Sonntag, 3. Oktober 2021

Video: Warum man die Gefahr des Synodalen Weges sehr ernst nehmen muss

 

Der Radikalprogressismus agitiert schon lange gegen das katholische Lehramt und gegen die hierarchische Verfassung der Kirche. Doch der Synodale Weg ist eine neue Ebene der Kirchenrevolution in Deutschland und deshalb gefährlicher. Die Wahrscheinlichkeit eines Schismas und einer deklarierten häretischen Kirche ist wesentlich höher, als bei vergangenen Versuchen, den katholischen Glauben anzugreifen. Es ist sehr wichtig, dass viele sich zum katholischen Glauben und zur katholischen Kirche in Deutschland bekennen. 

Aktion: "Keine Nationalkirche in Deutschland - Bekenntnis zur katholischen Kirche in Deutschland"https://www.tfp-deutschland.de/kampagne/bekenntnis.html

Samstag, 2. Oktober 2021

Synodaler Weg: Kirche ohne Priester?

 


Die Demolierung des Priestertums führt zu einer schamanistischen Kirche

Soll das Priestertum in der katholischen Kirche abgeschafft werden? Braucht die Kirche überhaupt Priester? Die Synodalversammlung hat diese Frage zur Diskussion zugelassen.

Auf die Frage, ob es eine „Diskussion“ über die Abschaffung des Priesteramtes geben soll, antworteten 1. Oktober 2021 95 Synodenteilnehmer mit "Ja", 94 stimmten mit "Nein". Weil die einfache Mehrheit bei der Vollversammlung des Synodalen Weges genügt, kann diese Frage beim "Synodalen Weg" offiziell diskutiert werden.

Nun könnte mancher behaupten: „Es ginge ja bloß um das Diskutieren. (Fast) keiner in der Vollversammlung wird wohl ernsthaft der Meinung sein, das Priesteramt könne man einfach so abschaffen. Zu einer konkreten Forderung wird es wohl deshalb nicht kommen. Die Angelegenheit kann man beruhigt beiseiteschieben.“

Wer so meint, hat den Vorfall nur oberflächlich analysiert und vorschnell Schlüsse gezogen: Denn selbst wenn der Synodale Weg schließlich nicht die Abschaffung des Priesteramts beschließt (bzw. fordert, den die Vollversammlung kann einen solchen Entschluss nicht fassen), so wird sehr ernsthaft die Konstruktion einer egalitären Kirche erörtert, in welcher der Priester so gut wie keine Autorität besitzt.

Hier wurde schon oft gezeigt, dass das Ziel der deutschen Kirchenrevolution die Einführung des Egalitarismus in die Kirche ist.

Der Progressismus hasst die hierarchische Verfassung der Kirche und alles, was damit zu tun hat: Sakralität, Schönheit, Tradition.

Der Synodale Weg hat schon gezeigt, wie wichtig ihm ist, egalitär zu sein: Beispielsweise ist die Sitzordnung in der Versammlungshalle nach dem Anfangsbuchstaben des Namens festgelegt. Rang, Funktion, Amt, Alter, Erfahrung spielen keine Rolle. Kein Parlament der Welt ist so egalitär aufgestellt, wie der Synodale Weg in Deutschland.

So kann man sich nicht wundern, dass man sich ernsthafte Gedanken über eine Kirche macht, in der der Priester nur noch hinzutritt, um das nötigste auszurichten, etwa die Wandlungsworte bei der Messe auszusprechen oder die Lossprechung bei der Beichte zu erteilen.

Der Priester wäre auf seine Kernfunktion reduziert und die Tatsache, dass er in „persona Christi“ handelt, kaum noch sichtbar.

Kann eine solche Kirche aber überhaupt überleben? Wie soll eine solche Kirche sich strukturieren, wenn die Priester zu einer rein funktionellen Rolle reduzieren werden? Was würde die Menschen in dieser Kirche zusammenhalten? Woher käme so was wie ein „Gemeinschaftsgefühl“?

Eine Möglichkeit wäre, dass man das interne Leben dieser Pseudo-Kirche rund um Personen ordnet, die einen gewissen Charismatismus mitbringen. Menschen, die fähig sind, mit ihrer Persönlichkeit – in guten oder im schlechten Sinne – andere zu beeinflussen und zu überzeugen.

So könnte man beispielsweise versuchen, Persönlichkeiten wie Greta Thunberg als Sprachrohre des Heiligen Geistes zu deklarieren. Solche Personen würden von Medien und medial geförderten Theologen mit einer (scheinbaren) moralischen Autorität ausgestattet werden, die die Lebenseinstellungen- und Weisen der Katholiken vorgeben.

Mit solchen Figuren könnte man versuchen, dass es für die Katholiken wichtiger wird, „klimaneutral“ zu leben, als die 10 Geboten zu befolgen.

Gerade aus dem Milieu des Umweltaktivismus ließen sich sowieso viele finden, die genug pseudo-geistige Energie und Ausstrahlung besitzen, um mehr oder weniger als Schamanen zu wirken: Mit ihrem bloßen Präsenz und Haltung und sehr wenigen Worten würden sie Lebensstile präsentieren und intuitiv vorgeben, wie man zu leben hat.

Solche Pseudo-Propheten ließen sich für alle Themen finden, die gerade in Mode sind: Gender, Diversität, Cancel-Culture. Klima und Ökologie sowieso.

Sie allesamt würden eine Art Kolleg von Pseudo-Päpsten bilden, die eher durch ihre Lebensauffassung Einfluss ausüben, als durch dem, was sie verbal kommunizieren.

© Synodaler Weg/Maximilian von Lachner

Auch Priester könnten selbstverständlich eine solche schamanistische Rolle einnehmen, doch die Tatsache, dass sie geweihte Menschen sind, würde dabei keine Rolle spielen. Denn es geht vielmehr um die Vorgabe eines pseudo-spirituellen Lebensstils, der sich eher am Buddhismus, am Pantheismus und an den Naturreligionen orientiert, als an der katholischen Moraltheologie- und Askese.

Freitag, 1. Oktober 2021

Vollversammlung: Synodaler Weg ist zur Kirchen-Revolution entschlossen

 


Auch als Video unter: https://youtu.be/dg8gg_B-Cmc

Hartnäckig hält Synodaler Weg an extremistischer Agenda fest

Anlässlich der Pseudo-Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare Anfang Mai gab es etliche Appelle an die deutschen Radikalprogressisten, sich zu mäßigen.

Auch aus Rom kamen sehr deutliche Mahnungen. Mit ihrer polternden Haltung drohten die Deutschen den weltweiten synodalen Prozess zu beschädigen.

Daraufhin haben sich die meisten Basisgruppen und Theologen tatsächlich mit extremen Positionen zurückgehalten. Es schien, dass eine gewisse Disziplinierung des deutschen Radikalprogressismus gelungen war.

Davon ist aber bei der zweiten Synodalversammlung des Synodalen Weges nichts mehr übrig.

Erneut werden die extremistischen Forderungen gestellt, die sich gegen das Lehramt und die Weltkirche richten:

Die Frauenverbände kfd, „Katholischer Deutscher Frauenbund“ sowie Maria 2.0 fordern alle Weiheämter für Frauen. Sie werden insbesondere von den Bischöfen Overbeck (Essen) und Bode (Osnabrück) unterstützt. Diese Forderung wurde auch von der Vollversammlung im Text zu „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“ angenommen. 

Erneut wird die Abschaffung der katholischen Sexualmoral gefordert. Insbesondere sollen homosexuelle und außereheliche Partnerschaften akzeptiert und evtl. sogar gesegnet werden. 

Die Kirche soll demokratisiert werden, Bischöfe sollen bestenfalls als Moderatoren zwischen den unterschiedlichen Kirchenströmungen agieren. Noch wird die Sakramentale Natur der Weihe nicht abgelehnt, jedoch ihre Konsequenzen. Insbesondere die hierarchische Verfassung der Kirche. 

Kurz: Es wird eine völlig neue Kirche angestrebt, mit eigener Moral und eigener Leitungsstruktur. De facto will der Synodale Weg eine Deutsche Nationalkirche errichten.

Gegen diese Entwicklung regt sich Widerstand, vor allem von Bischof Voderholzer (Regensburg) und Bischof Oster (Passau).

Doch prompt wurde Bischof Rudolf Voderholzer harsch von Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Bischofskonferenz, angerempelt: „Seine Äußerungen seien unerlaubt und anmaßend“.

Es kann kein Zweifel bestehen, dass der Synodale Weg nichts anderes als eine Kirchenrevolution - zur Schaffung einer neuen Religion - ist.

Offen ist die künftige Strategie, die angesichts der Weltsynode angewandt werden soll:

Es gibt drei Möglichkeiten:

Erstens: Möglicherweise will man Fakten schaffen und eine Nationalkirche errichten, ohne Rücksicht auf die Reaktionen seitens Rom und der Weltkirche. Man ignoriert die vielen Warnrufe und riskiert eben die Abspaltung von Rom.

Zweitens: Vielleicht will man es nicht so weit kommen lassen und man positioniert sich zunächst angesichts der Weltsynode so revolutionär wie möglich, ohne konkrete Maßnahmen zu beschließen und wartet erstmal ab, wie sich die Dinge auf Weltebene entwickeln.

Drittens: Möglicherweise ist man der Auffassung, von Deutschland aus ließe sich eine Kirchen-Weltrevolution entfachen, wie das schon im 16ten Jahrhundert gewesen ist. Die Beschlüsse des Synodalen Weges wären so etwas wie ein Manifest der Kirchenrevolution für die ganze Welt.

