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Donnerstag, 2. Juni 2022

Synodaler Weg von vornherein als Selbst-Putsch der Bischöfe konzipiert? ZdK-Präsidentin Stetter-Karp: Bischofskonferenz DRÄNGTE ZdK zur Teilnahme


 

Freitag, 8. April 2022

Kardinal Marx nicht radikal genug: Auf INTERNETSEITE BISTUM LIMBURG: Auch wechselnde Partner, Polyamorie etc. müssen anerkannt werden

 


Freitag, 11. Juni 2021

Video: Überblick der Stellungnahmen zum Papstbrief, Einschätzungen und Ausblick

 


Papst Franziskus hat das Rücktrittsangebote von Kardinal Reinhard Marx abgelehnt. Er will, dass Kardial Marx Erzbischof von München -Freising bleibt. Die Resonanz darauf ist sehr unterschiedlich. In diesem Video wird ein Überblick gegeben von den Stellungnahmen aus der säkularen Presse, dem progressistischen und dem konservativen Lager. Wer den Fokus auf auf den sexuellen Missbrauch legt, ist besonders kritisch gegenüber dem Papstbrief.


Dienstag, 8. Juni 2021

Reaktionen auf Marx´ Rücktritt zeigen: Ziel ist Kirchen-Revolution

 



Es lohnt sich, die Reaktionen auf das Rücktrittsangebot von Kardinal Marx etwas genauer zu analysieren, denn sie offenbaren sehr deutlich, worum es den Progressisten geht:

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/4RM6Fs6D_zA

Anette Schavan, bis 2018 deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl „zeigte sich zuversichtlich, dass der Reformprozess Synodaler Weg gestärkt werde. "Der Einfluss derer, die keine Erneuerung der Kirche wollen, wird immer weniger relevant werden.“ (Zitat aus Zeit vom 5. Juni 2021)

Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK): „Der von ihm mit ins Leben gerufene Synodale Weg ist der einzige gangbare, um die zarte Pflanze Vertrauen zu pflegen.“ (Deutschlandfunk)

Johanna Rahner, Professorin für Dogmatik und Ökonomische Theologie an der „Eberhard Karls Universität“ Tübingen: „Hier sollten wir tatsächlich ins Eingemachte gehen“, sagt sie. „Es geht um Macht und Machtmissbrauch in der Kirche, um Beteiligungsgerechtigkeit, insbesondere für Frauen. Es geht um Sexualität.“ Außerdem gehe es auch darum, wie die katholische Kirche ihre Ämter und Sakramente strukturiere. „Es geht nicht mehr weiter mit den ewiggestrigen Lösungen.“ (Deutschlandfunk)

Besonders wichtig: 

Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: „Alle, die denken, dass die Kirche aus dieser massiven Krise herauskommen könnte durch ein paar Schönheitsreparaturen äußerlicher Art, juridischer Art, verwaltungsmäßig, die täuschen sich.“ „Man habe in der Kirche "solches Systemversagen" wahrgenommen, dass es darauf nur "systemische Antworten" geben könne, "die fundamental sind".“ (zitiert aus „Katholisch.de“ vom 5. Juni 2021)

Ebenfalls Bischof Bätzing aus „Katholisch.de“: „Im ZDF sagte Bätzing am Freitagabend, im "Synodalen Weg" hätten die Bischöfe zusammen mit den Laien in Deutschland versucht, systemische Fragen aufzugreifen und ehrlich zu beantworten. "Aber es gibt massive Kritik an diesem Weg und ich habe den Eindruck, manche denken, es wäre mit einigen Schönheitsreparaturen an der Kirche Genüge getan, dann wäre alles wieder gut." Dem widerspreche er selbst ebenso wie Kardinal Marx, sagte Bätzing. "Es geht um fundamentale Reformen in der katholischen Kirche, ohne die wird es nicht weitergehen."

Aus diesen Reaktionen lassen sich nur zwei Schlussfolgerungen ziehen:

Erstens: Es geht nicht primär um die Bekämpfung des Missbrauchs. Der Missbrauch wurde sogar in den Stellungnahmen kaum erwähnt. Nein, es geht um den (möglicherweise letzten) Versuch, die alte progressistische Zerstörungsagenda durchzusetzen: Abschaffung des Zölibats, Abschaffung der Sexualmoral, Frauenpriestertum, Segnung homosexueller Partnerschaften, Demokratisierung der Kirche etc.

Es geht also um die Gründung einer egalitären Nationalkirche in Deutschland.

