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Mittwoch, 7. Dezember 2016

Ist „Gender“ das einzige Problem der neuen Lehrpläne zur Sexualerziehung?

Seit Jahrzehnten wird in Deutschland heftig über die Behandlung von Sexualität im schulischen Unterricht gestritten. Diese Debatte verlief in großen Auf- und Ab-Bewegungen. Doch seit dem Bekanntwerden des baden-württembergischen „Bildungsplanes 2015“ im Jahr 2013 – also schon seit fast vier Jahren -  ist das Thema regelmäßig in den Schlagzeilen.

Aufgrund der Tatsache, dass in Deutschland Schulpolitik landespolitische Exklusivität besitzt, wandert das Epizentrum von Bundesland zu Bundesland. Zurzeit ist die Kontroverse am größten in Hessen, nachdem im Spätsommer 2016 ein radikaler Gender-Lehrplan von CDU-Kultusminister Ralph Alexander Lorz erlassen worden ist Diese Woche wurde ein Gender-Lehrplan für Sachsens Schulen bekannt. Es ist davon auszugehen, dass die Debatte dort ähnlich scharf geführt wird.

In all diesen Auseinandersetzungen der letzten vier Jahren lag der Fokus beim Thema „Gender“.

Eltern, Elternorganisationen, christliche Organisationen und manchmal auch die Katholische Kirche, wie etwa im Bistum Fulda, gehen auf die Barrikaden, weil sie in den neuen Lehrplänen die Gefahr einer Gender-Indoktrination sehen.

Das war auch der Ansatz der Aktion „Kinder in Gefahr“, die ich leite: Von Anfang an haben wir uns energisch dafür eingesetzt, dass Gender nicht in die Schulen eingeführt wird. Dieser Kampf wird voraussichtlich noch viele Jahre andauern.

Deshalb scheint es uns angebracht, darauf hinzuweisen, dass „Gender“ nicht das einzige Problem der neuen Lehrpläne und im Allgemeinen der Sexualerziehung ist. Bevor „Gender“ überhaupt im Gespräch war, galten bereits Lehrpläne zur Sexualerziehung, die alles andere als akzeptabel waren.

Hier sollen die wichtigsten Kritikpunkte (notwendigerweise knapp) angeführt werden.

1. Die Sexualerziehung ist eigentlich Sache der Eltern und nicht des Staates. Das ist vor allem die Position, die die katholische Kirche vertritt – seit den 1920er Jahren! Wichtigstes kirchliches Dokument zu diesem Thema ist die Enzyklika „Divini illius Magistri“ (Über die christliche Erziehung der Jugend) von Papst Pius XI. Die Sexualerziehung soll zum einen im Elternhaus stattfinden, sie soll zum anderen auch ethische Werte vermitteln. Sie darf sich also nicht auf die biologischen Zusammenhänge beschränken.

Nach katholischer Auffassung verletzt der Staat das Erziehungsrecht der Eltern, wenn er die Sexualerziehung an sich reißt. Vor allem wenn der Staat von laizistischen, sozialistischen und inzwischen neomarxistischen (Gender beispielsweise) Ideen beeinflusst ist, besteht die Gefahr, dass die Schulsexualerziehung in Konkurrenz zur ethisch-religiösen Gesinnung der Eltern (und der Kirche) tritt.

2. Wie oben schon angedeutet, besteht die akute Gefahr, dass die Schulsexualerziehung stark ideologisch und sogar antichristlich gestaltet wird.

Das ist im Falle Deutschlands definitiv der Fall. Hierzulande wurden die Richtlinien für die Sexualerziehung Anfang der 1970er Jahre eingeführt, also im Zuge der sog. „sexuellen Revolution“. Diese Richtlinien wurden ganz im Geiste der „Emanzipatorischen Sexualerziehung“ redigiert. Die Sexualerziehung sollte entsprechend dieser Auffassung bewusst und dezidiert an die Lehre vom Klassenkampf angewandt werden: Ehe und Familie wurden als Horte der Unterdrückung angesehen. Die christliche Sexualmoral war eine Erfindung der „bürgerlich-kapitalistischen“ Klasse, um die Jugend in die Ehe zu treiben und so Arbeitskräfte für den Produktionsprozess zu zeugen.

Erklärtes Ziel der „Emanzipatorischen Sexualerziehung“ war die Befreiung der Jugend von diesem "Joch". Sie sollte sich sexuell frei entfalten. Federführend in der Implementierung dieser Sichtweise von Sexualität in den Schulen war der pädophile Professor Helmut Kentler, wie Hedwig von Beverfoerde kürzlich in einer Mitteilung erklärt hat. Beverfoerde erläutert, dass Kentler auch nach seinem Tod noch großen Einfluss ausübt: "Der Kentler-Schüler Prof. Uwe Sielert, der Kentler als „väterlichen Freund“ bezeichnete, und seine Schülerin Prof. Elisabeth Tuider betreiben heute mit Hochdruck die flächendeckende Einführung dieser Sexualpädagogik."

Die Konzepte zur Sexualerziehung von Anfang der 1970er-Jahre waren dermaßen radikal, dass sie auf starken Widerstand stießen. Im Laufe der Zeit wurde in der Regel (also nicht immer!) der Sexualkundeunterricht moderater gestaltet, als ursprünglich vorgesehen. Dennoch sorgt dieser Unterricht seitdem für Skandale, Proteste, massive Übertretungen des Erziehungsrechts der Eltern und Verletzungen der kindlichen Unschuld. Im Kern sind die Thesen der "Emanzipatorischen Sexualerziehung" in den heutigen Richtlinien enthalten.

Abschließend muss man sich die Frage stellen, ob es möglich ist, den Sexualkundeunterricht zu reformieren.

Falls man die katholische Position vertritt (die auch meine ist), muss man eigentlich auf die Abschaffung der Sexualerziehung als Pflichtfach in der Schule hin arbeiten.

Der Einwand zu dieser Position ist stets, dass viele Eltern gar nicht in der Lage sind, diese Aufgabe zu übernehmen. Sie wollen, dass die Schule ihre Kinder erzieht. Doch dafür ist es nicht notwendig, dass die Sexualkunde in der Schule zur Pflicht gemacht wird.