Eines ist aber sicher: Die Bischöfe, allen voran Georg Bätzing, leiten nicht mehr das Geschehen, sondern sind Getriebene der radikalen Strömungen in der Versammlung des Synodalen Weges.

Sie müssten den angestoßenen Prozess der Zerstörung mit einem Machtwort beenden, doch offenbar fürchten sie, dass die radikalen Basisgruppen dann erst recht auf die Barrikaden gehen. Die Möglichkeit, sich auf die lehramtstreuen Katholiken in Deutschland zu stützen, kommt für die meisten Bischöfe offenbar nicht in Betracht. Zu sehr sind sie Gefangene der finanzstarken Verbände.



Foto: Pressefoto Synodaler Weg, Jochen Reichwein


Dienstag, 29. Juni 2021

Radikal-Progressisten des Synodalen Weges werden bockig

Die radikalen Elemente im Synodalen Weg stellen unbeirrt ihre absurden Forderungen. Obwohl es am Synodalen Weg nur so an Kritik hagelt und selbst Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Bischofskonferenz, zur Mäßigung mahnt, halten diese Elemente hartnäckig an ihrer Agenda fest.

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/r2Zt5CIHDGA

So Mara Klein. Sie bezeichnet sich selber als „divers“ und erhält allein deshalb viel Aufmerksamkeit seitens der Medien. Vor wenigen Tagen wurde sie von Katholich.de interviewt und berichtet: 

„Auf die Frage, was sie* sich als Ziel des Synodalen Wegs wünsche, nannte Klein eine Kirche, die "anfängt, das Wohlergehen der Menschen kompromisslos zur Priorität zu machen". Diesem Anspruch werde die Kirche bislang nicht ausreichend gerecht.“

Frau Klein will im Grunde eine undogmatische Kirche und fordert auf Änderung des Geschlechterbildes, also des christlichen Menschenbildes.

Die Würzburger Theologin Hildegund Keul fordert eine "radikale Umkehr" der katholischen Kirche im Umgang mit Homosexuellen. Hier stünden "Menschenrechte auf dem Spiel", so die Fundamentaltheologin. 

Keul selbst im Blog „Feinschwarz“: „Aber die Segensverweigerung für gleichgeschlechtliche Paare, die die Glaubenskongregation im März 2021 konstatierte, legt eine bittere Wahrheit bloß. „Segen“ heißt im Lateinischen „benedictio“, Gut-Sagen. Die ausdrückliche Bitte um den Segen zu verweigern ist eine „maledictio“. Und das bedeutet „Schmähung, Verwünschung“ oder auch „Fluch“. … Nun heißt es, beharrlich dranzubleiben. … Eine radikale Umkehr ist notwendig, damit aus dem Fluch endlich ein Segen wird."

Die familienpolitische Sprecherin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Birgit Mock, äußert sich in einem Beitrag, der auf der Internetseite des ZDKs zu lesen ist. Es sei „ein Gebot der Menschlichkeit, diese Prozesse als Gesellschaft zu unterstützen,“ so Mock.

Erfreulicherweise gibt es auch vernünftige Stellungnahmen. Kardinal Gerhard Ludwig Müller (von 2012 bis 2017 Präfekt der Glaubenskongregation) bekräftigte seine Kritik am laufenden Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland, dem Synodalen Weg und stellte klar: "Der Versuch, mit einer häretischen und schismatischen Agenda auf die Missbrauchskrise zu reagieren, ist zum Scheitern verurteilt."

Foto: Pressefoto Synodaler Weg/Robert Kiderle

Freitag, 11. Juni 2021

Video: Überblick der Stellungnahmen zum Papstbrief, Einschätzungen und Ausblick

 


Papst Franziskus hat das Rücktrittsangebote von Kardinal Reinhard Marx abgelehnt. Er will, dass Kardial Marx Erzbischof von München -Freising bleibt. Die Resonanz darauf ist sehr unterschiedlich. In diesem Video wird ein Überblick gegeben von den Stellungnahmen aus der säkularen Presse, dem progressistischen und dem konservativen Lager. Wer den Fokus auf auf den sexuellen Missbrauch legt, ist besonders kritisch gegenüber dem Papstbrief.


Mittwoch, 9. Juni 2021

Innerhalb des Progressismus scheint sich Kritik gegen den deutschen Radikal-Kurs zu bilden

 


Ihren Titel „Präpotenz-Weltmeister“ werden die deutschen National-Katholiken wohl niemals abgeben: Nach der Ankündigung einer Weltsynode meinten die deutschen Radikalprogresssisten, dies sei eine Bestätigung des deutschen „Synodalen Weges“.

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/1fVI9oD2mXc

Man konnte nur den Kopf schütteln: Die Kritik, die am deutschen Synodalen Weg aus der ganzen Welt einprasselte, schien bei der deutschen Arroganz völlig abzuprallen.

Nun regt sich Widerstand innerhalb des progressistischen Lagers. Konkret wird die völlige Vermengung des Missbrauchsthemas mit der uralten progressistischen Agenda, die Frauenpriestertum, Abschaffung der Sexualmoral, Abschaffung des Zölibats, Demokratisierung, Segnungen Homosexueller etc. fordert.

Jeder sieht, dass der Missbrauch missbraucht wird, um eine egalitäre Nationalkirche in Deutschland einzurichten. Nun melden sich Stimmen, die den deutschen Radikalprogressisten Mäßigung anempfehlen – zumindest für eine Zeit.

Kardinal Walter Kasper merkt in einem Interview mit der „Neuen Passauer Presse) an: „Aber es übersteigt mein Vorstellungsvermögen, dass Forderungen wie Aufhebung des Zölibats und Priesterweihe von Frauen am Ende die Zwei-Drittel-Mehrheit der Bischofskonferenz finden oder in der universalen Kirche konsensfähig sein könnten.“ (Alle Zitate aus Katholisch.de)

Kasper kritisierte weiter, dass der Synodale Weg strukturell auf schwachen Beinen stehe: "Er ist weder eine Synode noch ein bloßer Dialogprozess. Jetzt am Anfang ist er ein Dialogprozess, dann hat die Bischofskonferenz das Wort und schließlich ist, was die universalkirchlichen Forderungen angeht, der Papst am Zug, außerdem ist jeder Bischof frei, in seiner Diözese zu übernehmen, was ihm geeignet erscheint." Wie das alles auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sei, sei angesichts der offensichtlichen Uneinigkeit der deutschen Bischöfe schwer vorstellbar. Dazu komme der noch schwerer wiegende inhaltliche Geburtsfehler: „Warum hat der Synodale Weg den Brief von Papst Franziskus nicht ernster genommen und, wie es sich für eine Synode gehört, die kritischen Fragen im Licht des Evangeliums betrachtet“, fragte Kasper.

Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Bischofskonferenz, scheint auch die Debatte um den Missbrauch auf den Missbrauch selbst einschränken zu wollen. In einem Interview mit der Rheinischen Post vom 9. Juni 2021 wiederholte er zwar seine Forderung nach Systemänderungen: „Wir können aus der massiven Krise nicht herauskommen mit irgendwelchen Schönheitsreparaturen äußerlicher oder juristischer Art. Wir haben als Kirche in Deutschland ein Systemversagen wahrgenommen, das zeigt: Es braucht Systemveränderungen.“ (Zitiert von Domradio).

Allerdings fokussiert sich Bätzing im Laufe des Gesprächs auf den Missbrauch und lässt wenig Raum für Interpretationen in Richtung Änderung der Sexualmoral und weitere deutsche Extravaganzen.

Bischof Bätzing hat immerhin direkt erleben müssen, was es heißt, wenn radikalprogressistische Elemente ungehemmt ihre absurden Vorstellungen lauthals verkündigen: Die ganze Welt fragte sich, ob Deutschland schon im Schisma stünde.

Auch der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück hat sich gemeldet und kritisch zum deutschen Synodalen Weg in der Neuen Zürcher Zeitung angemerkt: „Die Rede von der Vorreiterrolle klingt allerdings etwas vollmundig. Franziskus hat bereits von Synodalität gesprochen, als in Deutschland davon noch kaum die Rede war". Zudem gehe es bei dem Prozess um Erneuerung des Glaubens, gerade auch in den Missionsländern Westeuropas. "Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Franziskus die Taktik verfolgt, den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland und seine Fokussierung auf Macht- und Strukturfragen universalkirchlich einzuhegen." (Zitiert von Katholisch.de)

Fazit: Es ist anzunehmen, dass in Deutschland eine gewisse Moderation einkehren wird. Man kann aber nicht naiv sein und meinen, der Progressismus würde sein Ziel, eine neue Kirche errichten zu wollen, begraben. Die Forderungen nach Abschaffung der Sexualmoral, des Zölibats etc. sind alt und wurden mit erstaunlicher Konstanz und Hartnäckigkeit über Jahrzehnte aufrechterhalten. Man darf bestenfalls mit einem strategischen Rückzieher rechnen. 


