Posts mit dem Label Neue Bücher werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Neue Bücher werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 9. Februar 2017

Kardinal Paul Josef Cordes würdigt Buch "Gender - was steckt dahinter?" von Mathias von Gersdorff


Kardinal  Cordes                   Vatikan, 9. 2. 2017


Lieber Herr von Gersdorff,


Sie haben mir freundlicher Weise Ihre Publikation „Gender. Was steckt dahinter?“ (Illertissen 2015) zugesandt. Ich möchte Ihnen für das Buch danken. Es wird mir selbst eine hilfreiche Quelle sein in all den Sachfragen zur Gender-Problematik.

Es ist schon erstaunlich, wie lange auch wohlmeinende Zeitgenossen falschen Propheten nachlaufen und wie schwer sich Wahrheit der öffentlichen Meinung vermitteln läßt. Ich selbst bin dem Gender-Mainstreaming erstmals 1980 begegnet. Ich war damals Leiter der Vatikanischen Delegation bei der „Welt-Uno-Konferenz für die Frau“ in Kopenhagen. Militante Feministen versuchten den Begriff „Gender“ in die Schluß-Resolution einzuführen, und der Großteil der Teilnehmer wußte nichts von seiner anthropologischen Sprengkraft; er erschien nur ein harmloser, anderer Ausdruck für „Geschlecht“. So fischten die Kämpfer für „Womens‘ Rights“ im Trüben.

Fast vierzig Jahre sind seither vergangen, und für wache Menschenfreunde ist die diabolische Auswirkung des Genderismus Schritt für Schritt aufgewiesen worden; Ihre Veröffentlichung gibt zu diesem Wissensfortschritt einen guten Überblick. Wer die schlimmen Folgen der Ideologie immer noch bestreitet, steckt entweder den Kopf in den Sand – oder er ist ein Zyniker. Für Katholiken sprach Papst Franziskus ein Verdikt aus, das an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Er sagte in der Kathedrale auf dem Wawel (Krakau)Ende Juli vergangenen Jahres bei einer Begegnung mit dem polnischen Episkopat wörtlich:

„In Europa, in den USA, in Lateinamerika, in Afrika, in einigen Ländern Asiens gibt es einen wahren ideologischen Kolonialismus. Und einer von diesen – ich nenne ihn unverhohlen beim Namen – ist die Gender-Theorie! Heute wird den Kindern – den Kindern! – in der Schule beigebracht, dass jeder sein Geschlecht selber wählen kann. Und warum wird das gelehrt? Weil die Lehrbücher von den Personen und den Institutionen kommen, die dir das Geld geben. Das sind die Formen von ideologischem Kolonialismus, die auch von sehr einflussreichen Ländern unterstützt werden. Und das ist schrecklich.“

Möge Jesus, der Freund der Kinder, Sie in Ihrem Engagement für die Kleinen weiter geleiten.

Mit Segenswünschen     Ihr Kardinal Paul Josef Cordes


Das Buch kann beim VERLAG , bei AMAZON  oder im Buchhandel bestellt werden

Donnerstag, 7. Januar 2016

Wieder aktuell? Kirsten Heisigs Buch „Das Ende der Geduld“

Die Berliner Jugendrichterin sorgte mit ihrem engagierten Buch über jugendliche Gewalttäter im Sommer des Jahres 2010 für erheblichen Medienwirbel. In einer Kombination von Sachbuch und Streitschrift schildert sie das Leben einer Großstadt, in der der Rechtsstaat zunehmend die Kontrolle über das öffentliche Leben verliert. Viele Passagen könnten genauso gut den Untergang des Römischen Reiches schildern, als dieses von "Barbaren" erobert wurde und die öffentliche Ordnung zusammenbrach.

Dabei ist sie durchaus differenziert in der Beschreibung diverser Konfliktgruppen. Es gibt rechts- und linksextreme Chaoten, deren Randale und Gewalttaten sich schnell mit der konsequenten Anwendung des Strafrechts beenden ließen. Anhand mehrerer Beispiele zeigt sie die Effektivität einer strikten Null-Toleranz-Methode mit diesen Gruppen. Dabei stellt sie auch fest, daß man auf dem linken Auge oft blind ist und deshalb die linksextreme Gewalt zunehmend ausufert.

