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Mittwoch, 23. Januar 2019

Bischof Bode fordert erneut Homo-Segnungen

Nach seiner langen Krankheit wendet sich Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück) wieder einem seiner Lieblingsthemen zu: der Homosexualität und der Segnung von homosexuellen Paaren.

Gegenüber den Portal „Katholisch.de“ der Bischofskonferenz sagte Bode: „Wir dürfen Homosexualität nicht immer nur unter dem Aspekt schwerer Sünde behandeln“. Die Kirche müsse auf die Einführung der „Ehe für alle“ reagieren. „Wie das dann genau aussieht, wird sich zeigen, aber ich bin sicher, dass die Kategorie des Segens dabei eine Rolle spielen wird.“

Es wäre interessant zu erfahren, ob Bischof Bode auch der Auffassung ist, der Staat müsse auf Änderungen in der Kirche reagieren. Immerhin steht die geistige Ordnung über der weltlichen Ordnung.

Dass Bischof Bode solche Segnungen fordert, ist nicht ganz neu.

Doch dass er gerade diesen Zeitpunkt dazu wählt, ist verblüffend.

Auf der ganzen Welt wird über „homosexuelle Netzwerke und Subkulturen“ in der Kirche geredet, die zu viel Macht an sich gerissen haben (Siehe dazu Hinweis auf eine Petition zu diesem Thema).

Vor wenigen Tagen erschien eine Studie des us-amerikanischen Psychiaters Rick Fitzgibbons, die eine massive Unterwanderung der Kirche durch die Homo-Lobby feststellt. (Link: https://www.hprweb.com/2019/01/the-screening-protection-and-crisis-education-of-seminarians/ )

Laufend werden Vorwürfe gegen den Vatikan erhoben, dieser hätte homosexuelle Priester, Bischöfe und sogar Kardinäle gedeckt und ihre Missbräuche und sündhaften Taten vertuscht.

Sodann meldet sich Bischof Bode erneut mit seiner Forderung zu Wort, die Homosexualität im Grunde genommen zu akzeptieren und zu segnen.

Bischof Bode müsste wegen seiner arroganten Hartnäckigkeit sofort abgesetzt werden. Er fordert nicht nur etwas, was die Kirche nicht kann (die Kirche hat nicht die Vollmacht derartige Verbindungen zu segnen), sondern relativiert die Sexualmoral just zu einem Zeitpunkt, in welchem die Katholiken weltweit über die Hierarchie den Kopf schütteln.

Link zum Artikel in katholisch.de: https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/bode-wir-bischofe-schauen-die-wirklichkeit-verschieden-an

Damit sich die Bischofskongregation sich das Problem der Homo-Netzwerke in der Kirche annimmt werden Unterschriften für diese Petition gesammelt: https://lifepetitions.com/petition/stop-homosexual-networks-in-the-catholic-church

Dienstag, 20. Februar 2018

Homo-Segnungen vom Tisch?

Diverse Medien berichten, dass Kardinal Reinhard Marx nichts mehr von Segnungen homosexueller Paare wissen wolle. So schreibt Radio Vatikan: >„Von Segnung homosexueller Paare öffentlich habe ich überhaupt nicht gesprochen“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Montag im Vorfeld der Bischofsvollversammlung in Ingolstadt. Es gehe vielmehr „um die Begleitung von Homosexuellen, die Christen sein wollen, die für ihr Leben auch Zuspruch suchen“. Die Bischofs-Kommission „Pastorale Aufgaben“ sei beauftragt, dieses Thema vorzubereiten.<

Diese Kommission solle sich allerdings nicht mit der Möglichkeit, solche Paare segnen zu lassen, beschäftigen. Das Internetportal der Bischofskonferenz, katholisches.de, berichtet: "Er (Kardinal Marx) habe lediglich gesagt, dass er sich Einzelfall gut vorstellen könne, "dass es auch einen geistlichen Zuspruch geben kann, von der Segnung homosexueller Paare, gar öffentlich, habe ich gar nicht gesprochen", so Marx. Er stellte auch klar, dass die Pastoralkommission sich nicht mit dem "Finden von Segnungsmöglichkeiten" beschäftige."

Das Internetportal "Queer", das vor allem LSBTI-Themen behandelt, zitiert ausführlicher Kardinal Marx´ Aussage über die geplante Kommission: "Zu der Vorbereitung habe man der Pastoralkommission der Bischofskonferenz einen Arbeitsauftrag erteilt. Diese werde sich allerdings nicht mit dem "Finden von Segnungsmöglichkeiten" beschäftigen, so Marx."

Die Erklärung gab Kardinal Marx anlässlich der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, die seit dem 19. Februar 2018 in Ingolstadt tagt. Segnungen homosexueller Paare werden kein Gesprächsthema sein, so Marx.

Das Vorgehen von Kardinal Marx ist merkwürdig. Wich er vor der internationalen Empörung und dem Widerstand aus dem Episkopat? Unmittelbar vor Beginn der Vollversammlung erklärten die Bischöfe Gebhard Fürst (Stuttgart-Rottenburg) und Stephan Burger (Freiburg), dass Segnungen solcher Paare nicht möglich seien. 

Die ganze Angelegenheit wirkt mysteriös. War es ein Versuchsballon? Wird die geplante Pastoralkommission doch noch für Überraschungen sorgen?

Warten wir ab und bleiben wir aufmerksam.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Grotesk - CSD-Gottesdienst in Liebfrauenkirche Frankfurt a.M.


Die Liebfrauenkirche ist die meist besuchte katholische Kirche in Frankfurt am Main. Dort ist auch die Volksfrömmigkeit noch am lebendigsten. Beim sogenannten „Christopher Street Day“ – eine Art Homosexuellen-Parade – werden politische Forderungen gestellt, die der katholischen Lehre völlig konträr sind, wie etwa die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare oder eine moraltheologische Neubewertung von Homosexualität. Dass ein solches „pseudo-CSD-Gottesdienst in der Liebfrauenkirche stattfinden darf, ist ein Skandal und ein Affront gegen die Gläubigen. Ein weiteres Beispiel für die Dekadenz der katholischen Kirche in Deutschland.

Freitag, 11. Dezember 2015

Rektor von Jesuiten-Hochschule Sankt Georgen segnete Homo-Paare


Der Rektor der Jesuiten-Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/Oberrad, Prof. Ansgar Wucherpfennig S.J., sagte, „er habe schon homosexuelle Paare gesegnet, so wie andere Priester auch“, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am 11. Dezember 2015.

Die Philosophisch-Theologische Hochschule der Jesuiten ist bekannt für ihre extravaganten theologischen Ansätze. Eingrenzend erklärte Wucherpfennig, die Segnungen hätten nicht in öffentlichen Gottesdiensten stattgefunden.

