisch einwandfrei, so wären es alle Handlungen außerhalb der Ehe, also auch sog. „Wilde Ehen“ etc.

Wenn die Reformkatholiken das tatsächlich so vertreten, dann sollten sie an die Öffentlichkeit gehen und erklären:

Die katholische Kirche hat bezüglich der menschlichen Sexualität in den letzten 2000 Jahren eine falsche Lehre verbreitet.

Wenn das aber tatsächlich so gewesen sein soll, dann wäre die katholische Kirche schlicht und ergreifend eine falsche Kirche. Sie wäre nämlich nicht im Besitz der Wahrheit.

Konsequenterweise müssten die Reformkatholiken (die die Sexuallehre ablehnen) eine neue Kirche gründen, wie das etwa im 16. Jahrhundert Luther, Calvin etc. getan haben.

Sie haben aber nicht den Mut dazu. Anstatt Tacheles zu reden, tun sie so, als ob die Sexualmoral so was wie eine Theorie sei, über die man diskutieren könne. Ist sie aber nicht. Die Sexualmoral ist die Erläuterung des 6. Gebotes, hat normativen und verpflichtenden Charakter. Man kann sie nicht ändern. Würde man das tun, so wäre die katholische Kirche nicht mehr die wahre Kirche.

Dienstag, 2. Oktober 2018

Mahnwachen vor Pro Familia in Frankfurt: Ordnungsamt lehnt Bannmeile ab

Der Frankfurter Ordnungsdezernent, Markus Frank (CDU), lehnt aus rechtlichen Gründen die Errichtung einer Bannmeile von 150 Metern um die Beratungsstelle von Pro Familia ab.

Seit dem 26. September 2018 organisiert die international tätige Organisation „40 Days for Life“ (in Zusammenarbeit mit dem Verein „Helfer für Gottes kostbare Kinder“) eine Gebetsaktion vor der Beratungsstelle von Pro Familia im Frankfurter Westend. Die Aktion strebt einen Gesinnungswandel hinsichtlich der Wertschätzung des Lebens ungeborener Kinder und ein Ende der Abtreibung an.

Dagegen hat sich ein feministisches Bündnis gebildet, das eine Bannmeile von 150 Metern Abstand zur Beratungsstelle fordert. Das Ansinnen wurde im Stadtparlament von SPD, Grünen, LINKE und einigen Splitterparteien unterstützt.

So fand sich am vergangenen Freitag (28. September) eine Mehrheit, die die Schaffung einer solchen Bannmeile fordert. CDU, AfD und „Bürger für Frankfurt“ votierten gegen die Bannmeile.

Es war den Stadtverordneten allerdings von vornherein klar, dass die rechtlichen Bedingungen kaum vorhanden sind. Etliche Urteile höchster Gerichte verbieten ausdrücklich die Bildung von Bannmeilen in solchen Situationen. (Siehe: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/2018/09/trotz-klarer-rechtslage-frankfurter.html)

Dieser Argumentation schloss sich der Frankfurter Ordnungsdezernent, Markus Frank (CDU), an: Es gibt in diesem Fall keine Handhabe, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit einzuschränken.

Inzwischen liegt sogar ein nagelneuer Beschluss des Verwaltungsgerichts Karlsruhe vor, das über einen identischen Fall in Pforzheim geurteilt hat. Die Richter erklärten: „Die Versammlung hat vielmehr das Recht unter den geltenden Auflagen vor der Beratungsstelle abgehalten zu werden.“  Aufgrund der Aussichtslosigkeit zog die dortige Niederlassung von Pro Familia ihren Antrag zur Schaffung einer Bannmeile zurück.

Ein älteres Urteil aus Freiburg i. Br., in welchem eine Bannmeile beschlossen wurde, findet im Falle Frankfurts keine Anwendung: Die Beter von „40 Tage für das Leben“ haben laut Frank erklärt, auf ein Ansprechen der Besucher der Beratungsstelle und auf das Austeilen von Informationsmaterial zu verzichten. Sie wollen lediglich beten. Zudem hat sich „40 Tage für das Leben“ freiwillig bereit erklärt, in einem Abstand von 40 Metern zum Eingang der Beratungsstelle zu stehen.

Die Frankfurter Polizei bestätigte, dass die Beter von „40 Tage für das Leben“ die Besucher der Beratungsstelle nicht ansprechen.

Die Entscheidung des Ordnungsdezernenten wurde scharf von der FDP kritisiert. Die FDP hatte im Stadtverordnetenhaus den Antrag gestellt, eine Bannmeile zu errichten. Uwe Schulz, rechtspolitischer Sprecher der FDP, nannte die Entscheidung Franks ein Zeugnis einer „beispiellosen politischen Ignoranz“.

Die FDP steht allerdings für ihr Vorgehen gegen die Gebetsaktion in der Kritik. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schreibt in der heutigen Ausgabe: „Handeln nach dem Motto, gesellschaftspolitischen Zielen dürften kleinliche rechtsstaatliche Bedenken nicht im Wege stehen, denn >Not kennt kein Gebot<, hat schon genug Unheil angerichtet. Gerade Liberale sollten das wissen, bei anderen kritisieren sie es auch.“

Auch die „Bürger für Frankfurt“ kritisierten die FDP scharf: „Aus Sicht der Bürger Für Frankfurt BFF im Römer ist es  mehr als erstaunlich, dass ausgerechnet die FDP-Fraktion im Römer, deren Partei in ihrem Bundesprogramm Respekt vor den Grundrechten, dem Rechtsstaat und seinen Gesetzen einfordert, mit ihrer Initiative einen offenkundig rechtswidrigen Beschluss des Stadtparlaments erwirkt.“

Nun könnte Frankfurts Oberbürgermeister, Peter Feldmann (SPD), seine „Richtlinienkompetenz“ anwenden und die Errichtung einer Bannmeile anbefehlen. Bislang hat er sich zum Fall nicht geäußert. Ob er sich aber angesichts der eindeutigen Rechtslage dazu bewegen lässt, ist zweifelhaft.

Die Abtreibungsaktivisten haben jedenfalls schon angekündigt, bis zum Ende der Mahnwachen am 4. November an den Werktagen in der Mittagszeit Gegendemonstrationen durchführen zu wollen.