Zweitens: Es ist auffällig, dass alle nach dem Rücktrittsangebot unisono der Auffassung waren, den „Synodalen Weg“ verteidigen zu müssen. Sie empfinden, dieser befände sich in existentieller Gefahr. Das kann nur bedeuten, dass die Progressisten selber erkennen, dass der Karren tief im Dreck steckt. Bischof Bätzings Appelle am Synodalen Weg festzuhalten sind geradezu verzweifelt.

Fakt ist: Der Synodale Weg hat in Deutschland radikale Elemente auf den Plan gerufen, denen das Gefühl vermittelt wurde, ungehemmt ihre antikatholischen Forderungen aussprechen zu können, wie etwa Frauenpriestertum oder Abschaffung der Sexualmoral.

Möglicherweise machten sich die Radikalprogressisten Hoffnungen, diese Forderung würden im jetzigen Pontifikat erfüllt werden. Das ist aber nicht der Fall. 

Kardinal Marx oder Bischof Bätzing müssten diese radikalprogressistischen Gruppen in die Schranken weisen, doch dafür haben sie entweder nicht den Mut oder sie wollen das nicht.

Foto: Pressefoto Synodaler Weg, Jochen Reichwein


Freitag, 4. Juni 2021

Rücktritt: Trotz zerstörerischen Wirkens pocht Kardinal Marx auf Synodalen Weg

 



In seinem Rücktrittschreiben an Papst Franziskus analysiert Kardinal Marx den Zustand der katholischen Kirche in Deutschland.

Er meint, die katholische Kirche sei an einem toten Punkt angelangt.

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/Xf0uV3qXJww

Das stimmt teilweise tatsächlich: Das progressistische Projekt einer deutschen egalitären Nationalkirche ist gescheitert und an einem „toten Punkt“ angelangt!

Deshalb ist geradezu tragisch, dass Kardinal Marx erneut betont: „Ein Wendepunkt aus dieser Krise kann aus meiner Sicht nur ein „synodaler Weg“ sein.“

Diese Aussage ist unfassbar und unverantwortlich:

Der „Synodale Weg“ wird zum Anlass für die radikalsten Elemente missbraucht, um ihre antikatholischen Positionen zu verbreiten, wie etwa die Forderung nach Frauenpriestertum oder „Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften“.

Der „Synodale Weg“ hat Rom schon mehrmals dazu gezwungen, n die deutschen Angelegenheiten intervenieren zu müssen.

Der „Synodale Weg“ hat auf der ganzen Welt den Verdacht gestärkt, die katholische Kirche in Deutschland befände sich so gut wie in einem Schisma.

Mit Kopfschütteln registriert man überall die Revolten des deutschen Progressismus gegen Rom, das römische Lehramt, die Glaubenskongregation usw.

Warum kann die katholische Kirche in Deutschland nicht normal sein? 

Warum meinen die Zeitgeist-Katholiken hierzulande hartnäckig, die Weltkirche müsse entsprechend ihren abstrusen und wirren theologischen Experimente deformiert werden?

Anstatt endlich einzusehen, dass die katholische Kirche in Deutschland nur eine Zukunft hat, wenn sie das traditionelle Lehramt mit Freude und offenem Herzen annimmt, empfiehlt Kardinal Marx - bevor er sich aus dem Staub macht - die katholische Kirche in Deutschland weiter im Zerstörungprozess „Synodaler Weg“ zu belassen.

Nicht die Kirche hat einen toten Punkt erreicht, sondern der Progressismus.

Das ist aber nicht wirklich neu. Der „Synodale Weg“ war von Anfang an als Kirchenrevolution und als Medienspektakel konzipiert. Das ist aber kläglich gescheitert: Außerhalb katholischer Kreise hat sich lange kaum jemand dafür interessiert. Die Mobilisierung des Kirchenvolkes war minimal.

Der Progressismus, der heute an den entscheidenden Schaltstellen der Macht sitzt, scheint aber so hartnäckig an seinen falschen Zielen und Ansichten anzuhängen, dass er offenbar bereit ist, die gesamte Kirche ins Verderben zu ziehen. 

Bischof Bätzing, der Nachfolger von Kardinal Marx als Vorsitzender der Bischofskonferenz, hat noch keine Signale gesendet, dass er etwas am „Synodalen Weg“ in den Abgrund ändern will.

Foto: Copyright: Erzbischöfliches Ordinariat München (EOM) / Lennart Preiss

Freitag, 15. März 2019

Nach der Vollversammlung der DBK: Deutscher Katholizismus am Abgrund?