Doch das Buch konzentriert sich vor allem auf jugendliche Kriminelle mit "Migrationshintergrund": manche sehr jung, viele in Randalierergruppen zusammengerottet und einige in ein System organisierter Kriminalität eingebunden. Die Verbrechensszenen, die sie schildert, würden in Filme à la Mad Max passen. Es sind Szenen einer sich auflösenden Zivilisation, in der Recht und Ordnung durch blanke Gewalt und die Macht des Stärkeren verdrängt werden.

Berlin erscheint wie ein Laboratorium einer postzivilisierten Welt, wie ein Biotop, in der eine Gesellschaft vorgeführt wird, die sich der Unvernunft und dem Sadismus ausliefert. Ist es nicht im Grunde genommen die Welt des Antichrists?

Kirsten Heisig erklärt, daß das Ursachengeflecht zwischen mangelhafter Bildung, Abrutschen in Armut und Kriminalität bei Migrantenkinder sehr groß ist. Nicht nur, daß diese Kinder die Schule oft nicht besuchen wollen oder allenfalls zum Randalieren dort aufkreuzen. Selbst ihre Eltern sehen die Schule meist als einen "Hort der Verderbnis" und haben nichts dagegen, wenn ihre männlichen Kinder gewalttätig werden, denn das gehöre schließlich zum Mannsein dazu.

Die Schule ist für Jugendrichterin Heisig das Hauptinstrument für die Bekämpfung dieses zivilisatorischen Untergangs. Sie plädiert für eine drakonische Durchsetzung der Schulpflicht. Das würde sicherlich helfen, kriminellen Kindern und Jugendlichen vernünftige Lebensperspektiven zu geben und sie dem Einfluß verantwortungsloser Eltern zu entziehen, die – den Schilderungen zufolge – am liebsten im Steinzeitalter leben würden und offenbar Berlin für den besten Ort hierfür halten.

Doch bei diesen Vorschlägen treten auch die Schwachpunkte in Kirsten Heisigs Buch in Erscheinung: Was sie nämlich in ihrem – übrigens äußerst lesenswerten Werk – beschreibt, ist das Ergebnis einer Kulturrevolution, die seit Jahrzehnten dabei ist, die sittliche Basis für ein gedeihliches Zusammenleben zu zerstören. In diese Welt, die nichts anderes als die Wunschwelt der 1968er ist, können sich die Migranten letztlich gar nicht integrieren. Warum nicht? Die Schule müßte eine doppelte Aufgabe vollbringen: Die Kulturrevolution der "68er" rückgängig machen, um wieder eine Ordnung zu ermöglichen, die überhaupt in der Lage ist, Migranten zu integrieren und zweitens eben diese Integration als solche. Daß dies mit einem rot-roten Senat möglich ist unter der Führung einer Person wie Klaus Wowereit und in einer Stadt, in der die Grünen – die Partei der 68er – Umfragewerte von 27 % erzielen (höher als SPD und CDU), darf bezweifelt werden. 


Diese Buchbesprechung wurde kurz nach Erscheinen im Jahr 2010 von mir geschrieben und veröffentlicht

Mittwoch, 4. November 2015

Wichtige Neuerscheinung: FAMILIENMODELLE IN DER DISKUSSION von Prof. Kampowski


In den letzten Jahren stand die Frage der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion im Zentrum der innerkirchlichen Diskussion. Doch diese Frage ist nur ein Punkt einer langen Agenda.

Ziel des Progressismus ist es, praktisch die gesamte Pseudo-Ideologie der sexuellen Revolution nach den Maximen der 1968er Bewegung in die katholische Kirche einzuführen.

Um diese zu erreichen, ist nicht nur vonnöten, dass wiederverheiratete Geschiedene die Kommunion empfangen dürfen. Angestrebt wird auch eine völlig neue Sicht und eine positive Bewertung von außerehelichen Partnerschaften durch die Kirche. Manche gehen so weit, dass diese neue Sichtweise auch für homosexuelle und sonstige nicht-heterosexuelle Partnerschaften gelten soll.

In seinem gerade erschienenen Buch „Familienmodelle in der Diskussion: unvollkommene Ausdrücke desselben Ideals?“ widerlegt Professor Stephan Kampowski diese Denkansätze und zeigt, wie konträr sie zur katholischen Ehe- und Sexuallehre stehen.

Diese neuen „theologischen“ Ansätze sind in Wahrheit ein Versuch, die Lehre der katholischen Kirche der modernen Welt anzupassen, so Kampowski.