Dienstag, 8. Juni 2021

Reaktionen auf Marx´ Rücktritt zeigen: Ziel ist Kirchen-Revolution

 


Es lohnt sich, die Reaktionen auf das Rücktrittsangebot von Kardinal Marx etwas genauer zu analysieren, denn sie offenbaren sehr deutlich, worum es den Progressisten geht:

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/4RM6Fs6D_zA

Anette Schavan, bis 2018 deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl „zeigte sich zuversichtlich, dass der Reformprozess Synodaler Weg gestärkt werde. "Der Einfluss derer, die keine Erneuerung der Kirche wollen, wird immer weniger relevant werden.“ (Zitat aus Zeit vom 5. Juni 2021)

Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK): „Der von ihm mit ins Leben gerufene Synodale Weg ist der einzige gangbare, um die zarte Pflanze Vertrauen zu pflegen.“ (Deutschlandfunk)

Johanna Rahner, Professorin für Dogmatik und Ökonomische Theologie an der „Eberhard Karls Universität“ Tübingen: „Hier sollten wir tatsächlich ins Eingemachte gehen“, sagt sie. „Es geht um Macht und Machtmissbrauch in der Kirche, um Beteiligungsgerechtigkeit, insbesondere für Frauen. Es geht um Sexualität.“ Außerdem gehe es auch darum, wie die katholische Kirche ihre Ämter und Sakramente strukturiere. „Es geht nicht mehr weiter mit den ewiggestrigen Lösungen.“ (Deutschlandfunk)

Besonders wichtig: 

Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: „Alle, die denken, dass die Kirche aus dieser massiven Krise herauskommen könnte durch ein paar Schönheitsreparaturen äußerlicher Art, juridischer Art, verwaltungsmäßig, die täuschen sich.“ „Man habe in der Kirche "solches Systemversagen" wahrgenommen, dass es darauf nur "systemische Antworten" geben könne, "die fundamental sind".“ (zitiert aus „Katholisch.de“ vom 5. Juni 2021)

Ebenfalls Bischof Bätzing aus „Katholisch.de“: „Im ZDF sagte Bätzing am Freitagabend, im "Synodalen Weg" hätten die Bischöfe zusammen mit den Laien in Deutschland versucht, systemische Fragen aufzugreifen und ehrlich zu beantworten. "Aber es gibt massive Kritik an diesem Weg und ich habe den Eindruck, manche denken, es wäre mit einigen Schönheitsreparaturen an der Kirche Genüge getan, dann wäre alles wieder gut." Dem widerspreche er selbst ebenso wie Kardinal Marx, sagte Bätzing. "Es geht um fundamentale Reformen in der katholischen Kirche, ohne die wird es nicht weitergehen."

Aus diesen Reaktionen lassen sich nur zwei Schlussfolgerungen ziehen:

Erstens: Es geht nicht primär um die Bekämpfung des Missbrauchs. Der Missbrauch wurde sogar in den Stellungnahmen kaum erwähnt. Nein, es geht um den (möglicherweise letzten) Versuch, die alte progressistische Zerstörungsagenda durchzusetzen: Abschaffung des Zölibats, Abschaffung der Sexualmoral, Frauenpriestertum, Segnung homosexueller Partnerschaften, Demokratisierung der Kirche etc.

Es geht also um die Gründung einer egalitären Nationalkirche in Deutschland.

Zweitens: Es ist auffällig, dass alle nach dem Rücktrittsangebot unisono der Auffassung waren, den „Synodalen Weg“ verteidigen zu müssen. Sie empfinden, dieser befände sich in existentieller Gefahr. Das kann nur bedeuten, dass die Progressisten selber erkennen, dass der Karren tief im Dreck steckt. Bischof Bätzings Appelle am Synodalen Weg festzuhalten sind geradezu verzweifelt.

Fakt ist: Der Synodale Weg hat in Deutschland radikale Elemente auf den Plan gerufen, denen das Gefühl vermittelt wurde, ungehemmt ihre antikatholischen Forderungen aussprechen zu können, wie etwa Frauenpriestertum oder Abschaffung der Sexualmoral.

Möglicherweise machten sich die Radikalprogressisten Hoffnungen, diese Forderung würden im jetzigen Pontifikat erfüllt werden. Das ist aber nicht der Fall. 

Kardinal Marx oder Bischof Bätzing müssten diese radikalprogressistischen Gruppen in die Schranken weisen, doch dafür haben sie entweder nicht den Mut oder sie wollen das nicht.

Foto: Pressefoto Synodaler Weg, Jochen Reichwein


Samstag, 5. Juni 2021

Video: Beim „Synodalen Weg“ geht es nicht um Bekämpfung des Missbrauchs, sondern um Kirchen-Revolution

 


Die Zeitgeist-Katholiken des Synodalen Weges fordern, was der deutsche Progressismus schon immer gefordert hat: Abschaffung des Zölibats, Umformulierung der Sexualmoral, Frauenpriestertum, Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften etc.

Offensichtlich geht es also nicht primär um die Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs, sondern um die Einrichtung einer Nationalkirche.

Antwort auf die Kritik meines Videos „Trotz zerstörerischen Wirkens pocht Kardinal Marx auf Synodalen Weg“ (https://youtu.be/Xf0uV3qXJww): „Nicht ein Wort zu dem unsäglichen Missbrauch, der tausendfach in der ach so katholischen Kirche passiert und zu allem Überfluss noch verschwiegen wurde etc. etc. Warum empören Sie sich hierüber nicht?“


Freitag, 4. Juni 2021

Rücktritt: Trotz zerstörerischen Wirkens pocht Kardinal Marx auf Synodalen Weg

 


In seinem Rücktrittschreiben an Papst Franziskus analysiert Kardinal Marx den Zustand der katholischen Kirche in Deutschland.

Er meint, die katholische Kirche sei an einem toten Punkt angelangt.

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/Xf0uV3qXJww

Das stimmt teilweise tatsächlich: Das progressistische Projekt einer deutschen egalitären Nationalkirche ist gescheitert und an einem „toten Punkt“ angelangt!

Deshalb ist geradezu tragisch, dass Kardinal Marx erneut betont: „Ein Wendepunkt aus dieser Krise kann aus meiner Sicht nur ein „synodaler Weg“ sein.“

Diese Aussage ist unfassbar und unverantwortlich:

Der „Synodale Weg“ wird zum Anlass für die radikalsten Elemente missbraucht, um ihre antikatholischen Positionen zu verbreiten, wie etwa die Forderung nach Frauenpriestertum oder „Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften“.

Der „Synodale Weg“ hat Rom schon mehrmals dazu gezwungen, n die deutschen Angelegenheiten intervenieren zu müssen.

Der „Synodale Weg“ hat auf der ganzen Welt den Verdacht gestärkt, die katholische Kirche in Deutschland befände sich so gut wie in einem Schisma.

Mit Kopfschütteln registriert man überall die Revolten des deutschen Progressismus gegen Rom, das römische Lehramt, die Glaubenskongregation usw.

Warum kann die katholische Kirche in Deutschland nicht normal sein? 

Warum meinen die Zeitgeist-Katholiken hierzulande hartnäckig, die Weltkirche müsse entsprechend ihren abstrusen und wirren theologischen Experimente deformiert werden?

Anstatt endlich einzusehen, dass die katholische Kirche in Deutschland nur eine Zukunft hat, wenn sie das traditionelle Lehramt mit Freude und offenem Herzen annimmt, empfiehlt Kardinal Marx - bevor er sich aus dem Staub macht - die katholische Kirche in Deutschland weiter im Zerstörungprozess „Synodaler Weg“ zu belassen.

Nicht die Kirche hat einen toten Punkt erreicht, sondern der Progressismus.

Das ist aber nicht wirklich neu. Der „Synodale Weg“ war von Anfang an als Kirchenrevolution und als Medienspektakel konzipiert. Das ist aber kläglich gescheitert: Außerhalb katholischer Kreise hat sich lange kaum jemand dafür interessiert. Die Mobilisierung des Kirchenvolkes war minimal.

Der Progressismus, der heute an den entscheidenden Schaltstellen der Macht sitzt, scheint aber so hartnäckig an seinen falschen Zielen und Ansichten anzuhängen, dass er offenbar bereit ist, die gesamte Kirche ins Verderben zu ziehen. 

Bischof Bätzing, der Nachfolger von Kardinal Marx als Vorsitzender der Bischofskonferenz, hat noch keine Signale gesendet, dass er etwas am „Synodalen Weg“ in den Abgrund ändern will.

Foto: Copyright: Erzbischöfliches Ordinariat München (EOM) / Lennart Preiss

Montag, 31. Mai 2021

Die Verteidigung der Sexualmoral war zu allen Zeiten schwer

 


Keuschheit und Reinheit: Wer diese Tugenden heutzutage verteidigt, kann nicht davon ausgehen, dass er viel Beifall ernten wird. Es werden sogar Gesetze erlassen, die genau das Gegenteil begünstigen. Und wer das kritisiert, gerät schnell in den Verdacht, „diskriminieren“ zu wollen. Auch dagegen gibt es inzwischen Gesetze.

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/Sfw8DnriTlY

Wir leben sogar in einer Zeit, in der leider auch viele Kleriker schnell bereit sind, elementare Wahrheiten des katholischen Glaubens oder der katholischen Lehre über Bord zu werfen. Der Grund für diese bedauerliche Haltung ist nicht selten Furcht vor Spott oder gar aggressiver Ablehnung.

Die „Synodaler-Weg-Katholiken“ behaupten, die katholische Sexualmoral sei für moderne Menschen unverständlich und nicht zu vermitteln. Man müsse sie umformulieren oder modernisieren. Denn die Sexualmoral, die seit eh und je gegolten hat, sei heute nicht mehr angemessen.

Solche Zeitgeist-Katholiken sollten zur Kenntnis nehmen, dass die Verteidigung der katholischen Sexualmoral in der Öffentlichkeit schon immer schwer gewesen ist. Fast zu allen Zeiten konnte man sicher sein, Spott oder gar Hass zu ernten.

Dennoch ist es unsere Pflicht, die Sexualmoral auch in der Öffentlichkeit zu verteidigen.