Nach der Vollversammlung der DBK: Wird die Kirche endgültig ruiniert?
Die Stellungnahmen und Beschlüsse, die die deutsche Bischofskonferenz anlässlich ihrer Frühjahrs-Vollversammlung gefasst hat, sind höchst besorgniserregend. Denn sie sind imstande, die schwerwiegendsten Entwicklungen der katholischen Kirche in den letzten Jahrzehnten zu beschleunigen und zu verstärken und damit zum endgültigen Bruch mit der Weltkirche führen.

In der Frühjahrs-Vollversammlung hat sich nämlich der deutsche Wille zu einem Sonderweg vollumfänglich durchgesetzt.

Dies soll an den folgenden Punkten verdeutlicht werden:

Von der Auflösung der Sexualmoral zur Auflösung des gesamten Lehramtes

Am einfachsten lässt sich dies an den Personalien erkennen. Wie in diesem Blog schon erklärt, ist insbesondere die Wahl von Bischof Franz Josef Bode (Osnabrück) als Verantwortlicher für das Forum „Sexualmoral“ die denkbar schlechteste Entscheidung. 

Diese Tatsache konnte den in Lingen versammelten Bischöfen nicht entgangen sein. Sie wählten also bewusst den Bischof, der am rabiatesten seit Jahre gegen die katholische Sexualmoral agitiert. Die Botschaft aus Lingen ist: Das ist jetzt so und Basta! So wollen wir es!

Wichtigster Ansprechpartner Bodes soll zudem das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)“ sein. Bode und das ZdK haben noch nie verheimlicht, was sie anstreben: Die Einführung der Maximen der 1968er-Revolution in die katholische Kirche. Also Akzeptanz Wilder Ehen, moraltheologische Unbedenklichkeit von praktizierter Homosexualität etc. (Weiteres zum ZdK HIER)

Das Ziel des Reformkatholizismus ist also eine Auflösung der Sexualmoral und eine Abkehr des Naturrechts als moraltheologischer Grundlage hin zu einer liberalen und zeitgeistorientierten Situationsethik.

Besonders deutlich wird dies an den Forderungen, die die Ehe betreffen.

Auf dem „synodale Weg“ zu einer egalitären Kirche „voranschreiten“

Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hat den Rechts- und Zeitrahmen des „Synodalen Wegs“, in welchem die Gespräche über Sexualmoral, priesterliche Lebensform und innerkirchliche Machtstrukturen stattfinden werden, nicht festgelegt.

Für das „synodale Voranschreiten“ hat er aber als einzigen Ansprechpartner das ZdK genannt. Sicherlich werden sich an diesem „synodalen Dialog“ andere kirchliche Gruppierungen beteiligen, die von einem ähnlichen Geist durchweht werden wie das ZdK.

Das Ziel scheint festzustehen: Aufweichung der kirchlichen Hierarchie, Etablierung einer laiendominierten Kirche, die von pseudo-demokratischen Strukturen geleitet wird.

Jüngst stellte das ZdK folgenden Reformvorschlag vor: „Klerikale Machtstrukturen sollen aufgebrochen werden. Zum einen durch Einbindung von gewählten Laienvertretern auf allen Entscheidungsebenen, zum anderen durch die stärkere Einbeziehung von Frauen „auf allen Ebenen“.“

Fazit

In seiner Stellungnahme erklärte Kardinal Marx: „Die Kirche in Deutschland erlebt eine Zäsur. Der Glaube kann nur wachsen und tiefer werden, wenn wir frei werden von Blockierungen des Denkens, der freien und offenen Debatte und der Fähigkeit, neue Positionen zu beziehen und neue Wege zu gehen.“

In diesem Satz sind die obigen Punkte subsumiert: Gründung einer Kirche ohne verbindliches Lehramt und ohne klar festgelegte Hierarchie.

Das eine folgt dem anderen: Die Kirche fordert von ihren Gläubigen, dass sie an der Wahrheit und am Lehramt festhalten. Hüterin des Lehramtes ist die Kirche mit ihrer Hierarchie. Wird das Lehramt zu einer Art Ratgeber für bessere Lebensführung degradiert, braucht es auch keine Hierarchie mehr, die auf die Reinheit der Lehre achtet.

Es geht aber nicht nur um die Vermittlung der Wahrheit, sondern um die übernatürliche Natur der Kirche an sich. Eng mit der Hierarchischen Verfassung der Kirche ist auch ihre objektive (im Gegensatz zur subjektiven) Heiligkeit verbunden. Diese entspringt unmittelbar der Tatsache, dass Priester geweihte Personen sind, die „in Persona Christi“ (an der Stelle Christi) handeln: In der Eucharistie vollzieht Christus selbst die Wandlung; die Absolution in der Beichte erfolgt durch Christus selbst etc.

