Sonntag, 15. Januar 2017

Maltas Handreichung zur Kommunion widerlegt Kardinal Müllers Erklärung

Wird Malta zum Modell der progressistischen Kirche? Foto: Frank Vincentz, Wikimedia Commons, Lizenz https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en
Keine Woche, nachdem der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller, die Dubia-Kardinäle öffentlich kritisiert und Amoris Laetitia als klar und ungefährlich für den Glauben bezeichnet hat, veröffentlichen die Bischöfe Maltas eine Handreichung, die Müller diesbezüglich in allem widerspricht.

Maltas Bischofskonferenz legt nämlich Amoris Laetitia besonders liberal aus: Falls ein wiederverheirateter Geschiedener der Meinung ist, er sei in Frieden mit Gott, so darf er die Kommunion empfangen.


Dadurch werden nicht nur wiederverheiratete Geschiedene zum Tisch des Herrn zugelassen, sondern das Gewissen des Einzelnen als entscheidende Instanz eingesetzt. Gibt es da noch einen Unterschied zum Protestantismus?

Der Schritt Maltas zeigt, wie gering noch der Einfluss von Kardinal Müller ist.

Stets hatte Kardinal Müller nämlich behauptet, Amoris Laetitia sei entsprechend der Tradition zu interpretieren, insbesondere entsprechend der klaren Bestimmungen von Familiaris Consortio. In diesem Apostolischen Schreiben von Papst Johannes Paul II. wird der Empfang der Kommunion den wiederverheirateten Geschiedenen verweigert, sollten sie nicht enthaltsam leben.

Die Handreichung der Bischöfe Maltas könnte von großer Tragweite sein und die innerkirchliche Krise zu neuen Höhen befördern. Denn inzwischen dürfte klar sein, dass Papst Franziskus keine Probleme mit der Zulassung von wiederverheiraten Geschiedenen zur Kommunion hat.

Ebenso wenig scheint dem Papst Sorge zu bereiten, dass in unterschiedlichen Gegenden unterschiedliche Handhabungen dabei sind, zu entstehen. Das bedeutet aber nichts anderes, als dass die traditionelle Sexualmoral nicht mehr universell gültig ist.

Kann man dann noch von einer einzigen Kirche sprechen?

Insofern sind die Warnungen von Weihbischof Athanasius Schneider, entschiedener Unterstützer der Dubia-Kardinäle, vor einem Schisma alles andere als übertrieben.

Man muss bedenken, dass es bei der Problematik um die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene keineswegs „nur“ um ein disziplinäres Problem geht.  Diese Problematik tangiert drei Sakramente (Eucharistie, Ehe und Buße) sowie die Gnadenlehre und die Christologie (abgesehen von der schon angesprochenen Morallehre)

Sollte der Schritt Malta Schule machen (wovon man ausgehen kann), gehen wir turbulenten Zeiten entgegen.

Kommentare:

Paul Klein hat gesagt…

Kann man diese Diskussion nicht endlich einmal abschließen. Kann es denn sein, dass die Kirche nichts anderes zu tun hat, als ernsthaft darüber zu streiten, ob in begründeten Einzelfällen auch jemand, der in zweiter Ehe lebt (und vielleicht aus gutem Grund, weil die erste Ehe eben falsch war, eine Situation, die gerade auch dem Kirchenrecht zugrunde liegt)zur Kommunion gehen darf (und das nach einem Vorschlag von Kardinal Ratzinger auf hohem Niveau, den dieser schon vor vielen Jahren gemacht hat).

Anonym hat gesagt…

Kann man diese Diskussion nicht endlich einmal abschließen. Kann es denn sein, dass die Kirche nichts anderes zu tun hat, als ernsthaft darüber zu streiten, ob in begründeten Einzelfällen auch jemand, der in zweiter Ehe lebt (und vielleicht aus gutem Grund, weil die erste Ehe eben falsch war, eine Situation, die gerade auch dem Kirchenrecht zugrunde liegt)zur Kommunion gehen darf (und das nach einem Vorschlag von Kardinal Ratzinger auf hohem Niveau, den dieser schon vor vielen Jahren gemacht hat).