Sonntag, 12. Juli 2015

Familiensynode: Korrigiert Kardinal Marx seinen liberalen Kurs?

Die "Katholische Nachrichtenagentur" (KNA) berichtete am 10. Juli 2015 knapp vom diesjährigen Sommerempfang des Erzbistums München und Freising. In seiner Rede ging Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof der Diözese und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, auch auf die Familiensynode im Oktober 2015 in Rom ein. Laut KNA sagte er: >Es werde "nicht einfach und ein langer Weg sein, zu den Themen Ehe, Familie und Sexualität etwas global Verbindliches zu sagen".<

Mit dieser Aussage wolle Kardinal Marx die „Erwartungen an die Familiensynode dämpfen“, so KNA.

Gemeint sind die Erwartungen linkskatholischer Gruppierungen, wie etwa des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ (ZdK) von „Wir sind Kirche“ oder von Kirchenverbände wie der „Katholische Deutsche Frauenbund“ (KDFB).

Wenn das tatsächlich die Absicht des Münchner Kardinals ist, so haben wir es mit einer wichtigen Änderung der Strategie des deutschen Linkskatholizismus hinsichtlich der Familiensynode in Rom und der Familienpastoral generell zu tun.

Der deutsche Linkskatholizismus stellte sich nämlich im vergangenen Jahr ganz hinter den liberalen Vorstellungen von Kardinal Walter Kasper zur Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion.

Doch die Reformkatholiken, wie sie sich selber nennen, wollten eigentlich viel mehr und begannen rasch, radikalere Forderungen zu stellen: Anerkennung außerehelicher Beziehung, Neubewertung der Homosexualität, moralische Unbedenklichkeit von künstlichen Verhütungsmittel usw. Ihrer Ansicht nach soll die katholische Sexualmoral der sexuellen Revolution der 1968er angeglichen werden.

Dass deutsche Laienverbände solche bizarren Forderungen stellen, ist nicht neu. Neu ist aber, dass im Vorfeld der Familiensynode auch deutsche Bischöfe vehement und lautstark auch solche Vorstellungen hinsichtlich Ehe, Sexualmoral und Homosexualität in der Öffentlichkeit verteidigten. 

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Delegation der Deutschen Bischofskonferenz für die Synode in Rom besteht ausschließlich aus Liberalen: Kardinal Reinhard Marx, der ernannte Erzbischof von Berlin, Heiner Koch und der Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode. Diese Delegation ist was Ehe und Familie angeht keineswegs repräsentativ für das deutsche Episkopat.

Aufgrund dieser Tatsache sah wohl der deutsche Linkskatholizismus die Zeit gekommen, endlich ihre unorthodoxen Ansichten zur Sexualität in der Weltkirche durchzusetzen. Sie wollten die Familiensynode schlicht missbrauchen, um Fakten zu schaffen.

Je näher der Beginn der Synode heranrückte, desto respektloser wurden deshalb die Forderungen von ZdK & Co.: Segnungen von homosexuellen Partnerschaften, von wilden Ehen und von zivilen Zweitehen. Jeder konnte sehen, dass diesen Gruppen das katholische Lehramt gleichgültig ist.

Kein Wunder, dass in Deutschland der Widerstand gegen diese Linie immer stärker wurde. Insbesondere Bischof Stefan Oster übte harsche Kritik an diesem deutschen Sonderweg.

Doch auch in der Weltkirche wuchs das Entsetzen über Deutschland. Die afrikanische Bischofskonferenz kündigte sogar Widerstand gegen die deutsche Delegation an, sollten sie ihre Linie in der Synode vertreten.

Zudem davon ist jedem bekannt, in welcher Krise das Glaubensleben in Deutschland steckt. Die anmaßenden Positionen der linken deutschen Bischöfe wurden zunehmend als Arroganz einer materiell reichen aber ansonsten armseligen Kirche empfunden.

In diesem Kontext schien ein Erfolg der deutschen Positionen hinsichtlich Sexualität, Ehe und Familie in der Synode immer unwahrscheinlicher. 

Sollten Marx & Co. in Rom scheitern, wird die Enttäuschung im linkskatholischen Lager groß sein. Damit es nicht zu den üblichen pöbelhaften Protesten kommt, dämpft nun Kardinal Marx die Erwartungen. Er hofft, dass sich ZdK, „Wir sind Kirche“ usw. zusammenreißen.

Eine allgemeine Entwarnung ist aber nicht angebracht: Marx, Bode und Koch haben recht deutlich gemacht, dass sie sich die Liberalisierung bzw. die Schleifung der Sexualmoral wünschen. Aus Überzeugung hat Kardinal Marx also nicht gesprochen, seine letzten Aussagen sind reine Taktik.

Bleiben wir also wachsam.

