Mittwoch, 22. Februar 2017

CDU-Gender-Lehrpläne sind Freibriefe für rot-rot-grüne Ideologen und damit tickende Zeitbomben

Kultusminister Ralph Alexander Lorz. Sein Lehrplan für Hessens Schulen öffnet linksgrünen Gender-Ideologen Tür und Tor. Foto: Manjit Jari, Kultusministerium Hessen
In Unterhaltungen mit CDU-Mitgliedern oder CDU-nahen Lehrern über die Gender-Lehrpläne, die die Christdemokraten in Hessen, Sachsen-Anhalt, Sachsen etc. (mit-)erlassen haben, hört man oft Bemerkungen dieser Art:

„Ja, die Lehrpläne sich nicht gut, besonders nicht die neuen hessischen „Richtlinien zur Sexualerziehung“, die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ fordern. Doch Richtlinien werden nicht 100prozentig angewandt und die Lehrer sorgen schon dafür, dass alles im Rahmen bleibt. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“

Eine solche Einschätzung ist naiv, verfehlt, kurzfristig und deshalb gefährlich. Aus verschiedenen Gründen:

Es ist in der Tat richtig, dass am Ende die Lehrer entscheiden, in welchem Maße erlassene Lehrpläne oder Richtlinien tatsächlich im Unterricht berücksichtigt werden. Es ist auch richtig, dass eine beträchtliche Anzahl von Lehrern vernünftig ist oder keinen Ärger mit den Eltern haben will und deshalb den Ball flach hält. Zudem kommt hinzu, dass gegenwärtig viele Schulen sowieso überfordert sind und die Curricula nur mit Mühe erfüllen können.

Aber es gibt ebenfalls eine nicht geringe Zahl von Lehrern, für die die Gender-Lehrpläne einen höchst willkommenen Anlass bieten, Gender in vollem Umfang im Unterricht zu behandeln. Dadurch, dass die Richtlinien hinsichtlich der konkreten Anwendung recht allgemein formuliert sind, werden solchen Lehrern kaum Grenzen gesetzt.

Bekanntlich wird in Hessen nun die „Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen“ gefordert. In der Altersgruppe der 6- bis 10-Jährigen sollen „unterschiedliche Familiensituationen (z.B. Patchworkfamilien, Alleinerziehende, Pflegefamilien, gleichgeschlechtliche Partnerschaften)“ behandelt werden.

Meint ein Lehrer, in der Schule eine Kampagne pro Gender durchziehen zu müssen, so werden ihm sehr schwache Grenzen gesetzt.

Für die Eltern wird der Schulgang ihrer Kinder eine Art Glücksspiel. Es gibt keine Garantie für sie, dass ihre Kinder nicht in die Hände von Gender-Aktivisten gelangen. Das ist unzumutbar.

Die Bedrohung durch die Gender-Lehrpläne könnte zudem eine völlig andere Dimension erreichen, wenn es in der deutschen Politik zu einem deutlichen Linksruck kommt, sprich, zu einer rot-rot-grünen Koalition.

Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hat sich offen für eine rot-rot-grüne Koalition nach der nächsten Landtagswahl im Jahr 2018 geäußert. Spätestens dann könnte man versuchen, einen wahren Gender-Durchmarsch in Hessens Schulen durchführen.

Sollte Rot-Rot-Grün die Macht nach den nächsten Wahlen in Hessen übernehmen, bräuchte die neue Landesregierung lediglich den neuen „Lehrplan zur Sexualerziehung“ von CDU-Kultusminister Ralph Alexander Lorz vollumfänglich in die Praxis umzusetzen, um aus den Schulen wahre Gender-Indoktrinationsstätten zu machen. Rot-Rot-Grün würde somit zum Vollstrecker einer Gender-Revolution werden, deren Grundlagen die CDU zuvor gelegt hat.

Wenn man allein diese Gefahr in Betracht sieht, erkennt man, wie falsch, verantwortungslos und kinder- und familienfeindlich CDU-Kultusminister Ralph Alexander Lorz gehandelt hat, als er seinen Gender-Lehrplan für Hessen in Kraft gesetzt hat.

Die Christdemokraten in Hessen, Sachsen-Anhalt, Sachen etc. sollten deshalb endlich die Kritik von Eltern, katholischer Kirche, Familienorganisationen etc. ernst nehmen. Die Christdemokraten sollten endlich die Gefahren erkennen, die die Lehrpläne in sich bergen, die sie (teils) selber erlassen haben.


© Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung

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