Der Radikalprogressismus agitiert schon lange gegen das katholische Lehramt und gegen die hierarchische Verfassung der Kirche. Doch der Synodale Weg ist eine neue Ebene der Kirchenrevolution in Deutschland und deshalb gefährlicher. Die Wahrscheinlichkeit eines Schismas und einer deklarierten häretischen Kirche ist wesentlich höher, als bei vergangenen Versuchen, den katholischen Glauben anzugreifen. Es ist sehr wichtig, dass viele sich zum katholischen Glauben und zur katholischen Kirche in Deutschland bekennen.
Das Büchlein "Ist Beten notwendig" vom Hl. Alfons von Liguori ist äußerst empfehlenswert.
Der Heilige erläutert mit große Logik und präziser Sprache: "Das Gebet ist zur Seligkeit nicht bloß nützlich, sondern notwendig; daher legt es uns Gott, der uns alle selig haben will, als Gebot auf: Petite et dabitur vobis: “Bittet, so wird euch gegeben werden” (Mt 7, 7)."
Die Notwendigkeit des Gebets wird deutlich, wenn wir unsere Unfähigkeit vor Augen haben: "Der Grund dieser Notwendigkeit, sich oft Gott zu empfehlen, liegt in unserer Unfähigkeit, aus eigener Kraft ein gutes Werk zu verrichten und einen guten Gedanken zu fassen: “Ohne mich könnt ihr nichts tun” (Joh 15, 5); “Nicht als wären wir vermögend, von uns selbst etwas zu denken, als aus uns selbst” (2 Kor 3, 5)."
Auszüge aus dem Apostolischen Schreibens "Ordinatio Sacerdotalis" vom 22. Mai 1994:
Zu solchen fundamentalen Gründen fügt jenes Dokument noch theologische Gründe hinzu, die die Angemessenheit jener göttlichen Verfügung für die Kirche erläutern, und es zeigt deutlich, daß die Handlungsweise Christi nicht auf soziologischen oder kulturellen Motiven der damaligen Zeit beruhten. So führte Papst Paul VI. dann erläuternd aus, "der wahre Grund liegt darin, daß Christus es so festgelegt hat, als er die Kirche mit ihrer grundlegenden Verfassung und ihrer theologischen Anthropologie ausstattete, der dann in der Folge die Tradition der Kirche stets gefolgt ist". In dem Apostolischen Schreiben Mulieris Dignitatem habe ich selbst diesbezüglich geschrieben: "Wenn Christus nur Männer zu seinen Aposteln berief, tat er das völlig frei und unabhängig. Er tat es mit derselben Freiheit, mit der er in seinem Gesamtverhalten die Würde und Berufung der Frau betonte, ohne sich nach den herrschenden Sitten und nach der auch von der Gesetzgebung der Zeit gebilligten Tradition zu richten".
In der Tat bekunden die Evangelien und die Apostelgeschichte, daß diese Berufung gemäß dem ewigen Plan Gottes erfolgte: Christus erwählte die, die er wollte (vgl. Mk 3,13-14; Joh 6,70), und er tat das zusammen mit dem Vater "durch den Heiligen Geist" (Apg 1,2), nachdem er die Nacht im Gebet verbracht hatte (vgl. Lk 6,12). Darum hat die Kirche bei der Zulassung zum Amtspriestertum [6] stets als feststehende Norm die Vorgehensweise ihres Herrn bei der Erwählung der zwölf Männer anerkannt, die er als Grundsteine seiner Kirche gelegt hatte (vgl. Offb 21,14). Sie übernahmen in der Tat nicht nur eine Funktion, die dann von jedem beliebigen Mitglied der Kirche hätte ausgeübt werden können, sondern sie wurden in besonderer Weise und zutiefst mit der Sendung des fleischgewordenen Wortes selbst verbunden (vgl. Mt 10,1.7-8; 28,16-20; Mk 3,13-15; 16,14-15). Die Apostel taten das gleiche, als sie Mitarbeiter wählten, die ihnen in ihrem Amt nachfolgen sollten. In diese Wahl waren auch jene eingeschlossen, die durch die Zeiten der Geschichte der Kirche hindurch die Sendung der Apostel fortführen sollten, Christus, den Herrn und Erlöser, zu vergegenwärtigen.
Viele feministische Theologen sind stark vom Marxismus beeinflusst. Für sie führt Ungleichheit stets zu Despotie, Willkür und Missbrauch.
Eine katholische Gesellschaftsordnung bejaht aber die harmonischen Ungleichheiten und ist stets auf Hierarchien aufgebaut, die vom christlichen Geist beseelt sein sollen: Barmherzigkeit, Liebe, Güte.
Der marxistische Egalitarismus kann niemals Ziel einer katholischen Gesellschaftsordnung sein.