Die höhere Rangstellung von Priestern in der Kirche entspringt der Tatsache, dass sie am Priestertum Christi aufgrund des Sakraments der Weihe in besonderer Weise teilnehmen. Dies unterscheidet sie von Laien oder von Personen mit niedrigeren Weihegraden. Deshalb sind Priester auch sakrale Personen (ohne dass sie aufhören, Sünder zu sein). 

Die angestrebte Egalisierung will im Grunde das Sakrale in der Kirche verdecken und die Kirche zu einem säkularen Verein reduzieren. 

Freitag, 4. Mai 2018

Interkommunion: Deutscher Progressismus vor einem Scherbenhaufen

Gewissermaßen war es eine angekündigte Absage: Papst Franziskus hat sich geweigert, sich in die deutsche Debatte um die Interkommunion einzumischen. Er forderte die deutschen Bischöfe auf, zunächst selber eine Lösung zu finden. Diese sollte zudem einstimmig erfolgen.

Das klingt ungefähr so: Ihr (sprich: Kardinal Marx) habt ein Riesenproblem geschaffen. Seht selber zu, wie Ihr da raus kommt. Und wenn es nicht zu einer Einstimmigkeit kommt, so ist das Problem aus der Welt geschaffen.

Doch diese Antwort ist auch eine Offenbarung: Dem Vatikan kann nicht entgangen sein, dass Kardinal Marx & Co., also der deutsche Reformkatholizismus, im Grunde ein siechender Riese ist. Der Progressismus kann in Deutschland auf keinem relevanten Gebiet irgendeinen Erfolg bieten. Die Statistiken über Kirchenaustritte, geringe Berufungen etc. sprechen für sich.

Oft wird im Ausland darauf hingewiesen, dass die katholische Kirche reich sei und man sich mit diesem Reichtum Einfluss erkaufe. Doch diese Analysen übersehen komplett, dass etliche Bistümer pleite sind. Die meisten Einnahmen sind zweckgebunden: An Krankenhäuser, an Altersheimen, an Kindertagesstätten etc. Diese Gelder kann man nicht für die Ausbreitung des deutschen Progressismus verwenden.

In der Theologie lebt der deutsche Progressismus vielmehr vom Staat, der die Lehrstühle finanziert.

Aber auch wenn man auf die Verbreitung des Progressismus schaut, wird die Misere besonders deutlich: Die Auflagen der Bistumsblätter sind im freien Fall, wenige Verlage sind unter wirtschaftlichen Kriterien noch existenzfähig etc. Selbst Großverlage wie Herder müssen immer wieder Buchreihen streichen.

Mit anderen Worten: Der liberale Reformkatholizismus hierzulande ist ein Bluff. Würden an den Machtzentren keine Progressisten sitzen, die es immer noch schaffen, gesunde Initiative am Wachstum zu hindern, wäre er längst verschwunden oder zumindest unbedeutend.

Die Wahrheit ist: Der Progressismus hat keinen Resonanzkasten mehr.

Besonders deutlich wurde dies vor der Familiensynode im Jahr 2015.

Gruppen wie „Wir sind Kirche“ hatten die Absicht, eine massive Agenda zur Durchsetzung ihrer Reformidee durchzuführen. Doch sie scheiterten kläglich, weil niemand mehr hinter ihnen steht. Nur linke Medien verbreiten ihre gescheiterten Vorstellungen.

Und nun zur Interkommunion: Es ist kein Geheiminis, dass die Progressisten gegenüber den Protestanten einen Minderwertigkeitskomplex haben. Sie beneiden sie, weil diese sich nicht an ein römisches Lehramt halten müssen, sondern sich ihren theologischen Phantasien frei hingeben können.

Aus diesem Grund sagen sie seit Jahrzehnten: Im Grunde genommen glauben wir an dasselbe.

Doch das ist pure Selbsteinbildung, die selbst von den seriösen Protestanten nicht geteilt wird. Deren Reaktion auf die geplante Handreichung zur Interkommunion für Mischehen war: Wollt ihr, dass wir Katholiken werden, ohne es offen auszusprechen? Oder seid Ihr eigentlich protestantisch?

Kardinal Reinhard Marx kam sich wohl besonders schlau vor, als er meinte, ein allgemein verbindliches Dokument sei nicht nötig: Wir wenden den Trick der Einzelfalles an.

Pech für ihn, dass noch logisches Denken in Teilen des deutschen Katholizismus herrscht. Sieben Bischöfe richteten ein  Ersuchen an Rom, doch bitte den Fall theologisch und kirchenrechtlich zu klären.