Doch Sexualkunde als Wahlfach anzubieten, ist auch eine suboptimale Lösung: Zu groß ist die Gefahr, dass dieser Unterricht zur Indoktrination der Kinder missbraucht wird. Das ist genau, was man in den letzten Jahren wieder verstärkt zu tun versucht.


© Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung

Donnerstag, 19. Mai 2016

Neigt neue BW-Kultusministerin Eisenmann zu Positionen der Grünen?

Gegner des Bildungsplanes sahen den grün-schwarzen Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg von vornherein mit gemischten Gefühlen.

Der Bildungsplan von Andreas Stoch (SPD), Kultusminister der vergangenen Wahlperiode, wurde nämlich von Grün-Schwarz weder zurückgenommen noch wurde eine neue Debatte um die Leitperspektiven angekündigt.

Dies ist vor allem deshalb problematisch, weil die Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV)“ die Gender-Ideologie in vollem Umfang enthält.

Als Trostpflaster wurde allerdings im Koalitionsvertrag vereinbart, dass man die „Umsetzbarkeit und Praxistauglichkeit“ der Leitperspektiven prüfen wolle.

Falls das überhaupt ernst gemeint ist, so ist die Besetzung des Kultusministeriums entscheidend.

Kultusminister wurde allerdings nicht der bisherige bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Georg Wacker – ein Gegner von Stochs Bildungsplan – sondern Stuttgarts Bürgermeisterin für Kultus, Susanne Eisenmann (CDU).

Eisenmann hat sich in der Debatte um den grün-roten Bildungsplan nicht eingemischt.

Aber wie nun Heike Schmoll in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 19. Mai 2016 berichtet, ist sie alles andere als eine konservative CDUlerin.

Susanne Eisenmann ist, so die FAZ, eine enge Vertraute des Landesvorsitzenden Thomas Strobl, der die Koalitionsverhandlungen mit den Grünen geleitet hat. Strobl gehört eindeutig zum linken Lager der CDU. Als Bundestagsabgeordneter gehörte er sogar zur kleinen Minderheit in der Bundestagsfraktion, die sich für die komplette Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit der Ehe einsetzte.

Susanne Eisenmann wiederum neigt laut FAZ zu grünen Positionen: „In der Landtagsfraktion ist Eisenmann vielen zu grün eingefärbt. In der Tat wird sie mit dem Koalitionspartner möglicherweise weniger Schwierigkeiten  bekommen, als mit der eigenen Fraktion. Manche in Stuttgart fürchten schon, die Fraktion könnte einiges zu tun haben, um die Kultusministerin >auf Linie zu halten<, während ihr die Zustimmung der Grünen und SPD-Opposition sicher wäre.“

Die Grünen jedenfalls waren keineswegs bereit, am Leitprinzip der sexuellen Vielfalt für die Bildungspläne zu rütteln.

Wird Susanne Eisenmann also der neue Andreas Stoch?

Jedenfalls ist das Thema „Gender in der Schule“ längst nicht angehakt, mutmaßt die FAZ: “Zu den großen Konfliktherden gehören im Südwesten nach wie vor die Lehrpläne, die im Wesentlichen so bleiben werden, auch wenn die CDU durchgesetzt hat, dass sie auf ihre „Umsetzbarkeit und Praxistauglichkeit hin“ überprüft werden. Denn die Orientierung an den Leitperspektiven, also auch die Erziehung zu sexueller Vielfalt, hätten die Grünen nie aufgegeben.“

Dienstag, 3. Mai 2016

Grün-schwarzer Koalitionsvertrag in BaWü – alle Optionen bleiben offen

Erstaunlich schnell waren CDU und Grüne in Baden-Württemberg in der Lage, einen Koalitionsvertrag zu entwerfen. Dieser wurde am 2. Mai 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Grünen werden am 6. Mai einen Parteitag abhalten, die CDU am 7. Mai. Auf diesen Parteitagen muss die Parteibasis dem Koalitionsvertrag zustimmen.
 

Der Bildungsplan ist im Kapitel über Bildung behandelt: „Wir werden die Umsetzung der Bildungspläne auch aufgrund des Anspruches der hohen Qualität eng begleiten und bei der Umsetzung auftretende fachlich erforderliche Korrekturen vornehmen. Das Instrument der Leitperspektiven werden wir auf seine Umsetzbarkeit und Praxistauglichkeit hin überprüfen.

Um eine aktive Teilhabe junger Menschen in einer immer komplexer werdenden Gesellschaft zu ermöglichen, wollen wir sicherstellen, dass wichtige Inhalte der politischen Bildung auch künftig in einem angemessenen Umfang und Tiefe vermittelt werden. Schülerinnen und Schüler sollen den Wert der Demokratie durch Teilhabe bereits in der Schule erfahren können.


Mit andern Worten: Der Bildungsplan von Andreas Stoch wird zunächst so angewendet, wie er in Kraft gesetzt wurde. In diesem ist Gender in den Leitperspektiven vollständig enthalten. Doch man kündigt gleich an, gegebenenfalls Änderungen vornehmen zu wollen. Abgesehen davon sind die Leitperspektiven allgemeine Normen. Wie diese den tatsächlichen Schulalltag prägen sollen, muss näher definiert werden.

Außerdem ist entscheidend, wer Kultusminister wird. Das Ressort erhielt die CDU. Es sind zwei Namen im Gespräch. Georg Wacker, ausgesprochener Gegner des grün-roten Bildungsplans, und die Stuttgarter Schulbürgermeisterin Susanne Eisenmann. Frau Eisenmann hat sich bislang aus der Diskussion herausgehalten.

Unter diesen Voraussetzungen ergeben sich folgende Zukunftsszenarien:

Szenario 1: Es wäre denkbar, dass die neue Koalition auf „Gender in der Schule“ weitgehend verzichtet oder es auf Sparflamme hält.

