Mittwoch, 14. Oktober 2015

Erzbischof Chaput (Philadelphia) auf Synode: Nein zu Nationalkirchen

Eine deutliche Absage erteilte Erzbischof Charles Chaput von Philadelphia, USA, der Vorstellung, wonach Entscheidungen, die Dogma und Lehramt tangieren, auf lokaler Ebene zu treffen seien.

Insbesondere die deutsche Delegation pocht auf mehr Selbstständigkeit, um beispielsweise Entscheidungen zu Sachverhalten wie etwa die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion auf lokaler Ebene, bzw. auf der Ebene der Bischofskonferenzen, zu treffen.

„Wir leben in Zeiten großer globaler Umwälzungen, in der Verwirrung und Rastlosigkeit herrscht. Wir brauchen dringend Einheit und die größte Gefahr für uns ist die Fragmentierung“, so Chaput auf der Synode.

Der Ratschlag des Erzbischofs von Philadelphia an die Synodenväter: “In den nächsten Tagen müssen wir uns auf den großen Nutzen und auf die Bedeutung der Einheit besinnen. Wir müssen uns bewusst sein, was Uneinigkeit hinsichtlich substantieller Angelegenheiten bedeutet.“

Auch auf die Notwendigkeit einer klaren Sprache wies Erzbischof Chaput hin: „Ungenaue Sprache führt zu einem verwirrten Denken.

Die deutsche Delegation unternimmt auf der Familiensynode eine wahre Kampagne, um in wichtigen Sachverhalten, wie etwa der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion, unabhängig entscheiden zu können.

Auch Gruppen wie das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)“, der „Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)“ und andere wollen mehr Unabhängigkeit von Rom und der Weltkirche. 

Angesichts des desolaten Zustands der deutschen Theologie ist klar, wohin mehr Unabhängigkeit führen würde: zu einer schismatischen deutschen Nationalkirche.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Eine schismatische und häretische National-"Kirche" ist in Deutschland de facto, wenn auch noch nicht (in jeder Hinsicht) de iure, längst realisiert. Die sogenannten Gottesdienste der meisten deutschen Pfarren sind Gemeinschaftsfeieren, denen ein "Eucharistieverständnis" zugrundeliegt, über das sogar Martin Luther enstetzt wäre.

Das Problem des Deutsch-"Katholizimsmus" wird sich in den nächsten 10-20 Jahren durch Aussterben erledigen.

Aquae hat gesagt…

Die große Frage ist, ob die, die schon lange eigene Wege gegangen sind (das sind genau die, die ihr tun nun offiziell abgesegnet bekommen wollen), sich der kirchlichen Disziplin (wieder) unterordnen würden. Für Leute in der Schweiz wie die Bischöfe Büchel oder Gmür sehe ich dies nicht als eine Option. Auch wenn sie es wollten, ihre Landeskirchen, Körperschaften und Kirchenpflegen würden ihnen nicht folgen. Und um so einen Kampf durchzustehen, sind sie zu harmoniebedürftig und wohl einfach nicht stark genug. Und es darf bezweifelt werden, dass es zu Demissionen oder gar Abberufungen kommen wird.
Zweideutigkeit und Schlingerkurse werden wohl auch in Zukunft vorherrschen und die Menschen noch mehr verunsichern.

NB -- Was ich nicht verstehe, wieso es an dieser Synode am Ende jedes Tages eine Pressekonferenz gibt. Wieso schließt man nicht einfach die Türen und bespricht in Ruhe, was besprochen werden muss. Und am Ende kann man ein Dokument veröffentlichen.