Es ist hilfreich, das Beispiel der Glaubenszeugen vor Augen zu haben.

Ein besonders erhebendes Beispiel ist das der heiligen Märtyrin Agnes von Rom (gest. etwa 250).

Das „ökumenische Heiligenlexikon“ berichtet über sie: „Der Werbung des Sohnes des Stadtpräfekten Symphronius trat die vornehme Römerin ablehnend gegenüber mit der Begründung, sie sei schon verlobt. Mehrfache Nachfrage des Jünglings beantwortete sie schließlich damit, ihr Verlobter sei Jesus Christus. Agnes wurde nun vor Gericht gestellt, aber alle Vorstellungen, Bitten und Drohungen des Richters konnten ihre Standhaftigkeit nicht erschüttern.

Die heilige Agnes wollte also als Jungfrau leben. Dies wurde in der damaligen heidnischen Welt als unerträglich empfunden. Man stellte sie sogar vor Gericht. Heute würde das in dieser Form wohl nicht passieren, doch nicht selten werden heute Priester verdächtigt, Kriminelle zu sein, weil sie zölibatär leben. Während der sog. Debatte um die Missbrauchsfälle wurde in vielen Medien immer wieder mehr oder weniger offen behautet, Zölibat führe zu sexueller Gewalt. Eine ähnliche Stimmung muss zu Lebzeiten der hl. Agnes geherrscht haben, damit man sie vor Gericht stellte. Das war ihr aber egal: Sie blieb standhaft, obwohl sie nur zwölf Jahre alt war.

Heutzutage würde man wohl kaum ein bekanntes zwölfjähriges Mädchen (Agnes stammte aus vornehmer Familie) vor Gericht stellen.

Doch wenn ihr Entschluss öffentlich bekannt würde, müssten ihre Eltern befürchten, dass man ihnen religiösen Fanatismus vorwirft und ihnen das Sorgerecht entzieht. Zumindest würden einige Medien gegen die Eltern eine Schmutzkampagne beginnen.

Das Gericht verurteilte Agnes schließlich zur Prostitution.

Heutzutage würde der mediale Aufschrei fordern, dass sich Agnes „emanzipiert“ und sich ihrer „sexuellen Selbstbestimmung“ bewusst wird. Nach dieser sollte sie alles Mögliche ausprobieren müssen.

Lediglich Enthaltsamkeit wäre ihr nicht erlaubt: Bekennt sie sich öffentlich zur Jungfräulichkeit, greift man sie weiter an, um sie schließlich ganz aus der Gesellschaft auszuschließen. Jedenfalls würde sie öffentlich hingerichtet werden.

Agnes wurde in ein Bordell geschickt. Was dort geschah: „Der Sohn des Präfekten suchte sie dann mit seinen Gesellen im Bordell auf, geblendet wichen sie zurück; er selbst fiel, vom bösen Geist erwürgt, tot um, als er Agnes berühren wollte. Durch ihr Gebet ins Leben zurückgerufen, ließ er sie als Zauberin denunzieren.“

Diese Passage ist aus verschiedenen Gründen bemerkenswert: Gott ließ zwar ein Wunder wirken, um ihre Tugend zu schützen. Gott aber beendete dadurch nicht ihre Verfolgung!

Solange es Christen gibt, wird es Verfolgung geben. Gott schickt zwar Hilfe und Schutz, doch ganz werden die Verfolgungen niemals aufhören.

Auch Agnes wurde dann als Hexe denunziert. Heute gibt es einen langen Katalog von Anschuldigungen für diejenigen, die die katholische Sexualmoral verteidigen: Homophobie, Transphobie, Sexismus, Religiöser Fanatismus, Katholibanismus, Relidiotie usw.

Das Ergebnis einer solchen Denunziation wäre praktisch sicher: Die öffentliche Hinrichtung und die Isolation.

Die heilige Agnes sollte im Stadion des Domitian vor der großen Menge verbrannt werden. Man wollte also an ihr ein Exempel statuieren, so, wie man es auch heute tun würde, wenn jemand beispielsweise die Homosexualität kritisiert. Doch Gott ließ das nicht zu und wirkte abermals ein Wunder: Die Flammen wichen zurück.

Schließlich wurde ihr die Kehle mit einem Schwert aufgeschnitten. Dieser Tod hat einen hohen symbolischen Wert, denn so wurden damals die Lämmer geschlachtet. Deshalb wird sie zusammen mit einem Lamm abgebildet. Das Lamm ist wiederum ein Symbol für demütige Hingabe: Agnes überließ sich dem göttlichen Willen.

Nach ihrem Tod wurde sie schnell berühmt und hoch verehrt. Auch darin ist sie ein Beispiel: Gott macht diejenigen berühmt, die den weltlichen Ruhm verachten.

Kleriker und eigentlich alle Christen dürfen das nicht vergessen: Verteidigt man die Sexuallehre der Kirche, darf man nicht damit rechnen, weltlichen Ruhm zu ernten, sondern Verachtung und Spott. Für den wahren Ruhm wird aber Gott sorgen.


Freitag, 28. Mai 2021

Synodaler Weg: Deutscher Katholizismus ist weltweit ein abschreckendes Beispiel

 

In einem offenen „Brief an die katholischen Bischöfe der Welt“ kritisiert Erzbischof Samuel J. Aquila von Denver (USA) harsch den Grundtext über „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“ des deutschen „Synodalen Weges“.

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/c7Zd9tHWGEA

Ich möchte lediglich einige Passagen des langen Briefes – 16 Seiten – zitieren und kommentieren, die zwei falsche Grundannahmen oder Leitmotive des deutschen Progressismus sehr deutlich identifizieren und beschreiben (vollständiger Text ganz unten):

ERSTENS: Dass die Kirche mehr oder weniger (ich sage das bewusst so, weil Progressisten selten deutlich sprechen) ein menschliches und kein göttliches Werk ist.

Das betrifft vor allem die kirchliche Hierarchie und das Lehramt.

Die progressistische Auffassung ist: Lehramt und Hierarchie hätten ganz anders werden können, doch die konkreten Machtverhältnisse und die herrschende Kultur hätten die Kirche so geformt, wie sie eben ist. Die falsche Grundannahme führt in Deutschland immer wieder zu einer massiven Ablehnung der Hierarchie, der Kurie, des Vatikans, des Papstverständnis, des römischen Lehramtes. Diese falsche Grundannahme führt auch zur ständigen Neigung der deutschen Progressisten, sich eine im Grunde neue Religion und eine neue Kirche ausdenken zu wollen. Die Progressisten meinen, eine Kirche, die in den theologischen Fakultäten der deutschen Universitäten ausgedacht wird, würde eine perfekte und ideale Kirche sein.

ZWEITENS: Es gibt kein fixes Lehramt. Vielmehr soll ein ewiger Dialogprozess herausfinden, was Gott gerade seinem Volk sagen will. Dieses Volk ist auch nicht klar umrissen. Auch „Prophetinnen“ des Klimas, wie etwa Greta Thunberg, können dazu gehören.

Der offene Brief von Erzbischof Aquila zeigt, dass man diese „Schwächen“ – um es diplomatisch auszudrücken - der deutschen progressistischen Theologie – durchaus scharf wahrnimmt.

So kritisiert Erzbischof Aquila, dass für den „Synodalen Weg“ das Priestertum und die kirchliche Hierarchie historisch entstanden sind, also nicht vom Heiland selbst gestiftet wurden. Es seien zeitliche Konstrukte, die man eben entsprechend des Zeitgeistes ändern könne:

Der hier gewählte Ansatz scheint darauf abzuzielen, den endgültigen und dauerhaften Charakter des Sakraments des heiligen Priestertums zu untergraben. „Prozesse einer Institutionalisierung“ unterscheiden sich explizit vom Wirken des Geistes, der Gaben schenkt. Diese „Prozesse“ und die hierarchische Struktur, die sie hervorgebracht haben, sind daher, so vermutet man, historisch so bedingt, dass sie nur vorläufig sind. Sie hätten drastisch anders sein können und sie könnten es vielleicht noch werden.

Ebenso merkt Erzbischof Aquila an, dass für den deutschen „Synodalen Weg“ das Lehramt keine feste Größe sei, sondern eher eine Grundlage zum Diskutieren.

Die Synodalversammlung hingegen stellt die Rolle des Lehramtes der Kirche als eine Rolle der Dialogmoderation vor (Grundtext, S. 13–14). Diese Haltung gegenüber der Lehrvollmacht, auch der des Heiligen Vaters selbst, wurde durch die Reaktion seiner Exzellenz, Bischof Bätzing, auf die Antwort der Kongregation für die Glaubenslehre auf ein Dubium über die Möglichkeit der Segnung gleichgeschlechtlicher Beziehungen veranschaulicht. Er merkte an, „der Synodale Weg ... ist deshalb bestrebt, gerade das Thema gelingender Beziehungen in einer umfassenden Weise zu diskutieren, die auch die Notwendigkeit und die Grenzen kirchlicher Lehrentwicklung bedenkt. Die von der Glaubenskongregation heute vorgebrachten Gesichtspunkte müssen und werden selbstverständlich in diese Gespräche Eingang finden.“ Die Entscheidung der Glaubenskongregation, die Ausdruck des ordentlichen päpstlichen Lehramtes ist (vgl. Donum veritatis Nr. 18), fügt somit nur „Gesichtspunkte“ hinzu, die in die Erwägung der Versammlung eingehen werden.

