Sonntag, 28. Juni 2015

LSBTIQ-Deutschland - leben wir noch in einem Rechtsstaat?

Anlässlich des sog. Christopher-Street-Days haben etliche Bundesministerien die Regenbogenfahne gehisst. Diese Fahne symbolisiert die Ziele der Lobby der Lesben, Schwulen, Transgender und sonstiger sexueller Orientierungen.

Diese Lobby pflegt, jeden als "homophob" zu bezeichnen, der sich gegen ihre politischen Forderungen ausspricht. 

Ist jemand beispielsweise gegen die Öffnung des Ehegesetzes für homosexuelle Paare, so gilt er als "homophob". Ist jemand gegen die Einführung der Lerneinheit "sexuelle Vielfalt" in den Schulen, so gilt er als "homophob".

Diese Ausdrucksweise verwenden inzwischen auch manche Bundes- und Landesminister, wie etwa Manuela Schwesig (Bundesfamilienministerium) oder Andreas Stoch (Kultusministerium Baden-Württemberg).

Aber es beschränkt sich nicht hierauf. 

In  einem Interview für "Deutschland Kultur" (also Staatsradio) wurden die Teilnehmer der Demo für Alle als "homophob" bezeichnet.

In der ARD-Sendung X.3 (bzw. "Extra 3" im NDR) (also Staatsfernsehen) wurden die Teilnehmer der "Demo für Alle" am 21. April 2015 sogar als "homophobe A...löcher" bezeichnet.

Man könnte leicht weitere Beispiele dieser Art wiedergeben.

Doch eines wird hiermit klar: Der deutsche Staat und seine Medien übernehmen die Weltanschauung und die Verleumdungsmethoden einer ganz bestimmten Lobbygruppe.

Deshalb stellen sich für den einfachen Bürger folgende Fragen:

Kann derjenige, der sich gegen die politischen Ziele der LSBTIQ-Lobby ausspricht, noch mit dem umfassenden Schutz des Staates rechnen, wenn sich dieser durch eine Reihe seiner führenden Vertreter dermaßen mit der Ideologie der LSBTIQ-Bewegung identifiziert?

Kann derjenige, der gegen die politischen Ziele der LSBTIQ-Lobby ist, seine Meinungen noch frei und ohne Angst artikulieren, ohne negative Folgen befürchten zu müssen?

Müssen Beamte, die sich gegen die politischen Ziele der LSBTIQ-Bewegung aussprechen, fürchten, berufliche Nachteile in Kauf zu nehmen?

Wann ist es so weit, dass man von einer staatlich verordneten Diskriminierung für alle, deren geäußerte Meinung nicht mit den LSBTIQ-Forderungen konform ist, sprechen muss? 

Eines ist jedenfalls sicher: Die Freiheit in Deutschland ist keineswegs gesichert und muss möglicherweise bald selbst gegen staatliche Willkür verteidigt werden.

Kommentare:

Peter Friedrich hat gesagt…

Zitat: "...Eines ist jedenfalls sicher: Die Freiheit in Deutschland ist keineswegs gesichert und muss möglicherweise bald selbst gegen staatlicher Willkür verteidigt werden." -

Eine "Freiheit", wie sie hier im Artikel gefordert wird, hat es laut Grundgesetz zum Glück noch nie gegeben. Ein Beamter oder ein Unternehmer, der einem Menschen etwa mit Berufung auf dessen Hautfarbe den Dienst verweigert, wird in unserem Staat dafür bestraft. Es besteht diesbezüglich keine Freiheit in Deutschland. Dasselbe gilt selbstverständlich bezüglich der sexuellen Orientierung.

Heinz Becker hat gesagt…

Was für ein Vollpfosten sind Sie denn? Ist das hier die neue Kloake nach dem kreuz.net & Co dicht machen mussten?
Niemand nimmt euch gestörten Katholiken was weg. Es geht um gleiche Rechte....aber offenbar geht das nicht in euer Spatzenhirn rein. Wenn ihr Krach wollt, dann bekommt ihr auch Krach.