Die katholische Kirche in Frankfurt verstärkt zurzeit ihre Seelsorge an homosexuellen Personen. Zuständig sind die Provinzoberin der Pallottinerinnen, Helga Weidemann und eben Pater Ansgar Wucherpfennig.

Der Frankfurter Stadtdekan, Johannes zu Eltz, der mit seinen Attacken gegen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst weltweit bekannt wurde, steht offenbar einer moraltheologischen Neubewertung der Homosexualität offen. Die FAZ berichtet, Eltz sei der Auffassung, dass „das neue Seelsorge-Angebot eine Segnungsfeier für Homosexuelle nicht präjudiziere. Darüber werde aber beim im Januar stattfindenden Stadtkirchenforum gesprochen. Diese >Gerechtigkeitsfrage< könne man nicht unterdrücken“.

An diesen traurigen Stellungnahmen zeigt sich einmal wieder, wie gewisse Kirchenkreise in Deutschland gewillt sind, das katholische Lehramt und die Praxis der Weltkirche zu ignorieren, um einen „deutschen Sonderweg“ einzuschlagen. Die Tatsache, dass die letzte ordentliche Bischofssynode es abgelehnt hat, sich mit dem Thema Homosexualität zu beschäftigen, ist für den deutschen Progressismus unerheblich. Der Progressismus ist entschlossen, seine Agenda durchzusetzen.

Mittwoch, 2. September 2015

Progressisten fordern „Dekade des Dialogs“ und „humanisierte Sexualität“

Stephan Goertz, Professor für Moraltheologie und Herausgeber von „Wer bin ich, ihn zu verurteilen? Homosexualität und katholische Kirche“ (Herder Verlag) wünscht die Ausrufung einer „Dekade des (theologischen) Dialogs“. Dies sagte er in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

Hintergrund ist die Familiensynode, die am 4. Oktober 2015 beginnt. Inzwischen erwarten wohl die progressistischen Theologen keine nennenswerten Änderungen in der Haltung der katholischen Kirche gegenüber der Sexualmoral, den homosexuellen Praktiken etc. und planen für die Zeit nach der Synode.

Gegen Kardinal Kasper und generell gegen den liberalen Flügel hat sich im Vorfeld der Synode ein großer Widerstand gebildet. Etliche Kardinäle und Bischöfe publizierten Bücher und Artikel gegen die Thesen Kaspers. Die Aktion „Ergebene Bitte an Papst Franziskus zur Zukunft der Familie“ konnte schon 522.000 Unterschriften sammeln.

Die afrikanischen Bischöfe haben Proteste angekündigt, sollte der liberale Flügel versuchen, die Thesen von Kasper, Marx & Co. durchzusetzen.

Stephan Goertz plädiert in seinem Sammelband für eine völlig neue katholische Sexualmoral und eine Neubewertung homosexueller Praktiken: „In der katholischen Ehe-Moral hat man seit 50 Jahren offiziell erkannt, dass die Liebe zwischen Mann und Frau im Grunde das Sinnbestimmende auch für ihre Sexualität ist. Also, Sexualität im Kontext einer Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau ist etwas Gutes und Schönes nach katholischer Lehre. Daraus ziehe ich den Schluss, dass auch im Kontext einer Liebesbeziehung zwischen zwei Männern oder zwischen zwei Frauen dann diese Sexualität nicht einfach Sünde sein kann oder etwas Schlechtes. Also, ich würde sagen, ich ziehe die Konsequenz daraus, was die katholische Lehre im Bereich Sexualität zwischen Mann und Frau formuliert hat und übertrage das nun auf Homosexualität.

Überhaupt solle „Sexualität humanisiert“ werden: „Weder die Bibel noch die Natur verbieten Homosexualität von vornherein“.

Im Grunde sieht Goertz keinen wesentlichen Unterschied zwischen hetero- und homosexuellen Beziehungen. Doch anstatt offen zu sagen, die Sexualmoral der Kirche sei falsch, behauptet er, sie hätte sich „fortentwickelt“. Offensichtlich meint er, das Kirchenvolk zum Narren halten zu können.

Die Idee einer „Dekade des Dialogs“ wird in „Wer bin ich, ihn zu verurteilen? Homosexualität und katholische Kirche“ vom homosexuellen Theologen Michael Brinkschröder, Autor von „Schwule Theologie“, erläutert.

Dienstag, 25. August 2015

Kath. Professor will homosexuelle Beziehungen zum Sakrament erheben

Im Verlag „Herder“ wird Ende September eine Aufsatzsammlung erscheinen, die eine moralische Neubewertung der Homosexualität fordert. Das Buch heißt „Wer bin ich, ihn zu verurteilen?“, Herausgeber ist der Professor für Moraltheologie, Stephan Goertz.

Katholisches.de (Informationsportal der deutschen Bischofskonferenz) führt ein Interview durch, in welchem klar wird, dass sich die Lehre der Kirche nicht nur hinsichtlich der Homosexualität ändern sollte, sondern gegenüber der Sexualität schlechthin.

So behauptet Professor Goertz: „Die Fortpflanzung GALT als der erste von Gott gegebene natürliche Zweck der Sexualität.“

Damit ist eigentlich alles gesagt. Immer noch besagt die Lehre die Kirche, dass Sexualität vor allem (aber nicht ausschließlich) der Fortpflanzung dienen muss. Progressistische Theologen lehnen das aber vehement ab und wollen damit die katholische Sexualethik im Grunde abschaffen. Die Sexualmoral der katholischen Kirche steht und fällt mit dieser Kernbehauptung.

Goertz weiter: “Die Fortpflanzung galt als der erste von Gott gegebene natürliche Zweck der Sexualität. Und das sexuelle Verhalten durfte die soziale Ordnung nicht gefährden. In diesem Konzept hatten sexuelle Beziehungen zwischen Männern oder Frauen keinen Platz.”

An dieser Stelle muss man sich fragen, wieso Professor Goertz das Problem auf die Homosexualität einengt. Wenn die primäre Funktion nicht mehr die Fortpflanzung ist, dann ist alles erlaubt: außerehelicher Geschlechtsverkehr, künstliche Verhütungsmittel, Schauen von erotischen Bildern oder Filmen usw.

Erst andere Aspekte - nicht sexualmoralische - würden gewisse Handlungen zur Sünde machen, etwa wenn ein Ehebrecher seine Frau emotional mit seinem Seitensprung verletzt oder ein Käufer von Pornographie mit seinem Geld den Menschenhandel (indirekt) fördert.

Professor Goertz argumentiert, die Sexualmoral der Kirche sei im Zweiten Vatikanischen Konzil geändert worden: “Der Kontext ist hier der, dass Sexualität den primären Zweck zu erfüllen hatte, für den Fortbestand des Volkes zu sorgen. Das ist offensichtlich nicht mehr unsere Situation, und das ist vor allem seit dem Konzil auch nicht mehr unsere Sexualmoral.”