Besonders ausführlich erläutert der Autor, dass man bei unverheiratet zusammenlebenden Paaren, gleichgeschlechtlichen Beziehungen oder zivil wiederverheirateten Paare mitnichten „Samen des Wortes“ finden könne. Manche Theologen sind nämlich der Auffassung, man müsse in diesen Beziehungen die Ähnlichkeiten (angebliche „konstruktive Elemente der Ehe“ wie etwa tiefe Zuneigung oder Verantwortungsbewusstsein) mit der sakramentalen (also der eigentlichen) Ehe hervorheben und nicht die Unterschiede. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Sichtweise ist der Wiener Kardinal Christoph Schönborn.

Solche Ansätze sind sozusagen der „letzte Schrei“ der progressistischen Theologie und werden wohl noch eine Zeit lang Teil der Debatte bleiben. Aus diesem Grund ist Kampowskis Buch all denen zu empfehlen, die zur katholischen Lehre stehen und diese in der Öffentlichkeit verteidigen möchten.

Stephan Kampowski ist Professor am Päpstlichen Institut „Johannes Paul II.“ für Studien über Ehe und Familie in Rom. Zusammen mit Professor Juan-José Pérez-Soba ist er Autor des Buches „Das wahre Evangelium der Familie: Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit“.

Stephan Kampowski: Familienmodelle in der Diskussion: unvollkommene Ausdrücke desselben Ideals?
St. Grignion-Verlag
ISBN/EAN: 9783932085512
112 Seiten, € 9,95
Erschienen am 01. Oktober 2015

Mittwoch, 16. September 2015

Vatikanist entlarvt massive Manipulationsversuche in Synode


Edward Pentin, seit zehn Jahren Korrespondent für etliche Publikationen (Newsweek, Sunday Times, Foreign Affairs, Newsmax, National Catholic Register) in Rom, zeigt in seinem neuen Buch „The Rigging of a Vatican Synod?“ (Dt. etwa „Der Mechanismus hinter den Kulissen einer Synode“), die Versuche linkskatholischer Kreise, die Aussagen der Synode vom Oktober 2014 in ihrem Sinne zu manipulieren.

Der Untertitel ist „An Investigation of Alleged Manipulation at the Extraordinary Synod on the Family“ (Dt.: Eine Untersuchung zu den Vorwürfen der Manipulation der außerordentlichen Bischofssynode vom Oktober 2014).

Der Autor zeigt im Detail, wie das Sekretariat der Synode, geleitet von Kardinal Lorenzo Baldisseri, versucht hat, eine eigene progressistische Agenda mit den klassischen Reizthemen Homosexualität, Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, wilde Ehen usw. durchzusetzen.

Vor allem in der Redaktion der Tagungsberichte wurde versucht, entsprechenden Wortmeldungen eine Bedeutung zu verleihen, die sie weder in den Ansprachen noch in den Arbeitskreisen besaßen. So kam es zu teils heftigen Auseinandersetzungen während der Synode.

Edward Pentin geht auch ausführlich auf die traurige Rolle der deutschen Delegation während der außerordentlichen Synode ein und wie diese mit der Brechstange versuchte, ihre verkorksten Ansichten zu Ehe und Sexualität der Weltkirche aufzuoktroyieren.

Ein Höhepunkt deutscher Arroganz war der Spruch Kardinal Kaspers bei einem Interview, man solle die afrikanischen Synodenväter nicht beachten. Pentin war der Journalist, der dieses Interview aufnahm.

Das Buch ist (zurzeit) nur als E-Book auf Englisch erhältlich: http://www.amazon.de/Rigging-Vatican-Synod-Investigation-Extraordinary-ebook/dp/B014QC51DI/ref=sr_1_1?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1442380889&sr=1-1


Wird es in der ordentlichen Synode auch wie vergangenes Jahr zugehen? In einem Gespräch mit Maike Hickson von Lifesitenews gab sich Pentin pessimistisch. Er rechnet mit weiteren aber subtileren Manipulationsversuchen seitens derjenigen, die die Lehre über Ehe und Familie aufweichen wollen. Jedenfalls müsse man die Vorgänge sehr genau beobachten und dürfe nicht naiv sein.

Samstag, 13. Juni 2015

Kardinal Antonelli warnt vor Entwürdigung von Eucharistie und Ehe

Kardinal Ennio Antonelli, ehemals Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie, warnt im Hinblick auf die Diskussion um die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion vor einer Entwürdigung der Eucharistie und einem Ende des Sakraments der Ehe.

