Montag, 27. April 2015

Osnabrück: Bischof Bode beurteilt die Lebenswirklichkeit als “Stimme Gottes”

(Felizitas Küble, erschien zuerst im "Christlichen Forum") Bekanntlich läuft seit Wochen eine grundsätzliche Debatte in der katholischen Kirche über die Frage, welchen theologischen Stellenwert die sogenannte “Lebenswirklichkeit” der Menschen von heute einnimmt.

Man könnte auch die damit verwandte Frage aufwerfen, ob der Zeitgeist einen konkreten Einfluß auf den Inhalt der kirchlichen Lehre  – etwa bei der Sexualethik – ausüben darf oder nicht.

Kardinal Müller erklärte kürzlich ohne Wenn und Aber, daß die “Lebenswirklichkeit” der Menschen keine “Offenbarungsquelle” für das kirchliche Lehramt sein kann. (Quellen der Offenbarung Gottes sind vielmehr die Heilige Schrift und die apostolische Tradition bzw. urchristliche Überlieferung.)

Hierauf antwortete jetzt der Osnabrücker Oberhirte Franz Josef Bode gegenüber “katholisch.de” (Portal der Dt. Bischofskonferenz) wie folgt:

„Dem hörenden Herzen wird die Wirklichkeit nicht zur Offenbarungsquelle, wohl aber zu einer Stimme Gottes, zu einer Äußerung seines Willens durch die ,Zeichen der Zeit‘, die zu tieferen theologischen Einsichten führen können.”

Bischof Bode fügte hinzu: „Mit einer Alles-oder-nichts-Moral, die jede Abweichung zu schwerer Sünde macht, werden wir kaum Menschen erreichen.“

Hierzu stellen wir fest:

1. Dem auf GOTT hörenden und IHM gehörenden Herzen wird die “Lebenswirklichkeit” keineswegs zu einer Stimme Gottes. Auch erfahren wir die “Äußerungen seines Willens” bereits in den Zehn Geboten und der Lehre Christi, so daß es sicherlich nicht zu “tieferen theologischen Einsichten” führt, wenn nicht mehr die göttlichen Gebote, sondern die menschlichen Wünsche zum Maßstab der Sittenlehre mutieren.

2. Die Zehn Gebote bestehen offensichtlich aus einer “Alles-oder-nichts-Moral” (Du sollst…! – Du sollst nicht…!). Ob die Kirche mit diesem Grundgesetz Gottes die Menschen schlichtweg “erreicht”?  – Dies war natürlich immer schon schwierig, nicht etwa erst heute, denn der menschliche Wille zum Guten ist durch die Erbsünde geschwächt, zudem durch viele unchristliche Fremdeinflüsse weiter erschwert.  Deshalb ist eine klare Verkündigung aber umso nötiger!

3. Für die Kirche darf es nicht entscheidend sein, was heute “ankommt”, sondern worauf es ankommt  –  auf den Willen Gottes nämlich. Was Erzbischof Johannes Dyba aus Fulda einst dazu sagte, trifft den Kern: Die Kirche ist nicht zeitgemäß, sondern ewigkeitsgemäß!

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