Das stimmt aber nicht. Im Konzil wurde tatsächlich betont, dass Sexualität andere Funktionen erfüllt (dies wurde lediglich betont, denn neu war diese Aussage nicht, bloß in älteren kirchlichen Dokumenten kam dieser Aspekt teilweise nur am Rande vor). Die späteren wichtigen kirchlichen Dokumente “Humanae Vitae” und “Familiaris consortio”, die sich sehr wohl auf das Konzil berufen, sind für Prof. Goertz gar nicht erwähnenswert.

Stephan Goertz geht in seinen Überlegungen so weit, eine “Sakramentalität” homosexueller Beziehungen in Aussicht zu stellen: “Man könnte theologisch fragen, ob eine verbindliche homosexuelle Liebesbeziehung, die sich als Partnerschaft im Glauben an den Gott Israels und Jesu versteht, nicht einen sakramentalen Charakter besitzt. Homosexuelle Partnerschaften könnten dann eine kirchliche Anerkennung finden.”

Wenn selbst die Sakramentenlehre der katholischen Kirche in dieser Weise in Abrede gestellt wird, fragt man sich, wieso diese Theologen nicht besser eine neue Religion begründen.

Jedenfalls sollten diese Theologen dem Kirchenvolk klar und unmissverständlich sagen, dass sie eine radikale Änderung der katholischen Lehre in wesentlichen Punkten anstreben. Das wäre eine ehrliche Haltung. Das Kirchenvolk – aus der ganzen Welt – könnte dann dazu Stellung nehmen.

Das wünschen die progressistischen Theologen nicht, denn sie wollen suggerieren, das sei Meinung der Kirche. Katholisches.de wählte wohl bewusst den Untertitel “Der Moraltheologe Stephan Goertz über die Haltung der Kirche zu Homosexualität”. Die Überlegungen von Professor Goertz sind aber mitnichten die “Haltung der Kirche“.

Samstag, 8. August 2015

Linke Christen jubeln über Bischof Büchels Aussagen zu Homosexualität



Bischof Markus Büchel, Bischof von St. Gallen, erntet Applaus für seine Aussagen zu Homosexualität und seine Kritik an Bischof Vitus Hounder von Chur, der einige Tage zuvor die katholische Lehre zu diesem Thema in einem öffentlichen Vortrag erläutert hatte. Resonanz aus Twitter und Facebook:

Steffen Zimmerman, Chef vom Dienst des umstrittenen DBK-Portals »katholisch de«





Sybille Forrer, Pfarrerin der reformierten Kirche in der Schweiß schreibt in Twitter:




Andri Rostetter vom  St. Galler Tagblatt schreibt ebenfalls in Twitter:




Die Häme gegen dem konservativen Bischof von Chur, Vitus Huonder, kennt keine Grenzen:




Die Aussagen von Bischof Büchel führen zu den wildesten Interpretationen:



Einige der Kommentare, die in Facebook gepostet wurden:

ENDLICH! Eine Stellungnahme des Bischofs von St. Gallen Makus Büchel, zur Zeit auch Präsident der Schweizer Bischofskonferenz. Der Text ist im Gegensatz zu seinem polternden Kollegen in vornehm argumentierender Sprache abgefasst, lässt aber an Deutlichkeit keine Wünsche offen. Hoffentlich lesen ihn auch die "Seelsorger" in Chur.

Bei allem Verständnis für mitbrüderliche Loyalität ist es in meinen Augen an der Zeit, dass die SBK auch in aller Öffentlichkeit (neben der in Ihrem Brief ja unüberhörbaren indirekten auch) direkte Kritik am Bischof von Chur und seiner Amtsausübung formuliert.

Besten Dank für Ihren treffenden Brief. Es ist unverständlich, was Ihre Berufskollegen in der heutigen Zeit für eine weltfremde Einstellung haben und das bei einem so sympathischen und weltoffenen Chef.

 







Freitag, 7. August 2015

Bischof von Sankt Gallen: Egal, ob jemand homo- oder heterosexuell ist

Bischof Marcus Büchel von Sankt Gallen (Schweiz) äußerte am 7. August 2015 in einem Brief an alle „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge“ haarsträubende Aussagen zu Homosexualität und generell zur Sexuallehre der Kirche.

Sein Kerngedanke: Es sei unerheblich, welche sexuelle Orientierung man praktizieren würde, solange dies „verantwortungsvoll“ geschehe.

Damit widerspricht er frontal die Sexualmoral der katholischen Kirche und möglicherweise auch die christliche Anthropologie.

Bischof Markus Büchel ist zudem Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz!

Seine Vision von Sexualität drückt Bischof Büchel folgendermaßen aus: „Menschliche Beziehungen haben viele Dimensionen, weil jede Person in sich mehrere Dimensionen trägt. Eine davon ist die Sexualität. Für die Förderung des Wohls der Person ist weniger die hetero- oder homosexuelle Neigung entscheidend als vielmehr der verantwortungsvolle Umgang mit Sexualität und allen Dimensionen in einer Beziehung (wie Achtsamkeit, Sorgfalt, Respekt oder Treue). Hier dürfen wir gerade als katholische Gläubige auf das Gewissen jedes und jeder Einzelnen vertrauen. Freuen wir uns an jeder Beziehung, in der sich die Partner als gleichwertige, wertvolle, geliebte Kinder Gottes annehmen, die Würde des anderen achten und das Wohl der Personen befördern!“

Zu den biblischen Aussagen zur Homosexualität schreibt Bischof Büchel: „Unser heutiges Wissen über die Homosexualität als Anlage und nicht frei gewählte sexuelle Neigung war zur Zeit der Bibel gar nicht bekannt.“

Bischof Büchel fordert eine neue Sexualmoral, insbesondere was die Homosexualität angeht: „So müssen wir uns als Kirche der historischen Lasten im Umgang mit der Homosexualität bewusst stellen und eine neue menschen- und sachgerechte Sprache finden.“  


Diese Aussagen verstärken den Eindruck in der Weltkirche, dass es in der deutschsprachigen Welt "drunter und drüber" geht.  Die Synode in Rom im Herbst 2015 sollte sich auch Gedanken machen, wie in unseren Gegenden wieder der Glaube und die wahre Lehre der katholischen Kirche Fuß verbreitet werden könnten. 

Kommentar folgt

Montag, 8. Juni 2015

KNA: Neuer Erzbischof von Berlin sieht Homo-Paare positiv

Unfassbar: 





Sonntag, 7. Juni 2015

Linkskatholizismus und Sexuelle Revolution in Deutschland

Die Allianz zwischen Sexueller Revolution und Linkskatholizimus in Deutschland
 
Vortrag von Mathias von Gersdorff an der Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität in Warschau am 14. April 2015 im Rahmen der Tagung „Was Gott zusammengefügt hat ... - Ehe, Familie und Sexualität im Zusammenhang mit der Bischofssynode, 2014-2015".