Die Antwort des Papstes: „Für Euch hole ich nicht die Kastanien aus den Kohlen. Seht selber zu, wie Ihr klar kommt.“

Nun steht Kardinal Marx, Vorsitzender der Bischofskonferenz, vor einem Scherbenhaufen. Er hat vollends seinen Ruf ruiniert.

So unterstützte er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk die Forderung von Bischof Franz-Josef Bode, homosexuelle Paare zu segnen. Dieses Ansinnen erzeugte eine lebhafte Debatte, die erst ein Ende nahm, als er – einen Monat später – erklärte, er hätte „das nicht so gemeint“. Die katholische Öffentlichkeit schüttelte den Kopf über so viel Zynismus.

Kurz danach präsentierte er seine Vorstellungen zur Interkommunion in Mischehen. Begründet wurde es mit Tricks und kirchenrechtlichen Spitzfindigkeiten. Auf lokaler Ebene sollten die Pfarrer entscheiden, ob die Spendung der Kommunion in Einzelfällen an nichtkatholische Ehepartner möglich sein könne. Auf diese Weise vermied es Kardinal Marx, ein verbindliches bischöfliches Dokument verfassen zu müssen. Diesen Trick der „Einzelfallentscheidungen“ hatte er zuvor schon bei der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene angewendet. Auf diesem Weg war Kardinal Marx dabei, die Situationsethik in die katholische Kirche einzuführen und zugleich den "Schwarzen Peter" den Priestern vor Ort zuzuschieben.

Zuletzt gab er eine Tirade gegen die Anbringung von Kreuzen in den bayerischen Amtsstuben, durch die er eine Welle der Empörung gegen sich auslöste.

Jedem normal denkenden Mensch wird klar: Kardinal Marx ist seine Fähigkeit, Situationen angemessen einzuschätzen, völlig abhandengekommen.

Es wird immer deutlicher, dass sein „Drang nach Vorwärts“ eine andere, nicht-katholische Kirche anstrebt.

Möglicherweise erkennt Kardinal Marx es nicht selber, doch für den deutschen Progressismus in Deutschland ist er zu einem Hindernis geworden. Es ist eine Frage der Zeit, bis er von einer unverbrauchten Figur ersetzt wird.

Freitag, 23. Februar 2018

DBK-Beschluss zur Kommunion: Wird aus der Kirche ein Abbruchunternehmen?


Unmittelbar vor Beginn der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erstaunte Kardinal Reinhard Marx die Öffentlichkeit mit seiner Aussage, er spreche sich nicht für Segnungen homosexueller Paare aus. Einige Wochen davor hatte sich der Vorsitzende der Bischofskonferenz in einem Interview beim Bayerischen Rundfunk für Segnungen „im Einzelfall“ ausgesprochen, was eine weltweite Welle der Empörung auslöste. Unmittelbar vor der Vollversammlung äußerten sich auch die deutschen Bischöfe Gebhardt Fürst (Stuttgart-Rottenburg) und Stephan Burger (Freiburg) ablehnend gegenüber diesem Vorstoß.

Nun könnte eventuell geklärt sein, wieso Kardinal diesen Rückzieher vornahm: Die Deutsche Bischofskonferenz hat beschlossen, dass evangelische Personen, die mit einem Katholiken verheiratet sind, unter bestimmten Umständen die Kommunion empfangen dürfen.

Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass diese – völlig unerwartete - Ankündigung viele in einen Schockzustand versetzen wird.

Die Begründung scheint wie ein Trick bzw. wie eine Zurechtbiegung des Kirchenrechtes: In extremen Notlagen sollen evangelische Ehepartner zu Kommunion zugelassen werden. Eine Notlage sieht die Bischofskonferenz dann gegeben, wenn die Ehe unter einem Ausschluss zur Kommunion erheblichen Schaden nehmen könnte. Das Kirchenrecht sähe diese Situation vor.

Theologen und Kirchenrechtler müssen diesen schwerwiegenden Beschluss analysieren und beurteilen. Die deutschen Bischöfe haben eine eigentlich sakrilegische Kommunion unter bestimmten Umständen zugelassen. Dies könnte weitreichende Konsequenzen für die Verortung der deutschen Bistümer in der Weltkirche und für das Verhältnis der Gläubigen zu ihren Oberhirten haben. Im Extremfall könnten sich die deutschen Bischöfe, die diesen Beschluss in ihren Bistümern einführen, im Schisma befinden.

Was aber schon festgestellt werden kann ist, dass die Bischofskonferenz der Dekonstruktions-Strategie von Kardinal Marx folgt: Die Instanz, die gegebenenfalls den evangelischen Ehepartner zur Kommunion zulassen soll, ist der Seelsorger, also normalerweise der Pfarrer vor Ort. Entsprechend seinem „Geist der Unterscheidung“ soll er prüfen, ob eine Erlaubnis gestattet werden kann.