Die Zuständigkeit der Landesministerien ist so zugeschnitten, dass sich Minister der CDU und der Grünen nicht auf die Füße treten. Jede Partei kann sich also mehr oder weniger im Rahmen des Koalitionsvertrages frei entfalten. Schulpolitik ist ein klassisches CDU-Ressort. Dass nun die CDU die Einführung von Gender in die Schulen forciert, wäre geradezu selbstmörderisch.

Dagegen würden natürlich die LSBTIQ-Gruppen protestieren, doch diese werden großzügig im Koalitionsvertrag bedacht: „Der Aktionsplan 'Für Akzeptanz und gleiche Rechte Baden-Württemberg’ will die Öffentlichkeit für das Recht auf Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung sensibilisieren und Ausgrenzung und Benachteiligung entgegenwirken. Wir werden die Maßnahmen aus dem Aktionsplan auf ihre Eignung und Wirksamkeit hin prüfen und gegebenenfalls weiterentwickeln.“ Konkret heißt das: Genügend Geld für Aktivistengruppen aus diesem Milieu.

Sollte Georg Wacker Kultusminister werden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Gender in den Schulen gar nicht oder auf Sparflamme gehalten wird. Die Wahl von Frau Eisenmann wiederum wäre im Grunde eine Konsenslösung, die aber wenig aussagekräftig über die künftige Richtung wäre. Das Risiko, dass die Proteste nun weitergehen, bliebe hoch.

Eine Gangart, die eine große Harmonie zwischen CDU und Grünen zeigt, wäre auch einer schwarz-grünen Koalition auf Bundesebene nach den Wahlen nächstes Jahr dienlich. Aufgrund der politischen Großwetterlage sehen beide Parteien die Notwendigkeit, solche Bündnisse schließen zu können.

Ein zweites Szenario ist auch möglich: Gender wird in den Schulen so eingeführt, wie das ursprünglich angedacht war. In diesem Falle würde man auf Konfrontation gegen die Bildungsplangegner setzen. Die CDU würde damit dokumentieren, dass sie auch in der Schulpolitik eine linke Politik favorisiert. Diese Strategie würde sich aber nicht nur gegen die Bildungsplangegner richten, sondern auch gegen den konservativen Flügel der CDU, der sich gegen Gender ausgesprochen hat.

Misstrauen seitens der Bildungsplangegner ist jedenfalls angebracht, egal, was beschlossen wird. Die Praxis hat gezeigt, dass man am liebsten die Interessen der Eltern ignorieren würde. Es ist deshalb notwendig, die Protestbereitschaft aufrecht zu halten.

Montag, 18. April 2016

Koalitionsgespräche BaWü – Grüne pochen auf sexuelle Vielfalt in Schulen

Bei den stattfindenden Koalitionsgesprächen zur Bildung einer Landesregierung in Baden-Württemberg, lässt „Bündnis 90/Die Grünen“ nicht am Leitprinzip der sexuellen Vielfalt für die Bildungspläne rütteln, so meldet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am 18. April 2016.

Die Hartnäckigkeit der Grünen in dieser Frage bringt die CDU - ihren gegenwärtigen Gesprächspartner – in erhebliche Schwierigkeiten.

Die CDU im Ländle ist hinsichtlich einer Regierungsbildung mit den Grünen in zwei Lager gespalten. Ein liberales Lager, unter der Führung des CDU-Landesvorsitzenden Thomas Strobl, hat keine Bedenken, mit den Grünen eine Koalition einzugehen. Für dieses Lager sind die wirtschaftlichen Themen entscheidend und es ist geneigt, in der Schulpolitik nachzugeben. Diese Gruppe ist insbesondere im Landesvorstand stark.

Die Konservativen, die stark in der Landtagsfraktion vertreten sind, können sich durchaus vorstellen, die Gespräche mit den Grünen platzen zu lassen. Sie wollen den christlichen „Markenkern der CDU“ erhalten sehen. Für dieses CDU-Lager wäre es auch schwieriger, ihrer Basis zu vermitteln, dass von nun an die Kinder in den Schulen Gender-Erziehung erhalten sollen.

Seit über zwei Jahren protestieren Eltern und Organisationen gegen die Einführung von Gender in den Schulen. Die Proteste könnten sich nun fortsetzen und gegen die CDU selbst gerichtet werden, falls schließlich ein grün-schwarzer Koalitionsvertrag zustande kommen sollte. Für das öffentliche Ansehen der CDU, die stets darauf geachtet hat, eine konservative Schulpolitik zu betreiben, wäre eine solche Situation katastrophal.

Gender ist vollumfänglich im Bildungsplan unter der Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV)“ vorgesehen. Der Bildungsplan wurde noch in den letzten Tagen der alten Landtagsregierung vom vormaligen Kultusminister Andreas Stoch (SPD) in Kraft gesetzt.

Mittwoch, 6. April 2016

Neuer Bildungsplan Baden-Württemberg: Gender vollständig enthalten

Kein Anlass für ein Ende der Proteste
Nach der Veröffentlichung des neuen Bildungsplanes für die Schulen Baden-Württembergs am 4. April 2016 gab es in manchen Kreisen eine gewisse Erleichterung, dass es nicht so schlimm kam, wie zunächst befürchtet wurde. „Die Schärfe und Übergewichtung des Themas ‚sexuelle Vielfalt‘ wurde als Reaktion auf die Bürgerproteste und Stellungnahmen massiv zurückgenommen“, äußerte beispielsweise der Vorsitzende der Evangelischen Lehrer- und Erziehergemeinschaft, Studiendirektor Paul-Gerhard Roller, gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Etwas vorsichtiger ist die Landesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU Baden-Württemberg, Sabine Kurtz (Leonberg). Ihrer Auffassung nach hätten die Proteste gegen den Bildungsplan viel erreicht und diesen deutlich entschärft, doch sie befürchtet, eine Überbetonung des Themas sexuelle Vielfalt könnte durch den sog. Aktionsplan „Für Akzeptanz und gleiche Rechte“ in den Schulen eingeführt werden.

Zur Erinnerung: Kultusminister Andreas Stoch von der bei der Landtagswahl am 13. März 2016 abgewählten SPD unterzeichnete als letzte Amtshandlung den umstrittenen Bildungsplan und setze ihn damit für das Schuljahr 2016/2017 in Kraft. Dieser Schritt wurde heftig kritisiert, denn er ignorierte den Wahlausgang und entzog die Diskussion über den Bildungsplan den sich anbahnenden Koalitionsverhandlungen.