Der deutsche Linkskatholizismus - auch Reformkatholizismus genannt -, der in einer großen Anzahl von Vereinigungen organisiert ist, war in den 1990er Jahre besonders aktiv. So wurde regelmäßig gegen lehramtliche Dokumente protestiert, die als „konservativ“ eingestuft wurde, wie etwa Dominus Iesus. Das wichtigste Thema für diese Katholiken war aber stets die katholische Ehe- und Sexualmoral. Diese wurde als despotisch, unzeitgemäß, impraktikabel oder gar als nicht biblisch kritisiert. Darüber hinaus fordern sie eine Demokratisierung der kirchlichen Strukturen und eine größere Beteiligung der Laien an den kirchlichen Entscheidungen, inklusive Bischofsernennungen. Nach der sogenannten „Debatte um den Beratungsschein“ Ende der 1990er Jahre, in der es um die Zulässigkeit der Erteilung von Beratungsscheinen durch katholische Beratungsstellen der Caritas, des „Sozialdienstes katholischer Frauen“ (SKF) und andere ging, hielt sich der Linkskatholizismus in der Öffentlichkeit mit allzu polemischen Stellungnahmen zurück. Caritas & Co. machten damals großen Druck auf die Bischöfe, um im staatlichen Beratungssystem zu verbleiben. Es hagelte Kritik, denn die ausgestellten „Beratungsscheine“ waren die notwendige Voraussetzung, um eine straffreie Abtreibung vorzunehmen. Schließlich stiegen die deutschen Bischöfe aus diesem System aus. 


In der Mitte: Erzbischof Stanisław Gądecki
Für den Linkskatholizismus in Deutschland war es eine herbe Niederlage, denn wollten diese Debatte ausnutzen, um eine stärkere Beteiligung an den kirchlichen Entscheidungen zu erzwingen. Viele Jahre wurde es still um den deutschen Linkskatholizismus. Doch seit dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. sind diese Kräfte deutlich sichtbarer für die allgemeine Öffentlichkeit geworden. Selbstbewusst und sich ihrer Sache sicher, veröffentlichen sie seitdem Stellungnahmen oder fordern von der kirchlichen Hierarchie gar Reformen, die selbst für kirchenferne Personen unschwer erkennbar dem katholischen Lehramt widersprechen.

Einige Beispiele: Mitte Dezember 2013 forderten 17 Theologieprofessoren ein „Umdenken der katholischen Kirche bei Sexualmoral und Familie“ und behaupten beispielsweise hinsichtlich Homosexualität, dass „Treue, Verlässlichkeit und Solidarität nicht weniger wert sind, nur weil sie von Schwulen und Lesben gezeigt werden“. Die christliche Moralverkündigung müsse auch „die vielen Erscheinungsformen des Sexuellen außerhalb der Ehe“ zum Thema machen.

Programm der Tagung

Ebenfalls Mitte Dezember 2013 hat das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZDK)“ eine Stellungnahme zum Thema Ehe und Familie veröffentlicht: mehr Verständnis für Homosexuelle, wiederverheiratete Geschiedene und Patchwork-Familien.

Mitte Januar 2014, als die Debatte um die Petition „Kein Bildungsplan unter der Ideologie des Regenbogens“, die die Einführung der Gender-Ideologie in den Schulen Baden-Württembergs vorsah, hochkochte, meldete sich der Freiburger Diözesanverband des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend und proklamierte: „Katholische Jugendverbände sind für die Förderung der Akzeptanz sexueller Vielfalt (also der Gender-Ideologie) im neuen Bildungsplan“ der Grün-Roten Landesregierung.

Christoph Lehmann von der Katholischen Elternschaft schrieb am 8. Februar 2014 im Berliner Tagesspiegel: „Und auch Konservative können kaum leugnen, dass die staatliche Anerkennung der Übernahme gegenseitiger Verantwortung von Menschen füreinander etwa in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft (also homosexuelle Partnerschaften) hohe Wertschatzung verdient.“ Sowohl Papst Johannes Paul II. wie auch Benedikt XVI. haben „eingetragene Partnerschaften“ unmissverständlich abgelehnt und als Angriffe auf Ehe und Familie bezeichnet.


Nun, solche Erscheinungen sind im deutschen Katholizismus nicht neu. Seit eh und je gibt es Bestrebungen deutscher Katholiken, sich eine eigene Moral und eine eigene Religion zu basteln und sich hierbei nicht zu scheuen, gegen „Rom“ zu polemisieren. Doch es ist auffällig, dass solche Initiativen just in einer Zeit aufkommen, wenn in der säkularen Welt anhand von Projekten im EU-Parlament wie dem „Estrela-Bericht“ (Recht auf Abtreibung und ultraliberale Sexualkunde) und dem „Lunacek-Bericht“ (Sonderrechte inklusive Definition von sog. Hassverbrechen für LGBTI-Menschen), sowie der Einführung der Lerneinheit „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ im Rahmen des „Bildungsplanes 2015“ in Baden-Württemberg, Gender Mainstreaming, Gender-Theorie, Homo- und LGBTI-Agenda mit brachialer Gewalt und gar mit Hinterlist vorangetrieben werden. Offensichtlich besteht ein Zusammenhang zwischen den innerkirchlichen und säkularen Vorgängen.

Trotz unterschiedlicher Sprache und Gewichtungen verfolgen beide Strömungen – säkulare linksliberale Kräfte sowie liberale bzw. progressistische Linkskatholiken – dasselbe Ziel: die Durchsetzung der Maximen der Sexuellen Revolution im Geiste der Achtundsechziger-Bewegung als gesellschaftliche und moralische Norm. Die kirchlichen Gruppen, die dies vorantreiben, sind so etwas wie die „Fünfte Kolonne“ der Achtundsechziger-Revolution innerhalb der katholischen Kirche.  

Besonders empörend ist die Tatsache, dass diese linksliberalen katholischen Gruppen solche Themen aufgreifen, wenn konservative Katholiken oder Christen überhaupt dabei sind, gegen das Voranschreiten  der sexuellen Revolution in der Form der oben genannten EU-Resolutionen oder der Einführung von Gender-Mainstreaming in den Schulen kämpfen. Der Linkskatholizismus wählt oft den passenden Moment, um den guten katholischen Kräften in den Rücken zu fallen.

Neue Energie hat dieses linke Milieu erhalten durch die bekannte Rede von Walter Kardinal Kasper vor dem Konsistorium Anfang 2014 als Vorbereitung für die Familiensynode im Oktober 2014. Bekanntlich schlug er vor, Wege zu suchen, damit wiederverheiratet Geschiedene Zugang zur heiligen Kommunion finden könnten. Es ging aber von vornherein um viel mehr, was der Linkskatholizismus auch schnell erkannt hat. Mit seiner Rede hat Kardinal Kasper in Wahrheit die Büchse der Pandora geöffnet, wodurch all der Schmutz der „Sexuellen Revolution“ der Achtundsechziger-Bewegung in die katholische Kirche einzudringen droht.