Interessanterweise folgt diese dezentrale „Lösung vor Ort“ dem Muster, das sich Kardinal Marx für die Segnungen homosexueller Partnerschaften ausgedacht hatte: Keine allgemeinen Regeln, kein universelle Formel, sondern Einzelfall-Lösungen.  Dies ist zudem unfair gegenüber den Pfarrern, denen damit der "Schwarze Peter" zugeschoben wird.

Diese Einzellfall-Lösungen würden aber universellen lehramtlichen Aussagen widersprechen. Die Kommunion darf nämlich nur jemand empfangen, der bekennt, katholisch zu sein. Ansonsten ist er nicht in der katholischen Kirche. Die Kommunion ist unter anderem das sichtbare Zeichen der Verbundenheit mit der kirchlichen Gemeinschaft, der "Communio". Die Kommunion ist also kein reiner privater Akt, sondern hat etwas durchaus Gemeinschaftliches. Die oft vorgebrachte Forderung aus der evangelischen Welt, auch Protestanten zur katholischen Kommunion zuzulassen, ignoriert systematisch diesen Sachverhalt. Wie Kardinal Joseph Ratzinger in der Erklärung „Dominus Iesu“ ausführt, ist das katholische und das evangelische Verständnis grundlegend unterschiedlich.

Schon in der Frage der Zulassung von wiederverheirateten Personen zur Kommunion in Folge der Veröffentlichung des Apostolischen Schreiben Amoris Laetitia wählte man zum Teil den Weg der Einzelfallprüfung auf lokaler Eben.

Bischofskonferenz setzt Dekonstruktion fort

Wie in diesem Blog schon mehrmals erläutert, führt diese Vorgehensweise zur Auflösung eines universal geltenden Lehramtes und einer universal geltenden Sittenlehre.

Dass sich auf diese Weise ein Sammelsurium von theologischen Ansichten und Praktiken bilden wird, ist offensichtlich. Was verbindet dann noch die Katholiken untereinander?

Dies umso mehr, weil es keinen vernünftigen Grund gibt, Ausnahmen nur für wiederverheiratete Geschiedene und protestantische Ehepartner zu erlauben. Die nun angewendete „Logik“ könnte man auf viele Konstellationen ausdehnen. Es gäbe dann - so gesehen - weitere Lebenssituationen, die scheinbar eine „Einzelfall-Lösung“ ermöglichen.

Mit der Frage nach der Gültigkeit eines universellen Lehramtes und einer universellen Sittenlehre verbunden stellt sich auch immer drängender die Frage, welche Autorität die deutschen Bischöfe in moraltheologischen Fragen noch in Anspruch nehmen wollen.

Was können die Oberhirten überhaupt noch von den Gläubigen hinsichtlich Glaube und Moral fordern? Kirchensteuer zahlen und nicht die AfD wählen?

So gesehen ist die nun getroffene Entscheidung auch eine Selbstdemontage des Bischofsamtes.

Dienstag, 20. Februar 2018

Homo-Segnungen vom Tisch?

Diverse Medien berichten, dass Kardinal Reinhard Marx nichts mehr von Segnungen homosexueller Paare wissen wolle. So schreibt Radio Vatikan: >„Von Segnung homosexueller Paare öffentlich habe ich überhaupt nicht gesprochen“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Montag im Vorfeld der Bischofsvollversammlung in Ingolstadt. Es gehe vielmehr „um die Begleitung von Homosexuellen, die Christen sein wollen, die für ihr Leben auch Zuspruch suchen“. Die Bischofs-Kommission „Pastorale Aufgaben“ sei beauftragt, dieses Thema vorzubereiten.<

Diese Kommission solle sich allerdings nicht mit der Möglichkeit, solche Paare segnen zu lassen, beschäftigen. Das Internetportal der Bischofskonferenz, katholisches.de, berichtet: "Er (Kardinal Marx) habe lediglich gesagt, dass er sich Einzelfall gut vorstellen könne, "dass es auch einen geistlichen Zuspruch geben kann, von der Segnung homosexueller Paare, gar öffentlich, habe ich gar nicht gesprochen", so Marx. Er stellte auch klar, dass die Pastoralkommission sich nicht mit dem "Finden von Segnungsmöglichkeiten" beschäftige."

