Mittwoch, 14. Dezember 2016

Einschränkung der Abtreibungen in Ohio: ein Schritt in die richtige Richtung

Lebensrechtler erhalten Unterstützung aus den Vereinigten Staaten. Foto: Anette Schultner
UPDATE: Ohio-Gouverneur John Kasich legte nach neuesten Meldungen sein Veto für das "Herzschlag-Gesetz" ein und stimmte stattdessen für eine Fristenlösung von 20 Wochen. Eine solche Regelung wäre auch eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Status Quo.

Im US-amerikanische Bundesstaat Ohio hat das Landesparlament ein Gesetz gebilligt, das Abtreibungen nur erlaubt, wenn der Herzschlag des Babys noch nicht zu hören ist. Praktisch bedeutet das eine sechswöchige Fristenlösung. Das Gesetz trägt den Namen „Heartbeat Bill“.

Es ist fraglich, ob bei einer Klage gegenüber den Verfassungsrichtern das Gesetz Bestand haben wird. Es widerspricht nämlich klar der geltenden Abtreibungsregelung („Roe versus Wade“ Entscheidung des Obersten Gerichts vom Jahr 1973).

Das neue Gesetz aus Ohio hat dennoch einen sehr hohen Wert, denn es trägt der Tatsache Rechnung, dass das Wissen über das Leben der Kinder im Mutterleib in den letzten Jahrzehnten enorm angestiegen ist.

Abgesehen von der Tatsache, dass heute Kinder schon sehr früh außerhalb des Mutterleibes leben können, weiß man, dass das Leben der Ungeborenen sich nicht wesentlich vom Leben der geborenen Menschen unterscheidet.

So können noch ungeborene Kinder Geräusche außerhalb des Mutterleibes hören. Sie können Stimmen unterscheiden und realisieren intuitiv, wenn über sie gesprochen wird. Sie können durchaus Lichtveränderungen erkennen.

Aber mehr als das: Man weiß heute, dass das emotionale Leben der Kinder im Mutterleib stark entwickelt ist und es eine große Empathie mit den Stimmungen der Mutter besitzt.

Diese Tatsache ist vor allem aus der psychologischen Forschung bekannt. Man weiß heute, dass viele Traumata während der Schwangerschaft entstehen und den Menschen sein Leben lang begleiten können.

Anfang der 1970er Jahre, also zum Zeitpunkt der Urteilsverkündigung von „Roe versus Wade“ waren viele der fälschlichen Auffassung, ein Kind wäre erst dann richtig „lebendig“, wenn es geboren wird. So entstanden sinnlose Begriffe wie „werdendes Leben“, als ob das Leben „im Entstehen“ sei. Oder „werdende Mutter“, als ob die Mutterschaft sich graduell aufbaut.

Schon immer waren solche Vorstellungen falsch. Doch heute weiß man dank der Wissenschaft, WIE falsch sie sind.

Insofern ist „Roe versus Wade“ und im Grunde alle Abtreibungsgesetzgebungen westlicher Länder völlig anachronistisch.

Dieser Irrweg sollte anerkannt werden und Abtreibung weltweit verboten werden.

Es ist erfreulich, dass es inzwischen Gesetzgeber gibt, die bereit sind, Schritte in die richtige Richtung zu tun.


 © Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung

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