Wie viele andere auch, kritisiert Erzbischof Aquila die starke Neigung des deutschen Progressismus, die Kirche als eine weitere beliebige Institution anzusehen, die am gesellschaftlichen Dialog teilnimmt. Der übernatürliche Charakter und das eigentliche Ziel der Kirche, das Heil der Menschen, bleiben so gut wie unberücksichtigt im Grundtext des deutschen „Synodalen Weges“.

Eine aufmerksame Lektüre des Grundtextes in seiner Gesamtheit macht es schwierig, die Schlussfolgerung zu vermeiden, dass die Synodalversammlung hofft, eine Kirche herbeizuführen, die, weit davon entfernt, die Verachtung der Welt für ihre Treue zu Christus zu erleiden, und die in erster Linie von der Welt beeinflusst und von ihr bequem als eine anerkannte Institution unter anderen akzeptiert wird. Die Kirche scheint nach Ansicht der Versammlung „dem Anspruch des Evangeliums und den Standards einer pluralen, offenen Gesellschaft in einem demokratischen Rechtsstaat“ gleichermaßen verpflichtet zu sein (Grundtext, S. 2; Hervorhebung hinzugefügt). Einerseits wird „der Anspruch des Evangeliums“ nie genau festgelegt. Andererseits fordert der Grundtext, dass die Kirche und ihre Botschaft an „den Standards“ des saeculums, der modernen Welt, gemessen werden, deren „aufgeklärte und plurale Gesellschaft“ (Grundtext, S. 9) das Dokument mit ungetrübter Begeisterung umarmt.

Der „Synodale Weg“ denkt in politischen, insbesondere machtpolitischen Kategorien. Deshalb kommt er auch zu falschen Schlüssen hinsichtlich Priesteramtes und Lehramt. Das Ziel dieser ist ja nicht die Ausübung von Macht, sondern das Heil der Menschen. Der „Grundtext des „Synodalen Weges“ ist somit von einem tiefen Misstrauen gegen die Strukturen der Kirche geprägt und meint, eine Demokratisierung würde Machtmissbrauch (der ja tatsächlich vorkommen kann) verhindern können. Erzbischof Aquila:

Es ist daher bedauerlich, dass der Grundtext davon ausgeht, dass der beste oder einzige Weg, die Machtausübung zu reformieren, darin besteht, sie durch ein System von „checks and balances“ zu aufzuteilen. Die Annahmen hinter einem solchen System sind es wert, ans Licht gebracht zu werden. Sind die Geistlichen und Laien Mitglieder des einen Leibes Christi, die dasselbe gemeinsame Gut der ewigen Erlösung suchen, oder trennen sie sich in Interessengruppen, die ihre eigenen Ziele in Konkurrenz zueinander verfolgen müssen? Ist Macht immer eine Frage der Selbstsucht, oder kann sie durch Gottes Gnade in Christus gereinigt werden? Anstatt einen klaren Aufruf zur Heiligkeit zu veröffentlichen, wie vom Zweiten Vatikanischen Konzil (Lumen gentium 5) vorgeschlagen und von Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben Gaudete et exsultate bekräftigt wurde, appelliert das Dokument an weltliche Modelle, die nicht von Christus geformt oder vom Heiligen Geist geleitet werden.


Foto: Pressefoto Synodaler Weg/Robert Kiderle

Den vollen Wortlaut des Briefes: https://drive.google.com/file/d/1QxZfKgFUmwaUUjz2OCjRmyTMELDqv10S/view


Montag, 24. Mai 2021

Weltsynode: Deutsche wollen egalitäre Dauer-Versammlung

 

Pressefoto Synodaler Weg, Jochen Reichwein

Konservative Stimmen in Deutschland meinen, die jüngst angekündigte Weltsynode würde nun den deutschen „Synodalen Weg“ disziplinieren und in eine geordnete Bahn bringen. Das ist eine gewagte Prognose. Denn gleich nach der Ankündigung gibt es schon progressistische Stimmen, die radikale Forderungen stellen: Die Weltsynode soll eine Demokratisierung einleiten und eine egalitäre Kirche errichten.

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/RrdBX06F_SY

Thomas Söding, Professor für Neutestamentliche Exegese an der Ruhr-Universität Bochum, erläutert in einem Beitrag für Katholisch.de, was für ihm das Ziel der Weltsynode sein sollte:

„Ein Schlüssel für die Zukunft der Kirche ist es, das Prinzip Synodalität auf Dauer zu stellen.“

Das entspricht nichts anderem, als der Einrichtung eines immerwährenden Kirchenparlaments. 

Wohin das führt, kann man am deutschen „Synodalen Weg“ sehen: Eine völlig egalitäre Versammlung, in der die absurdesten und unkatholischsten Thesen verkündet werden dürfen, über die anschließend ewig diskutiert werden soll. Wenn diese Diskussionen nicht zu konkreten praktischen Ergebnissen führen, prescht man vor, wie etwa mit den Segnungen homosexueller Partnerschaften am 10. Mai 2021.

Diese immerwährende Synode soll wohl nicht hierarchisch strukturiert sein, sondern egalitär:

Zitat: „Synoden bringen zum Ausdruck, dass alle Macht von Gottes Geist ausgeht – und auf jeden Fall mitten im Volk ankommt, wie das Neue Testament vor Augen stellt. Pfingsten ist das Fest der ganzen Kirche; es ist das Fest aller Getauften und Gefirmten, es ist auch das Fest einer Völkerverständigung, die im Namen Gottes Frieden stiftet.“

Was Söding unerwähnt lässt: In den Versammlungen des Neuen Testament, wie etwas das Konzil von Jerusalem, herrschte stets eine Hierarchie. Diese Hierarchie wurde vom Heiland selbst eingesetzt. ER bildete das Kollegium der Apostel mit Petrus als Haupt. Deshalb kam es zu Beschlüssen, welche die Welt veränderten, wie etwa die Heidenmission.

Der deutsche „Synodale Weg“ im Vergleich dazu: Dort wirkt nicht „der Heilige Geist, der Mitten im Volk ankommt“. Im Synodalen Weg gibt es sehr gut organisierte innerkirchliche Lobbygruppen, die gezielt versuchen, die Deutungshoheit zu gewinnen. Es ist völlig naiv zu meinen, beim „Synodale Weg“ würden Gleichberechtigung oder Demokratie herrschen. Der „Synodale Weg“ wird von knallharten Machtinteressen geleitet, nicht vom Heiligen Geist.

Wie viele andere Progressisten auch, ist dieser Theologe der Auffassung, die hierarchische Gestalt der Kirche sei ein Produkt der Zeit:

„In der Moderne hingegen konzentriert sich immer mehr auf die Bischöfe. Nach heutigem Kirchenrecht sind Synoden Bischofsversammlungen. Nur ausnahmsweise können auch andere Gläubige herangezogen werden, aber selbst Priester, Diakone und Ordensleute nur mit beratender, nicht mit entscheidender Stimme.“

Dass der Papst und die Bischöfe entscheiden folgt unmittelbar aus der hierarchischen Verfassung der Kirche. Diese ist auch im Zweiten Vatikanischen Konzil festgeschrieben (Konstitution Lumen Gentium). Die hierarchische Verfassung der Kirche entspringt der Indefektibilität der Kirche: Nur eine hierarchische Kirche kann das Irrtum abwehren und deshalb bis zum Ende der Zeiten den gleichen Glauben bewahren (Video "Was ist die Indefektibilität der Kirche und warum ist sie so wichtig": https://youtu.be/MqO3MEjDtAI ).

Ein letztes Zitat: „Die ganze Kirchengeschichte hindurch gibt es Synoden, die keineswegs nur "Kleriker", sondern auch "Laien" in Beratungs- und Entscheidungsprozessen verbunden hat. Es hat auch immer Abstimmungen gegeben – wenn es gut ging, mit sehr großen Mehrheiten.“

Erneut bekräftigt Söding: Die Synode – und damit meint er wohl die Kirche – hat egalitär zu sein. Die Bischöfe wären in diesem Kontext bestenfalls so was wie Moderatoren, die Kirche soll wohl ohne Strukturen, ohne fest umrissen Territorien, ohne Hierarchie auskommen.

Foto: Pressefoto Synodaler Weg, Jochen Reichwein


Samstag, 22. Mai 2021

Reaktionen des deutschen Progressismus auf weltweite Synode

 


Der am 21. Mai 2021 angekündigte weltweiter synodaler Prozess erfreute viele konservative Katholiken in Deutschland. Ihr Kalkül: Durch die Leitung aus dem Vatikan werden die Exzesse nationalkirchlichen Charakters des deutschen Synodalen Wegs nicht mehr möglich sein. 

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/JZEl7vVDBBo

Ob sich diese Hoffnung schließlich nicht enttäuscht wird, muss abgewartet werden. Gerade beim „Synodalen Weg“ konnte man sehen, dass viele progressistische Katholiken Deutschlands im nationalkirchlichen Denken gefangen sind und für die Weltkirche nicht einmal den Hauch eines Gefühls haben.

Es lohnt sich einige Stellungnahmen zum angekündigten weltweiten synodalen Prozess aus dem progressistischen Lager zu analysieren. Sie verraten nämlich, dass manchen durchaus bewusst war, dass der deutsche „Synodale Weg“ sich radikalisierte und zunehmend unbeherrschbar wurde.

