Donnerstag, 19. Januar 2017

Greift "Katholisch.de" jetzt zur Dauerpolemik gegen lehramtstreue Katholiken?

Hat klares Feindbild: Katholisch.de. Screenshot
Von einem Informationsportal der deutschen Bischofskonferenz – gemeint ist katholisch.de - würde man normalerweise eine objektive und einigermaßen neutrale Berichterstattung des katholischen Lebens ins Deutschland und auf der Welt erwarten.

Doch in Wahrheit ist dieses mit Kirchensteuergeldern finanzierte Internetportal häufig ein Stimmungsmacher für die progressistische Agenda in Deutschland. So verging beispielsweise im Vorfeld der Familiensynode im Herbst 2015 kaum ein Tag, in welchem nicht ein wichtigster Punkt der Lehre der Kirche über die Ehe oder die Sexualmoral nicht angegriffen wurde (Link: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.it/2015/09/betreibt-katholischde-dekonstruktion.html)

Inzwischen ist katholisch.de ein Schritt weiter gegangen und hat es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, jeden, der eine liberale Auslegung von Amoris Laetitia kritisiert, mit Schmähkritik zu überschütten.

So wurden die vier Dubia-Kardinäle Burke, Brandmüller, Meisner und Caffarra mit den Mördern Brutus und Cassius verglichen. So wertet man bei katholisch.de eine Anfrage beim Papst, er möge zu gewissen Punkten in seinem Schreiben Amoris Laetitia Stellung nehmen. Fragen zu stellen (in Form von Dubia) wird mit einem Cäsarenmord in Zusammenhang gebracht.

In den letzten Tagen ist die Zahl der skeptischen Stimmen angewachsen und katholisch.de sinniert, was diese Kritiker antreibt.

Die Antwort ist schnell gefunden: Der Hass.

Weil man sowas im Zeitalter von Fake-News nicht für möglich hält, hier ein Zitat: „Es sind die selbsternannten Bewahrer der Lehre, die vor allem mit "Amoris laetitia" und der Zulassung Wiederverheirateter zur Eucharistie überfordert zu sein scheinen. Innerlich zerrissen zwischen Papst- und scheinbarer Lehramtstreue nehmen ihre Äußerungen – vom US-Kardinal bis hin zum deutschen Blogger – immer absurdere Züge an. Man spricht dem Lehrschreiben die Verbindlichkeit ab, fordert eine Klarstellung, will Franziskus formal korrigieren oder plädiert dafür, doch erst einmal auf den eigenen Bischof statt auf den Papst zu hören. Ab und zu fallen sogar Worte wie "Häretiker" oder "Schisma". Doch woher kommt all der Hass? Wovor haben die konservativen Katholiken eigentlich Angst?“

Die abfälligen Bemerkungen richten sich nicht gegen eine unbenannte Gruppe. Nein, es sind die „konservativen Katholiken“, die angeblich von Hass angetrieben werden, die sich für „selbsternannte Bewahrer der Lehre“ halten, die eine Haltung einnehmen, die „immer absurdere Züge“ trage.

Wohlgemerkt: Unter diesen Personen befindet sich selbst jemand wie Kardinal Carlo Caffarra, einer der anerkanntesten Moraltheologen der Gegenwart. Auch der päpstliche Ehrenprälat, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, Kardinal Walter Brandmüller, ist demzufolge lediglich von Hass angetrieben.

Dass diese beiden und viele andere, die Amoris Laetitia kritisiert haben, wie etwa der Philosoph Robert Spaemann, zahlreiche Bücher veröffentlicht haben, muss nicht eigens erwähnt werden.

Für katholisch.de spielt das alles keine Rolle. Das alles sind Personen, die aus der Zeit gefallen sind und eben aus Hass handeln.

An dieser Stelle fragt man sich, was im Kopf der Verantwortlichen dieses Informationsportals der deutschen Bischofskonferenz vorgeht. Sind sie dermaßen von Narzissmus befallen, dass sie nicht merken, wie abfällig und überheblich sie über andere urteilen? Ist das etwa die Art und Weise, wie die katholische Kirche in Deutschland das Herz der Menschen für den Glauben gewinnen will? Offensichtlich nicht.

Die hier erwähnten Artikel in katholisch.de sind nichts anderes als Symptome der Krise der Kirche in Deutschland. Eine Krise, die verstärkt wird, weil Personen und Organisationen, die ihre eigene progressistische Agenda voranbringen wollen (und dazu gehört auch der Kampf gegen die lehramtstreuen Katholiken) wichtige Positionen im Kirchenapparat okkupiert haben.

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