Ist nun eine Entwarnung angebracht? Dürfen sich die Bildungsplangegner mit dem aktuellen Bildungsplan zufrieden geben?

In keiner Weise. Man braucht nur einen genauen Blick auf die Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV)“ zu werfen, um leicht sehen zu können, dass „Gender“ noch in vollem Umfang im neuen Bildungsplan enthalten ist.

Die Leitperspektive wird deutlich in einem Absatz, in welchem die Gender-Ideologie zu einem Kerninhalt des neuen Bildungsplanes erhoben wird: „Schule als Ort von Toleranz und Weltoffenheit soll es jungen Menschen ermöglichen, die eigene Identität zu finden und sich frei und ohne Angst vor Diskriminierung zu artikulieren. Indem Schülerinnen und Schüler sich mit anderen Identitäten befassen, sich in diese hineinversetzen und sich mit diesen auseinandersetzen, schärfen sie ihr Bewusstsein für ihre eigene Identität. Dabei erfahren sie, dass Vielfalt gesellschaftliche Realität ist und die Identität anderer keine Bedrohung der eigenen Identität bedeutet.“

Analysieren wir die entscheidenden [gekürzten] Stellen: Die „Schule soll den jungen Menschen ermöglichen, die eigene Identität zu finden“.

Dieser Satz behauptet nichts anderes, als dass man die eigene Identität, die eigene Persönlichkeit nicht unmittelbar erkennen kann. Man ist sozusagen auf der Suche nach der eigenen Identität, AUCH nach der sog. sexuellen Identität. Hier wird also impliziert, dass das biologische Geschlecht keine Rolle bei der sexuellen Identität oder Orientierung spielt. Man kann zwar biologisch Mann oder Frau sein, doch dadurch ist die „sexuelle Identität“ oder die „sexuelle Orientierung“ (beide werden im Bildungsplan nicht näher definiert) nicht festgelegt.

Genau das ist die Auffassung von Gender: Das Geschlecht sei nicht durch die Natur des Menschen festgelegt, sondern eine Konstruktion. Bausteine dieser Konstruktion sind gesellschaftliche, religiöse und kulturelle Ansichten, so die Gender-Ideologie.

Diese Auffassung widerspricht der elementaren menschliche Erkenntnis und ist daher unwissenschaftlich. Man kann diese Sichtweise des Menschen nicht anderes bezeichnen denn als eine Ideologie wider die Vernunft.

Der oben zitierte Satz aus dem neuen Bildungsplan besagt, dass man auf der Suche nach der Identität schlechthin sei, also nicht bloß nach der „sexuellen Identität“. Das heißt, hier wird regelrecht geleugnet, dass die menschliche Identität in irgendeiner Weise von der Natur festgelegt wird.

Gender spaltet also Identität von Geschlecht. Doch die Aussagen des neuen Bildungsplanes gehen noch viel weiter: Die menschliche Identität selbst ist eine Konstruktion. Der neue Bildungsplan ist – philosophisch betrachtet – noch viel radikaler als die Gender-Ideologie.

Diese Sichtweise wurde von Papst Benedikt XVI. als eine „antropologische Revolution“ bezeichnet, also eine Revolution, eine Auflehnung gegen die menschliche Natur des Menschen an sich.

Ein weiterer Satz im oben zitierten Absatz ist besonders aussagekräftig hinsichtlich der impliziten Philosophie des Bildungsplanes: „Indem Schülerinnen und Schüler sich mit anderen Identitäten befassen, sich in diese hineinversetzen und sich mit diesen auseinandersetzen, schärfen sie ihr Bewusstsein für ihre eigene Identität.“

Das ist nichts anderes als das Programm, was wir vom Praxisbuch „Sexualpädagogik der Vielfalt: Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit“ von Elisabeth Tuider kennen. Die Schüler sollen Charade spielen und sich vorstellen, sie seien transsexuell, bisexuell oder was auch immer. Es ist ein Spiel mit den Identitäten, etwa im Sinne, wie das Judith Butler in „Das Unbehagen der Geschlechter“ vorgeschlagen hat. Dieses Buch ist so etwas wie die Bibel der Genderisten. Dort wird postuliert, die Geschlechter seien nicht eindeutig definiert und man müsse „Verwirrung“ in die „konstruierte“ Polarität von Mann und Frau bringen.

Genau diese Verwirrung, dieses Spielen mit Identitäten – „sexuellen Identitäten“ inklusive – sieht die Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV)“ vor.

Offensichtlich orientiert man sich nach einer völlig relativistischen Sicht des Menschen, die in scharfem Kontrast mit dem Naturrecht und mit der christlichen Auffassung von Mann und Frau stehen.

Mittwoch, 23. März 2016

CDU darf keine Koalition mit den Grünen eingehen!

Nach den letzten Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz werden innerhalb der CDU die Stimmen lauter, die für Bündnisse mit den Grünen werben.

Dabei wird völlig ignoriert, was die Grünen über manche Themen denken, die zum Kernbereich der CDU gehören müssten.

Die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ unternimmt seit Jahren einen erbitterten Feldzug gegen die Ehe, die Familie und die christlichen Werte in Deutschland

Einige Beispiele:

·         In den Schulen und Kindergärten will diese Partei die Gender-Ideologie und die Erziehung zur „Sexuellen Vielfalt“ einführen.
·         Bündnis90/Die Grüne“ befürworten eine Schulerziehung, in der Kinder schon ab dem ersten Grundschuljahr mit sexuellen Inhalten – inklusive Homo-und Transsexualität – konfrontiert werden.
·         Die Grüne Jugend will die Ehe abschaffen.
·         "Bündnis/Die Grünen" wollen das Ehegesetz für homosexuelle Paare öffnen.

Trotz dieses Wahnsinns mehren sich die Stellungnahmen von C-Politikern, und so auch - nach verlorener Wahl - von Guido Wolf, MdL in Baden-Württemberg, die für eine schwarz-grüne Koalition auf Bundes- und Landesebene werben.