Beide Familiensynoden – die vom Oktober 2014 und die kommende im Oktober 2015 - werden vom Linkskatholizismus als willkommene Vorwände missbraucht, wieder aktiv für ihre revolutionäre „Vision“ von Kirche und Lehramt zu werben.

Speerspitze des deutschen Links- oder Reformkatholizismus ist die Bewegung „Wir sind Kirche“. Seit etwa 20 Jahren kämpft sie für eine egalitäre Kirche und dient einer liberalen Auffassung von Moral: Schleifung der Unterschiede zwischen Laien und Priestern, Abschaffung des Zölibats, Akzeptanz außerehelicher Sexualität, Akzeptanz der Wiederheirat nach Scheidung, Verständnis für Abtreibung usw.

Somit propagiert „Wir sind Kirche“ innerhalb des Katholizismus sämtliche Positionen, die im säkularen Bereich diverse Organisationen und Aktivisten der sexuellen Revolution im Geiste der 1968er-Bewegung vertreten.

Wegen der durch Kardinal Kasper neu entflammten Diskussion über eine mögliche kirchliche Neubewertung von wiederverheirateten Geschiedenen Katholiken, kamen alle Themen von „Wir sind Kirche“ auf den Tisch. Lange Zeit war von dieser sogenannten „Basisbewegung“ kaum etwas zu hören. In gewisser Weise hat Kardinal Kasper sie wieder aus der Versenkung geholt.

Trotz ihrer Inaktivität ist „Wir sind Kirche“ ideologisch nicht in der Zeit stehengeblieben. Sie haben im Arbeitspapier „Texte und Arbeitshilfen zur Familien-Synode 2014-2015“ komplett die Entwicklungen der sexuellen Revolution der letzten Jahre übernommen.

So treten sie heute für eine positive Bewertung der Homosexualität und von homosexuellen Partnerschaften ein, sie fordern eine positive Bewertung für das „breite Spektrum sexueller Beziehungen unterschiedlicher Intensität und Ausdrucksformen“, sie fordern die Akzeptanz von künstlichen Verhütungsmitteln usw. Diese Forderungen finden sich in einem Positionspapier mit dem Namen „Sexualität als lebenspendende Kraft“, was schon vieles über die Gesinnung der Autoren sagt.

Auch ihre Auffassung von Familie unterscheidet sich kaum noch von jener der Gender-Ideologen: „Ehrlich bemühte Christinnen und Christen in Sachen Familie und Partnerschaften finden sich in unterschiedlichen Lebens‐ und Familienformen: gut gelebte Ehen mit und ohne Kinder, gescheiterte Ehen und Partnerschaften, gelingende zweite Ehen, alleinerziehende Mütter und Väter, Patchwork‐Familien, homosexuelle Partnerschaften mit und ohne Kinder, Singles in familienähnlichen Netzwerken…“

„Wir sind Kirche“ beschränkt sich aber nicht bloß darauf, Forderungen zu stellen und Arbeitspapiere zu redigieren. Sie will in allen Ebenen aktiv werden, um eine revolutionäre Kirche einzurichten. Eine Liste mit fast zwanzig „Aktionsmöglichkeiten vor Ort“ erklärt den Anhängern, wie sie die Ansichten der Bewegung bekannt machen können. Ein „Synoden-Fahrplan“ erläutert die wichtigsten Etappen bis zur Synode und koordiniert die bundesweiten Aktivitäten, um die größtmögliche Wirkung zu erreichen.

Kurz: „Wir sind Kirche“ hat eine regelrechte Kampagne organisiert mit dem Ziel, die sexuelle Revolution in der Familiensynode 2015 in die katholische Kirche einzuführen.

Diese Bewegung steht in Deutschland natürlich nicht alleine da. Eine Schar von subventionierten Theologen leistet die intellektuelle Vorarbeit, um die katholische Ehe- und Sexualmoral zu demontieren. Sie publizieren in renommierten Verlagen wie Herder oder Patmos.

Vor allem Herder hat etliche Titel herausgegeben, in denen zentrale Inhalte des Lehramtes in Frage gestellt oder direkt angegriffen werden. Eines der wichtigsten Bücher in dieser Kategorie ist das des Tübinger Theologen Hermann Häring, „Keine Christen zweiter Klasse“. Zu ihm gesellen sich Titel wie „Der Fall Tebartz-van Elst: Kirchenkrise unter dem Brennglas“, von Joachim Valentin herausgegeben, oder „Leitbild am Ende? – Der Streit um Ehe und Familie“. In einem verschärft rigiden Ton werden die polemischen Themen Sexual- und Ehemoral, Zölibat, hierarchische Verfassung der Kirche usw. wieder aufgewärmt.

In „Leitbild am Ende?“ vertritt Konrad Hilpert, einer der beiden Herausgeber und emeritierter Professor für Theologie an der Universität München, hinsichtlich der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften folgende Ansicht: „(Es wäre) evident ungerecht, gleichgeschlechtliche Partner von einem öffentlich anerkannten Institut, in dem der Wille zur dauerhaften Verbundenheit und die gegenseitigen Beistandspflichten geregelt sind (also die sog. gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften gem. dem Lebenspartnerschaftsgesetz, Anm. d. Red.) prinzipiell und auf Dauer auszuschließen.“ Sowohl Johannes Paul II., wie auch Benedikt XVI. lehnten solche pseudofamiliären Konstruktionen vehement ab.

Hilpert will aber keineswegs solche rechtlichen Institute auf homosexuelle Paare beschränkt wissen und regt an: „zusätzlich weitere Institute öffentlich geregelter Partnerschaften zu schaffen, die der Ehe in relevanten Regelungshinsichten ähnlich sind.“ Unter diesen Umständen wundert man sich nicht mehr, wenn Bernhard Laux, zweiter Herausgeber und Professor für Theologische Anthropologie an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Regensburg, die Auffassung vertritt, für manche könnten alternative Partnerschaftsformen – also „wilde Ehen“ – die „bestmöglich erreichbare Form sein“.

In „Der Fall Tebartz-van Elst“ sinniert Gregor Maria Hoff, Professor für Fundamentaltheologie in Salzburg, über die ekklesiologischen, also kirchenstrukturellen Auswirkungen des Limburger Falles: „Unter der Hand verschieben sich ekklesiologische Koordinaten. Das Volk Gottes erhält ein Mitspracherecht, wenn es um das Amt des Bischofs geht. Zugleich wird die nicht-kirchliche Öffentlichkeit als ein Faktor innerkirchlicher Entscheidungen ernst genommen.“ Der Autor erhofft sich im Grunde eine Demokratisierung der Kirche.

