Mittwoch, 26. August 2015

Linkskatholiken und Synode: Deutet Hagenkord Kurswechsel an?

Der Leiter der deutschen Redaktion von Radio Vatikan, der Jesuitenpater Bernd Hagenkord, deutet möglicherweise einen Strategiewechsel des progressistischen Lagers für die kommende Familiensynode an.

So sagte er gegenüber Domradio: „Es gibt jede Menge Stellungnahmen, zum Beispiel eine von Kardinal Marx, der sagt: Die wahren Gefährder für Familie sind Vertreibung, Armut und Ausbeutung. Leider ist das Thema medial nicht so interessant wie zum Beispiel wiederverheiratet Geschiedene.“

In den letzten Wochen gab es mehrere Stimmen in der Weltkirche, die den Arbeitsbedingungen der modernen Wirtschaft, der Marktwirtschaft oder gar dem Kapitalismus die Schuld für die Probleme der Familie auf der Welt geben. In dieser Konstellation wären die Länder Asiens, Afrikas und Südamerikas so etwas wie die Opfer des reichen und liberalen Nordens, der sie ausbeutet und Lebensbedingungen schafft, die die Familien zerstören.

Solche Aussagen sind Wasser in die Mühlen der Befreiungs- und öko-feministischen Theologen.

Möglicherweise will Pater Hagenkord die deutschen Progressisten auf diese Strategie hinweisen.


Gegen den liberalen Kurs der deutschen und anderer Bischofskonferenzen erhob sich in den letzten Monaten ein großer Widerstand. Nicht nur Kardinäle und Bischöfe haben gegen Kardinal Kasper & Co. Stellung bezogen, auch über 500.000 Gläubige haben die  konservative Petition "Ergebene Bitte an Papst Franziskus" unterschrieben.

Hagenkords Hinweis, die Medien würden sich eher für wiederverheiratete Geschiedene interessieren, ist natürlich lächerlich: Es war Kardinal Walter Kasper, der durch seine Rede vor dem Konsistorium Anfang 2014 dieses Thema in die Diskussion brachte. Diese Rede wurde von Linkskatholiken als Anlass genommen, danach die gesamte Agenda der sexuellen Revolution ins Gespräch zu bringen (vor- und außereheliche Beziehungen, künstliche Verhütungsmittel etc).

Pater Hagenkord dämpft zugleich jene Erwartungen, die Synode könnte gravierende Änderungen beschließen und prognostiziert, die Debatte um Ehe und Familie würde wohl noch zehn Jahre andauern.

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