Montag, 1. Februar 2016

FAZ läuft Amok: Selbst „Kirche in Not“ sei radikal


Foto: Vysotsky – Central Railway Station Frankfurt am Main (Germany). Advertisement for newspaper Frankfurter Allgmeine Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons
In Deutschland ist man es inzwischen gewohnt, dass mit Etikettierungen nicht gerade zimperlich umgegangen wird. Ziemlich schnell ist dann jemand angeblich „radikal“ oder „fundamentalistisch“. Äußert man schon leichte Bedenken gegen die Gender-Ideologie, dann kriegt man das Etikett „homophob“. Wenn man zu sehr auf das katholische Lehramt Wert legt, ist man „fundamentalistisch“ etc. Deutschland, wie man weiß, ist das Land der Totschlagbegriffe.

Doch was sich die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ am 31. Januar 2016 (Die Radikalen, Seite 9) geleistet hat, übertrifft das, was man bisher mindestens von der bürgerlichen Presse gewohnt war: Alles was sich nicht dezidiert als „links“ geoutet hat, steht im Verdacht, hinter Björn Höcke zu stehen, zu Pegida zu gehören etc., gemäß des FAS-Artikels.

Ebenso gemäß des FAS-Artikels wurde von dieser Radikalisierung selbst die renommierte christliche Hilfsorganisationen "Kirche in Not" erfasst. Ihre Sünde: Sie organisierte beim letzten Kongress „Treffpunkt Weltkirche“ eine Podiumsdiskussion unter dem Namen „Gegen den Strom von Meinungsdiktatur und Political Correctness“.

Im Artikel steht nicht, ob und dann was genau da Schlimmes bei der Veranstaltung geredet wurde. Das scheint aber egal zu sein: Schon darüber nachzudenken, ob es in der deutschen Medienlandschaft ideologische Scheuklappen gibt, reicht aus, um zu den Radikalen zu gehören.

Unwillkürlich kommt einem das Pop-Lied „Nix Neues in Poona“ von Lusthansa in den Sinn. Eine Passage heißt dort: „Und einen haben sie umgebracht. Sein Fehler: Er hat laut nachgedacht.“

Der Artikel in der FAS ist im Wesentlichen eine lange Liste von Personen, die laut nachdenken. Und wenn sie das tun, ist automatisch klar: Für sie ist die „AfD der Stern am Himmel“.

Wahnsinn? Ja, Wahnsinn! Dazu gehören selbst Personen wie der Journalist Klaus Kelle, der besonders vor der letzten Bundestagswahl geradezu dadurch auffiel, laufend gegen die AfD kritisch zu kommentieren. Oder Gabriele Kuby, die nie die Nähe zu einer Partei gesucht hat.

Im Übrigen werden „radikale Abtreibungsgegner“, Gegner des „Genderwahns“ oder der „Homo-Lobby“ genannt: Sie alle seien heilfroh über die Entstehung der AfD und hätten Putin zu ihrem Helden gemacht. Eine lächerliche Unterstellung.

Besonders schlimm sind Menschen – so der FAS-Artikel -, die gegenwärtig laut nachdenken, ob das Grundgesetz noch Geltung habe. Meint der Text etwa Professor Udo di Fabio, die CSU oder die Gruppe von Rechtsanwälten, die eine Verfassungsklage gegen die gegenwärtige Flüchtlingspolitik der Bundesregierung verfasst haben? Nein, als Kronzeuge dieser Rebellen wird der Blogger Peter Winnemöller genannt, der mal § 20 a GG zitiert hat. Wie schlimm!

Der FAS-Artikel ist im Wesentlichen eine einzige „Kaskade des Verdachts“: Publikation X ist populistisch, Autor Y, der dort mal geschrieben hat, ist es also auch. Person Z, die mit Autor X befreundet ist, ist es dann ebenso. Inhalte spielen keine Rolle, es geht lediglich um die „Vernetzung“. Schon der harmlose Kontakt „kontaminiert“.