Diese Gedanken erläutert er in seinem neuen Buch „Crisi del matrimonio ed eucaristia”, das im Internet kostenlos gelesen werden kann:

Spanisch
Englisch
Italienisch (im Link Word-Datei)

Das Buch von Kardinal Antonelli ist eine wichtige und besonders zeitgemäße Klarstellung hinsichtlich dieser Fragen.

Kardinal Walter Kaspers Gedanken bei seiner „Rede vor dem Konsistorium“ haben eine große Verwirrung, bei den Gläubigen hinsichtlich der Lehre der Kirche über die Ehe, der Familie und der Sexualmoral, verursacht.

Etliche wichtige Kirchenmänner setzten sich nun ein, das Kirchenvolk entsprechend der Lehre der Kirche zu orientieren.

Einige der wichtigsten Aussagen aus Kardinal Antonellis Buch (eigene Übersetzung aus dem spanischen Text):

Seite 4: Wer sich ernsthaft für ein christliches Leben entscheidet, wird früher oder später die Gnade der vollen Bekehrung und Versöhnung empfangen, so dass er dann die Sakramente empfangen kann.

Seite 7: Man darf nicht das Risiko des Kompromittierens der Glaubwürdigkeit des Päpstlichen Lehramtes – auch des Lehramtes der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. – unterschätzen. 

Seite 8: Im gegenwärtigen kulturellen Kontext besteht die Gefahr, die Eucharistie zu banalisieren und sie zu einer bloßen gesellschaftlichen Geste zu reduzieren. Es geschieht schon, dass selbst Ungetaufte bei Beerdigungen oder Hochzeiten zur Kommunion herantreten, um nicht unhöflich zu erscheinen.

Seite 9: Die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Heiligen Kommunion geht im Grunde von einer Trennung von Barmherzigkeit und Bekehrung aus, was nicht im Einklang mit dem Evangelium steht.

Seite 14: Die Unauflöslichkeit der Ehe ist der Zentralpunkt, um den die ganze Diskussion der Zulassung von wiederverheiraten Geschiedenen kreist. Die Unauflöslichkeit erlaubt eine solche Handhabung nicht.

Mittwoch, 20. Mai 2015

„Vorrangige Option für die Familie“ - Buch zur Familien-Synode in Rom lanciert


Die internationale Initiative „Ergebene Bitte an Seine Heiligkeit Papst Franziskus über die Zukunft der Familie“ präsentierte am 19. Mai 2015 im Hotel Columbus an der Via della Conciliazione unweit des Petersdomes der Presse in Rom das italienische Original des Buches „Opzione preferenziale per la Famiglia. Cento domande e cento risposte intorno al Sinodo” (Vorrangige Option für die Familie. 100 Fragen und 100 Antworten zur Synode).“

Verfasser des Buches sind Erzbischof Aldo di Cillo Pagotto von Paraíba in Brasilien, Bischof Robert Francis Vasa von Santa Rosa in Kalifornien (USA) und Weihbischof Athanasius Schneider von Astana in Kasachstan.

Das Vorwort hat Kardinal Jorge Arturo Medina Estévez geschrieben.

Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz von Minsk und von Bischof Áureo Patricio Bonilla Bonilla Ofm, Apostolischer Administrator von Galápagos schrieben Würdigungen.

Das Buch stellte Tommaso Scandroglio, Assistent für Rechtsphilosophie und Theoretische Philosophie an der Europäischen Universität Rom, vor.

Scandroglio erläuterte die Intention der Veröffentlichung: Das Buch will die katholische Bevölkerung über die Lehre der katholischen Kirche über die Ehe und die Sexualität informieren. Ebenso soll darüber aufgeklärt werden, in welchen Feldern die katholische Lehre heute am meisten angegriffen wird, wie etwa durch die „Gender-Ideologie“ oder die Aufweichung der Sakramentenpastoral (z.B. durch die Forderung, geschiedene Wiederverheiratete zur Kommunion zuzulassen).

Verleger des Buches ist die Associazione „Supplica Filiale“ in Rom. Die Übersetzungen ins Deutsche, Englische, Französische, Polnische, Portugiesische und Spanische sollen in Kürze folgen.

Ebenso sprach John Smeaton, Leiter der in Großbritannien ansässigen „Society for the Protection of Unborn Children SPUC“ (Gesellschaft zum Schutze der ungeborenen Kinder). 