Thomas Sternberg etwa, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), erklärte in einer Pressemitteilung: „Gelegentlich geäußerte Unterstellungen, wir würden in Deutschland eine Spaltung vorbereiten oder ständen nicht in Übereinstimmung mit der Weltkirche erweisen sich als gegenstandslos. Die Einbeziehung der überdiözesanen Bischofskonferenzen und der Laienbewegungen wird ausdrücklich gefordert.“

Dass Sternberg nie zugeben wird, dass die katholische Kirche in Deutschland dabei war, in ein Schisma zu rutschen, kann man sich gut vorstellen. Er sah sich aber gezwungen war, die heftigen Reaktionen gegen die Umtriebe in Deutschland zu erwähnen. Zu groß waren der Unmut über den deutschen Sonderweg geworden.

Besonders interessant ist ein Kommentar im offiziösen Informationsdienst der Bischöfe, Katholich.de: „Zwar malt nicht jeder gleich ein Schisma an die Wand. Doch etliche Kirchenvertreter, Kuriale und Beobachter können sich des Eindrucks nicht erwehren, nördlich der Alpen meine man immer noch, an deutschem Wesen solle die Welt(kirche) genesen. Schon früh merkten gutwillige Beobachter wie Luxemburgs Kardinal Jean Claude Hollerich an, den Anliegen des Synodalen Weges, die ja keine rein deutschen sind, käme es zugute, wenn dieser sich mit der Kirche in Nachbarländern besser vernetzen würde.“

Dieser Kommentar stammt von Roland Juchem und Ludwig Ring-Eifel (von der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA). Auch sie müssen feststellen, dass es im deutschen Synodalen Weg „drunter und drüber geht“ und mehr weltkirchliche Sicht angebracht sei.

Manche Reaktionen zeigen die typische Hybris des deutschen Progressismus.

So meinte Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: „In die aktive Beteiligung in der Vorbereitung und Durchführung der römischen Bischofssynode werden wir auch unsere Erfahrungen des Synodalen Weges mit einbringen.“

Die Wahrheit ist: Der deutsche „Synodale Weg“ sorgte auf der ganzen Welt für Entsetzen bis hin zur Sorge, Deutschland stünde am Rande des Schismas. Mehrmals musste Rom intervenieren, um Schlimmeres zu verhindern. Wie kann Bischof Bätzing meinen, dass er andere belehren kann?

Grotesk ist die Stellungnahme von Professorin Dr. Agnes Wuckelt, stellvertretende Bundesvorsitzende der „Katholischen Frauen Deutschland“: „Wir als kfd unterstützen den Prozess gerne mit unseren Erfahrungen, unserer Kompetenz und unserer Expertise, die wir bereits in den Synodalen Weg in Deutschland einbringen.“

Die kfd sorgte zuletzt mit dem feministischen „Predigerinnentag“ für Schlagzeilen und die hartnäckige Forderung, Frauen zu Priesterinnen zu weihen.

Erneut zeigt sich: Der deutsche Progressismus handelt wie ein Autist der unbeirrt an der Maxime festhält, „am deutschen Wesen wird die Kirche genesen.“


Freitag, 21. Mai 2021

Nach Interkommunion beim ÖKT: Lässt sich Kirchensteuer noch rechtfertigen?

 

Steve Buissinne

Das Thema Kirchensteuer wird seit langem kontrovers diskutiert. Jedes Mal, wenn deutsche Bischöfe nationalkirchliche Sonderwege beschreiten, stellen sich viele die Frage, ob die Zahlung der Kirchensteuer noch angebracht ist.

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/qWN8A6zd4to

Aktuell ist es vor allem die Interkommunion beim Ökumenischen Kirchentag während der Heiligen Messe am 15. Mai 2021. Der zelebrierende Priester gab die Kommunion in einem öffentlichen Akt an die evangelische Präsidentin des Ökumenischen Kirchentages, Bettina Limperg. Bischof Georg Bätzing hatte zuvor eine Einladung an Nicht-Katholiken ausgesprochen.

Die Frage drängt sich geradezu auf: Wenn Nicht-Katholiken (die keine Kirchensteuer an die katholische Kirche zahlen) die Kommunion empfangen dürfen, so dürfen dann alle weiteren Sakramente auch empfangen. Es gibt nämlich keinen Grund für eine Unterscheidung in der Zulässigkeit des Empfangs des Sakramentes.

Wieso soll man dann aber noch Kirchensteuer zahlen?

Die Pflicht der Katholiken, Kirchensteuer zu zahlen, ist sogar eine Diskriminierung gegenüber Christen, die keine Kirchensteuer zahlen müssen.

Aber es gibt neben den Monetären noch einen tieferen Grund:

Die Eucharistie ist schlechthin das Sakrament der Einheit. Dieses Sakrament darf nur empfangen, wer tatsächlich katholisch ist. Das bedeutet, er muss zur katholischen Kirche gehören und zum katholischen Glauben und Lehramt treu sein.

Doch genau das scheint nach dem Ökumenischen Kirchentag nicht mehr für etliche deutsche Bischöfe zu gelten.

Das ist keine rein rhetorische Frage. Denn vor dem Ökumenischen Kirchentag hat Rom ausdrücklich vor der Interkommunion gewarnt!

Doch die Stellungnahme aus dem Vatikan wurde bloß als eine weitere Meinung zum Thema angesehen.

Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, orientiert sich nämlich lieber an einem eigenen Gremium von Theologen – der „Ökumenische Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen“, welches das Papier „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ verfasst hat - als an den Stellungnahmen des Vatikans, die lediglich die Lehre der Kirche zur Eucharistie wiederholen.

Der „normale“ katholische Gläubige muss mit Ernüchterung feststellen, dass sich wichtige deutsche Bischöfe nicht mehr am katholischen Glauben, am römischen Lehramt und nicht mehr an Rom generell orientieren.

Diese Gläubige fragen sich berechtigterweise: An wen zahle ich eigentlich dann diese Steuer?

Diese Frage hat auch eine sehr wichtige kirchenpolitische Bedeutung: 

Wenn der Glaube, die Sakramente, die Einheit mit Rom und der Weltkirche nicht mehr wichtig sind, dann verwandelt sich die katholische Kirche immer mehr in eine bloße „Körperschaft des Öffentlichen Rechts“. Ihr wesentliches Merkmal aus der Sicht der Gläubigen ist, dass der Staat für sie die Steuern eintreibt. 

Man stelle sich folgendes vor: Was würde passieren, wenn der Staat sich weigert - aus welchen Gründen auch immer - die Kirchensteuer einzutreiben und kein Register mehr führt, wer Kirchensteuer zahlt und wer nicht?

Die einzige Bindung der Gläubigen zur Kirche würde dann entfallen. 

Hier sieht man: Die deutsche Kirchenkrise, die den katholischen Glauben in Deutschland zunehmend auflöst, führt automatisch dazu, dass sich in Deutschland die Kirche mehr und mehr von Staat abhängig macht.

Foto: Steve Buissinne, Pixabay



Donnerstag, 20. Mai 2021

ZDK-Chef will deutsche Kirchenrevolution weltweit verbreiten

 

Foto: Pressefoto ZDK, Nadine Malzkorn

Der (noch) amtierende Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken und gleichzeitig Präsident des Ökumenischen Kirchentags (ÖKT), Thomas Sternberg, hat laut des offiziösen Informationsportals der deutschen Bischöfe eine bemerkenswerte Aussage gemacht. Ich zitiere aus Katholisch.de:

„Beim Ökumenischen Kirchentag betonte Sternberg am Samstag (15. Mai 2021), dass die in Deutschland bearbeiteten Themen wie Macht und Machtmissbrauch, Rolle der Frau und Sexualmoral für die ganze Weltkirche relevant seien.“ Also die gesamte Agenda des „Synodalen Weges“: Frauenpriestertum, Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare, Umformulierung der Sexualmoral, etc.

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/t3ANru35oAc

Da reibt man sich die Augen. Wie revolutionär das ZDK ist, kann man daran ermessen, dass es jüngst die Gender-Sprache eingeführt hat. „Man könne nämlich nicht alle Menschen in die Kategorien Mann oder Frau zuordnen.

Nun fühlt sich das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ dazu berufen, seine gesamte Agenda, inklusive der Gender-Ideologie und des Feminismus, in die Weltkirche zu bringen.

Möglicherweise haben wir es mit einem fast pathologischen Fall von Hybris zu tun. Dafür spricht, dass das Ansehen der katholischen Kirche in Deutschland kaum schlechter sein könnte. Auf der ganzen Welt schüttelt man den Kopf über revolutionäre Aktionen wie etwa die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare am 10. Mai 2021.

Vielleicht müssen wir dieses Ansinnen, die deutsche Kirchenrevolution zu internationalisieren, ernst nehmen: 

Die katholische Kirche in Deutschland besitzt aufgrund der Kirchensteuer die Finanzkraft, eine progressistische Kirchenrevolution auf der ganzen Welt zu finanzieren. Zudem besitzt sie Dank der staatlich finanzierten Professoren an den Universitäten die nötige Armee von Theologen, um eine solche Revolution intellektuell – sprich sophistisch – zu unterstützen. Konservative Kirchen, wie etwa die Afrikanischen, sind finanziell von der revolutionären Kirche Deutschlands abhängig.

Gut möglich, dass Sternberg androht, mit deutschem Geld eine weltweite Kirchen-Revolution zu entfachen.

Foto: Pressefoto ZDK, Nadine Malzkorn

Mittwoch, 19. Mai 2021

Angriff auf katholische Ekklesiologie beim Ökumenischen Kirchentag

 


Zwei Ereignisse während des Kirchentages sind von besonderer Bedeutung: 

1. Die Interkommunion bei der Heiligen Messe im Frankfurter Dom am Samstag (15. Mai 2021) und 

2. Die Bekräftigung Bischofs Bätzings, die Segnung homosexueller Paare voranzutreiben.

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/swoRUpkK0dk

Erstens: Die beim Gottesdienst am 15. Mai 2021 praktizierte Interkommunion, also die Kommunionsspendung an die evangelische Präsidentin des Ökumenischen Kirchentages, Bettina Limperg, war ein Angriff bzw. eine offene Ablehnung der katholischen Lehre über die Eucharistie.

