Donnerstag, 28. Mai 2015

Homo-Ehe führt zwangsläufig zu Religionsverfolgung

Wer der Meinung war, das Zeitalter der Ideologien sei mit dem Untergang des Sowjet-Kommunismus beendet, wird eines besseren belehrt: Einer Verbindung von zwei Menschen gleichen Geschlechts den Namen Ehe zu geben, was seit eh und je etwas ganz anderes bedeutet hat, ist schlichtweg ideologische Verblendung. Mehr noch, es ist ein ideologisch gesteuerter Wille, eine grundlegende Institution – die Familie -, die von Anbeginn der Menschheit existiert und die grundlegend für das normale Zusammenleben der Menschen ist, mutwillig zu zerstören.

Erstaunlich in dieser Hinsicht ist, wie sich die beiden großen Kirchen in Schweigen hüllen (Die Deutsche (katholische) Bischofskonferenz hat sich immerhin in einer Pressemitteilung dagegen ausgesprochen, aber nicht weiter versucht, Einfluss in der öffentlichen Debatte zu gewinnen). Sie scheinen die Gefahren für sich nicht zu sehen oder nicht sehen zu wollen.

Und diese sind durchaus groß. Käme es nämlich zu einer Öffnung der Ehe, würde dies zwangsläufig zu einer Religionsverfolgung führen.

Das wäre unvermeidlich, denn der Abschluss einer Ehe hat Folgen in sehr vielen Rechtsgebieten, wie etwa Familienrecht, Steuerrecht, Arbeitsrecht usw.

Falls die Öffnung der Ehe für Homosexuelle durchgesetzt wird, würde es dazu führen, dass ein einziges Wort (Ehe) zwei völlig unterschiedliche Dinge meint, je nachdem, ob man die zivile oder die kirchliche Bedeutung des Wortes nimmt. Es würde ein Druck auf die Kirchen entstehen, sich der zivilen Bedeutung anzupassen.

Doch nicht nur das. Die Öffnung der Ehe für Homosexuelle hätte die Änderung von Hunderten, wenn nicht gar Tausenden von Gesetzen zur Folge. Alle Gesetze, in denen die Ehe irgendeine Rolle spielt, würden automatisch eine völlig neue Bedeutung erhalten, wie etwa Adoptionsrecht, Krankenversicherung, Erziehungsrechte, Altersversorgung usw. Kirchliche Einrichtungen würden vor einem Dauerdilemma stehen.

Noch konnten die Kirche bislang ihre Sonderstellung in Deutschland verteidigen, so dass zum Beispiel Angestellte im kirchlichen Bereich besonderen Regelungen unterworfen sind. Doch die Offensive gegen diese Kirchenprivilegien wird immer stärker. Ihre (partielle) Abschaffung wird inzwischen von Grünen, Linken und FDP gefordert. Abgesehen davon, schwindet in der Gesellschaft das Verständnis für diese Sonderstellung. Selbst bei unveränderten rechtlichen Bestimmungen würde es den Kirchen zunehmend schwer fallen, Akzeptanz zu finden. 


Eine Zusammenarbeit zwischen kirchlichen und staatlichen Einrichtungen in etlichen Feldern wird sowieso nicht mehr möglich sein, es sei denn, die Kirche passen sich den Umständen noch mehr an, als bislang schon geschehen und geben ihr christliches Profil endgültig preis.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

1. Niemand kann -und wird- die römisch-katholische Kirche zwingen, die Ehen gleichgeschlechtlich Liebender gut zu heissen, oder gar zu segnen, oder -horribile dictu- zu bestätigen.

Hier kann sich nur MIT dem Willen der katholischen Hierarchie etwas ändern, aber niemals GEGEN deren Willen. Obwohl der römisch katholische Klerus politischen Anfechtungen, meist von rechts, oft genug nicht widerstehen konnte.

2. Was soll das hysterische Gejammer? Das ist eines tapferen Katholiken so was von unwürdig!

Tun wir was; geben wir ein exzellentes Vorbild von Katholizität und Gerechtigkeit. Genau das Fehlen ist es nämlich, was das katastrophale Bild der Kirche verursacht. Zum Beispiel die entsetzlich verunglückte und immer noch nicht beendete Aufarbeitung des Kindervergewaltigungsskandals oder die unsäglichen Zustände in den Magdalenenheimen in Irland (Tuam 796), für die die Kirche jetzt von den Iren die Quittung erhalten hat. Das war es nämlich, was die Iren gemacht haben; die Ehe für gleichgeschlechtlich Liebende ist da nur ein Nebenprodukt.

3. Religionsverfolgung in der Überschrift ist zumindest stark übertrieben, wenn nicht völliger Realitätsverlust.

Maria A. Maier hat gesagt…

Ich kann hier kein hysterisches Gejammer erkennen. In der Tat, wenn man sich auf Diskussionen in Internetforen einläßt wird man sofort in die Pflicht genommen den Gegenbeweis zu erbringen weshalb eine Ehe unter Gleichgeshclechtlichen und allen möglichen Varianten nicht auch eine Ehe sein kann, da es offensichtlich als Trend gilt die Unterschiede der biologishcen Geschlechter und Zeugung von Nachkommenschaft vom Ehebegriff abzukoppeln. Ganz ehrlich, man wird irre dabei läßt man sich auf diese Gedankengänge ein. Insofern stimme ich dem Autor zu, daß die unterschiedlichen Interpretationen von Ehe zukünftig ins Chaos führen und damit weiterhin versucht wird die Kirche noch mehr unter Druck zu setzen.