Wesentlich deutlicher und verständlicher fordert Hermann-Josef Frisch eine Demokratisierung der Kirche in seinem Pamphlet „Nicht Kirchenschafe, sondern Mut-Christen“, erschienen im Patmos-Verlag: „Diese hierarchische, klerikale, selbstbezogene, auf Macht und Einfluss drängende Kirche, die Menschen unterdrückt statt befreit, die eine Drohbotschaft verkündet statt der Frohen Botschaft christlichen Glaubens, die ausschließt statt integriert, die fordert statt zu schenken, die Angst statt Mut und Hoffnung macht – diese Kirche ist am Ende, personell und moralisch.“ Sollte sich die Kirche nicht ändern, so würde sie zu einer unter vielen Sekten verkommen.

In ihren Schriften werden also so gut wie alle Thesen der sexuellen Revolution in theologischer Sprache wiedergegeben, inklusive der letzten Ausprägungen der Gender-Ideologie.

Die Aktivisten von „Wir sind Kirche“ brauchen diese Bücher nur zu lesen, um genügend Argumente für ihren Propagandafeldzug zu sammeln. Kurz: In Deutschland existiert eine gut geölte Maschinerie zur Zerstörung essentieller Bereiche des katholischen Lehramtes.

Wie destruktiv diese Forderungen sind, erklären ausführlich die Professoren am „Päpstlichen Institut Johannes Paul II.“ Juan José Pérez-Soba und Stephan Kampowski im Buch „Das wahre Evangelium der Familie. Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit“.

Nach „moderner“ - aber natürlich völlig falscher – Auffassung, sind Sexualität und Fortpflanzung völlig getrennte Dinge, die man zusammenlegt, wenn es zweckmäßig erscheint, so Pérez-Soba und Kampowski. Insbesondere die „Sexuelle Revolution“ hat Sexualität von Liebe (und von der Ehe sowieso) getrennt. Und zwar nicht erst in den 1960er Jahren, sondern schon viel früher. Für den Psychoanalytiker Wilhelm Reich war Sexualität eine menschliche Tätigkeit, die völlig frei von höheren Erwägungen praktiziert werden sollte. Er vertrat also das glatte Gegenteil der katholischen Auffassung.

Bekanntlich hat sich Reichs Sichtweise immer mehr durchgesetzt. Inzwischen dermaßen stark, dass sich die katholische Kirche in einer Defensivposition befindet. Viele können gar nicht mehr nachvollziehen, wieso Sexualität nur in der Ehe stattfinden soll, zudem ohne künstliche Verhütungsmittel.

Diese moderne freizügige Mentalität prägt natürlich unsere Kultur. In Spielfilmen, Fernsehserien, Literatur, Talkshows, Werbung, ja, überall wird eine Sicht von Sexualität verbreitet, die weitgehend der von Wilhelm Reich und seinen Nachfolgern, vor allem Herbert Marcuse und den Achtundsechzigern, entspricht. Die moderne Kultur unterstützt nicht die katholische Kirche, ihre Ehe- und Sexualmoral den Menschen begreiflich zu machen. Ganz im Gegenteil: Die moderne Kultur steht in vielen Punkten konträr zum katholischen Lehramt.

Auf diese Situation gibt es zwei mögliche Antworten: Eine wäre, die Kultur komplett zu verändern. Das war die Haltung des Apostels Paulus und der anderen Apostel, die permanent der antiken Welt die Leviten gelesen und zu einer umfassenden Bekehrung aufgerufen haben. Dasselbe taten später Menschen wie der hl. Bonifatius oder der hl. Remigius, der Chlodwig I., dem König der Franken, nach seiner Konversion sagte: „Bete an, was du verbrannt hast – verbrenne, was du angebetet hast. Adora quod incendisti, incende quod adorasti!“

Kardinal Walter Kasper ist weit von solchen Vorstellungen entfernt. Er meint, man müsse die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit akzeptieren und mit ihnen ganz behutsam umgehen. Keineswegs solle man sie überfordern oder gar einen drastischen Lebenswandel verlangen.

Dieser „pragmatische Ansatz“ ist das Programm des Linkskatholizismus in Deutschland.

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Fast unnötig zu sagen, dass wenige im deutschen Episkopat den unverschämten Forderungen von „Wir sind Kirche“ widersprechen. Viele unterstützen sogar die Implementierung von Kardinal Kaspers Vorstellungen zur Familienpastoral. Dass diese schon mehrmals widerlegt wurden, unter anderem durch Kardinal Ratzinger, als er noch Glaubenspräfekt war, spielt keine Rolle. Auf Biegen und Brechen wollen die Progressisten die katholische Kirche dem modernen Zeitgeist anpassen. Diese Situation ist natürlich nicht neu. Neu ist allerdings die Entschlossenheit, mit der man die katholische Ehe- und Sexualmoral über Bord werfen will.

„Wir sind keine Filiale von Rom.“ Dieser Spruch kam bekanntlich nicht von Reichskanzler Otto von Bismarck während des Kulturkampfes, sondern laut kath.net aus dem Munde von Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München-Freising, ausgesprochen vor kurzem auf einer Pressekonferenz.

Das war keineswegs ein Ausrutscher.

Reinhard Kardinal Marx gab schon am 22. Januar der US-amerikanischen Zeitschrift der Jesuiten America ein Interview, in welchem er seine Hoffnungen für die Familiensynode im Oktober 2015 und seine Vision von Kirche schildert. In Deutschland wurden vor allem die Passagen zu geschiedenen Wiederverheirateten und Homosexuellen registriert. Die Süddeutsche Zeitung wählte für ihren Bericht die Überschrift „Auch Homosexuelle gehören dazu“, der Nordbayerische Kurier titelte: „Marx für Reformkurs bei wiederverheirateten Geschiedenen“.

Diese Themen sind zur Zeit die wichtigsten für die sogenannten Reformkatholiken, die eine Anpassung der Lehre der katholischen Kirche an die Maxime der sexuellen Revolution der Achtundsechziger-Bewegung anstreben.

Doch Kardinal Marx beschränkt sich im Interview mit „America“ keineswegs auf diese Themen, sondern präzisiert und aktualisiert die üblichen Anschauungen des Reformkatholizismus. Damit stellt er sich an die Spitze einer Bewegung, die spätestens seit dem Missbrauchsskandal vor fünf Jahren immer deutlicher und lauter in der Öffentlichkeit ihre Ansichten vertritt: Die Kirche müsse ihre Strukturen drastisch schleifen, die Kirche müsse sich demokratisieren, und das kirchliche Lehramt müsse sich dem heutigen Lebensgefühl anpassen.