Das Internetportal "Queer", das vor allem LSBTI-Themen behandelt, zitiert ausführlicher Kardinal Marx´ Aussage über die geplante Kommission: "Zu der Vorbereitung habe man der Pastoralkommission der Bischofskonferenz einen Arbeitsauftrag erteilt. Diese werde sich allerdings nicht mit dem "Finden von Segnungsmöglichkeiten" beschäftigen, so Marx."

Die Erklärung gab Kardinal Marx anlässlich der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, die seit dem 19. Februar 2018 in Ingolstadt tagt. Segnungen homosexueller Paare werden kein Gesprächsthema sein, so Marx.

Das Vorgehen von Kardinal Marx ist merkwürdig. Wich er vor der internationalen Empörung und dem Widerstand aus dem Episkopat? Unmittelbar vor Beginn der Vollversammlung erklärten die Bischöfe Gebhard Fürst (Stuttgart-Rottenburg) und Stephan Burger (Freiburg), dass Segnungen solcher Paare nicht möglich seien. 

Die ganze Angelegenheit wirkt mysteriös. War es ein Versuchsballon? Wird die geplante Pastoralkommission doch noch für Überraschungen sorgen?

Warten wir ab und bleiben wir aufmerksam.

Samstag, 17. Februar 2018

Die doppelte Strategie des Progressismus: Paradigmenwechsel und Dezentralisierung

Der Progressismus ist dabei, eine kirchliche Ruinenlandschaft zu hinterlassen (Foto: B.T.)
Wie in diesem Blog schon mehrmals berichtet, gab es dieses Jahr zwei Plädoyers für die Einführung von Segnungen für homosexuelle Paare.

Zuerst äußerte sich Bischof Frank-Josef Bode von Osnabrück, der sich für eine allgemeine Einführung solcher Pseudo-Segnungen aussprach. Schnell wurde er vom Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann und weiteren Vertretern des Klerus in diesem Anliegen unterstützt, darunter der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz. Dieser will auch wiederverheiratete Geschiedene segnen. Würde sich Bodes Vorschlag durchsetzen, so würde es bald Segnungen für alle möglichen Partnerschaftsformen geben. Damit würde sich die katholische Kirche vollends dem heute herrschenden Geist der sexuellen Revolution anpassen. 

Die Radikalität dieser Revolution scheint Bischof Bode nicht zu beunruhigen. Er selbst sprach von der Möglichkeit einer Spaltung.

Einige Wochen später meldete sich bekanntlich Kardinal Marx zum selben Thema. Auch er ist offen für solche Pseudo-Segnungen, doch er will keine offizielle Begründung dazu veröffentlichen. Vielmehr sollen die Pfarrer selbst von Fall zu Fall entscheiden.

Beide Vorschläge implizieren offensichtlich die Abschaffung der traditionellen Sittenlehre hinsichtlich Sexualität und Ehe.

Doch sie unterscheiden sich im wesentlichen Punkten: Bode will im Grunde eine neue Sexualmoral einführen und damit einen „Paradigmenwechsel“ in der Moraltheologie erreichen. Die traditionelle und eigentliche katholische Moraltheologie, die neben der Hl. Schrift auf dem Naturrecht basiert, wäre damit außer Kraft gesetzt. Dass dies die Gründung einer neuen Religion beinhaltet, braucht kaum erwähnt zu werden. Das Schlachtwort „Paradigmenwechsel“ in der Moral hat kein Geringerer eingeführt als Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

Kardinal Marx geht einen anderen Weg, um die progressistische Agenda durchzusetzen: Er verzichtet darauf, allgemein verbindliche Regeln aufzustellen oder gar seine Autorität als Erzbischof (offen) anzuwenden, um diese Änderungen zu forcieren. Er sagt, jeder Pfarrer soll das so machen, wie er es für richtig hält.

Dadurch verfolgt Kardinal Marx ein anderes Ziel des Progressismus, und zwar die bischöfliche Autorität und die Zentralisierung der Kirche aufzubrechen. Wie hier bereits mehrmals erklärt wurde, strebt Kardinal Marx offenbar die Bildung einer Kirche an, die nicht mehr hierarchisch organisiert ist und auch kein universell verbindliches Lehramt mehr besitzt.

Man könnte die Strategie der Dezentralisierung von Kardinal Marx daher als einen Paradigmenwechsel in den Strukturen bezeichnen.

Das würde natürlich hoch bis zum Papst und dem Vatikan gehen. Für Progressisten wie Hans Küng ist die Kurie gleichsam der Teufel in Person, die am besten abgeschafft gehört. Der Papst sollte irgendwo leben, nicht unbedingt in Rom, und soll die Kirche ohne großen Apparat regieren. Bistümer, Pfarreien und inzwischen „Pastorale Räume“ würden weitgehend unabhängig voneinander leben und unterschiedliche Lehrämter und liturgische Formen entwickeln.