Thomas Strobl, Landesvorsitzender der CDU in Baden-Württemberg, hat noch weniger Bedenken als Wolf, eine Koalition mit den Grünen  einzugehen. Strobl gehört zum liberalen Flügel der Partei. Mehrmals hat er sich für die komplette Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe ausgesprochen. Auch in puncto "Gender" und "Gender Mainstreaming" hat er wenige Bedenken. Aus persönlichem Antrieb wird er nichts gegen Gender in den Schulen unternehmen.

Auf Bundesebene ist einer der wichtigsten C-Politiker, der für eine schwarz-grüne Koalition wirbt, der Generalsekretär Peter Tauber. Offenbar passt diese Machtkonstellation zu seiner Vorstellung, wie die CDU in Zukunft aussehen soll. Sie soll „jünger, bunter, weiblicher“ werden – und sich dabei den Grünen nähern.

Was das konkret bedeuten könnte, ist klar:

•    Akzeptanz der Gender-Ideologie durch die CDU
•    Gleichstellung homosexueller und sonstiger Partnerschaften mit der traditionellen Ehe
•    Akzeptanz der Sexualisierung der Kinder durch Programme im Stile des baden-württembergischen „Bildungsplanes 2015“ durch die CDU

Eine solche Politik wäre ein eklatanter Verrat an den christlichen Wurzeln der CDU und Deutschlands. Zudem würden die Christdemokraten noch mehr ihre christlich-konservativen Wähler abschrecken.

CDU und CSU dürfen deshalb nicht der Versuchung erliegen, ihr christliches Erbe preiszugeben, um auf diese Weise an der Macht zu bleiben. Ganz im Gegenteil: CDU und CSU müssen ihr christliches Profil schärfen. Die Union muss nicht „jünger, bunter, weiblicher“ werden, wie das Peter Tauber anstrebt.

Nein, die Union muss christlicher werden, so wie unser Land auch christlich geprägt ist. Das bedeutet:

* Die CDU muss sich aktiv für den Schutz und die finanzielle Besserstellung der christlichen Ehe und Familie einsetzen. Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen zieht diese Lebensform allen anderen vor – Politik für die traditionelle Ehe und Familie ist Politik der Mitte!
* Christliche Eltern haben zunehmend die Sorge, dass ihre Kinder in den Schulen mit anti-christlichen Ideologien wie etwa dem Gender-Mainstreaming, der Gender-Ideologie, der „Sexuellen Vielfalt“ usw. indoktriniert werden.

Das sind nur einige Bereiche, in denen Ehe, Familie und christliche Werte von den Grünen unbarmherzig angegriffen werden.

Die CDU muss sich schützend vor die Eltern stellen und gewährleisten, dass die Grünen die Schulen nicht zu einem Hort linksideologischer Indoktrination machen.

Denn: Ein christliches Deutschland braucht eine christliche Politik. Ansonsten hat Deutschland keine Zukunft und die CDU noch viel weniger.

Dienstag, 15. März 2016

Wie geht es weiter mit dem Bildungsplan in Ba-Wü?

15. März 2016, Koalitionsverhandlungen: Falls die SPD keine Koalition mit CDU+FDP will und FDP nicht mit Grün+SPD, so bleibt nur noch Grün-Schwarz. Diese ist aber in der Fraktion sehr umstritten, vor allem wenn Thomas Strobl zum Zuge kommt. Nur der wirtschaftsliberale Flügel will Grün-Schwarz. Wolf hat sich eindeutig für Koalition mit SPD+FDP ausgesprochen (Merkel soll noch am Sonntag dazu angeraten haben) und gegen Grün-Schwarz. Jedenfalls käme Grün-Schwarz nur nach einer Mitgliederbefragung zustande. Laut FAZ vom 15. März wären allerdings viele CDU-Stammwähler dagegen, Kretschmann ohne weiteres zu vertreiben.

Kretschmann geht davon aus, dass die Verhandlungen die gesamte Zeit, die die Verfassung vorgibt, benötigen. Vielleicht folgt Ba-Wü Hessen (2009-2010) und es kommt zu einer Minderheitsregierung.

Unmittelbar vor der Landtagswahl hat sich CDU-Spitzenkandidat recht klat zum Bildungsplan in einer Antwort auf eine Postkartenaktion von "Kinder in Gefahr" positioniert:

Links:
FAZ: SPD will keine „Deutschland-Koalition“
SPIEGEL: Regierungsbildung in Baden-Württemberg: SPD will keine Deutschlandkoalition, FDP keine Ampel 

Ansonsten: Peter Hauck, scharfer Gegner des Bildungsülanes, erhielt im Neckar-Odenwaldkreis 34,2 % der Stimmen, die Grünen 19,7 %. Wenige Kandidaten der CDU erhielten einen so hohen Stimmenanteil: Reinhart (Main Tauber) und Mack (Aalen).

16. März 2016: FAZ: Guido Wolf zum Fraktionsvorsitzenden gewählt, trotz seiner Niederlage. Teile der Fraktion sehen das aber kritisch und meinen, eigentlich hätte er zurücktreten müssen. 
Bei den Gesprächen zwischen Grüne und CDU war immer Th. Strobl dabei. Kretschmann will eigentlich Ampel und umwirbt FDP.FDP will aber nicht einmal Sondierungsgespräche beginnen. FDP will nur Gespräche, um Neuwahlen zu verhindern.

In CDU wächst Skepsis, ob Basis Grün-Schwarz mitträgt.

18. März 2016, FAZ: Es mehren sich die Stimmen, die sich unzufrieden über G. Wolf äußern und wünschen sich Rücktritt. Gleichzeitig fordern sie Grün-Schwarz. "Deutschland-Koalition" sei "Hirngespinst. Dazu gehören Willi Stächele und Peter Frankenberg (frühere Landesminister). Landesvorstandsmitglied Erik Bertram kritisiert schnelle Wahl Wolfs zum Fraktionsvorsitz. Währenddessen öffnete sich Wolf zu einer Grün-Schwarzen Koalition (Deutschlandfunk)

19. März 2016, FAZ: FDP definitiv gegen Koailition mit SPD und SPD gegen Koalition mit CDU, so dass nur noch Schwarz-Grün übrig bleibt. FDP wäre maximal bereit, eine Miderheitsregierung zu dulden.