Der sogenannte „Fall Tebartz-van Elst“ im vergangenen Jahr war ein neuer willkommener Anlass für die liberalen Katholiken, für ihre Agenda zu werben. Angeblich um in Zukunft „Limburger Verhältnisse“ auszuschließen, müsse nun auch über eine neue Definition des Bischofsamtes und der kirchlichen Hierarchie schlechthin diskutiert werden.

In Wahrheit geht es um eine völlig neue Vision dessen, was Kirche überhaupt ist. Dies wird im Interview von Kardinal Marx mit America sehr deutlich. So sagt er: „Die Kirche kann der Welt zeigen, dass sie nicht ein Instrument für sich selbst, sondern für die Einheit der Nation und der Welt sein kann.“ Die Kirche dürfe keine narzistische Kirche, keine Kirche der Furcht sein, so Marx.

Verständnis zeigt Kardinal Marx auch für homosexuelle Partnerschaften, für „wilde Ehen“, für wiederverheiratete Geschiedene, für die Forderungen, die Sakramentenlehre zu verändern. Für ihn sei sowieso nicht klar definiert, was die katholische Kirche über Ehe und Familie lehrt.

Kardinal Marx tritt ein für eine Entklerikalisierung der Macht an der römischen Kurie. Dementsprechend sollten Laien wichtige Ämter, sogar den Vorsitz von Räten, Kongregationen (also der vatikanischen Ministerien) und sonstigen Verwaltungseinheiten übernehmen.

An diesen Aussagen wird folgendes klar: Die Kirche wird von den liberalen Reformkatholiken nicht primär als Hüterin der Wahrheit aufgefasst, sondern als ein Ort der Begegnung, wo sich alle Menschen, egal wie sie sind, treffen. Damit das überhaupt funktionieren kann, muss sich die Kirche an den Zeitgeist anpassen und möglichst offene Grenzen haben. Die Grenzen zwischen katholisch und nicht-katholisch werden möglichst verwischt – aber nicht so stark, dass das die Kirchensteuereinnahmen gefährden könnte). Um das wiederum zu erreichen, ist eine Schwächung des Priester- und Bischofsamtes nötig.

In einer solchen Kirche kann die Wahrheit beziehungsweise die Treue zum Evangelium nicht im Mittelpunkt stehen. Das wird zwar nicht ausdrücklich gesagt, doch das ist die zwangsläufige Konsequenz. Damit die Wahrheit gegen die ständigen Angriffe gewappnet ist, muss sie hierarchisch auf der Basis des Weihesakramentes aufgebaut sein.

Sollte dieser Prozess lange genug fortdauern, entstünde ein formloses Gewebe von Bistümern und Pfarreien ohne festumrissene Gebietsabgrenzungen. Das Sagen hätten pseudo-demokratische Gremien und charismatische Figuren, die einen Lebensstil vorgeben, der nicht mehr an festdefinierte Glaubenswahrheiten gebunden ist.

Eigentlich sähe dann die Kirche nicht viel anders aus als die utopische poststrukturalistische Gesellschaft der Achtundsechziger-Revolutionäre.------


Dass in Deutschland die katholische Kirche nicht schon längst einen Sonderweg eingeschlagen hat, ist maßgeblich in Deutschland lebenden Gläubigen aus Kroatien, Polen oder Afrika zu verdanken. Ohne diese Katholiken würde vielerorts, vor allem in Großstädten, kaum noch Glaubensleben mehr existieren. Zudem werden sie immer aktiver und mischen sich inzwischen auch in kirchenpolitische Angelegenheiten ein. Der hierzulande noch herrschende Laien- und Rätekatholizismus von Reformkatholiken, der in den entscheidenden Ämtern sitzt und über großzügige finanzielle Mittel verfügt, bekommt allmählich Konkurrenz.

Hoffnung für die Kirche kommt entspringt heute vor allem aus Ländern und Regionen, in denen der Glaube noch nicht so stark verdunstet wie bei uns: Polen, Asien, Afrika. Von dort sowie aus den USA kam bei der Familiensynode im Oktober 2014 der größte Widerstand gegen die Demontage der Ehe- und Sexualmoral.

Aber Hoffnung kommt auch von deutschen Katholiken selbst. Lange Zeit haben sie es zugelassen, dass sich der linksliberale moderne Geist in der Kirche ausbreitet. Doch auch diese Katholiken werden aktiver und organisieren sich.

Wie diese Auseinandersetzung ausgehen wird, ist noch ungewiss. Eines ist sicher: Die katholische Kirche in Deutschland geht turbulenten Zeiten entgegen. „Doch am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren“ hat die Gottesmutter in Fatima versprochen. O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu Dir unsere Zuflucht nehmen!

Samstag, 6. Juni 2015

Deutsches Christentum: Kirchen im Homo-Rausch

Homosexualität scheint auf kirchliche Medienleute, Theologen und sogar manche Kardinäle und Bischöfe eine schier unüberwindliche Faszination auszuüben. Anders kann man sich die Ballung an Nachrichten und Stellungnahmen aus dem kirchlichen Bereich nicht erklären.

In der „Evangelischen Kirche Deutschlands“ ist diese Faszination schon seit langem ausgeprägt. Johannes Rogalla von Bieberstein schildert in seinem neuen Buch „Schwulenkult und feministischer Geschlechterkampf: Wie der „sex-positive" Geschlechterkrieg Kirche und Gesellschaft verändert“ detailliert, wie es dazu kam. Liest man dieses Buch, bekommt man den Eindruck, dass die EKD von der Homo-Lobby geradezu unterwandert wurde. 

Nun haben Heinrich Bedford-Strohm, EKD-Ratsvorsitzender, und Margot Käßmann, Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, sogar verlangt, das Eherecht für homosexuelle Paare zu öffnen. Diese Forderung stellten sie nach dem Sieg der Befürworter der Homo-Ehe in Irland: Was hat sich dadurch im Evangelium geändert, dass die Homo-Ehe nun für die EKD erstrebenswert erscheint?

Dem Homo-Rausch verfallen aber inzwischen auch immer mehr Persönlichkeiten in der katholischen Kirche.

Kardinäle: Kardinal Walter Kasper hat wenige Tage nach dem unsäglichen Referendum in Irland behauptet, der Staat müsse für Homosexuellen gesetzliche geregelt Partnerschaften fabrizieren, falls die Bürger das so wollten. Überhaupt müsse Homosexualität zu einem wichtigen Thema in der nächsten Familiensynode im Oktober 2015 werden, obwohl das Thema nichts mit Ehe und Familie zu tun hat. Offensichtlich hat der Revoluzzer mit Kardinalshut nur auf eine Gelegenheit gewartet, um ein weiteres Mal die katholische Sexualmoral anzugreifen.

