Montag, 20. November 2006

Der Papst zu Ehe und Familie


Unerläßlichkeit der Familie in der Erziehung
In dieser Hinsicht verwirklicht die Familie im häuslichen Zusammenleben ihre Berufung zum menschlichen und christlichen Leben, indem sie in einer Atmosphäre des Verständnisses und gegenseitiger Hilfe Freuden und Erwartungen miteinander teilt. Deshalb ist der Mensch, der in der Familie geboren wird, aufwächst und geformt wird, in der Lage, sicher und ohne Zweifel den Weg des Guten einzuschlagen, ohne sich von Moden oder entfremdenden Ideologien über die menschliche Person verwirren zu lassen.
Schreiben von Papst Benedikt XVI. an die spanischen Bischöfe aus Anlaß der nationalen Wallfahrt zum Heiligtum unserer lieben Frau von Pilar in Saragossa, 19. Mai 2005


Angriffen auf die Familie entgegenwirken
Eine heikle Frage, die unsere größte seelsorgliche Aufmerksamkeit erfordert, ist die Familie. Mehr noch als in anderen Ländern stellt die Familie in Italien die grundlegende Zelle der Gesellschaft dar; sie ist zutiefst im Herzen der jungen Generationen verwurzelt; sie nimmt sich vieler Probleme an und bietet so Unterstützung und Hilfe in sonst hoffnungslosen Situationen. Und doch ist die Familie im gegenwärtigen kulturellen Klima auch in Italien vielen Risiken und Bedrohungen ausgesetzt, die wir alle kennen. Tatsächlich kommt zur Zerbrechlichkeit und zur inneren Instabilität vieler ehelicher Gemeinschaften die in der Gesellschaft und Kultur weit verbreitete Tendenz hinzu, das einzigartige Wesen der auf der Ehe gegründeten Familie und die ihr eigene Sendung zu bestreiten. Gerade Italien ist eine der Nationen, in denen der Geburtenrückgang am ernstesten und andauernsten ist, mit schon jetzt schweren Auswirkungen auf das gesamte Gemeinwesen. Ihr italienischen Bischöfe habt daher schon seit geraumer Zeit eure Stimme mit der Johannes Pauls II. vereint, um zuallererst die Heiligkeit des menschlichen Lebens und den Wert der Institution der Ehe zu verteidigen, aber auch um die Rolle der Familie in der Kirche und Gesellschaft zu fördern. So habt ihr wirtschaftliche und gesetzgeberische Maßnahmen gefordert, die es jungen Familien erleichtern, Kinder zu bekommen und zu erziehen. Im gleichen Sinne bemüht ihr euch derzeit, die Entscheidungen der Katholiken und aller Bürger bezüglich der nun kurz bevorstehenden Volksabstimmung über das Gesetz zur künstlichen Befruchtung zu erhellen und zu motivieren.
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In der Tat sind sie, wie Johannes Paul II. es wiederholt bekräftigt hat, die Hoffnung der Kirche, aber in der heutigen Welt sind sie auch besonders der Gefahr ausgesetzt, "ein Spiel der Wellen" zu sein, "hin und her getrieben von jedem Widerstreit der Meinungen" (Eph 4,14). Sie brauchen daher Hilfe, um im Glauben zu wachsen und zu reifen: Dies ist der erste Dienst, den sie von der Kirche empfangen müssen, und besonders von uns Bischöfen und unseren Priestern.
Ansprache von Benedikt XVI. an die Teilnehmer der 54. Vollversammlung der italienischen Bischofskonferenz, Synodenaula Montag, 30. Mai 2005

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