Mittwoch, 21. Oktober 2015

KNA: In Deutschland massenhaft unwürdiger Empfang der Kommunion

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion um die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion hat die „Katholische Nachrichtenagentur“ (KNA) eine sachliche und genaue Erläuterung der Lehre der katholischen Kirche über Ehe und Sexualität veröffentlicht.

Ausdrücklich wird erklärt, dass Sexualität nach katholischer Auffassung nur in der Ehe praktiziert werden darf: „Nach katholischer Lehre ist Sex außerhalb der Ehe von Mann und Frau Sünde. Da die erste Ehe aus Sicht der Kirche unauflöslich ist, lebt jemand, der nach einer Scheidung zum zweiten Mal heiratet und mit dem neuen Partner regelmäßig Geschlechtsverkehr hat, in permanentem Ehebruch. Wer nicht bereit ist, darauf in der neuen Verbindung zu verzichten, kann - anders als bei einem Seitensprung - keine sakramentale Vergebung finden, denn das Sakrament der Beichte setzt den Willen voraus, den Weg der Sünde zu verlassen. Es bleibt daher den dauerhaft in Ehebruch Lebenden verwehrt. Folglich sind sie auch nicht zur Kommunion zugelassen.“

Selten werden heutzutage in dieser Deutlichkeit Aspekte der katholischen Sexuallehre von den Kanzeln verkündet.

KNA weist auch auf eine Situation hin, die vor allem in Deutschland äußerst besorgniserregend ist: Der massenhafte unwürdige Empfang der heiligen Kommunion. 

„Im deutschsprachigen Raum beichten nur wenige Katholiken, aber fast alle Kirchgänger empfangen die Kommunion. Sie übertreten damit, oft geduldet von den Seelsorgern, die kirchlichen Regeln oder haben eine andere Auffassung von dem, was Sünde ist. Menschen in zweiter Zivilehe werden nicht selten von Priestern zur Kommunion zugelassen, da ihr Zustand nicht als sündhaft empfunden wird.“

Das fehlende Bewusstsein für die Sünde und damit verbunden der unwürdige – sakrilegische – Empfang der heiligen Kommunion gehören zu den größten Wunden der katholischen Kirche in Deutschland.

Im Apostolischen Schreiben „Reconciliatio et paenitentia“ (1984) sprach Papst Johannes Paul II. von einer regelrechten „Verdunkelung“ des Sündenbewusstseins: „Allzu viele Anzeichen deuten darauf hin, dass es in unserer Zeit tatsächlich eine solche Verdunkelung gibt, die um so beunruhigender ist, als dieses Gewissen, vom Konzil definiert als »die verborgenste Mitte und das Heiligtum im Menschen«, »eng an die Freiheit des Menschen gebunden ist... Deshalb ist das Gewissen die erste Grundlage der inneren Würde des Menschen und zugleich seiner Beziehung zu Gott«. Deshalb ist es unvermeidlich, dass in dieser Situation auch das Sendungsbewusstsein verdunkelt wird, welches eng mit dem moralischen Bewusstsein, mit der Suche nach der Wahrheit, mit dem Willen, die Freiheit verantwortlich zu gebrauchen, verbunden ist.“

Johannes Paul II. nannte mehrere Gründe für dieses bedauernswerte Phänomen. Besonders aktuell: „Das Sendungsbewusstsein schwindet auch leicht infolge einer Ethik, die sich aus einem gewissen Geschichtsrelativismus herleitet. Das geschieht auch durch eine Ethik, die die moralische Norm relativiert und ihren absoluten, unbedingten Wert leugnet und folglich bestreitet, dass es Akte geben könne, die in sich unerlaubt sind, unabhängig von den Umständen, unter denen der Handelnde sie setzt.“ 

Selbst hohe Prälaten sind davon betroffen. So treten manche auf der Familiensynode dafür ein, außereheliche und auch homosexuelle Partnerschaften moraltheologisch neu zu bewerten. Man solle diese „wilden Ehen“ positiv als Vorstufen der sakramentalen Ehe sehen. 

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Selber war ich seit meiner 1. hl. Kommunion (1978) 13 Jahre ohne jede Beichte jeden So und manachmal wochentags zur Kommunon gegangen. Obowhl ich jeden Sonntag in den Gottesdienst ging, auch jahrelang Messdiener war, wurde ich nie dazu angeleitet. Es gab ein oder höchstens 2-mal im Jahr Bußgottttesdienste, zu denen ich mit meinen Eltern zwar ging, aber es war eher eine Meditationsübung. Erst nach dem Kontakt zu einer Gemeinde der Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde mir klar, dass eine Beichte mal notwendig sei. Ich ging dann 1 1/2 Jahre nicht mehr zu hl. Kommunion, bis ich auf Exerzitien den Mut fand zum Beichten. Leider muss ich in meinem Umfeld beobachten, dass - außer in traditionell geprägten Kreisen -tatsächlich kaum einer die Beichte noch ernst nimmt und fast alle zur h. Kommunion laufen - oft auch wenn man nur mal an einer Beerdigungs- oder Hochzeitsmesse teilnimmt.

