Donnerstag, 1. Dezember 2016

Frauen Union Meck-Pomm: Ehe-Begriff im Grundgesetz auf alle Partnerschaftsformen ausdehnen

Die CDU wird von einem Geist der Selbstzerstörung durchzogen. Foto: Frauen Union (Bildmaterial)
Die Frauen-Union Mecklenburg-Vorpommerns ist der Auffassung, dass der heute gültige Begriff von Ehe antiquiert sei und man ihn auf alle Partnerschaftsformen ausdehnen sollte.

Wörtlich: „Der im Grundgesetz formulierte besondere Schutz von Ehe und Familie trägt alle Familien- und Lebensmodelle: die tradierten ebenso wie neue, partnerschaftliche Modelle.“

Für die CDU-Frauen aus dem Nordosten Deutschlands bedeutet das konkret: „Sich wandelnde Rollenbilder, die nicht unbedingt allein den Mann als Familienernährer sehen, gehören ebenso dazu wie Partnerschaften mit Kindern und ohne Trauschein, Ehen ohne Kinder oder gleichgeschlechtliche Partnerschaften.“

Damit übernimmt ein weiterer CDU-Verband die familienpolitischen Vorstellungen der Grünen – völlig ohne Not und ohne Druck von außen.

Über die Begründung für diesen Schritt muss man fast lachen. Karina Jens, FU-Landesvorsitzende, erklärt nämlich: „Der im Grundgesetz formulierte besondere Schutz von Ehe und Familie ist dabei die feste Klammer.“

Die „feste Klammer“ müsse eben so weit erweitert werden, dass alle Formen von Partnerschaften da hinein passen. Wäre es dann nicht besser, man würde diese Klammer gleich ganz abschaffen?

Aus mysteriösen Gründen entschließen sich immer mehr CDU-Verbände, ihre traditionellen Positionen, die im christlichen Menschenbild verankert waren, preiszugeben. Kürzlich sprach sich die „Junge Union Schleswig-Holstein“ für ein Adoptionsrecht für Paare von Homosexuellen.

Stattdessen übernehmen sie Positionen der Grünen, die Ehe und Familie stets als ein Ort der Unterdrückung und der Ungerechtigkeit angesehen haben.

Kommentare:

Kirchfahrter Archangelus hat gesagt…

"Aus mysteriösen Gründen entschließen sich immer mehr CDU-Verbände, ihre traditionellen Positionen, die im christlichen Menschenbild verankert waren, preiszugeben."
Nun, „mysteriös“ sind diese Gründe nur solange, als man in seinem individuellen Bezugsrahmen partout an der Denkschablone festhält, bei der „C“DU handele es sich (noch?) um eine bürgerliche Mitgliederpartei der Mitte, deren Willensbildung über Kreisparteitage via Delegiertenwahlen über Landesparteitage via Delegiertenwahlen schließlich per Bundesparteitag geschieht. Sobald man allerdings aufhört, die diesem Trugbild entgegenstehende Realität zu ignorieren und alles persönlich solange zu redefinieren, bis es wieder in den Bezugsrahmen „paßt“, wird die Realität faßbar.
Zum blanken Entsetzen weiter Mitgliederkreise nehmen die Funktionärsschichten von „C“DU und „C“SU stramm Kurs auf eine “zeitgemäße“ Familienkonzeption. Nüchtern betrachtet muß ein Prozess, der sich in dieser Zeitraffer-Geschwindigkeit und dieser Breite (MV, SH, Hessen, Bayern etc.) ereignet, zielgerichtet choreographiert sein. Wer auch nur kurz bereits in seiner Kommune politische Erfahrungen gesammelt hat weiß, dass ohne sorgfältige Vorbereitung in Gremien weder Mehrheiten verläßlich sind noch Meldungen für Kandidaturen. Wer mal 2 Stunden ziel- und fruchtlose Kreuz-und-Quer-Debatten über die Besetzung eines Kassierers im Stadtverbandsvorstand erlebt hat, weiß, was ich meine. Daher wäre die Vorstellung, die Partei dümpele so einfach mal zufällig „nach links“, schlichtweg grotesk. „C“DU und „C“SU werden vor den aufgerissenen Augen von entsetzten Teilen der Mitgliedschaft gerade von einer Fünften Kolonne „top-down“ zum bloßen Modul eines einheitlich buntorientierten Parteienkartells umgekrempelt.