Die Interkommunion war auch ein Angriff auf den katholischen Begriff von Kirche. Implizit wurde nämlich durch diese Interkommunion die Vorstellung vermittelt, die Kirche sei nicht klar umrissen, sondern sei so ein nebulöses Gebilde ohne klare Grenzen, ohne klare Mitgliedschaft, ohne einen festgelegten Glauben, ohne ein klar definiertes Lehramt.

Diese Vorstellung, die der Lehre der Kirche widerspricht, entspricht aber genau dem Kirchenbild des radikalen Progressismus. Dieser lehnt eine Kirche mit einer klaren Hierarchie und einem klaren Lehramt ab und damit auch die Vorstellung, dass die Kirche eine sichtbare Gemeinschaft ist. 

Gerade Theologen wie Hans Küng wetterten gegen dieses Kirchenbild und behaupteten implizit, die Kirche sei ein rein menschliches Werk, welches man zerstören müsse.

Zweites Ereignis: Bischof Georg Bätzing hat erneut behauptet, die Kirche müsse Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare einführen. Er wolle dies auf der Ebene der Weltkirche vorantreiben.

Damit erneuert Bischof Bätzing seinen Angriff auf die Sexualmoral bzw. seinen Willen, die Sexualmoral umzuformulieren.

Doch vor allem gibt er zu verstehen, dass das katholische Lehramt in ständiger Bewegung sei und sich mit der Zeit ändert. Möglicherweise meint er tatsächlich, das Lehramt entwickle sich in einem dialektischen Prozess, etwa so, wie sich Georg Friedrich Hegel den Erkenntnisprozess in seiner Phänomenologie des Geistes vorstellt. 

Zusammen genommen ergeben diese beiden Ereignisse während des ökumenischen Kirchentages eine Kirche, die keine fest definierte Identität besitzt. Für Bischof Bätzing und zusammen mit ihm viele Befürworter des sog. „Synodalen Weges“ ist die Kirche wohl eine Gemeinschaft des immerwährenden Dialogs, in welchem alles immer alles wieder von Neuem zur Diskussion gestellt wird. Die Kirche wäre ein amorphes und undefiniertes Gebilde, ein Fluidum, welches sich ständig bewegt und ändert.

Foto: Pressefoto ÖKT/Bongard 


Mittwoch, 12. Mai 2021

Von den Gender-Segnungen zu den feministischen Predigten

 

Quelle: Elisa Fahndrich, Unplash

Nachdem am 10. Mai 2021 Pseudo-Segnungen entsprechend der Gender-Ideologie stattgefunden haben, kommt der nächste Schritt der Agenda, aus der katholischen Kirche in Deutschland eine Gender-Nationalkirche zu machen: 

Der „Predigerinnentag“ am 17. Mai 2021.

Der Predigerinnentag wird von der „Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands“ (kfd) organisiert. Die Aktion ist ein Protest gegen die Bestimmung, dass bei einer Eucharistie, bei der Hl. Messe, nur der Priester oder der Diakon predigen dürfen. Im Kirchenrecht ist dies in Canon 767 festgelegt.

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/heSRQMaElck

Diese Bestimmung folgt unmittelbar aus dem Amtsverständnis der katholischen Kirche. Die Verkündigung des Evangeliums obliegt vornehmlich dem Papst und den Bischöfen aufgrund der Weihe. Die Priester helfen sozusagen den Bischöfen dabei aus. Vor allem die Homilie in der Eucharistiefeier (in der die Heilige Schrift ausgelegt wird), ist dem Priesteramt vorbehalten.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Frauen keine Vorträge halten, keine Katechese erteilen können. 

Dem innerkirchlichen Feminismus ist das ein Gräuel und sie protestieren mit Aktionen wie der „Predigerinnentag“.

Dieser Aktionstag ist aber nichts anderes, als ein Zwischenschritt hin zur Einführung des Frauenpriestertums. Der Organisator, die „Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands“ behauptet selber: 

„Am 21. Juni 2019 hat die kfd-Bundesversammlung das Positionspapier "gleich und berechtigt. Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche" einstimmig verabschiedet. Die kfd fordert darin mit Nachdruck die volle Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche und den Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche.“

Dem kfd ist es völlig egal, dass die Kirche endgültig mit dem Apostolischen Schreiben Ordinatio Sacerdotalis festgelegt hat, dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen zu weihen. Die Priesterweihe ist nur Männern vorbehalten.

Hier verlinke ich zu einem Video zu diesem Thema und zum Apostolischen Schreiben: https://youtu.be/XrThGAWke3w bzw. http://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/apost_letters/1994/documents/hf_jp-ii_apl_19940522_ordinatio-sacerdotalis.html 

Die Methode, die die „Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands“ zum Erreichen ihres Zieles verwenden wird, ist die Kritik an die kirchliche Hierarchie und die Zersetzung ihrer moralischen Autorität: 

„Nicht zuletzt muss die Bischofskonferenz vor dem Hintergrund der Missbrauchsfälle endlich Selbstkritik entwickeln und den konstruktiven Austausch zu Themen wie Aus- und Weiterbildung von Priestern, Ämter von Frauen in der Kirche und zeitgemäße Sexualethik verstärken.“

Das bedeutet: Die Missbrauchsfälle werden missbraucht – man kann es nicht anders bezeichnen – um eine neue Kirche zu gründen. Die Missbrauchsfälle nehmen sie zum Anlass, Kernelemente des Katholischen zu kritisieren und ihre Abschaffung zu fordern.

Um den Missbrauch zu bekämpfen könnten die kfd eine schärfere Auslese der Priesteramtskandidaten fordern, mehr Disziplin in den Seminaren, eine Verpflichtung der Seminaristen zur klassischen Askese, verpflichtende Gebets- und Anbetungsstunden, genaue Prüfung der psychologischen Eignung der Kandidaten usw. usf.

Nein: Sie greifen stattdessen das katholische Verständnis von Priestertum und die katholische Sexualmoral an. Ein neues Verständnis des Priesteramtes, eine neue Sexualmoral und ein neues Menschenbild führen aber zwangsläufig zu einer neuen Kirche, die nicht mehr die katholische Kirche ist.

Warum trauen sich diese radikalen Basisgruppen nicht, das auch so offen zu sagen?

Es ist offensichtlich: Der radikale katholische Feminismus will die katholische Kirche deformieren und von innen heraus entsprechend ihrer eigenen bizarren Vorstellungen eine neue Kirche kreieren.

Foto: Elisa Fahndrich, Unplash


Dienstag, 11. Mai 2021

Segnungen: Die Deutsche Gender-Kirche entsteht

 


Fasst man die wichtigsten Postulate der Pseudo-Segnungs-Aktion „Liebe gewinnt“ vom 10. Mai 2021 zusammen, so kommt folgendes heraus:

Erstes Postulat: Die katholische Sexualmoral, die auf dem Naturrecht begründet ist, gilt nicht mehr oder war schon immer falsch.

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/iVad9Wch9K0

Zweites Postulat: Wesentliches Element der Partnerschaften, die bei den Segnungen im Fokus standen, sind die rein subjektiven bzw. individuellen Empfindungen, die die Partner zueinander empfinden. Diese werden als „Liebe“ umschrieben. 

Das hat mit dem christlichen, bzw. katholischen Eheverständnis aber nichts zu tun. Die christliche Ehe ist aber eine Lebensgemeinschaft zwischen zwei ehefähigen Personen unterschiedlichen Geschlechts, die freiwillig ihre Einwilligung gegeben. Die Existenz von Zuneigung (Liebe im sinnlichen Sinne) ist für eine Ehe nicht notwendig (wenngleich sehr nützlich und empfehlenswert). Eine reine Zweckehe ist auch gültig, solange sie freiwillig eingegangen worden ist. 

Es ist wichtig festzuhalten: Bei den Partnerschaften, die bei den Segnungen im Fokus standen, geht es ausschließlich um die subjektive Wahrnehmung der Einzelnen. 

Drittes Postulat: Die Naturrechtslehre, wie sie im Responsum (die Entscheidung) der Glaubenskongregation gegen eine Segnung homosexueller Partnerschaften wiederholt wurde, wird von den „segnenden“ Priestern abgelehnt. Dieses Postulat ist implizit gewissermaßen schon im ersten enthalten.

Viertes Postulat: Die Ablehnung der Naturrechtslehre führt zu zwei Konsequenzen:

a. Es gibt keine vorherbestimmte Natur des Menschen (Mann oder Frau). Jeder selbst definiert seine Natur selbst, vor allem, was die sexuelle Orientierung und die sexuelle Identität betreffen.

b. In diesem Subjektivismus hinsichtlich der Natur gibt es keine universelle Moral, auch keine universelle Sexualmoral. Was man für gut oder schlecht ansieht, ist subjektiv, eine reine Ansichtssache.

Ich komme zum Fazit: 

Das sind aber genau die Postulate der Gender-Ideologie: Es gibt keine vorherbestimmte Natur. Mann und Frau sind kulturelle Konstrukte. In Wahrheit definiert jeder seine Identität selbst. 