Anonym hat gesagt…

Natürlich können Sie Ihre Meinung frei äußern, aber Sie haben nun Mal keinen Anspruch darauf, dass Ihnen niemand widerspricht. Und die meisten Argumentationslinien gegen eine Gleichstellung folgen nun mal homophoben Mustern, da gibt es nichts schönzureden.

Gallowglas hat gesagt…

"Der deutsche Staat und seine Medien übernehmen die Weltanschauung und die Verleumdungsmethoden einer ganz bestimmten Lobbygruppe."

Das stimmt, unser Staat folgt leider immernoch treu den beiden größten Lobbygruppen, der ev. und katholischen Kirche, und setzt nahezu jede ihrer Forderungen um, gewährt ihnen Sonderrechte und Privilegien und macht für sie sogar besondere Ausnahmen in Gesetzen.

Peter Friedrich hat gesagt…

"Zeitjung", Interview mit Kim Schicklang:

Ich will, dass dieser Staat mein Geschlecht anerkennt

Wie lebt es sich als transsexuelle Frau in Deutschland? Das haben wir Kim Schicklang gefragt. Bis zur gesellschaftlichen Anerkennung muss sich noch vieles tun.

zeitjung

Interview: Markus Ehrlich

Der Jubel über die Entscheidung des höchsten US-Gerichts, die Ehen homosexueller Paare rechtlich gleichzustellen, ist grenzenlos: Über 30 Millionen Menschen färben in sozialen Netzwerken ihre Profilbilder regenbogenfarben, der Hashtag #lovewins wird zum viralen Dauerbrenner. Bei all der Freude gibt es aber auch Menschen, die noch immer systematisch diskriminiert werden – auch in Deutschland. Wir haben eine transsexuelle Frau getroffen.



Frau Schicklang, die USA haben die gleichgeschlechtliche Ehe rechtlich gleichgestellt. Verbessert das Urteil des höchsten amerikanischen Gerichts auch die Situation von transsexuellen Menschen?

Kim Schicklang: Nein, Transsexualität hat damit wenig zu tun und transsexuelle Menschen profitieren davon nicht. Trotzdem finde ich gut, dass da offensichtlich etwas in Bewegung geraten ist, und freue mich, dass Homosexuelle in den USA jetzt die Freiheit haben, die ihnen zusteht.

Transsexuelle Menschen stehen auch in Deutschland am Rand der Gesellschaft und kämpfen mit Klischees.

Das Problem sind die Stereotype. Es ist nicht vorgesehen, dass es Frauen mit vermännlichten Körperteilen gibt. In Fernsehfilmen zum Beispiel…

…geht es immer um Frauen, die mal Männer waren?

Richtig. Es wird in nahezu allen Filmen zum Thema die Geschichte eines Mannes erzählt, der zur Frau wird. Bebildert wird das mit den üblichen Utensilien wie schlechtem Make-up, dem Tragen von Frauenkleidung oder dem unbeholfenen Gehen in Schuhen mit hohen Absätzen. Was da erzählt wird, ist die Story von Transvestiten – verkleideten Männern. Transsexuelle Frauen sind aber Frauen mit vermännlichten Körpermerkmalen. Da wird nichts von einem Geschlecht zum anderen gewandelt. Transsexualität beschreibt eine körperliche Variation, auch wenn nicht alle wahrhaben wollen, dass es das überhaupt gibt: Frauenkörper können von Normen abweichen.

Aber eigentlich ist das doch ganz einfach: Jungs haben einen Penis und Mädels eine Vagina. Was stimmt an dieser Sichtweise nicht?

Diese Vorstellung geht davon aus, dass Frauen und Männer grundsätzlich verschiedene Menschentypen sind. Das ist gesellschaftlich zwar tief verankert und uns über Generationen so antrainiert worden, entspricht aber nicht den Erkenntnissen der Biologie. In den ersten Wochen hat ein Embryo nämlich beide Geschlechter, dann entwickeln sich die verschiedenen geschlechtlichen Merkmale. Das ist der Grund, warum Männer Brustwarzen haben oder es am Hodensack eine Naht gibt. Diese Naht heißt Raphe und wächst erst später zu. Das heißt: Sie könnte sich auch zur Vagina bilden. Es gibt verschiedene geschlechtliche Merkmale. Deswegen lässt sich auch nicht sagen, dass es da eine einzelne Linie zwischen Mann und Frau gibt. Geschlecht ist komplex. (Fortsetzung folgt)

Peter Friedrich hat gesagt…

Fortsetzung "Zeitjung", Interview mit Kim Schicklang:

Aber diese Körpermerkmale entwickeln sich doch schließlich in die eine oder andere Richtung.

