Samstag, 24. Oktober 2015

Progressisten: Synode als „Event“ begreifen und zur endlosen Soap machen

Logo GZSZ, Quelle Wikipedia
In den letzten Tagen der laufenden Familiensynode mehrten sich die Stimmen aus dem progressistischen Lager, das Wichtigste am Ganzen seien nicht unbedingt die Texte, die am Ende veröffentlicht werden, sondern das Ereignis an sich.

In der Tat: Aus dem Linkskatholizismus ist schon seit Längerem zu hören, die Synode sei nicht das Ende, sondern der Anfang eines Prozesses, der schließlich die Kirche tiefgreifend verändern kann.

Dies soll nicht bloß anhand einer Debatte rund um doktrinäre Themen geschehen, sondern durch die Einführung eines Stils, den die Progressisten als den „synodalen Stil“ bezeichnen.

Während der Synode konnte man schon einige Beispiele von diesem neuen Stil kosten.

Besondere mediale Aufmerksamkeit erhielt der Fall einer Kommunion, in der ein Kind seinem Stiefvater (einem wiederverheirateten Geschiedenen) einen Teil der Hostie gab. 

Medien, aber auch etliche Kirchenleute, zeigten sich über dieses Sakrileg zu Tränen gerührt: Ein Sieg des Sentimentalismus über die Vernunft.

Wer diese Technik bis zur Perfektion beherrscht, ist Kardinal Christoph Schönborn von Wien. Er plädiert offen für die Zulassung zur Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene. Doch nicht nur das: Auch außereheliche Partnerschaften sollen eine neue Bewertung durch die Kirche erfahren, denn in ihnen „sei auch Gutes vorhanden“. Nach Kardinals Schönborns Auffassung sind diese Partnerschaften Vorstufen zur sakramentalen Ehe und müssen deshalb gewürdigt werden.

Seine Ansichten hat Kardinal Schönborn in Interviews schon mehrmals verteidigt. Zuletzt geschah dies in einem Gespräch mit Andrea Tornielli für „Vatican Insider“, einem Internetportal, das der italienischen „Stampa“ gehört und sich auf kirchliche Nachrichten spezialisiert hat. 

Kardinal Schönborns Methode: Das Aufzählen vieler Einzelfälle 
- von gescheiterten Ehen, 
- von alleinerziehenden Müttern, die einen geschiedenen Mann heirateten, 
- von Zivilehen zwischen Geschiedenen, aus denen Kinder hervorkamen. 

Eine Leserschaft, deren Emotionalität anhand von Fernsehserien, Soap-Operas und Ähnlichem geprägt wurde, wird von Kardinal Schönborns Aufzählung gerührt sein und ihm recht geben: Ja, diese Partnerschaften sind prima!

Doch was der Wiener Kardinal in Wahrheit vorschlägt, ist eine Anpassung der katholischen Lehre an die emotionale Welt der Vorabend-Serien.

Braucht man eine solche Kirche?

Die Progressisten meinen: Ja! Sie glauben tatsächlich, dass eine Kirche, die sich nicht mehr am Lehramt, sondern an der Jugendpostille „Bravo“, an „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“ und an sonstigem Kitsch orientiert, zukunftsfähig sei.

Offensichtlich irren sie. Wer wird sich schon für eine Kirche interessieren, die sich auf ein solch niedriges Niveau herablässt?

Nein, die Menschen sehnen sich nach etwas ganz anderem und zwar einer Kirche, die die Wahrheit in ihrer Ganzheit verkündet, egal, wie hart sie scheinen mag. Die Menschen sehnen sich nach einer prinzipientreuen und hierarchischen Kirche, die auch in der Lage ist, harte, unangenehme Wahrheiten zu verkündigen. Kurz: Eine Kirche, die sagt, dass nur im Kreuz Heil zu finden ist.

Notwendig sind bloß Hirten, die den Mut haben, gegen den Widerstand der Welt für eine solche Kirche einzustehen.

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