All das geht nach dem Prinzip: „Wer Freund meines Feindes ist, ist mein Feind.“

Diese Art Journalismus (oder wie man solche Texte bezeichnen mag) kennt man aus dem linksradikalen Lager. Hetzportale wie etwa Linksunten.Indymedia gehen so vor. Sie interessiert auch nicht die Wahrheit. Sie wollen anprangern, verhetzen, fertigmachen. Unfassbar, dass sich die „Frankfurter Allgemeine“ für so was hergibt.

Nachtrag: Die FAZ-Redaktion hat am 1. Februar 2016 den besprochenen Artikel online gestellt und per Twitter (siehe unten) mit folgender Erläuterung verbreitet: Rechte Christen finden in der #AfD neue politische Heimat. Sie alle eint der Hass auf #Flüchtlinge
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/putin-orban-und-afd-rechte-christen-finden-politische-heimat-14043650.html


Kommentar zum Tweet der FAZ-Redaktion: Alle im Artikel genannten Personen oder Organisationen auf diese Art und Weise zu beschreiben (Hass auf Flüchtlinge etc.) ist völlig maßlos, ungerecht und geschmacklos.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wie ist der Kontext dieses Textes ganz am Schluß?

"Kommentar: Alle im Artikel genannten Personen oder Organisationen auf diese Art und Weise zu beschreiben (Hass auf Flüchtlinge etc.) ist völlig maßlos, ungerecht und geschmacklos." ???

Mathias von Gersdorff hat gesagt…

@Anony das bezieht sich auf den Tweet der FAZ

Anonym hat gesagt…

Unglaublich, daß katholische Frauen die GENDER-Diktatur nicht durchschauen!!!

Kirchfahrter Archangelus hat gesagt…

Schlag nach bei Orwell: Kritik an der Regierungsdoktrin oder auch nur ein In-Erwägung-Ziehen von anderen Gedanken wird „geächtet“. Das Nachplappern von Regierungsphrasen gilt als „mutig“, Kritik ist „Hetze“. Frieden ist Krieg – Krieg ist Frieden... Wenn der weltanschaulich neutrale Rechtsstaat der Vergangenheit angehört und im Massenzuzug Fremder das entstehende „neue Deutschland“ von Frau Göring-Eckardt als pseudo-sakrales Pfingsterlebnis beschworen wird (https://www.youtube.com/watch?v=iTkvD4d152c), wird die Ablehnung der sich bildenden Zivilreligion des Staatswesens durch glaubenstreue Katholiken allerdings – konsequent zu Ende gedacht – staatsgefährdend.

Das Ziel der Einschüchterung ist offensichtlich: Kritik an der herrschenden Doktrin soll bereits im Ansatz vermieden werden. Wenn es mal brenzlig wird und regierungskritische Gedanken kommen, soll der „mündige“ und kritische Gutdenker seinen Gedankenstrom sofort umlenken. Am Besten seinen ganzen “Mut“ zusammennehmen und buchstäblich sprechen, ohne zu denken, also wie eine Ente schnattern (1984: Quaksprech), dann wird alles doppelplusgut... Gesinnungsjustizminister Maas läßt beispielsweise unbotmäßige Juristen schon einmal wissen: Über den richtigen Weg dürfe zwar gestritten werden, jedoch sei dabei Augenmaß nötig; jeder müsse sich der Verantwortung für seine Thesen und Worte bewusst bleiben: „Auch ein juristischer Diskurs kann entgleiten und zur geistigen Brandstiftung beitragen.“
Und wer „1984“ gelesen hat, „Zwiedenken“ und die Vermeidung von „Gedankenverbrechen“ kennt, der weiß sehr gut, was er damit meint...

wuppersieg hat gesagt…

Darüber brauchen wir die AfD und die Christen in der AfD! Die Linken der 68er Bewegung haben den Marsch durch die Institutionen geschafft. Sie kassieren fette Abgeordnetendiäten und sind sogar Minister und wollen D kaputt machen! Wir bezahlen großzügig unsere Henker!