Kein Penis, beziehungsweise keine Klitoris, ist ein verlässliches Geschlechtsmerkmal. Es gibt so viele Dinge, die wir nicht wissen und deswegen nicht verallgemeinern können. Ein Genital muss nicht die gleiche geschlechtliche Entwicklung durchgemacht haben, wie ein anderes der vielen geschlechtlichen Merkmale eines Menschen. Manche denken ja: Jungs haben einen Penis und spielen mit Autos, Mädchen haben eine Vagina und bevorzugen Puppen. So einfach ist das aber nicht. Aus meiner Sicht ist das Gehirn das einzig verlässliche Geschlechtsorgan, da es der Sitz des Bewusstseins ist. Ich bin nicht transsexuell geworden, sondern so geboren. Das Coming-Out ist immer eine Wahrheit und muss sich keiner gesellschaftlichen Norm unterordnen. Warum kann man Menschen nicht einfach glauben, dass sie wissen, wer oder was sie sind?

Die Rechtslage ist da auch schwierig oder?

Wenn jemand seine Papiere ändern will, damit der Ausweis oder Urkunden dem eigenen Geschlecht entsprechen, muss er sich von einem Gutachter eine Geschlechtsidentitätsstörung attestieren lassen. Diese besagt, dass er oder sie als Mann oder Frau leben möchte. Es wird geprüft, ob eine Frau mit vermännlichtem Körper „als Frau leben“ kann. Kommt ein psychiatrischer Gutachter zum Ergebnis, dass die Frau aus seiner Sicht dazu nicht in der Lage ist, darf der Staat sie weiter als Mann behandeln.

Haben Sie Ihre Papiere geändert?

Nein, weil ich eben kein Mann bin, der eine Frau sein möchte, so wie das heute noch verstanden wird. Ich will, dass dieser Staat mein Geschlecht anerkennt – und nicht als einen Mann, der sich wie eine Frau fühlt. Dass Frauen mit nicht normgerechtem Körper sich in Deutschland zu Männern erklären lassen müssen, die als Frau leben wollen, haben 2008 bereits die Vereinten Nationen als Paradoxon bezeichnet. Geändert hat sich in den letzten Jahren an dieser Praxis nichts. Es muss da ein gesellschaftliches Umdenken her. Man muss sich das mal vorstellen: Es wird Menschen unterstellt, dass sie nicht real sind.

Sie haben trotzdem eine Operation Ihrer Genitalien vornehmen lassen. Warum?

Ich habe die Operation aus einem anderen Grund gebraucht – nämlich um stimmig mit mir zu sein. Es mag zwar sein, dass es Frauen gibt, die mit einem Penis zwischen ihren Beinen glücklich sind, ich empfand das aber als ziemliche Einschränkung der Lebensqualität. Das hat weniger mit Ästhetik zu tun, sondern eher mit so etwas wie einer Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit. Eine außen liegende Klitoris, die so aussieht, wie ein Penis ist eben nicht ganz so prickelnd. Da leiden viele darunter. Bei mir war das auch so.

Wie lebt es sich als transsexuelle Frau in Deutschland?

Ich hatte mein Coming-Out mit 33 und davor schon mehrere Versuche. Mein Glück war dann schließlich, dass ich in meinem Umfeld viele verständnisvolle Menschen hatte, die mir geglaubt haben. Denen war klar, dass ich keinen Unsinn rede, sondern die Wahrheit sage. Natürlich wurde mir aber nicht von überall Verständnis entgegengebracht. Im Job war es beispielsweise sehr schwierig. Vor dem Outing habe ich eine Abteilung geleitet – danach halt nicht mehr.