Zur Präsentation kamen viele der bekanntesten in Rom angesiedelten Vatikanisten.

Inzwischen erreichte die Zahl der gesammelten Unterschriften die Zahl von 254.000. Viele namhafte Persönlichkeiten aus Deutschland haben teilgenommen: Christa Meves, Marie-Cécile Herzogin von Oldenburg, Prof. Hubert Gindert, Johanna Gräfin von Westphalen. Michael Hesemann usw.

Die Associazione „Supplica Filiale“ ist nicht die Organisatorin der Unterschriftensammlung. Diese werden von einer Vielzahl von Vereinigungen oder Einzelpersonen auf der ganzen Welt gesammelt. Jedoch wurde ein Verein mit diesem Namen gegründet, um die Arbeiten in Rom zu koordinieren sowie Publikationen herausgeben zu können.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Buchbesprechung: Volker Jordan war das Gegenteil eines ZdK-Katholiken

Rezension zum Konversionsbuch "Endlich zuhause" von Volker Jordan

In Deutschland ist in letzter Zeit aus dem Munde des linken Laien- und Rätekatholizismus oft zu hören, die Lehre der Kirche über Ehe und Familie stehe im Widerspruch zur Lebenswirklichkeit der Gläubigen. Daraus wird die Schlussfolgerung gezogen, die Kirche  –  also das katholische Lehramt  –  müsse nunmehr dieser Lebenswirklichkeit angepasst werden.

Was das konkret bedeutet, zeigt das letzte Dokument des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ mit der vielsagenden Überschrift „Zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen – Familie und Kirche in der Welt von heute“.

Das ZDK fordert im Wesentlichen, die Kirche solle sich mit der Krise der Familie sowie der Missachtung der katholischen Sexualmoral abfinden und das Lehramt letztlich den Maximen der sexuellen Revolution à la 1968er anpassen.

Die Forderungen des ZDKs sind eine einzige Anmaßung. Nicht die Kirche hat sich der Welt anzupassen, sondern genau umgekehrt: Ihre Lehre – auch wenn sie manchmal schwer zu praktizieren scheint  –  ist nicht Willkür, sondern Ausdruck der Schöpfungsordnung Gottes.

Die Sexualethik, welche die Kirche verkündet, ist kein Folterinstrument, sondern der Weg des Menschen zu Gott und zu seinem eigenen Glück.

Auch in unseren Tagen gibt es Menschen, die dies mit Hilfe der Gnade Gottes erkennen und daher die Kirche und das Lehramt mit voller Überzeugung bejahen.

Volker Joseph Jordan ist eines der vielen Beispiele jener Persönlichkeiten, die sich auf den Weg gemacht haben, um die katholische Wahrheit zu finden und anzunehmen. In seinem langen Weg, den er im Detail im Interview-Buch „Endlich zuhause“ schildert, hatte er niemals den Anspruch, die Kirche müsse sich ihm anpassen. Stets war er auf der Suche nach einer Wahrheit, die Gott den Menschen schenkt und die sich der Mensch nicht selber gibt.

Gerade in unseren Tagen, wo viele Glaubenswahrheiten in Frage gestellt werden, ist es herzerfrischend, das Buch „Endlich zuhause“ zu lesen. Der Text entstand in langen Gesprächen mit Felizitas Küble, der Leiterin des Christoferuswerks.

Wer Volker Jordan (verstorben 2013) nicht persönlich kennengelernt hat, wird über lange Passagen erstaunt sein, denn sie lesen sich fast wie ein Lexikon christlicher Denominationen.

Ich hatte die Freude, ihn sehr lange kennengelernt zu haben. Er kam jedes Jahr auf den Stand der DVCK auf der Buchmesse, wo wir uns länger unterhielten. Jordan war Übersetzer und erledigte manche Aufträge für uns.

Recht oft erläuterte er mir, dass er sich nun einer anderen christlichen Denomination angeschlossen hatte. Praktischerweise wurde in „Endlich zuhause“ ein „geistlich-konfessioneller Lebenslauf“ eingefügt. Da kann man nachlesen, wie langwierig und verschlungen sein Weg in die katholische Kirche verlaufen ist.

Über längere Strecken wirken die Schilderungen etwas bleiern und unpersönlich, als ob jemand diktieren würde. Manchmal bekommt man den Eindruck, Jordan würde aus einem Fachbuch für christliche Denominationen vorlesen. Doch das war seine Art. Volker Jordans war ein ruhiger Mensch, der langsam sprach und jedes einzelne Wort überlegte.