Es ist klar, dass Priester, die so denken, das Nein der Glaubenskongregation zu den Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare scharf ablehnen müssen. Wenn die menschliche Natur gar nicht eindeutig definiert ist, wie das die Gender-Ideologie behauptet, können in diesem Gebiet auch keine universellen Wahrheiten postuliert werden, wie das die Glaubenskongregation tat.

Es ist sonnenklar, dass man in Deutschland dabei ist, eine völlig neue Kirche aufzubauen, die Kirche der Gender-Ideologie.


Montag, 10. Mai 2021

Segnungen: Priester und Theologen kündigen Radikalisierung an

 


Etliche Stimmen aus dem progressistischen Lager haben versucht, die Gemüter zu beruhigen und Stellungnahmen abgegeben im Sinne von „man wolle nicht gegen Rom revoltieren“ und dergleichen. Es ginge „nur“ darum, ein Zeichen der Zuneigung in der Öffentlichkeit zu setzen.

Diesen Text gibt es auch als Video unter:  https://youtu.be/O-9ZiMINv1g

Nun darf sich aber nicht täuschen lassen: In den Pseudo-Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare liegt genug Sprengstoff, um eine tiefgreifende Kirchenrevolution zu entfachen.

Um zu dieser Feststellung zu kommen reicht es, gewisse Aussagen eines der „segnenden“ Priester zu analysieren, die am meisten von den Medien beachtet wurden, Pfarrer Dr. Wolfgang F. Rothe aus München.

In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sagte er: 

„Letztlich wird es nicht genügen, an irgendwelchen Schrauben zu drehen. Wir brauchen insgesamt eine Sexualmoral, die Menschen nicht, wie es derzeit der Fall ist, verunsichert und verletzt, sondern, ganz im Gegenteil, dort, wo sie am verletzlichsten sind, nämlich in ihrer Sexualität, stärkt und schützt.“

„Die Glaubwürdigkeit aller Bemühungen um Aufklärung und Prävention sexuellen Missbrauchs in der Kirche bemisst sich meines Erachtens daran, ob und inwieweit man bereit ist, die kirchliche Sexualmoral einschließlich der Zölibatspflicht ernsthaft auf den Prüfstand zu stellen.“ (BR-Kulturbühne vom 6. Mai 2021: „Das Problem liegt in der Homophobie“)

Damit wird deutlich, dass es bei den Pseudo-Segnungen nicht um ein (falsches) Zeichen der Anerkennung bestimmten Personen gegenüber ging, sondern um die Forderung einer neuen Moral und eines neuen Menschenbildes.

Damit postuliert man implizit, dass die katholische Kirche seit ihrer Gründung eine falsche Moral gelehrt hat. 

Man könnte es noch konkreter formulieren: Die kirchliche Hierarchie, also Papst und Bischöfe, haben stets eine verkehrte Moral gelehrt.

Welche Autorität bzw. Glaubwürdigkeit hat die kirchliche Hierarchie dann überhaupt noch? Sind all die heiligen Päpste und Theologen, die diese Lehre verbreitet haben, überhaupt Heilige.

Wenn man die traditionelle Moral und die Hierarchie ablehnt, so ist man nicht mehr weit entfernt, von einer direkten Interpretation der Bibel durch jeden einzelnen. 

In Ansätzen findet man das schon heute im Zusammenhang mit den Pseudo-Segnungen, wenn etwa als Begründung den Satz „Liebet einander, wie ich Euch geliebt habe“ (Joh, 13) heranzieht.

Auch die Tatsache, dass sich Priester über die Erläuterung der Glaubenskongregation hinwegsetzen und einfach Fakten schaffen, zeigt die Bereitschaft, eine egalitäre Kirche ohne Lehramt und ohne Hierarchie aufbauen zu wollen.

Wohin das führt, kennt man aus der Geschichte. Eigentlich ist das, was die Pseudo-Segnungs-Priester unternehmen und fordern, nichts Neues. Es ist der alte Groll, Dinge anzunehmen, die nicht von einem selbst kommen. 


Samstag, 8. Mai 2021

Schisma-Vorwurf wegen Segnungen: Bätzing hat sich verrannt

Mathias von Gersdorff

Allein die Tatsache, dass der Vorsitzende der Bischofskonferenz die katholische Kirche in Deutschland vor dem Vorwurf des Schismas verteidigen muss, spricht Bände. So ruiniert ist das Ansehen im Ausland. Das Problem ist aber: Bischof Bätzing kann den Vorwurf nicht
glaubwürdig ausräumen.

Diesen Text gibt es auch als Video unter: https://youtu.be/OVqk7SAuxfM

Hier soll konkret ein Interview vom 6. Mai 2021 mit der italienischen ACI Stampa analysiert werden.

Auf die Frage, ob Deutschland ein Schisma zusteuert, antwortet Bischof Bätzing: 

„Ich möchte aber den Vorwurf zurückweisen, der uns wiederholt gemacht wird, wir seien schismatisch oder würden uns als deutsche Nationalkirche von Rom lösen wollen. Unsere Verbindung zu Rom und zum Heiligen Vater ist sehr eng. Alle, die offiziell an diesem Synodalen Weg teilnehmen, sind für den verbindlichen Charakter seiner Konklusionen verantwortlich. Die verbindliche Umsetzung liegt - je nach Argument - beim Heiligen Stuhl und/oder beim Ortsbischof. Ich wiederhole noch einmal: Die Kirche in Deutschland ist Teil der universalen Kirche.“

Bätzing tut so, als ob sich alle an diesen Regeln halten würden, was ja aber nicht der Fall ist! Am 10. Mai 2021 wollen etliche Priester gleichgeschlechtliche Paare segnen und es ist ihnen egal, was der Papst, die Weltkirche oder Bischof Bätzing denken. Sie werden es einfach tun und pfeifen auf die Autorität. Sie wollen nicht mehr warten, das ist doch offensichtlich.

Gerade aus diesem Grund sind die Warnungen aus der ganzen Welt vor einem deutschen Schisma so laut. Im Ausland spürt man, wie in Deutschland die Revolte gärt. Bischof Bätzing will auf das Problem, worum es hier wirklich geht, eigentlich keine Antwort geben.

Wenn Bätzing konkret auf die Segnungen eingeht, die ja in erster Linie zum Schisma-Vorwurf in den letzten Wochen geführt haben, sagt er: 

„In Deutschland und in anderen Teilen der Weltkirche diskutiert man seit langem, wie man das Lehramt [hinsichtlich gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und die Segnungen dieser] mit gültigen Argumenten weiterentwickeln kann … Aus diesem Grund bemüht sich der Synodale Weg, besonders im Hinblick auf das Thema der gelingenden Beziehungen, in einem weitreichenden Kontext zu diskutieren, der auch die Notwendigkeit, die Möglichkeit und die Grenzen der Entwicklung des kirchlichen Lehramts betrachtet. Die Perspektiven der Kongregation für die Glaubenslehre werden in diesen Debatten Platz finden.“

Auch in dieser Antwort tut Bischof Bätzing so, als ob man in Deutschland schön brav alles bloß besprechen wolle, ohne mit konkreten Handlungen vorzupreschen.

Das ist aber nicht der Fall: In Deutschland werden inzwischen Fakten geschaffen – siehe Segnungen! Den rebellischen Priestern und Basisgruppen ist es egal, was Bätzing behauptet.

Bischof Bätzing handelt zunehmend wie ein Getriebener. Er will es allen recht machen. Er versucht im Interview die Gemüter in Italien und anderswo zu beruhigen. Gleichzeitig will er nicht die Radikalen in Deutschland domestizieren und einhegen.

Das kann er auch nicht ohne Verlust von Ansehen machen, nachdem er sie selber angespornt hat, radikale Schritte zu unternehmen.

Einige Beispiele aus jüngster Zeit:

28. Mai 2020, Kirche und Welt: Bischof Bätzing für Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

Januar 2021: Mehrfach hat er deutlich gemacht, dass er sich eine kirchliche Segnung für Paare vorstellen kann, die nicht kirchlich heiraten dürfen - auch für homosexuelle Paare. "Wir brauchen hierfür Lösungen, die nicht nur im Privaten greifen, sondern auch eine öffentliche Sichtbarkeit haben - aber deutlich machen, dass keine Ehe gestiftet wird", sagte Bätzing Ende Dezember im Interview der "Herder Korrespondenz".

25. März 2021, Hessischer Rundfunk: „Bätzing fordert "Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral". Segnungsverbot für Homosexuelle: Limburger Bischof stellt sich gegen Vatikan.

24.03.2021, Internetauftritt des Bistums Limburg (also seines eigenen Bistums): „Ich kann das Unverständnis verstehen und teile es ausdrücklich. Das Dokument aus Rom vom 15. März gibt den altbekannten Stand der Lehre wieder. Es wird aber in der Breite nicht mit einer Akzeptanz und einer entsprechenden Befolgung rechnen können. Ein Dokument, das sich in seiner Argumentation so eklatant einem Erkenntnisfortschritt theologischer und humanwissenschaftlicher Art verschließt, wird dazu führen, dass die pastorale Praxis darüber hinweggehen wird.

Fazit. Bischof Georg Bätzing hat möglicherweise die Sprengkraft seiner eigenen Worte nicht erkannt. Er hat wohl nicht einberechnet, dass er radikale Gruppen und Priester ermutigt hat, Fakten zu schaffen. Nun hat er hoffentlich erkannt, dass er selber zu weit ging.

Will Bischof Bätzing weiteren Schaden von der katholischen Kirche in Deutschland abwenden, muss er schnell und vor allem energischer gegen die Segnungen und sonstige rebellische Akte des radikalen Progressismus vorgehen.

Foto: Pressefoto Bistum Limburg