21. März 2016, FAZ: Attacken gegen Guido Wolf immer heftiger. CDU-Funktionäre fordern Rücktritt, auch Kreisverbände, Frauenunion Südbaden, MdB Kai Whittaker. Massive Kritik wegen schnelle Wiederwahl zum Fraktionsvorsitzenden. Thomas Strobl hat in der Woche nach den Wahlen die Gesprächsführung mit den Grünen übernommen. FAZ-Kommentar: Wolf mit Realitätsverlust. Er hätte sich für eine koordinierende Funktion des Fraktionschefs während eines grün-schwarzen Bündnisses disqualifiziert. Er könne lediglich ein Ressort für Lyrik besetzen.

Meldungen am 22. März 2016: CDU-Landesvorstand entscheidet sich für Sondierungsgespräche mit Grüne. Am 29. März (Mittwoch) soll evtl. entschieden werden, ob Koalitionsgespräche geführt werden.  Arbeitgeberverband und der Landesverband der baden-württembergischen Industrie (LVI) für rasche Bildung einer Grün-Schwarzen Koalition. 

23. März 2016, FAZ: Heute und am kommenden Dienstag (29. März) werden sich CDU und Grüne zu Sondierungsgesprächen treffen. Am Mittwoch wird entschieden, ob man Koailtionsgespräche führt. Strobl: Keine Koalition um jeden Preis. Guido Wolf sowie der gesamte Fraktionsvorstand sollen sich nach Ansicht von Willi Stächele (ehemals Finanzminister) den eventuellen Koalitionsverhandlungen mit den Grünen wieder zur Wahl zum Fraktionsvorsitzenden etc. stellen. 

29. März 2016, Kommentar FAZ: "Es muss bedenklich stimmen, dass Strobl und Guido Wolf just in dem Moment kein partnerschaftliches Duo bilden, in dem die Koalitionsverhandlungen beginnen. Strobl, gereift durch seine Erfahrungen in Berlin, entpuppt sich als der starke Mann des Landesverbandes, der die Richtung vorgeben muss. Wolfs Rolle dagegen ist noch unklar; die CDU muss sich entscheiden, ob sie sich in dieser Lage einen Gegenspieler des stellvertretenden Ministerpräsidenten in der Fraktion leisten will. ... Die schwierigste Aufgabe bei den Koalitionsverhalndlungen wird sein, das richtige Personal zu finden - und die Fraktion davon zu überzeugen." 

30. März 2016, Meldungen: CDU stimmt für Koalitionsgespräche mit den Grünen. Diese ab Freitag.   

30. März 2016, Meldungen: Stoch unterschreibt neuen Bildungsplan und gibt ihn damit frei: "Ein Sprecher des Kultusministeriums bestätigte einen entsprechenden Bericht des «Mannheimer Morgens» und der «Heilbronner Stimme» (Mittwoch), wonach Stoch die Pläne durch seine Unterschrift für die Schulen nun freigegeben hat. Die Endfassung soll demnach am kommenden Montag im Internet veröffentlicht werden."
Links:  http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Stoch-bringt-umstrittene-Bildungsplaene-auf-den-Weg;art1157835,3756716
http://www.stimme.de/suedwesten/nachrichten/pl/Bildung-Gesellschaft-Baden-Wuerttemberg-Stoch-bringt-umstrittene-Bildungsplaene-auf-den-Weg;art19070,3603257
http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/cdu-veraergert-bildungsplaene-fuer-schulen-freigegeben/-/id=1622/did=17188942/nid=1622/u9dx53/index.html

31. März 2016, FAZ: Guido Wolf: Es wird keine Koalition um jeden Preis geben, Kreisvorsitzende in Sorge, CDU könne ihre Glaubwürdigkeit verlieren. Viele, auch ältere Parteimitglieder drohten mit Austritt.

31. März 2016, Stuttgarter Zeitung: "Bei einer Sitzung von Landesvorstand und CDU-Kreischefs gab es auch Rücktrittsforderungen, wie am Donnerstag Teilnehmer des Treffens vom Vortag berichteten." Link: http://linkis.com/de/hv83v

Mittwoch, 9. März 2016

BW-Landtagswahl, CDU und Gender: Erhält Strobl Schlüsselrolle?

Die Perspektiven eines historisch tiefen Abschneidens der CDU bei der Landtagswahl am 13. März 2016 in Baden-Württemberg könnten erhebliche Folgen für den Kampf gegen den geplanten Bildungsplan und die damit verbundene Einführung von Gender in die Schulen haben.

Bis vor wenigen Wochen sah es nämlich so aus, dass die CDU und ihr Spitzenkandidat Guido Wolf die stärkste Fraktion im Landtag werden würden. Je nachdem, wie stark die AfD abschneiden sollte, würden Koalitionen mit der SPD oder mit den Grünen möglich sein. Auch eine sogenannte deutsche Koalition aus CDU, SPD und FDP war angedacht.

Unter diesen Umständen wäre  an die Spitze des Bundeslandes
mit Guido Wolf ein Politiker gekommen, der gegen den Bildungsplan und die Einführung von "Gender" in den Schulen war, wenngleich er seine Position nicht besonders stark in der Öffentlichkeit hervorgebracht hat.

Inzwischen sehen die Umfragen für die CDU katastrophal aus: Die Umfrage von INSA gibt ihr 28,5 Prozent. Die Grünen bekämen 33,5 Prozent. Aufgrund der Tatsache, dass Kanzlerin Merkel in der Flüchtlingspolitik alles tut, was ihre Partei bei den Landtagswahlen extrem schwächt, könnte sich dieses Ergebnis am Sonntag bewahrheiten.
In der CDU macht man sich deshalb jetzt Gedanken über eine mittlerweile leicht möglich gewordene grün-schwarze Koalition, also eine, in der die Christdemokraten der kleinere Partner in einer Koalition mit den Grünen sein werden.