Wenn er sich für ein Thema interessierte, so ging er immer in die Tiefe. Insbesondere hinsichtlich der Religion machte er es sich nicht leicht. Er musste den Dingen auf den Grund gehen. Er wollte verstehen, worum es ging.

Diese Haltung könnte mit einer gewissen Überheblichkeit bzw. einem Mangel an Vertrauen erklärt werden. Doch im Laufe des fast 300-seitigen Textes konstatiert man, dass sein Gespür für das Wirken der Gnade Gottes immer stärker wurde und auch seine Bereitschaft, sich von dieser führen zu lassen. 


Fast beiläufig stehen dann im letzten Drittel des Buches Sätze wie dieser: „Ich empfing einen persönlichen Segen von einem aus Argentinien stammenden, russisch-katholischen Priester aus Paris, der sowohl im lateinischen als auch im russisch-byzantinischen Ritus zelebrierte. Dieser Segen bewegte mich sehr, wie ich gestehen muss.“

Dass Jordans Glaube nicht so „verkopft“ ist, wie man anhand vieler Stellen vermuten könnte, zeigt die Tatsache, dass er ein ausgesprochen feines Gespür für Liturgie und ihre Stimmung hatte. Der Ritus kam immer stärker ins Zentrum seiner Aufmerksamkeit. Hier wollte er Gott begegnen.

Beim Lesen erkennt man, dass der Besuch der Heiligen Messe sein Interesse für Lehre und Theologie nicht minderte. Doch seine Ausführungen wirken menschlicher, weniger theoretisch.

Gerade in unserer Zeit brauchen wir viele Bücher wie dieses. Die katholische Tradition bildet sich im Laufe der Jahrhunderte vor allem durch das persönliche Zeugnis von einzelnen Gläubigen. Tradition lebt vom Zeugnis vieler Menschen, die anderen ihren Glauben kundgaben. „Endlich zuhause“ ist ein besonders schönes Beispiel davon.


Buch-Daten: Volker Joseph Jordan. Endlich zuhause – Mein Weg zur Kirche. Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten, 352 Seiten, broschiert, Dominus-Verlag 2013, 14,80 €, ISBN 978-3940879295 
Das Buch ENDLICH ZUHAUSE kann bei felizitas.kueble[at]web.de oder beim Dominus-Verlag bestellt werden
Volker Jordan, Endlich zuhause

Montag, 4. Mai 2015

Vier neue Bücher in Deutschland, die Kardinal Walter Kasper widersprechen

Die seltsamen Thesen Kardinal Kaspers über die Ehe motivieren viele, die katholische Lehre zu verteidigen – auch in Deutschland.

So sind in kurzer Zeit vier Bücher auf deutsch erschienen, die Kardinal Kaspers „Rede vor dem Konsistorium“ kritisch analysieren und  widersprechen:

Im Grignion-Verlag ist von Livio Melina „Für eine Kultur der Familie: Die Sprache der Liebe“, mit einem Vorwort von Bischof Gregor Maria Hanke (Eichstätt), erschienen. Melina ist Theologe und Dozent am "Päpstlichen Institut Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie".

Der Jurist und Lebensrechtler Rainer Beckmann schrieb „Das Evangelium der ehelichen Treue: Eine Antwort auf Kardinal Kasper“. Interessant ist, dass Beckmann aus der Perspektive eines zivil geschiedenen spricht. Insofern ist seine Verteidigung der katholischen Lehre über die Ehe besonders glaubwürdig und wichtig.

Eine mögliche Pastoral mit Geschiedenen beschreibt Prof. Andreas Wollhold in „Pastoral mit wiederverheirateten Geschiedenen: Gordischer Knoten oder ungeahnte Möglichkeiten?“. Das Buch wurde vom Domherr Christoph Casetti in Kath.net besprochen.

Paul Herzog von Oldenburg gab „Was Gott vereint . . .“ heraus. Er ist der Leiter des „Herz-Jesu-Apostolats für die Familie“ und Vater von fünf Kindern. In dieser Schrift werden vor allem die Aktivitäten und Strategien des deutschen Linkskatholizismus gegen die katholische Lehre beleuchtet.

[Besprechungen der Bücher folgen]

Samstag, 18. April 2015

Gerhard Kardinal Müller Liebe ist Selbstverwirklichung durch Selbsthingabe