Donnerstag, 28. April 2016

Niederlande prüft Möglichkeit der Sterbehilfe bei Kindern ab einem Jahr

Foto: Sir James - Eigenes Werk, CC BY 3.0, Wikimedia Commons
Die niederländische Gesundheitsministerin Edith Schippers lässt zurzeit die Zulassung von Euthanasie für Kinder ab einem Jahr prüfen. Das berichtet „de Volkskrant“ am 22. April 2016.

Die Bekanntmachung machte Ministerin Schippers als Antwort auf eine Anfrage des Verbandes der Kinderärzte. Diese wünschen sich eine Entkriminalisierung der Euthanasie an Kindern. Maßstab zur Tötung von Kindern soll ihre „mentale Kompetenz“ sein (werkelijke wilsbekwaamheid).

Das Gesundheitsministerium stellt für die Studie 400.000 Euro bereit.

Im Falle von Kindern, die nicht selber die Entscheidung treffen können (weil sie laut Gesetz keine „mentale Kompetenz“ besitzen), soll der Arzt in Absprache mit den Eltern entscheiden, ob das Kind getötet werden soll. Dies geschieht bereits bei Kindern im Alter zwischen 0 und 1. Die Ärzte sind aber der Auffassung, diese Regelung solle für Kinder bis 12 Jahren gelten.

Gegenwärtig dürfen Kinder von 12 bis 17 getötet werden, sofern sie geistig in der Lage sind, den Sachverhalt zu verstehen und wenn sie von den Eltern die Erlaubnis dazu bekommen.

Die niederländischen Kinderärzte (soweit man solche Personen als Ärzte bezeichnen kann) verweisen auf die Erfahrungen aus Belgien. Dort ist die Kindereuthanasie seit 2014 erlaubt.

Die Mehrheit im niederländischen Parlament (die Zweite Kammer) befürwortet eine solche Liberalisierung der Euthanasie, so die Lebensrechtlerin und Bloggerin Jeanne Smits in Lifesitenews.

Die gegenwärtige Debatte in den Niederlanden zeigt einmal mehr: Wenn gewisse Dämme brechen, ist die totale Katastrophe kaum noch zu verhindern. Die Euthanasie wurde anfangs für sehr wenige Fälle eingeführt. Nun wird sie auf immer mehr Fälle angewendet. Noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass Kinderärzte die „mentale Kompetenz“ einer Person zum Maßstab für die Anwendung von Euthanasie machen wollen.

Doch der eigentliche Dammbruch war die Legalisierung der Abtreibung: Damit wurde ein Recht, das alle Menschen besitzen, verletzt. Nun wird der Kreis der Menschen, deren Recht auf Leben nicht respektiert wird, immer größer.

Kommentare:

Meggy hat gesagt…

Wer kann über Leben oder Tod entscheiden? Der Mensch lt. 5.Gebot: "Du sollst nicht töten" nicht.
Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben. Er hat Gefühle, die er u.Umständen nur nonverbal äußern kann. Jeder Mensch kann Freude empfinden, sogar der Schwerstmehrfach behinderte Mensch.
Ebenso können auch Komapatienten Erinnerungen an die Zeit, wo sie geschlafen haben
Mechth. Szelag-K

Anonym hat gesagt…

Nun, das Gebot heißt im Urtext: "Du sollst nicht morden." Denn es gibt durchaus Fälle, wo die Tötung eines anderen Menschen nicht gegen die Gebote verstößt. Dazu gehören Krieg und Notwehr, aber ganz sicher nicht die Tötung von ungeborenen oder geborenen Kindern. Auch juristisch gibt es ja den Unterschied zwischen "Totschlag" und "Mord". Wer die Tötung plant, der mordet, wer ein Kind abtreibt oder, ich sage es mal überspitzt, wie ein Tier vorsätzlich einschläfern läßt, der mordet wie es laut dem Gesetz unseres HERRN eine sehr schwere Sünde ist. Der HERR selbst hat dieses Leben geschenkt und wir sind nicht berechtigt, es vorsätzlich zu zerstören.