Eine solche Konstellation wurde von Guido Wolf vehement ausgeschlossen. Doch das scheint der CDU zunehmend egal zu sein: Sollte die CDU tatsächlich so schlecht abschneiden, würde Wolf nicht einmal mehr am Verhandlungstisch sitzen.

Thomas Strobl, Landesvorsitzender, würde die Geschicke der CDU im Ländle übernehmen.

Strobl kandidierte im Sommer 2015 für den Spitzenplatz, doch er unterlag Wolf. Bei den gegenwärtigen Umfragewerten ist das für ihn sogar positiv. Guido Wolf, der während des Wahlkampfes kaum Profil entwickeln und auch nichts gegen Merkels Flüchtlingspolitik anrichten konnte, könnte am Montag als der totale Versager dastehen.

Das wäre eben die Stunde von Thomas Strobl. Er hat keine Probleme, mit den Grünen als Juniorpartner zu koalieren.

Für die Bildungsplangegner ist das aber eine düstere Perspektive. Denn Strobl gehört zum liberalen Flügel der Partei. Mehrmals hat er sich für die komplette Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe ausgesprochen. Auch in Punkto "Gender" und "Gender Mainstreaming" hat er wenige Bedenken. Aus persönlichem Antrieb wird er nichts gegen Gender in den Schulen unternehmen.

Ganz leicht wird er es aber trotzdem nicht haben. Die anvisierten Erfolge der AfD (zurzeit liegt sie bei 12,5 Prozent) werden der CDU insbesondere in den Städten schaden. Im ländlichen Bereich sollte die CDU deshalb wesentlich besser abschneiden als in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim etc. Die Folge wäre: Die neue Landtagsfraktion würde kleiner, aber konservativer werden.

In einer solchen Situation wird entscheidend sein, wer die meisten Menschen gegen den Bildungsplan mobilisieren  kann. Schließlich kann es sich selbst Thomas Strobl nicht leisten, gegen die eigene Basis Politik zu betreiben.

Dienstag, 22. September 2015

LSBTTIQ-Netzwerk Baden-Württemberg: „der Kampf hat sich gelohnt“

 
Zufrieden mit dem neuen Entwurf zum neuen Bildungsplan der grün-roten Landesregierung zeigt sich der Sprecher des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg, Holger Henzler-Hübner.

Gegenüber dem Deutschlandfunk sagte
Holger Henzler-Hübner: „Wir sind jetzt, was da drin steht mit einer Sichtbarkeit durchaus zufrieden, das heißt, in den einzelnen Fächern dieses Bildungsplans in den einzelnen Fächern insbesondere im Sekundarbereich werden Aspekte LSBTTIQ schon sichtbar und das ist für uns bedeutsam. Von daher sagen wir der Kampf hat sich gelohnt, aber es hätte natürlich auch noch mehr sein dürfen“ [sic].

Die Landesregierung führt seit dem 14. September eine öffentliche Anhörung zum Entwurf. Das Interesse ist rege, die Kommentare aber rar: 100.000 Klicks von etwa 10.000 Personen verzeichnet das Ministerium und fünf Kommentare.

Einstweilen hat es die grün-rote Landesregierung offenbar geschafft, die Empörung der Bürger zu besänftigen.

Hoffentlich nicht lange, denn die Absicht, „Sexuelle Vielfalt“ und damit „Gender“ in die Schulen zu bringen, ist nach wie vor enthalten.

Das wichtigste LSBTIQ-Portal beurteilte folgendermaßen den Entwurf:

Insgesamt macht der Bildungsplan "sexuelle Vielfalt" an einigen Stellen zu einem nötigen wie längst überfälligen Pflichtthema. Die Grundlagen eines aufklärenden Unterrichts wie akzeptierenden Schulklimas sind gesetzt und begründ- wie durchsetzbar, eine umfassendere Weiterentwicklung ist darin angelegt.“

Fazit: Die Proteste gegen den Bildungsplan müssen fortgesetzt werden.

Christoph Scharnweber vom EAK Heilbronn hat eine eine Liste mit 10 Gründen für die Teilnahme an der „Demo für Alle“ am 11. Oktober redigiert.

Das Petitionsteam um Gabriel Stängle (Initiator der Petition, die fast 200.000 Unterschriften sammeln konnte), verfasste diese Checkliste zur Anhörungsfassung des Bildungsplans 2016. Sie ist vor allem für diejenigen nützlich, die sich an der Anhörung der Landesregierung beteiligen möchten.

Mittwoch, 16. September 2015

BaWü: Homo-Lobby jubelt über neuen Bildungsplan

Mathias von Gersdorff

„Insgesamt macht der Bildungsplan "sexuelle Vielfalt" an einigen Stellen zu einem nötigen wie längst überfälligen Pflichtthema. Die Grundlagen eines aufklärenden Unterrichts wie akzeptierenden Schulklimas sind gesetzt und begründ- wie durchsetzbar, eine umfassendere Weiterentwicklung ist darin angelegt.“

Das ist die abschließende Beurteilung von „Queer“ des vor wenigen Tagen vorgestellten Entwurfs für den Bildungsplan für alle Schulen Baden-Württembergs.

Offensichtlich meint die Homo-Lobby, einen Durchbruch geschafft zu haben: „Das Ländle modernisiert den Schulunterricht und nimmt ausdrücklich LGBT-Themen auf.“

Der neue Entwurf wurde von der grün-roten Landesregierung der Öffentlichkeit vorgestellt, die bis zum 30. Oktober die Möglichkeit hat, Stellungnahmen per Internet abzugeben.

Grundlage für den Akzeptanz-Unterricht ist die Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV)“.

In dieser wird die Vision einer „bunten Gesellschaft“ formuliert: „Schule als Ort von Toleranz und Weltoffenheit soll es jungen Menschen ermöglichen, die eigene Identität zu finden und sich frei und ohne Angst vor Diskriminierung zu artikulieren. Indem Schülerinnen und Schüler sich mit anderen Identitäten befassen, sich in diese hineinversetzen und sich mit diesen auseinandersetzen, schärfen sie ihr Bewusstsein für ihre eigene Identität. Dabei erfahren sie, dass Vielfalt gesellschaftliche Realität ist und die Identität anderer keine Bedrohung der eigenen Identität bedeutet.“

Verklausuliert ist hier die LSBTIQ-Weltanschauung enthalten.