Eine solche Kirche würde sich in ihrer Struktur nicht mehr groß von den Naturreligionen unterscheiden, in denen Personen mit einer starken psychologischen Ausstrahlung das Sagen haben. Eine Gemeinschaft würde sich durch eine emotionale bis fanatische Beziehung zu dieser charismatischen Person bilden.

Was Deutschland betrifft, könnte der Progressismus versuchen, folgende Struktur zu entwickeln: Die Kirche als "Anstalt des öffentlichen Rechts" würde komplett desakralisiert werden und nur noch als Anbieter von Dienstleistungen auftreten. Diese Dienstleistungen (Schulen, Kindergärten, Altersheimen, Krankenhäuser etc.) würden gegen Zahlung der Kirchensteuer oder durch Gebühren angeboten werden.

Die Pfarreien, in denen die eigentliche Seelsorge und die Austeilung der Sakramente stattfinden, würden sich zunehmend zu spirituellen Zentren einer universellen Religion wandeln. Neben den Hl. Messen, der Beichte und „klassischen“ Angeboten gäbe es dort eben auch Segnungen für alles Mögliche, Yoga-Sitzungen, mystische Gespräche mit der Natur, Begegnungen mit Naturreligionen etc.

In einer solchen Konfiguration würden die Anhänger der traditionellen Messe oder die sog. Muttersprachler (Kroaten, Polen etc.) marginalisiert; sie wären eine unter vielen Varianten religiösen Lebens.

Ich gestehe, dass hier eine extreme Situation gezeichnet wird. Möge Gott Mitleid mit Deutschland haben und uns vor diesem Szenario bewahren. Wenn aber der Verfall des Glaubens hierzulande weiter so rasant voranschreitet, wie wir es gegenwärtig sehen, würde dies bald dazu führen, dass die katholische Kirche kaum noch als katholisch bezeichnet werden kann.

Samstag, 10. Februar 2018

Frühjahrsvollversammlung: Bischöfe sollen Kardinal Marx als DBK-Vorsitzenden absetzen

Der deutsche Progressismus hat sich wohl in der Silvesternacht zum Vorsatz gemacht, die Gläubigen in einen Dauerzustand der Bestürzung zu versetzen: Zuerst setzte sich Bischof Franz-Josef Bode für die Segnungen homosexueller Partnerschaften ein. Dann folgte der Brief von Kardinal Marx als Vorsitzender der Bischofskonferenz, in welchem er die Arbeit von Donum Vitae lobt. Schließlich befürwortete der Kardinal in einem Radiointerview Segnungen homosexueller Paare „im Einzelfall“.

Nichts scheint dem deutschen Progressismus mehr heilig zu sein. Die Gläubigen müssen wohl in der Erwartung ständig neuer Angriffe auf  die kirchliche Glaubens- und Sittenlehre leben.

Allerdings sind nicht nur diese Vorstöße besorgniserregend, sondern auch das völlige Schweigen des deutschen Episkopats dazu.

Schon bei der ersten Stellungnahme Bodes hätten mehrere Bischöfe protestieren müssen. Möglicherweise hielten sie Bodes Einsatz für die Homosexuellen aber lediglich für einen neuen Versuch, sich bei der linksliberalen Presse beliebt zu machen. Seit langem versucht Bischof Bode, mit gezielten Tabubrüchen in die Schlagzeilen zu kommen.

Doch der Einsatz von Kardinal Marx für die Homo-Agenda hat das Fass zum Überlaufen gebracht!

Die katholische Kirche in Deutschland skandalisiert die Gläubigen auf der ganzen Welt mit ihren ständigen Attacken gegen den Glauben und die überlieferte Lehre. Diese unerträglichen Beleidigungen müssen endlich aufhören.

Die einzige vernünftige Reaktion der deutschen Bischöfe kann nur die Absetzung von Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz sein!

Auf diese Weise würde die katholische Kirche in Deutschlands endlich ein Zeichen setzen, dass hierzulande der katholische Glaube und das katholische Lehramt noch was Wert sind und man diese nicht ständig mit den Füßen treten kann.

Deutschland, einst ein Land, das überallhin Missionare geschickt hat, ist zu einem Dauerherd von Angriffen gegen den katholischen Glauben geworden.

Die Bischöfe müssen der Weltkirche zeigen, dass der katholische Glauben in Deutschland geschätzt wird. Mit der Absetzung von Kardinal Reinhard Marx bei der kommenden Frühjahreskonferenz in Ingolstadt (19. bis 22. Februar 2018) wäre ein erster Schritt getan.