Anonym hat gesagt…

Um es klar zu sagen...
Ich kann am Scheitern der ersten sakramentalen Ehe gänzlich unschuldig sein; aber wenn ich eine zweite zivile Ehe eingegangen bin und diese Ehe praktisch lebe, bin ich von der Kommunion ausgeschlossen.

Es geht nicht um Schuld oder Nicht-Schuld des Scheiterns der ersten Ehe, sondern dass ich in Sünde lebe in der zweiten Ehe. Das ist der Grund, warum ich objektiv nicht zur Kommunion zugelassen bin.
Daran redet der Text der deutschsprachigen Synodengruppe vorbei. Wohl eben nicht ohne Grund!

Peter M. Bauer hat gesagt…

Arquidiocese de Olinda e Recife, Pernambuco, Brasil

Die Heilige Kommunion wird nicht nur unwürdig empfangen, sondern vielmehr auch schon unwürdig gegeben.

Michael Chmela hat gesagt…

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Verständnis der Eucharistie und die Art die Kommunion zu empfangen ist äußerst dürftig. Damit krankt unsere liebe Kirche an der Wurzel. Immer mehr Menschen werden in diese Achtlosigkeit und in Schlimmeres hinein-gerissen. Das Mittel zum Heil wird aufgelöst, ja schlimmer, verdreht sich ins Gegenteil. Religionslehrer von denen bekannt ist, daß sie in "zweiter" Ehe leben, Lektoren die bekannterweise in homosexueller Partnerschaft leben gehen zur Kommunion, die Gemeinde schweigt. Angeblich oder wirklich aus Barmherzigkeit. Es bleibt das Ärgernis und der Zerfall Grundlagen der Kirche. Jeder Ledige hat enthaltsam zu leben. In der Ehe ist künstliche Empfängnisverhütung verboten. Es ergibt sich eine Doppelmoral. Wenn sich die Kirche nicht der Wahrheit, sondern der Mehrheit angleicht, ist sie nicht mehr Kirche. Ich bin seit 4 Jahren wieder in der Kirche, aber es geht mir schlecht mit dieser Entwicklung, sie ist enttäuschend und belastend. Es macht auch traurig, wenn man die Schätze sieht die der einzelne, aber auch die Institution links liegen läßt. Was es braucht ist wieder katholische Bildung, oder ganz einfach Katechese. Vielleicht eine die mitreißt, nicht weil sie modern, sondern weil sie wahr ist. Das Kirchenvolk ist a la größter gemeinsamer Nenner nach unten nivelliert, Priester trauen sich nicht mehr die Stimme zu erheben. Traurig und belastend, nach menschlichem Ermessen keine Besserung in Sicht. Im Gegenteil all das Versagen und Abtrünnige der letzten Jahre wird sich erst noch entfalten. Tragisch, weil die Kirche nicht nur nach innenn (nicht) wirkt, sondern damit auch die Welt im Stich gelassen wird und wie dringend würde sie eine wahre, treue, bekennende, praktizierende Kirche brauchen. Die Sakramente sind da, aber die Menschen nehmen sie nicht in Anspruch. Klar wurde mir vor 3 Jahren der Zustand der Kirche im Apostolat. Denn die Botschaft die ich zu den Menschen brachte, die hören sie nicht, wenn sie bei uns in die Kirche gehen. Ich weiß nicht wem oder was viele Priester in unseren kleinen Stadt dienen, aber sicher nicht der traditionellen, katholischen Kirche. Privat sagen das auch mehre, daß sie sich nur noch als Funktionäre verstehen, daß Christus nur eine Möglichkeit unter vielen ist, sie stellen neben der Kirche "Friedenspfähle" auf, rufen zum Ungehorsam, zur Abkoppelung von Rom auf, die Hölle sei leer, Judas Ischariot im Himmel und daß, obwohl wie sie sagen es schon in der Bibel steht, Jesus Christus nicht zur Erlösung von unseren Sünden am Kreuz starb, sondern aus Solidartität. (Bei Veranstaltungen klatscht das Volk!)Dies also innerkirchlich zu diskutieren ist schwierig, weil bei den Aufrichten der Überbringer der schlechten Nachricht religiös geköpft wird, ein Vereinzelter ist und die Unfaßbarkeiten lieber verdrängt werden. Das was ich von der deutschsprachigen Gruppe der Bischöfe vernehme erklärt einiges dieser Entwicklung. Ich zog mich zurück, besuche die Messe, gehe auch zur Beichte, bete und studiere den Katechismus, wenn dieser auch gesellschaftlich nur noch musealen Charakter hat. Möge Segen sein! Gelob sei Jesus Christus!