Im Gegensatz zum allerersten Entwurf (gegen diesen richteten sich die Petition
des Realschullehrers Gabriel Stängle mit fast 200.000 Unterschriften und die Straßendemonstrationen von Anfang 2014) ist im vorliegenden Papier die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ nicht mehr als Lerneinheit ausdrücklich erwähnt.

Im Grunde wird es von den zuständigen Lehrern abhängen, welchen Platz „sexuelle Vielfalt“ und damit „Gender“ im Unterricht einnehmen wird.

Queer: „Vieles überlässt (der neue Bildungsplan) der Lehrerausbildung, konkreteren Lehrplänen und individuellen Schulen und Lehrern.“

So sieht das auch Gabriel Stängle. Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erklärte er, die Bildungsgewerkschaft GEW, die hinter den Entwürfen für „sexuelle Vielfalt“ stand, würde weiterhin versuchen, das Thema in die Schulen zu bringen. Das könnte vor allem durch das neue Unterrichtsmaterial geschehen.

Die ursprüngliche Zielsetzung von Grün-Rot bleibt also aufrecht.

Es gibt insofern keinen Grund zur Entwarnung: Elterngruppen und Familienorganisationen müssen weiter kämpfen, um die Kinder und das Erziehungsrecht der Eltern zu verteidigen.



Freitag, 17. Juli 2015

Bildungsplan: SWR führt Zuschauer an der Nase herum


Am 16. Juli 2015 strahlte der SWR die Reportage aus: „Zerstört die Landesregierung das traditionelle Familienbild?“

Thema war der Bildungsplan der grün-roten Landesregierung für die Schulen und die Gegen-Proteste des Aktionsbündnisses „Demo für Alle“.

Die Sendung bestand aus zwei Teilen: Zunächst berichtete eine Reporterin von einer Schule, in der der Bildungsplan schon zur Probe eingeführt wurde. Es wurden Lehrer und Schüler befragt, Ausschnitte aus dem Sexualkundeunterricht gezeigt und generell dargestellt, wie die Implementierung des Bildungsplanes konkret aussehen könnte.

Im zweiten Teil wurde die Sprecherin des Bündnisses „Demo für Alle“, Hedwig von Beverfoerde, interviewt. Auch Zuschauer der Sendung durften Fragen stellen oder Kommentare abgeben. In diesem Interview hat sich Frau von Beverfoerde mit Bravour geschlagen.

Die SWR-Reportage war im Wesentlichen eine Propaganda-Sendung für den grün-roten Bildungsplan, die zwei Ziele hatte:

1. Es sollte verschleiert werden, dass die Hauptabsicht des Bildungsplanes nicht das Erreichen von Toleranz für LSBTIQ-Personen ist, sondern die Einführung der Gender-Ideologie in den Schulen.

Die Ausgestaltung des Leitprinzips „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ geschieht nach der absurden und gefährlichen Idee, die Geschlechter seien im Menschen nicht eindeutig definiert. Der Mensch fühle sich nicht einem der beiden Geschlechter „Mann“ oder „Frau“ zugeordnet, so die Gender-Ideologie. Diese Zuordnung sei willkürlich bzw. bestenfalls kulturell bedingt. Diese Auffassung des Menschen widerspricht der christlichen Anthropologie und dem gesunden Menschenverstand. Deshalb ist Gender bestenfalls eine Ideologie. Doch im Grunde trägt sie Züge einer unvernünftigen Religion.

2. Zweites Ziel der Sendung war zu behaupten, dass die Gegner des Bildungsplanes falsche Argumente anführten, wie etwa, dass eine Frühsexualisierung der Kinder drohe. 


Eine Lehrerin äußerte in der Sendung, die Inhalte über „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ würden erst ab dem fünften Schuljahr behandelt werden. Doch das ist nicht so: Es ist vorgesehen, dass ab dem ersten Grundschuljahr (eigentlich schon in den Kindertagesstätten, doch dafür ist nicht der Bildungsplan zuständig), die Kinder erfahren, dass es homosexuelle, transsexuelle usw. Menschen gibt. Es ist wohl war, dass keine Details über sexuelle Akte vermittelt werden. Doch ohne ein Minimum an Information über das menschliche Geschlechtsleben ist nicht vermittelbar, was eine homosexuelle Person überhaupt ist.

Deshalb steht fest: Sexuelle Inhalte müssen ab dem ersten Grundschuljahr vermittelt werden, falls „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ Bestand der Schulerziehung wird.

Gegen diesen Angriff auf die moralische Gesundheit der Kinder und gegen das Erziehungsrecht der Eltern müssen wir weiterhin Widerstand leisten.

Sonntag, 19. April 2015

Grünen wollen Gegner des Bildungsplanes parlamentarisch bekämpfen

Die grünen Gutmenschen sind über den Widerstand der Zivilgesellschaft gegen Gender, Frühsexualisierung usw. schockiert.

Aus diesem Grund organisieren sie am 9. Mai 2015 im Reichstag eine Fachtagung zum Thema „Wer will die Uhr zurückdrehen? Strategien gegen Anti-Feminismus und Homophobie“.

Konkret: „Zunehmend schrille Kritik an einer demokratischen Geschlechterpolitik, homophobe Proteste gegen die Bildungspläne oder die Entstehung von Mythen bezüglich Sexualaufklärung in den Schulen.“

Das ist ganz für die Grünen ganz schlimm und muss bekämpft werden und zwar mit parlamentarischen Mitteln - also Gesetze - womöglich durch die Erfindung von Hass-Delikten: „Zu Beginn wollen wir über die Vernetzung homophober und antifeministischer Gruppen in Europa diskutieren. Hier versuchen wir deren gemeinsamen Argumentationsmuster auszuloten, um anschließend über erfolgreiche parlamentarische Gegenstrategien nachzudenken.“

Wichtigster Teilnehmer an der Tagung aus der Grünen-Fraktion ist Volker Beck.