Kardinal Reinhard Marx ist schon lange dabei, für eine Neubewertung von Homosexualität zu werben. Besondere Aufmerksamkeit erhielt sein Interview mit der US-Amerikanischen Jesuitenzeitschrift „America“. Neuere Auslassungen in dieser Hinsicht geschahen in seiner Pfingstpredigt und auf dem Evangelischen Kirchentag in Stuttgart.

Der prominenteste Homo-Sympathisant unter den Bischöfen ist Stephan Ackermann von Trier

Die Liste der deutschen Theologen, die die Homo-Werbetrommel rühren ist ziemlich lang: Eberhard Schockenhoff, Stephan Goertz, Konrad Hilpert, Bernhard Laux, Hermann Häring u.v.a. Sie sind auch die radikalsten Verfechter einer totalen Abschaffung der katholischen Sexualmoral. Ihrer Meinung nach sollte sich die katholische Kirche hinsichtlich des 6. Gebots komplett der sexuellen Revolution anpassen.

Die kirchensteuerfinanzierten Medien, wie etwa das Internetportal katholisch.de oder die „Katholische Nachrichtenagentur KNA“ berichten massiv und völlig unkritisch über die Debatten um die Homo-Ehe und nicht selten mit Sympathie. Kritische Stimmen oder Hinweise auf die Lehre der Kirche sucht man vergeblich. Offensichtlich fühlen sich die Verantwortlichen nicht im Geringsten der Ausbreitung des katholischen Glaubens verpflichtet.

Das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)“ forderte in seinem Positionspapier für die Familiensynode 2015 die Segnung homosexueller Partnerschaften. Laut Medienberichten geschah dies auf Druck des „Bundes der katholischen Jugend Deutschlands (BDKJ)“. 

All dies geschieht just zu einem Zeitpunkt, in welchem die Homo-Lobby eine neue Attacke auf die Ehe unternimmt. Die katholische Kirche in Deutschland, anstatt Widerstand zu leisten und den Menschen die Wahrheit des Evangeliums zu verkündigen, macht Homosexualität salonfähig – ein grauenhafter Verrat am Missionsauftrag.

Diese desolate Lage ist deprimierend. Wird es in 10, 20, 30 Jahren noch katholischen Glauben hierzulande geben? 

Es muss dazugesagt werden, dass hier die geistige Verfassung von Kirchenfunktionären geschildert wird. Beim normalen Kirchenvolk, bei den einfachen Menschen, die den Glauben praktizieren, spielt dieses Thema keine Rolle

Die Faszination für die Homosexualität bei den Funktionären ist vor allem Symptom der Dekadenz des linken deutschen Räte- und Verbandskatholizismus.

Freitag, 5. Juni 2015

Kirchentag: Haarsträubendes von Kardinal Marx und katholischen Theologen


Will man sich ein Bild über den verwahrlosten Zustand der katholischen Kirche in Deutschland machen, sollte man den Artikel „Extrem schwierige Debatte - Bischöfe und Theologen diskutieren kontrovers über die "Homo-Ehe"“ lesen, erschienen im Informationsportal der Deutschen Bischofskonferenz katholisch.de.

Dort liest man: „Auf dem Kirchentag in Stuttgart ging Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, am Freitag auf Fragen wie Homosexualität und wiederverheiratete Geschiedene ein. Ein weltweiter Konsens der katholischen Bischöfe zum Umgang mit ihnen sei "extrem schwierig", so der Münchener Erzbischof. Zwischen Europäern, Afrikanern und Lateinamerikanern lägen die Positionen hier weit auseinander."

Wie kann ein Kardinal der katholischen Kirche solche Aussagen treffen? Hat der Kardinal sich tatsächlich so ausgedrückt oder wird er von "Katholisches.de" falsch zitiert?

Fest steht: Die Lehre der katholischen Kirche zur Homosexualität ist völlig klar und eindeutig. Sie ist im „Katechismus der katholischen Kirche“ und in vielen anderen Dokumenten des katholischen Lehramts zu lesen. Die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt  XVI. haben wiederholt die katholische Haltung zu Homosexualität und zu homosexuellen Partnerschaften ausgeführt.

Abgesehen davon, suggeriert der Artikel (oder Kardinal Marx, falls er richtig zitiert wird), dass die Lehre der katholischen Kirche im Konsens zwischen den Katholiken verschiedener Kontinente entsteht, was offensichtlich hanebüchener Unfug ist. Die katholische Kirche besitzt eine hierarchische Verfassung mit dem Papst an der Spitze. Das Lehramt richtet sich nach der Wahrheit des Evangeliums und ist kein Produkt einer Konsensfindung.

Diese Aussagen – zudem auf einer Großveranstaltung wie dem Evangelischen Kirchentag ausgesprochen - sind dermaßen für das Kirchenvolk verwirrend, dass sie schnell widerrufen werden müssen, falls sie tatsächlich so ausgesprochen wurden.

Besonders haarsträubend sind Aussagen katholischer Theologen auf dem Evangelischen Kirchentag. So sagte laut „Katholisches.de“ Stephan Goertz, Professor für Moraltheologie: „In keinem Fall verurteilt die Bibel das, was seit circa 150 Jahren unter Homosexualität verstanden wird, also die sexuelle Ausdrucksweise der Beziehungsfähigkeit eines gleichgeschlechtlich orientierten Menschen.“

Falls dieser Professor das tatsächlich gesagt hat, so führt er die Menschen bewusst in die Irre. 

Der Paderborner Professor für Moraltheologie, Peter Schallenberg, soll laut „Katholisches.de“ gesagt haben: >Regierung und Parlament "aufzufordern, auf gesetzliche Reglungen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu verzichten (selbst wenn der Staat diese als Ehe bezeichnet), halte ich für unangemessen und illusorisch, ja unnötig diskriminierend<.

Abgesehen davon, dass sich laut katholischer Lehre staatliche Gesetze durchaus nach den Geboten Gottes richten sollen, ist es Unsinn in einem demokratischen Rechtsstaat von den Bürgern zu fordern, sie sollen sich zu bestimmten politischen Themen nicht äußern. Eine solche Aussage ist ein Affront für alle, die sich in Deutschland für die Verteidigung der christlichen Ehe einsetzen.

Zudem zitiert Schallenberg – wohl bewusst – das Zweite Vatikanische Konzil falsch, wenn er behauptet: das Konzil "bestand darauf, dass es keine Hierarchie der Funktionen von Sexualität mehr geben soll". „Wenn zwei Homosexuelle ihre Liebe sexuell ausdrückten - respektvoll und verbindlich - dürfe man das nicht mit Schuld verbinden“, berichtete Schallenberg laut „Katholisches.de“.

Sollte es wahr sein, dass diese Redner solche Aussagen in Stuttgart getroffen haben, so wäre das ein Skandal und ein weiteres Indiz für die Orientierungslosigkeit wichtiger Persönlichkeiten in der katholischen Kirche in Deutschland.