Kommentare:

MisterX hat gesagt…

Entlarvend. Es geht doch nicht darum, "etwas global Verbindliches" zu formulieren, sondern die Wahrheit zu verkünden.
Die Kirche ist Lehrmeisterin der Welt nicht ob eines UN-Mandates, sondern in der Nachfolge Jesu Christi.
Die Kirche ist heilig, katholisch und apostolisch in ihrer ganzen Tradition. Sie allein kann die Wahrheit künden, weil dies so ist. Sie ist die Mutter, sie ist die Quelle - und kein Marketing-Channel für noch so gut gemeinte weltliche Weltverbesserei.
Und Einheit ist kein Ziel um der Einheit willen. Einheit wächst aus der Wahrheit, weil es nur eine Wahrheit gibt wie es nur einen Gott gibt.

smily-xy hat gesagt…


>Es werde "nicht einfach und ein langer Weg sein, zu den Themen Ehe, Familie und Sexualität etwas global Verbindliches zu sagen".<

Geht's noch? Was soll der Eiertanz? Es gibt bereits global verbindliches. Mein Pfarrer sagt z. B., der katholische Katechismus ist verbindlich. Und die Heilige Schrift als Offenbarung des Wortes Gottes. Vielleich darf man einmal daran erinnern, was uns der Heilige Geist durch den Hl. Paulus verkündet hat:

"Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben.
Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib. Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst; denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!"

Das wäre dann also kurz und schmerzlos und kein langer Weg!

Bei der Gelegenheit fallen mir noch die Worte unseres HERRN Jesus Christus ein:

"Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen."

Anonym hat gesagt…

Was ist das katholische Lehramt, wo kann es Wahrheit geben im Glauben?
Mann oder Frau sollte sich einmal dieses Wort GLAUBEN einmal durch den Kopf gehen lassen ohne es mit einer vorgefassten Meinung zu belegen. Dann werden wir die Gewissheit erlangen das GLAUBEN nichts mit WISSEN zu tun hat und mit nichts auf der Welt sich beweisen lässt.

Das katholische Lehramt entspringt kranken Männergehirnen und hat mit Jesus Christus absolut nichts zu tun. Genau so ähnlich schaut es mit der Bibel aus! Oder kann mir einer von euch sagen!
Weshalb hat Jesus Christus, obwohl er Gottes Sohn ist und um alles Bescheid wusste, vor allem über die Zukunft der Menschen, selbst kein einziges schriftliches Wort hinterlassen? Die Behauptung, die Heilige Schrift sind die Worte Jesu ist nicht länger aufrecht zu halten und hängt direkt zusammen mit dem Verhalten von Jesus gegenüber dem schriftlichem Wort, dass ja Jesus sehr wohl bekannt war. Jesus wusste um die Beschränktheit des Alten Testaments bescheid! (Beispiele: Adam und Eva, Sintflut, Sodom und Gomorra usw.) Jesus wusste doch, wie es später zugehen wird um den Glauben, wie sehr um die Wahrheiten gestritten und sogar Kriege geführt werden und doch hat er es nicht der Mühe wertgefunden uns ein paar schriftliche Worte zu hinterlassen. Wenn man heute den ganzen Streit sieht zwischen den Klerikern und Theologen, dann sollte man doch auch berücksichtigen, das die Menschen die die Evangelien geschrieben haben, Jesus nie gesehen oder gekannt haben.
Man muss auch die damalige Gesellschaft und ihre Lebensweise berücksichtigen in der die Frau absolut nichts galt. Man kann doch ganz deutlich erkennen, obwohl Jesus in seiner Gefolgschaft eindeutig sehr viele Frauen hatte, wurden sie von den Verfassern der Evangelien einfach weg gelassen. Es ist immer nur die Rede von den 12 Jüngern. Wo man doch genau weiß, dass die Zahl 12 nur von den 12 Stämmen der Juden herstammt. Also absoluter Unsinn zu sagen, Jesus hatte nur die zwölf Jünger ausgewählt! Wobei einer ein faules Ei war! (Jesus macht einen Fehlgriff!)