Interessant, dass dabei im Großen und Ganzen nach der Blaupause vorgegangen wird, die bereits bei der allmählichen Entkernung der katholischen Kirche erfolgreich war. Die Rolle der zweideutig formulierten Texte des II. Vaticanums (deren codierte Begriffe Formelkompromisse ermöglichten, welche den dringend benötigten zeitlichen Aufschub für interne Umgestaltung lieferten) nimmt in diesem Kontext die CDU-Politik der 70er und 80er Jahre ein. Die Brüsseler Eurokratie geht zwingend aus der Kohl' schen Europa-Euphorie („CDU – die Europapartei!“) hervor. Die damaligen Programmpunkte (direkt gewähltes Europa-Parlament, Einheitswährung ECU, EG-Recht etc. ) führten zu einem Entwicklungsprozess, der zur Gegenwart führen mußte. Wenn man ein direkt gewähtes Parlament hat, muß dieses auch Kompetenzen haben. Wenn man den ECU einführen will, braucht diese Einheitswährung zwingend den harmonisierten einheitlichen Handelsraum. Codierte Begriffe wie etwa "Projekt der europäischen Einigung" sowie "verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit" beschrieben gewollt unklar die Ziele, um eventuelles Mißtrauen einzulullen. Ein nüchternes „Wer A sagt, muß auch B sagen!“ bei jedem weiteren Schritt tat ein übriges. Wie die Konzilskonstitution „sacrosanctum concilium“ mit ihren schwammigen Begriffen der Laien-Beteiligung von einer Fünften Kolonne ezielt dazu genutzt wurde, um die kuschelige Alle-zusammen-gemeinsame Diesseitskirche zu schaffen, welche für geltungssüchtige Laienschauspieler die Bühne zur Ego-Show liefert, so wird nun die CDU entkernt. Treue Mitglieder läßt man dabei leichten Herzens zur AfD ziehen wie konservative Katholiken zur Priesterbruderschaft St. Pius X., beide „in die Schmuddelecke“, da stören sie dann nicht weiter.

Ein Schelm, wer Arges dabei denkt...

C.Niehaves hat gesagt…

Ja, es ist dramatisch wie die CDU verkommt, indem sie sich immer mehr dem Zeitgeist anbiedert. Aber viel folgenschwerer ist, daß unserer kath.Kirche, von der Kirchenspitze angefangen, bis in die kleinste Pfarrgemeinde hinein, die gläubigen, im Sinne des Zeitgeistes, aktiv verführt. Das geschieht sehr raffiniert und geschickt. Die gutgläubigen aber naiven Katholiken merken es nichtmals. Für die Verführungsanstrengungen werden sogar göttliche Aussagen verdreht und uminterpretiert. Diese perfide Verführung wird z.B. sehr deutlich in dem neuen
Weihnachtsrundbrief 2016 der Kath.Kirchengemeinde St.Josef, Bocholt. So ein Artikel kann ja nicht ohne Rückendeckung des zuständigen Bischofs Felix Genn erfolgen...
Auf Seite 6 des Weihnachts-Rundbriefes wird ein Interview-Artikel von KNA mit dem kath.Priester und Kirchenhistoriker Arnhold Angenendt wiedergegeben. Artikel-Überschrift: "Es spricht nichts gegen eine Neubewertung". Diese "Neubewertungen" werden in seinem neuen Buch: "Ehe,Liebe & Sexualität im Christentum", im Aschendorff Verlag erschienen, umfangreich behandelt. Im Weihnachtsrundbrief sagt Angenendt der KNA u.a. folgendes: "Klar ist, dass Paulus Homosexualität scharf verurteilt, weil sie gegen die Natur verstoße. Die moderne Wissenschaft hat aber klar herausgearbeitet, dass die homosexuelle Orientierung als eine eigene anthropologische Grundposition menschlicherSexualität betrachtet werden muß, genau so wie Heterosexualität...Homosexualität kann folglich nicht als widernatürlich bezeichnet werden"..
Ja, auf diese Art verführen die kath.Kirchenführer ihre unkritischen "Gutgläubigen" heutzutage.. Auf der ganzen Linie ducken sich die "rechtgläubigen" Priester und Bischöfe weg... Niemand wagt Klartext zu reden und den "Schafen" eindeutig und klar den rechten, von Gott gewiesenen Weg zu weisen...
Der Apostel Paulus hat ja bezüglich der Sexualität nicht seine Meinung kundgetan, sondern im Sinne Gottes gesprochen. Angenendt versucht dieses als reine Paulus-Meinug abzutun... Die Kirchenführer sind zu Verführern geworden. Gott. der alleinige Herr, läßt die Bäume aber nicht in den Himmel wachsen...Gnade uns Gott!
Clemens Niehaves