Georg's Glauben hat gesagt…

Warum aus der Homo-Ehe nun eine Religionsverfolgung resultieren sollte, erschließt sich mir aus der obigen Begründung nicht. In vielen Ländern soll es sie bereits geben. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichgeschlechtliche_Ehe

In keinem von diesen Ländern kann von einer Religionsverfolgung gesprochen werden.

Aber die Homo-Ehe widerspricht natürlich dem christlichen Glauben und vor allem einer Kultur, wie wir sie kennen. Unter Ehe verstand man ursprünglich die (lebenslange) Verbindung von Mann und Frau. Daher plädiere ich für unterschiedliche Begriffe für unterschiedliche Partnerschaftsformen. Der Begriff einer Ehe muss geschützt werden, wie auch Ehen mit Familien weiterhin einen besonderen Schutz in unserer Gesellschaft brauchen.

F. M. hat gesagt…

@Maria A. Maier

Die unglaubliche Verzweckung von Ehe (und Ehefrau) ist eine römisch katholische Spezialität, die wohl einem viele Jahrhunderte langen Pflichtzölibat geschuldet ist. Da reden die Blinden von der Farbe und führen damit alle in die Katastrophe.
Diese Position konnte über sehr lange Zeit einfach durch die Macht der Kirche aufrecht erhalten werde. Jetzt schlägt die Wirklichkeit zurück. Das kommt davon, dass man eben über diese lange Zeit blind für die Realität war und versucht hat (und es weiter versucht!), diese den je eigenen Dogmata anzupassen.

Wie man in Irland (und Spanien und anderen Ländern) sieht, funktioniert das einfach nicht mehr.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, dem zu entkommen. Entweder zieht man sich auf seine Doktrin zurück, nach dem Motto lieber eine reine Lehre, als eine mächtige, im Volk verankerte, lebendige Kirche. Dann kann der Vatikan demnächst mit den Zeugen Jehovas auf Augenhöhe verhandeln.
Oder man verwendet das seit Konstantin bewährte Schema und paktiert mit den Mächtigen und erfüllt deren Wünsche. Die Mächtigen sind aber in unserer Zeit keine absolutistischen Monarchen wie Karl V. und Ferdinand II. mehr. Oder Diktatoren wie Francisco Franco oder Augusto Pinochet, sondern der Souverän in der modernen Demokratie. Das Volk, der Bürger, der Wähler.

Für den Fall, dass die Kirche sich weigert, die Realität amzuerkennen, ja überhaupt zu sehen und sich gegen die herausfordernden Mächte stellt, gibt es viele Beispiele des kirchlichen Versagens, die jeweils in unfassbare Katastrophen für die Kirche geführt haben, unter denen sie noch heute zu leiden hat, obwohl diese schon viele Jahrhunderte her sind.

Es gilt angesichts dieser Herausforderung weise zu entscheiden, nach dem Motto biegen oder brechen.

Bei der Sexualdoktrin hat die Kirche, spätestens seit Casti connubii, den Bogen so sehr überspannt, dass er ihr unter den Händen zerbrochen ist und niemand mehr dem römisch katholischen Klerus in diesen Dingen auch nur ein Sterbenswörtchen glaubt. Da können sich die Pfarrer in ihren Sonntagspredigten den Mund fusselig reden und die Bischöfe Hirtenbriefe schreiben noch und noch und die Päpste warnende bis befehlende Enzykliken herausgeben, sie kommen gegen die Wirklichkeit nicht mehr an, weil sie sich völlig unglaubwürdig gemacht haben.


@Georg

Schon wieder jemand, der mit den Mitteln der säkularen Legislative eine religiöse Doktrin durchsetzen und unter Naturschutz stellen will.
Genau diese Absicht haben die mehrheitlich katholischen Iren der römisch katholischen Kirche gerade aus der Hand geschlagen und vom Tisch des Gesetzgebers gefegt.
Warum wollen Sie, dass die römisch katholische Kirche diesen gravierenden Fehler (der ihre Glaubwürdigkeit weiter beschädigt) unbedingt wiederholt?

Roland Ibanez hat gesagt…

"Käme es nämlich zu einer Öffnung der Ehe, würde dies zwangsläufig zu einer Religionsverfolgung führen."
Beweise? Belege? Oder auch nur eine logische Begründung?
Natürlich Fehlanzeige.

Ein typisches Beispiel für Täter-Opfer Umkehrung. Wenn Religioten keine Homosexuellen diskriminieren, diffamieren und verfolgen dürfen, heißt es prompt: Christenverfolgung.
Die Profis in Sachen Verfolgung jammern, dass sie angeblich verfolgt werden.

Diese Selbstviktimisierung ist der Gipel der Dreistigkeit.

Es wird zu keiner Religionsverfolgung kommen. Die Unsinnigkeit der Behauptung von Herrn Gersdorf wird Irland sehr schön demonstrieren.

klafuenf hat gesagt…

Die Theolüge mit der »Ehe«

Ganz grob: Bis ca. zum Konzil von Trient und dem Augsburger Reichs- und Religionsfrieden war die Ehe von der Catholica nur geduldet, um zu erreichen, dass die Männer nicht allzuviel herumhurten. Sich dem bösen Weibe fernzuhalten war eigentlich das höchste Gebot. Erst danach wurde das Sakrament der Ehe überhaupt eingeführt und die Ehe als das Nachzuchtinstrument für Täuflinge und Kanonenfutter gefördert — natürlich mit dem Mann als Eigentümer.

Heil!

Kyp hat gesagt…

Leben und leben lassen - hat es Jesus nicht auch so gemacht?