Anonym hat gesagt…

2.Teil - Kommentar musste geteilt werden, da zu groß
Sie waren also weit weg von seiner Verkündigung und Lebensphilosophie. Haben aber das eine oder andere sehr gut beschrieben, vor allem die Gleichnisse, wo wir auch wissen warum Jesus mit Gleichnissen seine Lebensphilosophie untermauern wollte. Wenn man zusätzlich noch bedenkt, dass die Evangelien von Menschen geschrieben worden sind, die Jesus persönlich nicht gekannt haben und vielleicht noch solche Männer waren wie Müller und Burke, dann kann man sich einiges zusammen reimen. Also wird es höchste Zeit, dass die Kirchen sich von ihren nicht haltbaren Wahrheiten verabschieden!
Wenn sie nicht wissen, welchen Unsinn Burke zur Frauentheologie geschrieben hat, würde ich es ihnen gerne zukommen lassen.
Man braucht doch nur zu schauen wie es heute zugeht um Glaubenswahrheiten, der eine sagt so und der andere sagt es wieder anders. Wenn man jetzt Kasper und Müller als Beispiel her nimmt. Beide eigentlich erzkonservativ, sonst wären beide keine Kardinäle geworden und doch haben sie unterschiedliche Meinungen.
Was sagt uns das! Das damals eben auch eine gewisse Glaubensströmung geherrscht hat und diese Glaubensrichtung wurde eben von diesen Menschen festgehalten, hat aber meiner Meinung nach nicht viel mit Jesus Christus zu tun, da er eine ganz andere Glaubensphilosophie vertreten hat und Großteils nicht verstanden worden ist, genau so wie sie heute von einig wenigen nicht verstanden wird. Interessant ist dabei, dass hier sehr viele gebildete Menschen dabei sind. Sehr viele Kardinäle und ein Großteil der Bischöfe. Ist jetzt nur eine Frage, hängt das vielleicht mit dem zusammen, dass diese Menschen erzkonservativ sind oder dass Jesus sich keinen einzigen gebildeten Menschen für seine Gefolgschaft ausgesucht hat? Da Jesus wahrscheinlich wusste, dass diese Menschen nicht einhalten können was er unter Mk 10,41-45 gefordert hatte. Man kann seine Lebensphilosophie eigentlich nur aus den Gleichnissen herauslesen, alles andere ist gefärbtes Machwerk, wo man heftigst darüber streiten kann. Dazu gibt es einige Beispiele!

Was soll das heißen? Diese Delegation ist was Ehe und Familie angeht keineswegs repräsentativ für das deutsche Episkopat. Ist der Klerus jemals repräsentativ für die Gläubigen gewesen? Wäre einmal höchste Zeit für euch alle Mk 10,41-45 nachzulesen!
Ich würde mir wünschen etwas sachlicher zu werden und nicht ständig an alten Hüten zu hängen, die durch nichts bewiesen werden können. Siehe oben erster Absatz im 1. Teil!

Grandloser hat gesagt…

Man sollte einmal bedenken die katholische Sexualmoral nur für eben diese als verbindlich gelten kann für den Rest der Welt aber nicht (1.2 Mrd. zu 7.2 macht in etwa 16% Katholiken) . Und nicht seit heute sondern wesentlich länger als es die Kirche dazu gibt. Besonders in Modernen gebildeten Gesellschaften ist es auch nicht mehr vermittelbar wieso man sich nach der Meinung von Menschen richten sollte die keinen positiven Bezug und Kenntnisse zur Sexualität haben, und somit unglaubwürdig hoch zehn sind. Besonders wenn den die ach so moralischen Vertreter eben auch nur normale Sex bedürftige Einzelwesen sind welches in schöner Regelmäßigkeit diverse Skandale bestätigen. Von daher ist es richtig wenn man nach neuen Wegen der Definition und Vermittlung sucht. Des Weiteren Ignorieren Sie Herr Gersdorff einen simplen Fakt, ihre Sexualmoral wird schon seit mindestens 70 Jahren in der Öffentlichkeit Ignoriert und davor bereits nichtöffentlich. Leider träumen Sie von einer Vergangenheit die so nie existiert hat.

Anonym hat gesagt…

Glauben sie mit ihren Methoden, andere Meinung nicht zu veröffentlichten, wird man den wahren Glauben finden? Das glaube ich absolut nicht. Denn durch diese Methode wurde fast 2000 Jahre der wahre Glaube durch die Kirchen verhindert und das Ergebnis haben wir jetzt vorliegen und es wird noch schneller bergab gehen! So schnell können sie gar nicht mehr schauen! Dieses verfluchte Glaubensgebäude ist beim einstürzen, der Islam gibt noch das seine dazu, weil er sich ebenfalls nicht trennen kann von seinem Schwachsinn den er als Wahrheit verkaufen will.

Anonym hat gesagt…

Sie haben jetzt meine volle Hochachtung! Sie sind der erste der meine Kommentare frei gegeben hat, bis jetzt wurde ich immer ausgesperrt! Deshalb muss ich mich auch entschuldigen für der vorherigen Beitrag, obwohl der Kommentar für meine Begriffe richtig ist. Ich habe ihn geschrieben, weil mein 1. Kommentar die längste Zeit nicht frei geschalten wurde und ich es gewohnt war, dass meine Beiträge nicht frei geschalten werden.

Aber ich warte trotzdem auf eine Antwort auf meine Frage! Es würde mich freuen, wenn einer einen Versuch macht, da ich alle möglichen Menschen schon angeschrieben und keine Antwort bekommen habe. Es waren sogar Kardinäle und Bischöfe dabei!